Änderungen ausliefern

SAP-Transporte steuern: von der Freigabe bis zum Import in die Produktion

Das Change and Transport System liefert nichts von selbst aus. Ein freigegebener Auftrag wird exportiert und wartet danach in der Import-Queue des Zielsystems, bis jemand den Import startet. Wer dort einzelne Aufträge herauspickt, hebelt genau die Reihenfolge aus, die den Transport verlässlich macht.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Seit 1997 am Markt Kleine Gruppen Präsenz und Live-Online Zertifizierte Trainer
Worum es geht

Der Transport ist nicht der schwierige Teil, die Reihenfolge ist es

Der Klassiker klingt harmlos: Im Qualitätssystem lief alles durch, in der Produktion fehlt eine Prüfung, ein Feld bleibt leer oder ein Report bricht mit einem Laufzeitfehler ab. Die Ursache liegt fast nie in dem Auftrag, der zuletzt importiert wurde. Sie liegt darin, dass das Qualitätssystem die vollständige Import-Queue bekommen hat und die Produktion nur die drei Aufträge, die jemand für die wichtigen hielt. Damit stehen zwei Systeme auf unterschiedlichen Ständen, und der Abstand wächst mit jedem weiteren selektiven Import. Ein halbes Jahr später lässt sich nicht mehr sagen, welcher Stand in der Produktion eigentlich getestet wurde.

Die zweite Ursache ist eine Zuständigkeitsfrage, und sie ist mit den Cloud-Verträgen neu aufgeflammt. Im Eigenbetrieb ist klar, wer freigibt und wer importiert. Bei RISE with SAP nehmen viele an, das erledige der Anbieter jetzt mit. Das Dokument Roles and Responsibilities für SAP S/4HANA Cloud Private Edition sagt etwas anderes. Die Ersteinrichtung des Transport Management Systems samt Transportwegen ist dort eine Standardleistung, ausdrücklich beschränkt auf eine Standardkonfiguration. Die Fehlersuche im TMS ist ebenfalls Standardleistung, aber nur für technische Störungen und ausdrücklich nicht für Probleme, die aus dem Inhalt der Transporte stammen. Das Freigeben und das Ausführen von Transporten steht dagegen unter den Aufgaben, die beim Kunden bleiben, solange er nicht zusätzlich SAP Cloud Application Services einkauft.

Der dritte Punkt trifft alle Betriebsformen gleichermaßen. Ein Auftrag wird freigegeben, weil die Entwicklung fertig ist, nicht weil der Auftrag vollständig ist. Ein Datenelement steckt noch in einem anderen Auftrag, ein Customizing-Eintrag wurde im falschen Mandanten gepflegt, eine Tabelle wandert mit, deren Inhalt im Zielsystem eine andere Bedeutung hat, und die manuelle Nacharbeit steht in keiner Dokumentation. Das Zielsystem quittiert das mit einem Rückkehrcode. Ob jemand ihn liest, entscheidet darüber, ob der Fehler in der Qualitätssicherung auffällt oder erst am Montagmorgen in der Produktion.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Schritt für Schritt

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Sechs Stationen von der Landschaft bis zur Nacharbeit. Die Reihenfolge ist nicht beliebig, denn die drei häufigsten Störungen entstehen vor der Freigabe und nicht beim Import.

  1. 1

    Landschaft und Auftragstypen klären

    Bevor der erste Auftrag entsteht, muss klar sein, welches System entwickelt, welches testet und welches produziert, wie die Konsolidierungs- und Belieferungswege dazwischen verlaufen und wer die Transportdomäne pflegt. Dazu gehört die Entscheidung, was in einen Workbench-Auftrag gehört und was in einen Customizing-Auftrag. Wenn ihr Ziele bis auf den Mandanten genau ansteuern müsst, klärt an dieser Stelle auch, ob die erweiterte Transportsteuerung eingeschaltet ist, denn sie ändert, wohin ein Auftrag läuft.

    Geschafft, wenn: Jeder im Team kann sagen, welcher Auftragstyp welchen Weg nimmt und in welchem Mandanten er ankommt.

  2. 2

    Objekte bewusst zuordnen und den Auftrag schneiden

    Der Transport Organizer trägt jedes geänderte Repository-Objekt automatisch in einen Auftrag ein und sperrt es dort, solange der Auftrag offen ist. Andere können das Objekt bis zur Freigabe nur anzeigen. Das ist gewollt und verhindert unkoordinierte Parallelarbeit, hat aber eine Kehrseite: Wer wochenlang auf einem Auftrag sitzt, blockiert Objekte und sammelt Änderungen ein, die fachlich nichts miteinander zu tun haben. Schneide Aufträge so, dass jeder für sich einen lauffähigen Stand ergibt.

    Geschafft, wenn: Die Objektliste eines Auftrags lässt sich in wenigen Minuten erklären, und niemand wartet auf ein gesperrtes Objekt.

  3. 3

    Vor der Freigabe prüfen

    Geh die Objektliste durch und such nach Verweisen, die ins Leere laufen: ein Dictionary-Objekt, das in einem anderen Auftrag liegt, eine Klasse ohne die zugehörige Schnittstelle, ein Customizing-Eintrag ohne den Schlüssel, auf den er sich bezieht. Prüfe außerdem, was ein Transport nicht mitbringt, also Nummernkreisstände, Anwendungsdaten und Einstellungen, die im Zielsystem bewusst abweichen. Was von Hand nachzuziehen ist, gehört in die Dokumentation des Auftrags und nicht in jemandes Gedächtnis.

    Geschafft, wenn: Der Auftrag ist entweder vollständig oder er hat einen benannten Partnerauftrag, der zusammen mit ihm importiert wird.

  4. 4

    Freigeben, exportieren und das Exportprotokoll lesen

    Erst werden die Aufgaben freigegeben, dann der Auftrag. Mit der Freigabe entsperrt der Transport Organizer die Objekte, tp steuert den Export auf Betriebssystemebene und meldet den Auftrag für das Zielsystem an. Ein automatischer Import folgt daraus ausdrücklich nicht. Sieh dir das Exportprotokoll sofort an: Eine Warnung beim Export, etwa weil der Auftrag eine Objektlöschung enthält, wird beim Import nicht besser, sondern nur teurer.

    Geschafft, wenn: Der Auftrag steht in der Import-Queue des Zielsystems, und das Exportprotokoll ist gelesen statt nur erzeugt.

  5. 5

    Vollständig in das Qualitätssystem importieren

    Importiere die Import-Queue als Ganzes, nicht einzelne Aufträge daraus. SAP empfiehlt dafür feste Zeitpunkte, also täglich, wöchentlich oder monatlich, und rät ausdrücklich von kürzeren Abständen ab. Leg den Import in eine Phase mit geringer Last, weil er Datenbankaktivitäten auslöst, die den Dialogbetrieb spürbar bremsen. Wer einzeln importiert, muss die Abhängigkeiten zwischen den Aufträgen selbst überblicken, denn dabei hilft das System nicht.

    Geschafft, wenn: Qualitätssystem und Import-Queue stimmen überein, und der importierte Stand ist derselbe, der später in die Produktion geht.

  6. 6

    In die Produktion importieren und nacharbeiten

    In die Produktion geht dieselbe Menge in derselben Reihenfolge, in einem verabredeten Zeitfenster und mit angekündigter Nacharbeit. Lies danach die Rückkehrcodes und die zugehörigen Langtexte, bevor jemand die Freigabe an die Fachbereiche gibt. Wenn etwas zurückgenommen werden muss, ist der Weg ein neuer, korrigierender Auftrag aus dem Entwicklungssystem und nicht der Rückimport eines alten Stands.

    Geschafft, wenn: Der Produktivstand ist bekannt, protokolliert und mit dem getesteten Stand des Qualitätssystems identisch.

Der Weg eines Auftrags durch die Landschaft

  1. 01 Im Entwicklungssystem sammelt ein Auftrag die geänderten Objekte und sperrt sie gegen Änderungen durch andere.
  2. 02 Mit der Freigabe werden die Objekte entsperrt und auf Betriebssystemebene exportiert.
  3. 03 Das Transportprogramm tp meldet den Auftrag für das Zielsystem an, das die Systemsteuertabellen vorgeben.
  4. 04 In der Import-Queue des Qualitätssystems warten die Aufträge in der Reihenfolge ihrer Exporte.
  5. 05 Der Import läuft über die Transaktion STMS, die ihrerseits tp aufruft und ein Protokoll schreibt.
  6. 06 Nach erfolgreichem Import ist derselbe Auftrag für das Produktivsystem vorgemerkt.
Was du mitnimmst

Was du danach ohne Rückfrage entscheidest

Das Werkzeug selbst ist seit Jahrzehnten stabil und in einer Stunde erklärt. Die Entscheidungen, die den Unterschied machen, liegen davor und danach: wie ein Auftrag geschnitten wird, wann importiert wird, wer freigibt und was in eurer Betriebsform überhaupt in eurer Hand liegt.

Die Landschaft lesen können

Du weißt, welche Konsolidierungs- und Belieferungswege in eurer Transportdomäne definiert sind, wodurch das Ziel eines Auftrags festgelegt wird und warum das gemeinsame Transportverzeichnis mit seinen Datendateien und Cofiles der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Mechanik ist.

Auftragstypen sauber trennen

Repository-Objekte gehören in einen Workbench-Auftrag, mandantenabhängige Einstellungen in einen Customizing-Auftrag. Ein Transport of Copies ist dann richtig, wenn ein Stand nur zum Ausprobieren in ein anderes System soll, ohne dass die Originale weitergereicht werden.

Vor der Freigabe prüfen

Du siehst einer Objektliste an, ob sie vollständig ist, ob ein Objekt auf etwas verweist, das noch in einem anderen Auftrag steckt, und welche Nacharbeit im Zielsystem von Hand erledigt werden muss, weil sie kein Transport mitbringt.

Vollständig statt selektiv importieren

Du importierst die Import-Queue als Ganzes zu festen Zeitpunkten und kannst begründen, warum das die Zahl der Störungen senkt. Der Einzelimport ist die Ausnahme mit schriftlicher Begründung, nicht der Normalfall.

Rückkehrcodes bewerten

Du unterscheidest eine Warnung, die man lesen muss, von einem Fehler an einzelnen Objekten und von einem kritischen Abbruch, der mit dem Inhalt des Auftrags nichts mehr zu tun hat. Zu jedem Code gehört ein Langtext, und der steht nicht zur Dekoration da.

Die eigene Betriebsform kennen

Du weißt, ob ihr in einer klassischen Landschaft mit STMS arbeitet, in einer Private Edition mit vertraglich geteilten Aufgaben oder in der Public Edition, in der Software Collections und Fiori-Apps an die Stelle des gewohnten Transportauftrags treten.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Wie das Change and Transport System die Landschaft zusammenhält

Das Change and Transport System, kurz CTS, hat laut SAP zwei Aufgaben: Entwicklungsprojekte in der ABAP Workbench und im Customizing zu organisieren und die Änderungen anschließend zwischen den Systemen eurer Landschaft zu transportieren. Der erste Teil läuft im Transport Organizer. Er zeichnet jede Änderung an Repository-Objekten und Customizing-Einstellungen auf, verteilt die Arbeit über Aufgaben auf mehrere Personen und weist Zielsystem und Transportart automatisch zu. Objekte aus dem Customizing und aus der Workbench werden dabei in getrennten Aufträgen geführt, weil für beide unterschiedliche Prüfungen greifen.

Der zweite Teil läuft eine Ebene tiefer. Alle beteiligten Systeme einer Transportdomäne teilen sich ein gemeinsames Transportverzeichnis, üblicherweise unter /usr/sap/trans. Dort liegen zu jedem Auftrag zwei Dateien: die Datendatei mit den Objekten und das Cofile mit dem Ablaufzustand, also mit der Information, welche Schritte in welchem System schon gelaufen sind. Das Transportprogramm tp arbeitet auf diesen Dateien, und die Transaktion STMS ist die Oberfläche darüber. SAP empfiehlt ausdrücklich, alle administrativen Aufgaben rund um Transporte über das Transport Management System zu erledigen, statt tp direkt auf dem Betriebssystem aufzurufen.

Was ein Auftrag als Ziel bekommt, entscheiden die Transportwege. Ein Konsolidierungsweg führt vom Entwicklungssystem in das Qualitätssystem, ein Belieferungsweg von dort weiter in die Produktion und, falls vorhanden, in weitere Systeme. Mit der erweiterten Transportsteuerung lässt sich das Ziel bis auf den Mandanten genau festlegen, was in Landschaften mit mehreren produktiven Mandanten schnell unverzichtbar wird. Wichtig ist dabei nur eins: Diese Wege sind Konfiguration und keine Naturkonstante. Wer sie nicht kennt, kann nicht erklären, warum ein Auftrag in einem System auftaucht und in einem anderen nicht.

Warum die Reihenfolge kein Formalismus ist

Zwischen Export und Import liegt bewusst eine Lücke. tp sorgt dafür, dass die zu importierenden Aufträge in derselben Reihenfolge angemeldet werden, in der sie exportiert wurden, und dann warten sie. Normalerweise werden die Aufträge mehrerer Personen aus dem Quellsystem freigegeben, bevor überhaupt jemand importiert. Diese Sammlung ist der eigentliche Wert der Import-Queue: Sie bildet die zeitliche Abfolge der Entwicklung ab. Wer aus ihr einzelne Aufträge herausgreift, wirft genau diese Information weg.

Die Folgen sind gut beschreibbar. Ein Auftrag transportiert eine Tabelle, die auf ein Datenelement verweist, und das Datenelement steckt in einem Auftrag, den niemand ausgewählt hat. Beim Import wird die Tabelle aktiviert, das Datenelement fehlt, und es gibt einen Aktivierungsfehler. Beim Import einzelner Aufträge unterstützt euch das System bei diesen Beziehungen nicht, anders als beim Import einer ganzen Import-Queue oder eines vollständigen Projekts. Der zweite Effekt ist stiller und teurer: Ein Objekt, das in zwei Aufträgen geändert wurde, landet in der falschen Fassung im Zielsystem, weil die Reihenfolge gedreht wurde.

Der Ausweg ist keine Zusatzsoftware, sondern ein Termin. SAP empfiehlt regelmäßige Zeitpunkte für vollständige Importe, etwa täglich, wöchentlich oder monatlich, und rät von kürzeren Abständen ab. Fehler, die im Zielsystem auffallen, werden im Quellsystem korrigiert und mit dem nächsten vollständigen Import mitgenommen. Damit erreichen der ursprüngliche Auftrag und der Korrekturauftrag das nachgelagerte System in der richtigen Reihenfolge, und der Fehler tritt dort gar nicht erst auf. Der Einzelimport bleibt möglich, ist aber eine bewusste Ausnahme mit erhöhtem Verwaltungsaufwand und nicht der bequeme Normalfall.

Rückkehrcodes lesen, statt sie abzuhaken

Ob ein Transport erfolgreich war, steht im Rückkehrcode der beteiligten Programme, und die vier Stufen bedeuten sehr Unterschiedliches. Der Code 0000 heißt, dass der Transport ohne Fehler gelaufen ist. Der Code 0004 heißt, dass Warnungen ausgegeben wurden, alle Objekte aber transportiert wurden. Dahinter stecken Sonderfälle, die vielleicht nicht beabsichtigt waren, etwa eine Warnung beim Export, weil der Auftrag eine Objektlöschung enthält. Diese Warnungen sind zum Lesen da und nicht zum Wegklicken.

Ab 0008 wird es konkret. Einzelne Objekte konnten nicht erfolgreich transportiert werden, und ihr müsst die Fehler analysieren und beheben. Typische Importfehler in dieser Stufe sind Meldungen darüber, dass ein Originalobjekt oder ein repariertes Objekt nicht überschrieben wurde. Das passiert, wenn im Zielsystem ein Objekt liegt, das dort als Original geführt wird oder das jemand vor Ort geändert hat. Der Transport hat dann formal stattgefunden, das betroffene Objekt aber nicht erreicht, und niemand merkt es, solange nur auf den Auftragsstatus geschaut wird.

Ein Code von 0012 oder höher zeigt einen kritischen Fehler an, der nach der SAP-Beschreibung wahrscheinlich nicht vom Inhalt des Auftrags herrührt. Das ist der Fall für die Systemadministration, nicht für die Entwicklung. Für alle Stufen gilt dieselbe Regel: Zu jedem Rückkehrcode gehört ein ausführlicher Langtext, und darin steht, was tatsächlich passiert ist. Ein Prozess, in dem der Import gilt, sobald der Auftrag verschwunden ist, spart genau die zwei Minuten ein, die den Unterschied ausmachen.

Betriebsformen: wer transportiert wo

Im Eigenbetrieb, egal ob im eigenen Rechenzentrum oder auf einem Hyperscaler, liegt die ganze Kette bei euch. Ihr definiert die Transportdomäne, pflegt die Wege, gebt frei, importiert und lest die Protokolle. Das ist die Ausgangslage, auf die sich die meisten Beschreibungen im Netz beziehen, und sie ist inzwischen nicht mehr die einzige.

In der SAP S/4HANA Cloud Private Edition, also im RISE-Vertrag, ist die Kette geteilt, und zwar entlang einer Linie, die im Dokument Roles and Responsibilities nachzulesen ist. Die Ersteinrichtung des Transport Management Systems samt Transportwegen ist Standardleistung, allerdings ausdrücklich beschränkt auf eine Standardkonfiguration ohne kundeneigene Domänen. Das Anlegen und Pflegen der Transportdomäne in Mandant 000 und des Transportverzeichnisses gehört ebenfalls dazu, genauso wie das Kopieren und Löschen von Cofiles und Datendateien. Die laufende Pflege der Transportwege, das Freigeben und Übergeben von Transportaufträgen und das Ausführen von Transporten zwischen den Systemen stehen dagegen in der Spalte, die der Kunde selbst übernimmt, wenn er nicht zusätzlich SAP Cloud Application Services beauftragt. Die Fehlersuche im TMS ist wieder Standardleistung, aber nur für technische Störungen und nicht für Probleme aus dem Inhalt der Transporte. Wer kritische Transporte einspielt, soll den Anbieter vorher informieren und den Import als geplante Änderung fahren.

In der SAP S/4HANA Cloud Public Edition sieht die Welt anders aus, und das überrascht Teams, die nach STMS suchen. Dort steht eine Drei-System-Landschaft aus Entwicklung, Test und Produktion bereit, und die Einheit heißt Software Collection statt Transportauftrag. Anpassungen der Key-User-Erweiterbarkeit werden mit der Fiori-App Export Software Collection ausgeführt, wobei der Transportauftrag beim Export automatisch entsteht, und mit der App Import Collection im Zielsystem eingespielt. Customizing läuft über eine eigene App für Customizing-Transporte, ABAP-Entwicklung in der Developer Extensibility über den Transport Organizer in den ABAP Development Tools. Für die Auslieferung an fremde Landschaften kommt das Git-basierte gCTS ins Spiel. Erweiterungen, die daneben auf der SAP BTP laufen, folgen ohnehin dem Lebenszyklus der Plattform und nicht dem CTS des ERP-Systems.

CTS+, gCTS und ChaRM: wann mehr Werkzeug hilft

Das klassische CTS transportiert ABAP-Objekte und Customizing. Sobald etwas anderes mitreisen soll, etwa Objekte aus einem Java-Stack oder aus Werkzeugen daneben, ist das erweiterte Change and Transport System zuständig, kurz CTS+. Es benutzt dieselbe Mechanik aus Aufträgen, Warteschlange und Importen, nimmt aber Dateien auf, die nicht aus dem ABAP-Repository stammen. Nebenbei ist CTS+ ein guter Beleg dafür, dass auch Transportwerkzeuge in den Sicherheitszyklus gehören: Im August 2026 stand eine Korrektur für das Attach Tool von CTS+ auf der Liste der Sicherheitshinweise.

Git-enabled CTS, kurz gCTS, verwaltet ABAP-Änderungen zusätzlich in einem externen Git-Repository. Es steht für Workbench- und für Customizing-Objekte ab SAP S/4HANA 2020 zur Verfügung und ist die Grundlage dafür, ABAP-Entwicklung in eine Pipeline mit automatisierten Prüfungen zu hängen. In der Public Edition ist gCTS außerdem der Weg, mit dem Entwicklungen aus einer Ein-System-Landschaft an fremde Drei-System-Landschaften ausgeliefert werden.

Eine Stufe darüber liegt die Prozessseite. Central CTS führt mit Clustern und Collections zusätzliche Einheiten ein, um Systeme und Aufträge aus verschiedenen Quellen zu bündeln. Genutzt werden sie vom Change Request Management und vom Quality Gate Management des SAP Solution Manager, und außerhalb dieser beiden Anwendungen lässt sich Central CTS nicht verwenden. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, ob ihr ChaRM braucht: Es beantwortet nicht die technische Frage, wie ein Auftrag ins Zielsystem kommt, sondern die organisatorische, wer die Änderung beantragt, geprüft und genehmigt hat. Wenn diese Frage bei euch heute per Mail beantwortet wird, ist der Nutzen groß. Wenn eure Warteschlangen sauber laufen und die Genehmigung schon in einem Ticketsystem steckt, ist er überschaubar.

Dazu passende Kurse

Weil die Landschaft und ihre Wege einmal richtig stehen müssen, bevor der erste Auftrag rausgeht, gibt es bei cmt SAP-Basis-Kurse rund um Transportwege und Import .

Die Objektliste entsteht beim Entwickeln und nicht beim Importieren, deshalb gehören ABAP-Kurse für alle, die Transportaufträge füllen in dieselbe Planung.

Wissen prüfen

Wie sicher bist du beim Thema wirklich?

Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.

Häufige Fragen

Was bedeutet Rückkehrcode 8 im Transportprotokoll?
Dass einzelne Objekte nicht erfolgreich transportiert wurden und ihr die Fehler analysieren und beheben müsst. Der Transport als Ganzes ist gelaufen, aber mindestens ein Objekt hat das Zielsystem nicht in der erwarteten Fassung erreicht. Typische Fälle beim Import sind Meldungen, dass ein Originalobjekt oder ein repariertes Objekt nicht überschrieben wurde. Zu jedem Rückkehrcode gehört ein Langtext, und der nennt das betroffene Objekt.
Dürfen wir einzelne Aufträge aus der Import-Queue importieren?
Technisch ja, als Regelfall besser nicht. Beim Import einzelner Aufträge müsst ihr selbst dafür sorgen, dass die enthaltenen Objekte vollständig und in sich stimmig sind, denn bei den Beziehungen zwischen Aufträgen hilft das System hier nicht. Die beiden typischen Folgen sind eine gedrehte Reihenfolge und ein fehlendes Objekt, auf das ein anderes verweist, was beim Aktivieren zum Fehler führt. Wenn ihr einzeln importieren müsst, dann mit benannter Begründung und einer Liste der zusammengehörenden Aufträge.
Wer gibt unter RISE with SAP die Transporte frei?
Ihr, solange ihr nicht zusätzlich SAP Cloud Application Services beauftragt. Im Dokument Roles and Responsibilities für die Private Edition sind die Ersteinrichtung des TMS, die Pflege von Transportdomäne und Transportverzeichnis und die technische Fehlersuche am TMS als Standardleistung geführt. Das Übergeben und Freigeben von Transportaufträgen und das Ausführen von Transporten zwischen Systemen stehen dagegen in der Spalte, die beim Kunden bleibt. Vor kritischen Importen sollt ihr den Anbieter informieren.
Wie transportieren wir in der Public Edition ohne STMS?
Über Fiori-Apps statt über eine Transaktion. In der Drei-System-Landschaft sammelt ihr Erweiterungen in einer Software Collection und exportiert sie mit der App Export Software Collection, wobei der Transportauftrag beim Export automatisch entsteht. Im Zielsystem importiert die App Import Collection. Für Customizing gibt es eine eigene App, für ABAP-Entwicklung den Transport Organizer in den ABAP Development Tools, und für die Auslieferung an fremde Landschaften das Git-basierte gCTS.
Wofür ist ein Transport of Copies gut?
Für einen Stand, der in einem anderen System ausprobiert werden soll, ohne dass die Originale weitergereicht werden. Der Auftragstyp nimmt Kopien der Objekte mit, verschiebt aber nicht die Zuständigkeit für die Originale. Das ist der übliche Weg, wenn eine Entwicklung im Qualitätssystem gegen echte Daten getestet werden soll, während die Arbeit im Entwicklungssystem weiterläuft.
Brauchen wir ChaRM, um Transporte zu ordnen?
Nicht für die Technik. Change Request Management beantwortet die organisatorische Frage nach Antrag, Prüfung und Genehmigung, nicht die technische, wie ein Auftrag ins Zielsystem kommt. Es setzt auf Central CTS auf, und Central CTS lässt sich außerhalb von ChaRM und dem Quality Gate Management gar nicht nutzen. Wenn Genehmigungen bei euch heute per Mail laufen, ist der Nutzen groß, wenn sie in einem Ticketsystem stehen und die Import-Queues sauber sind, eher nicht.

Passt thematisch dazu

Bevor ihr über ein Werkzeug für die Freigabe entscheidet, klärt besser, welche Änderungsart überhaupt eine Einzelfreigabe braucht .

Persönlich für dich da

Deine Ansprechpartner

Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.

Yves Hoppe

Yves Hoppe

Weiterbildung & Beratung

Hilft dir, aus dem SAP-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.

Norbert Jansen

Norbert Jansen

Beratung & Inhouse

Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.

Transportwege einmal an der eigenen Landschaft durchgehen

Wie eure Transportdomäne aufgebaut ist, woran ihr eine unvollständige Objektliste erkennt und wie ihr Protokolle bewertet, arbeitest du bei cmt an einem laufenden System durch statt an einer Folie.