Was ist Web Dynpro ABAP?
Web Dynpro for ABAP (WDA)
Web Dynpro ABAP ist das UI-Framework des SAP Application Servers ABAP für Anwendungen, die im Browser laufen. Die Oberfläche wird nicht programmiert, sondern im Werkzeug zusammengesetzt, und das Framework erzeugt daraus zur Laufzeit die Darstellung im Browser.
Wenn eine SAP-Anwendung im Browser läuft, aber nicht wie eine Fiori-Kachel aussieht, steckt in gewachsenen Systemen meist Web Dynpro ABAP dahinter.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Gehört zu
- SAP Application Server ABAP
- Aufbau
- Model View Controller im Werkzeug
- Typisch bei
- Eigenentwicklungen aus der NetWeaver-Zeit
- Verwechselt mit
- SAPUI5 und Fiori
Wie eine Anwendung aufgebaut ist
Die Klammer um alles ist die Komponente. Sie enthält Views, also die einzelnen Bildbereiche, und mindestens ein Window, das festlegt, welche Views in welcher Reihenfolge erscheinen. Zu jedem View gehört ein Controller mit Methoden wie der Initialisierung und den Aktionsbehandlern, dazu kommt der Component Controller für alles, was mehrere Views gemeinsam brauchen.
Daten fließen nicht über Variablen, sondern über den Context, eine baumartige Struktur aus Knoten und Attributen. Ein Eingabefeld wird an ein Context-Attribut gebunden, und was der Benutzer tippt, steht anschließend dort. Zwischen View-Context und Component-Context wird gemappt, sodass zwei Views auf denselben Datenknoten schauen, ohne dass jemand Werte hin und her kopiert.
Diese Trennung ist der Grund, warum sich Web-Dynpro-Anwendungen gut zerlegen lassen. Eine Komponente kann eine andere verwenden und über Interface Views eingebunden werden, so entstehen wiederverwendbare Bausteine statt eines einzigen überladenen Bildschirmbilds.
Was der Wechsel vom klassischen Dynpro bedeutet
Wer aus der Welt der Bildschirmbilder mit PBO und PAI kommt, sucht anfangs den Moment, in dem man Felder befüllt. Den gibt es so nicht mehr. Statt Feldwerte zu setzen, änderst du den Context, und das Framework entscheidet, was neu gezeichnet wird. Auch die Ablaufsteuerung liegt nicht mehr in der Ablauflogik eines Bildes, sondern in Plugs, die von einem View zum nächsten navigieren.
Der praktische Gewinn ist die Ausgabe im Browser, für die auf dem Arbeitsplatz kein SAP GUI installiert sein muss, dazu die eingebaute Barrierefreiheit der Standard-UI-Elemente. Der Preis ist ein starrer Rahmen, denn eigenes HTML und eigenes JavaScript sind nur in engen Grenzen vorgesehen. Wer eine Oberfläche pixelgenau nach Designvorlage bauen soll, arbeitet mit Web Dynpro gegen das Framework.
Einordnung neben Fiori
SAP setzt bei neuen Anwendungen auf SAP Fiori mit SAPUI5 im Browser und OData-Services im Backend. Web Dynpro ABAP ist damit nicht verschwunden, denn viele produktive Anwendungen laufen weiter darauf, unter anderem Oberflächen, die über den Floorplan Manager konfiguriert wurden.
Für Entwicklerteams heißt das meist Bestandspflege statt Neubau. Du musst Web Dynpro lesen und ändern können, weil die Anwendung im Haus läuft, während neue Anforderungen als Fiori-App entstehen. Beide Welten teilen sich das Backend, die Geschäftslogik gehört deshalb in Klassen und nicht in den Controller.
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Web Dynpro ABAP und was oft damit gleichgesetzt wird
Dynpros laufen im SAP GUI und werden mit Ablauflogik in PBO und PAI gesteuert. Web Dynpro läuft im Browser und arbeitet mit Context und Plugs statt mit Feldern und Ablauflogik.
SAPUI5 ist eine JavaScript-Bibliothek, die im Browser läuft und Daten über OData holt. Web Dynpro rendert dagegen auf dem Application Server, die Anwendungslogik bleibt vollständig in ABAP.
Die gleichnamige Variante auf dem Java-Stack folgt demselben Konzept, wird aber in Java entwickelt und auf einem anderen Server betrieben.
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Die Oberfläche ist schnell zusammengesteckt, die Bremse sitzt woanders
Web Dynpro nimmt dir das Zeichnen der Oberfläche ab, dafür schreibt es dir vor, wie du an die Daten kommst. Wer aus der klassischen Dynpro-Welt kommt, sucht anfangs die vertraute Logik aus PBO und PAI und findet stattdessen Context-Knoten, Supply-Methoden und Controller, die sich gegenseitig Referenzen reichen. Der Umbau im Kopf dauert länger als das Nachbauen des ersten Bildes.
Im Betrieb fällt fast immer dasselbe auf: Die Anwendung wird zäh, sobald ein Context-Knoten bei jedem Roundtrip neu gefüllt wird, obwohl sich an den Daten nichts geändert hat. Weil das Framework die Aufrufe wegkapselt, siehst du das im Code nicht sofort, sondern erst, wenn du einen Trace mitlaufen lässt.
Der zweite Klassiker betrifft den Zugang. Web Dynpro braucht einen aktiven ICF-Service, und wenn der nach einer Systemkopie oder einem Upgrade nicht aktiviert ist, bekommt die Fachabteilung nur eine leere Seite, während im ABAP-Stack alles fehlerfrei aussieht.
Web Dynpro ABAP lernen
Wie du Komponenten schneidest und den Context sauber mappst, übst du in den Trainings zur Oberflächenentwicklung mit SAP an einer durchgehenden Anwendung.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, Web Dynpro ABAP heute noch zu lernen?
Was ist der Floorplan Manager?
Warum bekomme ich einen Fehler beim Aufruf im Browser?
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Norbert Jansen
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Web Dynpro ABAP im Kurs statt im Lexikon
Nachschlagen bringt dich bis zum Verstehen. Anwenden lernst du an echten Aufgaben.