Datentrennung im System

Was ist ein Mandant in SAP?

Client

Der Mandant ist die oberste organisatorische und datentechnische Einheit eines SAP-Systems. Seine Geschäftsdaten, Stammdaten und Benutzerstämme sind vollständig von denen anderer Mandanten desselben Systems getrennt.

Die dreistellige Zahl im Anmeldebild ist keine Formalie: Sie entscheidet, welche Geschäftsdaten du überhaupt zu Gesicht bekommst und wo deine Buchung landet.

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Ebene
Oberste Einheit eines SAP-Systems
Getrennt
Geschäftsdaten, Stammdaten, Benutzerstämme
Geteilt
Programme und systemweites Customizing
Angabe
Dreistellige Nummer im Anmeldebild

Was getrennt ist und was nicht

Technisch steckt die Trennung im Schlüsselfeld MANDT, das in mandantenabhängigen Tabellen die erste Spalte bildet. Jeder Zugriff filtert automatisch auf den Mandanten, an dem du angemeldet bist. Belege, Stammdaten, Benutzer und Berechtigungen liegen deshalb sauber getrennt nebeneinander.

Nicht getrennt ist alles, was zum Repository gehört: Programme, Klassen, Tabellendefinitionen, Funktionsbausteine. Sie gelten systemweit. Wer ein Programm im Testmandanten ändert, ändert es gleichzeitig für alle anderen Mandanten desselben Systems. Dasselbe gilt für mandantenübergreifendes Customizing, etwa Kalender oder Maßeinheiten.

Mandanten in der Systemlandschaft

Neben dem ausgelieferten Referenzmandanten legen Projekte eigene Mandanten an, typischerweise einen für das Customizing, einen für Tests mit realistischen Daten und häufig einen für Schulungen. Die Einstellungen dazu, also ob Änderungen am Customizing erlaubt sind und ob der Mandant als produktiv gilt, werden je Mandant gepflegt.

Kopiert wird über Mandantenkopien, entweder innerhalb desselben Systems oder über Systemgrenzen hinweg. Ein Kopierprofil legt fest, was mitkommt: nur die Einstellungen, Einstellungen plus Benutzerstämme oder zusätzlich die Bewegungsdaten. Eine vollständige Kopie eines produktiven Mandanten braucht entsprechend Platz und Laufzeit und ist nichts, was man nebenbei anstößt.

Die zwei häufigsten Pannen

Der erste Klassiker ist die Arbeit im falschen Mandanten. Die Mandantennummer steht im Anmeldebild und im Statusfenster, wird aber gern übersehen. Testbuchungen im Produktivmandanten sind der typische Folgefehler, und rückgängig machen lässt sich eine Buchung nur durch eine Gegenbuchung, nicht durch Löschen.

Der zweite Klassiker ist die Kopie von Produktivdaten in Test- oder Schulungsmandanten, ohne sie vorher zu bereinigen. Damit landen echte Personal-, Kunden- und Gehaltsdaten in einer Umgebung mit deutlich weiteren Berechtigungen. Wer solche Kopien plant, klärt vorher mit dem Datenschutz, welche Felder anonymisiert oder welche Bereiche ausgelassen werden.

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Nicht verwechseln

Mandant und was oft damit gleichgesetzt wird

Mandant gegen System

Ein System ist die technische Installation mit eigener Datenbank, erkennbar an der dreistelligen System-ID. Innerhalb eines Systems liegen mehrere Mandanten, die sich die Datenbank und alle Programme teilen.

Mandant gegen Buchungskreis

Der Buchungskreis ist eine betriebswirtschaftliche Einheit innerhalb eines Mandanten und liefert eine eigene Bilanz. Buchungskreise desselben Mandanten teilen sich Stammdaten, Mandanten teilen sich nichts davon.

Mandant gegen Mandantenfähigkeit

Bei Cloud-Software beschreibt der Begriff, dass mehrere Kunden dieselbe Instanz nutzen. Der SAP Mandant trennt dagegen Bereiche innerhalb einer Installation eines einzigen Kunden.

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In der Praxis

Getrennt sind die Daten, nicht die Programme

Die Trennung greift bei Geschäfts- und Stammdaten sowie bei den Benutzerstämmen. Programme, Repository-Objekte und ein Teil des Customizings gelten dagegen für das ganze System. Wer im Testmandanten eine mandantenunabhängige Einstellung ändert, ändert sie für jeden weiteren Mandanten desselben Systems gleich mit.

Im Alltag passiert der Fehler an zwei Stellen. Erstens bei der Anmeldung: Die Mandantennummer steht im Anmeldebild, und wer sie aus Gewohnheit stehen lässt, arbeitet im falschen Datenbestand. Zweitens beim Test: Ein kopierter Mandant ist ab dem Kopiertag veraltet, und Auswertungen, die dort plausibel aussehen, sagen über die Produktion wenig aus.

Achte außerdem darauf, dass Benutzer je Mandant angelegt werden. Ein neuer Kollege, der sich im Entwicklungssystem anmelden kann, im Qualitätssystem aber nicht, hat meist keinen Berechtigungsfehler, sondern schlicht keinen Benutzer im dortigen Mandanten.

Mandant lernen

Wie Mandanten angelegt, kopiert und gegen unerwünschte Änderungen gesperrt werden, zeigen die Trainings zur Systemadministration im SAP Umfeld .

Häufige Fragen

Wirkt eine Customizing-Einstellung in allen Mandanten?
Das kommt auf die Tabelle an. Der größere Teil des Customizings ist mandantenabhängig und gilt nur dort, wo du ihn pflegst. Mandantenübergreifende Einstellungen wie Kalender oder Maßeinheiten wirken sofort in allen Mandanten des Systems.
Was nimmt eine Mandantenkopie mit?
Das steuert das gewählte Kopierprofil. Es gibt Profile nur für Customizing, für Customizing samt Benutzerstämmen und für den kompletten Datenbestand einschließlich Bewegungsdaten. Programme und Dictionary-Objekte werden nicht kopiert, die gelten ohnehin systemweit.
Ist der Mandant dasselbe wie ein Buchungskreis?
Nein. Der Mandant ist die technische Trennung ganzer Datenbestände, der Buchungskreis eine betriebswirtschaftliche Einheit darin. Ein Mandant enthält typischerweise mehrere Buchungskreise, umgekehrt geht es nicht.
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