Zuerst die Ziele festlegen
Ohne zwei Zahlen ist jede Diskussion über Werkzeuge sinnlos. Sie ergeben sich nicht aus der Technik, sondern aus dem Geschäft.
Die zwei Kennzahlen
| Kennzahl | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| RPO (Recovery Point Objective) | Wie viel Datenverlust ist verkraftbar? | Vier Stunden bedeutet: Sicherung mindestens alle vier Stunden. |
| RTO (Recovery Time Objective) | Wie lange darf die Wiederherstellung dauern? | Zwei Stunden bedeutet: Ein Bandarchiv im Auslagerungslager scheidet aus. |
Diese Werte unterscheiden sich pro System. Der Warenwirtschaftsserver braucht vielleicht ein RPO von 15 Minuten, das interne Wiki verträgt einen Tag. Wer für alles denselben Maßstab anlegt, zahlt entweder zu viel oder schützt das Falsche. Halte die Zuordnung schriftlich fest, sie ist die Begründung für jede spätere Investition.
Was gesichert gehört, und was oft vergessen wird
- Nutzdaten und DatenbankenDatenbanken niemals als Dateikopie im laufenden Betrieb, sondern über einen konsistenten Auszug oder einen Snapshot mit vorherigem Flush. Sonst sicherst du einen Zustand, den es so nie gab.
- Konfiguration unter /etcKlein, schnell gesichert und im Wiederherstellungsfall Gold wert. Wer nur Nutzdaten sichert, baut den Server danach von Hand neu.
- Verschlüsselungsschlüssel und ZertifikateEine verschlüsselte Sicherung ohne den zugehörigen Schlüssel ist Datenmüll. Der Schlüssel gehört getrennt und nachweislich hinterlegt, nicht auf denselben Server.
- Die Beschreibung des Systems selbstPartitionierung, Paketliste, Netzkonfiguration. Bei einem Totalausfall entscheidet das darüber, ob die Wiederherstellung zwei Stunden oder zwei Tage dauert.