ERP-Kern von SAP

Was ist SAP S/4HANA?

SAP Business Suite 4 SAP HANA

SAP S/4HANA ist die aktuelle Generation des SAP-ERP-Systems und läuft ausschließlich auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA. Gegenüber dem Vorgänger SAP ERP ist das Datenmodell stark vereinfacht, Auswertungen greifen direkt auf die Belegzeilen zu, und die Oberfläche setzt auf browserbasierte Fiori-Apps.

Wenn dein Betrieb die Umstellung plant, ändert sich nicht nur die Oberfläche: Tabellen, an denen Auswertungen seit Jahren andocken, gibt es in S/4HANA so nicht mehr.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Datenbank
Ausschließlich SAP HANA
Kernstück
Universal Journal, Tabelle ACDOCA
Oberfläche
Fiori-Apps im Browser
Umstiegswege
Brownfield, Greenfield oder selektive Datenübernahme

Warum das Datenmodell der eigentliche Unterschied ist

Im klassischen SAP ERP wurden Buchungen mehrfach abgelegt, einmal als Beleg und zusätzlich in vorberechneten Summen- und Indextabellen, damit Auswertungen schnell blieben. In S/4HANA fallen diese Redundanzen weitgehend weg. Das Rechnungswesen führt alle Belegzeilen in einer gemeinsamen Tabelle, dem Universal Journal, aus der sich Finanzbuchhaltung und Controlling gleichermaßen bedienen.

Für dich im Alltag hat das eine sichtbare Folge: Abstimmungsdifferenzen zwischen FI und CO, die früher regelmäßig aufliefen und mühsam geklärt werden mussten, entstehen in dieser Form nicht mehr. Dafür verschwinden vertraute Tabellen und einige darauf aufbauende Eigenentwicklungen laufen nach der Umstellung ins Leere.

Was die Umstellung für Anwender bedeutet

Der Geschäftspartner ersetzt die getrennte Pflege von Debitor und Kreditor. Wer bisher denselben Konzern zweimal angelegt hat, einmal als Kunde und einmal als Lieferant, pflegt nun einen Datensatz mit mehreren Rollen. Das reduziert Dubletten, verlangt aber saubere Vorarbeit, weil bestehende Stammdaten vor der Umstellung zusammengeführt werden müssen.

Die Oberfläche verschiebt sich Richtung SAP Fiori, also einzelne Apps im Browser statt eines Menübaums im SAP GUI. Das SAP GUI bleibt für viele Aufgaben verfügbar, doch neue Funktionen erscheinen zuerst als App. Wer sein Team vorbereitet, sollte weniger Zeit auf Klickpfade verwenden und mehr darauf, wie man die passende App über die Suche findet.

Brownfield oder Greenfield

Bei einer Systemkonvertierung, oft Brownfield genannt, wird das bestehende System samt Daten und Customizing technisch umgestellt. Historie und gewachsene Prozesse bleiben erhalten, mit allen Altlasten. Bei einer Neuimplementierung, dem Greenfield-Ansatz, entsteht ein frisches System, in das nur ausgewählte Daten übernommen werden.

Beide Wege scheitern selten an der Technik und häufig an den Stammdaten. Doppelte Materialnummern, nicht gepflegte Kontenzuordnungen und Eigenfelder ohne Dokumentation kosten in jedem Projekt mehr Zeit als der eigentliche Umstieg.

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Nicht verwechseln

SAP S/4HANA und was oft damit gleichgesetzt wird

SAP S/4HANA gegen SAP HANA

HANA ist die Datenbank, S/4HANA die betriebswirtschaftliche Anwendung darauf. Ein System kann HANA nutzen, ohne S/4HANA zu sein.

SAP S/4HANA gegen SAP ERP (ECC)

ECC ist die Vorgängergeneration mit klassischem Datenmodell und Datenbankfreiheit. S/4HANA setzt HANA zwingend voraus.

SAP S/4HANA gegen SAP Fiori

Fiori ist das Oberflächenkonzept, nicht das System. Fiori-Apps gibt es auch für ältere Releases, umgekehrt lässt sich S/4HANA in Teilen weiter über das SAP GUI bedienen.

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In der Praxis

Nicht die Oberfläche macht das Projekt groß, sondern die Berichte, die niemand auf dem Zettel hatte

Der sichtbare Teil der Umstellung ist die neue Oberfläche, der aufwendige Teil sind die Eigenentwicklungen. Programme, die direkt auf die alten Index- und Summentabellen der Finanzbuchhaltung zugreifen, treffen dort nur noch Kompatibilitätssichten an, und Code, der die Materialnummer mit achtzehn Stellen fest verdrahtet hat, stolpert über das verlängerte Feld.

Fachlich fällt die Umstellung auf den Geschäftspartner am stärksten auf. Kunde und Lieferant werden nicht mehr getrennt gepflegt, sondern über eine gemeinsame Stammdatensicht mit Rollen. Wer im Vertrieb oder Einkauf seit Jahren mit den alten Pflegetransaktionen arbeitet, lernt seinen Ablauf neu, und die Datenbereinigung davor ist meist die längere Aufgabe.

Vor der Entscheidung über den Umstiegsweg lohnt eine nüchterne Bestandsaufnahme: Wie viele Eigenentwicklungen laufen wirklich noch, und wie viele davon hat seit Jahren niemand mehr aufgerufen? Diese Liste bestimmt den Aufwand stärker als jede Präsentation über neue Funktionen.

SAP S/4HANA lernen

Welche Schritte im Vertrieb, in der Buchhaltung und im Controlling anders laufen, arbeiten die Kurse zum Umstieg auf S/4HANA an konkreten Belegen durch.

Häufige Fragen

Bis wann wird SAP ERP noch gewartet?
Für die Kernanwendungen der Business Suite 7, darunter SAP ERP 6.0, endet die reguläre Wartung Ende 2027. Wer länger braucht, kann eine kostenpflichtige Verlängerung der Wartung bis Ende 2030 hinzubuchen. Für einzelne Komponenten und Zusatzprodukte gelten eigene Fristen, deshalb gleichst du den Termin zusätzlich mit der Wartungsübersicht zu deinem Supportvertrag ab.
Muss ich in der Sachbearbeitung alles neu lernen?
Nein. Die betriebswirtschaftliche Logik bleibt weitgehend gleich, eine Rechnung wird weiterhin gegen Konto und Kostenstelle gebucht. Neu sind Oberfläche, einzelne Transaktionen und die Stammdatenpflege über den Geschäftspartner.
Läuft S/4HANA nur in der Cloud?
Nein, es gibt eine Variante für den eigenen Betrieb und mehrere Cloud-Ausprägungen. Die Cloud-Varianten schränken Erweiterungen stärker ein, dafür übernimmt SAP Betrieb und Releasewechsel.
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SAP S/4HANA im Kurs statt im Lexikon

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