Anmeldeprotokolle umstellen

NTLM zurückdrängen und auf Kerberos umstellen

Über die Anmeldeprotokollierung herausfinden, wer im Netz noch NTLM nutzt, die Ursachen abarbeiten und erst danach schrittweise scharf schalten.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Der Schalter ist da, und wer ihn umlegt, legt das halbe Haus still

Die Richtlinien zum Einschränken von NTLM gibt es seit vielen Jahren, sie sind schnell gefunden und schnell gesetzt. Genau darin liegt das Problem. Wer sie ohne Vorarbeit auf Verweigern stellt, erlebt keinen sauberen Umstieg, sondern eine Reihe von Ausfällen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben: Ein Scanner legt keine Dateien mehr ab, ein Berichtsdienst kommt nicht mehr an seine Datenbank, ein Wartungsvertrag wird per Fernzugriff nicht mehr eingelöst. Die Maßnahme wird zurückgenommen, und danach fasst sie zwei Jahre lang niemand mehr an.

Erschwert wird das dadurch, dass NTLM in den seltensten Fällen bewusst konfiguriert wurde. Es ist der Rückfall, der greift, wenn Kerberos nicht funktioniert, und dieser Rückfall geschieht still. Es gibt keine Warnung, kein Protokolleintrag im Anwendungsprotokoll, keine Auffälligkeit für die Person am Bildschirm. Damit fehlt jede Grundlage, um vor der Umstellung abzuschätzen, wen es treffen würde, und die Frage nach dem Umfang lässt sich nur beantworten, indem man vorher misst.

Der dritte Punkt betrifft die Zuständigkeit für die Ursachen. Fast alle Rückfälle auf NTLM haben eine Ursache außerhalb der Zuständigkeit derjenigen, die die Richtlinie setzen sollen. Ein Alias im DNS wurde von der Netzabteilung angelegt, ein Dienst läuft unter einem Konto, das ein Projekt vor Jahren gewählt hat, ein Gerät steht in der Produktion und gehört dem Anlagenbau. Ohne eine Liste, die jeden Fall benennt und einer Stelle zuordnet, wird der Umstieg zu einem Vorhaben ohne Fortschritt.

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Schritt für Schritt

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Sechs Stationen von der ersten Messung bis zur domänenweiten Sperre. Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Wer die Ausnahmeliste vor der Ursachenanalyse anlegt, friert genau die Zustände ein, die er eigentlich beseitigen wollte.

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    Die Anmeldeprotokollierung einschalten

    Die Richtlinie heißt Netzwerksicherheit: NTLM einschränken: Eingehenden NTLM-Datenverkehr überwachen und liegt unter Computerkonfiguration, Windows-Einstellungen, Sicherheitseinstellungen, Lokale Richtlinien, Sicherheitsoptionen. Sie ist standardmäßig nicht definiert, was demselben Ergebnis entspricht wie ausgeschaltet. Wähl die Stufe, die alle Konten erfasst, denn du willst zuerst das vollständige Bild. Die Richtlinie verhält sich genauso wie die spätere Sperrrichtlinie, blockiert aber nichts, und Änderungen werden ohne Neustart wirksam. Die Ereignisse landen im Betriebsprotokoll unter Anwendungs- und Dienstprotokolle, Microsoft, Windows, NTLM. Auf einem Server werden dabei nur die Anmeldungen an genau diesen Server erfasst, du brauchst die Richtlinie also überall dort, wo du messen willst.

    Geschafft, wenn: Auf allen Domänencontrollern und den wichtigen Servern läuft eine Messung, die das Verhalten nicht verändert.

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    Die Protokolle einsammeln und über die Zeit betrachten

    Ein einzelnes Protokoll auf einem einzelnen Server beantwortet die Frage nicht, weil sich Aufrufer über viele Systeme verteilen. Zieh die Ereignisse in eine gemeinsame Sammlung, entweder über die Weiterleitung von Ereignissen oder über euer vorhandenes Protokollsystem. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, die Größe der Protokolle im Blick zu behalten, denn in großen Umgebungen läuft hier viel auf. Lass die Messung mindestens einen vollständigen Zyklus laufen, in dem auch Monatsabschluss, Wartungsfenster und Sicherungsläufe enthalten sind. Werte danach nicht nach Zahl der Ereignisse aus, sondern nach der Zahl unterschiedlicher Aufrufer, denn ein einziges falsch eingerichtetes System erzeugt Zehntausende Einträge und verdeckt die seltenen Fälle.

    Geschafft, wenn: Eine Liste aller Quellsysteme und Konten, die im Messzeitraum NTLM verwendet haben, ohne Dopplungen.

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    Jeden Fall einer Ursache und einer Stelle zuordnen

    Geh die Liste durch und ordne jedem Eintrag eine der wiederkehrenden Ursachen zu. Die häufigsten sind: der Zugriff erfolgt über eine IP-Adresse, der Zugriff erfolgt über einen CNAME-Eintrag im DNS, dem Dienst fehlt ein passender Dienstprinzipalname, das zugreifende System gehört nicht zur Domäne, oder eine Anwendung fordert NTLM ausdrücklich an. Trag daneben ein, wer für die Behebung zuständig ist. Genau diese Spalte entscheidet über den Fortschritt, denn die Zuständigkeit liegt fast nie bei der Person, die die Richtlinie setzen soll.

    Geschafft, wenn: Eine Tabelle mit Aufrufer, Ursache, zuständiger Stelle und einem Termin, an dem der Fall wieder geprüft wird.

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    Die Ursachen beheben, statt Ausnahmen zu sammeln

    Für den Zugriff über IP-Adressen richtest du einen Namen ein und stellst die Aufrufer darauf um. Für Aliasse aus dem DNS empfiehlt Microsoft ausdrücklich, statt CNAME-Einträgen zusätzliche Computernamen zu vergeben, was mit dem Werkzeug netdom.exe möglich ist. Fehlende Dienstprinzipalnamen trägst du für das Konto ein, unter dem der Dienst tatsächlich läuft. Systeme außerhalb der Domäne prüfst du daraufhin, ob sie beitreten können oder ob sie dauerhaft auf die Ausnahmeliste gehören. Erst was nach dieser Runde übrig bleibt, ist ein echter Sonderfall.

    Geschafft, wenn: Die Liste ist deutlich kürzer, und für jeden verbleibenden Eintrag gibt es eine schriftliche Begründung.

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    Auf dem Client anfangen und privilegierte Konten absichern

    Ab Windows Server 2025 und Windows 11 in der Version 24H2 lässt sich NTLM für ausgehende SMB-Verbindungen blockieren, über die Richtlinie Block NTLM (LM, NTLM, NTLMv2) unter Computerkonfiguration, Administrative Vorlagen, Netzwerk, Lanman Workstation oder über Set-SmbClientConfiguration mit dem Schalter BlockNTLM. Für Ziele, die zwingend NTLM brauchen, gibt es die Richtlinie Block NTLM Server Exception List, in die IP-Adressen, NetBIOS-Namen und vollqualifizierte Namen eingetragen werden. Parallel dazu nimmst du die Konten für Tier 0 in die Gruppe Protected Users auf, was NTLM für diese Konten auf Seite der Domänencontroller abschaltet. Beides zusammen deckt die risikoreichsten Wege ab, ohne dass eine domänenweite Sperre nötig wäre.

    Geschafft, wenn: Verwaltungsarbeitsplätze und privilegierte Konten verwenden kein NTLM mehr, und die Umgebung läuft unverändert weiter.

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    Domänenweit sperren, in zwei Stufen

    Jetzt erst kommt die Richtlinie Netzwerksicherheit: NTLM einschränken: Eingehender NTLM-Datenverkehr an derselben Stelle im Regelwerk. Setz sie zuerst auf die Stufe, die alle Domänenkonten verweigert, und lass sie einen vollständigen Zyklus stehen. Die Prüfrichtlinie aus Schritt eins bleibt dabei eingeschaltet, denn sie zeigt dir weiterhin, was ohne die Sperre passiert wäre. Erst wenn hier über Wochen nichts Unerwartetes mehr auftaucht, geh auf die Stufe, die alle Konten verweigert. Plan für beide Stufen ein Wartungsfenster mit klarer Rückfallregel ein, und teil vorher mit, in welchem Zeitraum ihr genau hinseht.

    Geschafft, wenn: NTLM ist für Domänenkonten und danach für alle Konten gesperrt, mit einer dokumentierten Liste der verbliebenen Ausnahmen.

Die Reihenfolge, die trägt

  1. 01 Protokollieren: die Prüfrichtlinie für eingehenden NTLM-Verkehr einschalten und einen vollen Zyklus abwarten.
  2. 02 Zuordnen: jeden Aufrufer aus dem NTLM-Protokoll einer Ursache und einer zuständigen Stelle zuweisen.
  3. 03 Beheben: Namen statt IP-Adressen, zusätzliche Computernamen statt CNAME, fehlende Dienstprinzipalnamen ergänzen.
  4. 04 Eingrenzen: NTLM auf dem SMB-Client blockieren, zuerst auf Verwaltungsarbeitsplätzen.
  5. 05 Absichern: privilegierte Konten über die Gruppe Protected Users von NTLM trennen.
  6. 06 Sperren: die eingehende Richtlinie zuerst für Domänenkonten, später für alle Konten setzen.
Was du mitnimmst

Was diesen Umstieg tragfähig macht

Sechs Grundsätze, die den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Vorhaben und einem zurückgenommenen ausmachen. Sie klingen selbstverständlich und werden trotzdem regelmäßig übersprungen, weil der Schalter so leicht erreichbar ist.

Erst messen, dann planen, zuletzt sperren

Die Protokollierung ist kostenlos, ändert nichts am Verhalten und braucht keinen Neustart. Sie ist der einzige Weg, um vor der Umstellung zu wissen, worüber du eigentlich redest. Lass sie mindestens einen vollen Abrechnungs- oder Wartungszyklus laufen, damit auch das erfasst wird, was nur am Monatsende oder im Quartal passiert. Wer nach zwei Wochen entscheidet, findet die seltenen Fälle erst nach dem Scharfschalten.

Ursachen abarbeiten, nicht Ausnahmen sammeln

Jeder gefundene Fall hat einen Grund, und in den meisten Fällen lässt sich dieser Grund beheben. Eine Freigabe, die über eine IP-Adresse angesprochen wird, bekommt einen Namen. Ein Alias aus dem DNS wird durch einen zusätzlichen Computernamen ersetzt. Ein Dienst bekommt den passenden Dienstprinzipalnamen. Eine Ausnahmeliste ist der letzte Schritt für das, was übrig bleibt, und nicht die erste Antwort auf jeden Befund.

Am Client anfangen, nicht am Domänencontroller

Ab Windows Server 2025 und Windows 11 in der Version 24H2 kann der SMB-Client NTLM für ausgehende Verbindungen blockieren. Das ist der risikoärmste Einstieg, weil er sich auf einzelne Geräte begrenzen lässt und weil er genau den Fall abdeckt, über den die meisten Angriffe laufen: einen Client, der dazu gebracht wird, seine Anmeldung an einen fremden Server zu schicken.

Privilegierte Konten vor allen anderen

Die Mitgliedschaft in der Gruppe Protected Users schaltet NTLM für die betroffenen Konten auf Seite der Domänencontroller ab, ohne dass eine domänenweite Richtlinie nötig wäre. Damit sicherst du zuerst genau die Konten, deren Übernahme am teuersten wäre, und sammelst dabei Erfahrung mit den Nebenwirkungen an einer kleinen, überschaubaren Menge.

Kerberos die Voraussetzungen geben, die es braucht

Kerberos scheitert nicht zufällig, sondern an nachvollziehbaren Bedingungen. Der Zugriff muss über einen Namen erfolgen, für den ein passender Dienstprinzipalname eingetragen ist, und beide Seiten müssen dem Verzeichnis vertrauen. Microsoft nennt in seinen Empfehlungen zur SMB-Signierung ausdrücklich zwei Regeln: keine Verbindung über IP-Adressen und keine Verwendung von CNAME-Einträgen im DNS, stattdessen zusätzliche Computernamen mit dem passenden Werkzeug.

Gestaffelt sperren und jede Stufe stehen lassen

Die eingehende Richtlinie kennt eine Stufe, die nur Domänenkonten verweigert, und eine, die alle verweigert. Diese Abstufung ist kein Zierrat, sondern der Weg. Setz zuerst die kleinere Stufe, lass sie über einen vollständigen Zyklus stehen und geh erst danach weiter. Jede Stufe, die nach zwei Tagen wieder zurückgenommen wird, kostet mehr Vertrauen als sie an Sicherheit bringt.

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Was Microsoft bei NTLM tatsächlich angekündigt hat

In der Übersicht der entfernten und nicht mehr weiterentwickelten Funktionen steht NTLM für Windows Server 2025 in beiden Listen, und das ist der Punkt, an dem sich die Lage entscheidet. NTLMv1 ist entfernt. LANMAN und NTLMv2 sind nicht mehr in aktiver Weiterentwicklung und damit abgekündigt. Zu NTLMv2 schreibt Microsoft ausdrücklich, dass es weiterhin funktionieren wird, aber in einer künftigen Version aus Windows Server entfernt wird.

Die Empfehlung, die Microsoft an derselben Stelle gibt, ist bemerkenswert konkret und für die Planung wichtiger als jede Jahreszahl: Aufrufe von NTLM sollen durch Aufrufe von Negotiate ersetzt werden, also durch den Mechanismus, der zunächst versucht, sich über Kerberos anzumelden, und nur bei Bedarf auf NTLM zurückfällt. Für eigene Anwendungen im Haus ist das eine Anforderung an die Entwicklung, für gekaufte Software eine Frage an den Hersteller.

Zu einer weiteren Umstellung passt das ins Bild. Die Verwendung von RC4 im Kerberos-Protokoll ist ebenfalls als nicht mehr weiterentwickelt eingestuft, und Microsoft nennt dazu den Grund, dass RC4 ein schwaches Verfahren ist, das zum Diebstahl von Zugangsdaten missbraucht werden kann. In Windows Server 2025 stellt das Schlüsselverteilungszentrum keine Ticket-Granting-Tickets mehr mit RC4 aus. Wer also NTLM zurückdrängt, sollte im selben Vorhaben prüfen, wo RC4 in der Kerberos-Welt noch benötigt wird, denn beide Umstellungen treffen häufig dieselben Systeme.

Was aus alldem nicht folgt, ist eine Frist. Es gibt kein angekündigtes Datum, zu dem NTLMv2 verschwindet, und es gibt auch keinen Zwang, morgen zu sperren. Was folgt, ist die Richtung: Alles, was heute neu gebaut wird, sollte ohne NTLM auskommen, und der Bestand sollte messbar kleiner werden statt größer. Ein Vorhaben mit einer eigenen, begründeten Frist ist an dieser Stelle besser als eine erfundene fremde.

Warum Kerberos in genau diesen Fällen aussteigt

Kerberos braucht einen Namen. Der Client fragt beim Schlüsselverteilungszentrum ein Ticket für einen bestimmten Dienst auf einem bestimmten Rechner an, und dieser Dienst wird über einen Dienstprinzipalnamen identifiziert. Wird eine Freigabe über die IP-Adresse angesprochen, gibt es keinen Namen, für den ein Ticket ausgestellt werden könnte, und der Aufruf fällt auf NTLM zurück. Microsoft nennt das in den Empfehlungen zur SMB-Signierung als eigenen Punkt: Nicht über IP-Adressen auf Freigaben zugreifen, sonst wird NTLM statt Kerberos verwendet.

Der zweite häufige Fall sind CNAME-Einträge im DNS. Ein Alias zeigt zwar auf den richtigen Rechner, aber der Name des Alias steht nicht als Dienstprinzipalname am Computerkonto, und damit gibt es wieder kein Ticket. Microsoft empfiehlt an derselben Stelle ausdrücklich, keine CNAME-Einträge zu verwenden und stattdessen zusätzliche Computernamen mit netdom.exe zu vergeben. Das ist der eigentliche Hebel, denn Aliasse sind in gewachsenen Umgebungen die verbreitetste Ursache.

Der dritte Fall betrifft Dienstkonten. Läuft ein Dienst unter einem Domänenkonto, gehört der Dienstprinzipalname an dieses Konto und nicht an das Computerkonto. Wird das Konto später gewechselt und der Eintrag nicht mitgezogen, fällt der Aufruf zurück. Doppelt eingetragene Dienstprinzipalnamen, also derselbe Name an zwei Konten, führen zum selben Ergebnis und sind besonders unangenehm, weil sie zeitweise funktionieren.

Der vierte Fall sind Systeme, die dem Verzeichnis nicht angehören. Ein Speichersystem, ein Gerät in der Fertigung, ein Server eines Dienstleisters: Wo kein Vertrauensverhältnis besteht, gibt es kein Ticket. Für diese Fälle ist die Ausnahmeliste der richtige Ort, und zwar dauerhaft und mit Begründung. Wichtig ist nur, dass sie nicht der erste Griff ist, sondern der letzte.

Die Protokollierung lesen, ohne im Rauschen zu ertrinken

Die Prüfrichtlinie erzeugt in großen Umgebungen sehr viele Ereignisse, und Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, die Größe der Protokolle je nach Umfang und Dauer des Tests im Auge zu behalten. Die naheliegende Reaktion, nämlich die Messung zu verkürzen, ist die falsche. Besser ist es, die Auswertung von der Zahl der Ereignisse auf die Zahl unterschiedlicher Kombinationen aus Quellsystem, Konto und Zieldienst umzustellen. Aus mehreren Millionen Zeilen werden so meist einige Dutzend Fälle.

Beachte den Zuschnitt der Messung. Die Richtlinie erfasst auf einem Server nur die Anmeldungen an genau diesen Server. Für ein vollständiges Bild brauchst du sie deshalb auf allen Domänencontrollern und auf allen Systemen, die als Ziel infrage kommen, also insbesondere auf Dateiservern, Datenbankservern und Anwendungsservern. Ein Bild, das nur die Domänencontroller kennt, übersieht genau die Zugriffe zwischen zwei Mitgliedsservern.

Microsoft weist außerdem auf eine Nebenwirkung hin, die in die Planung gehört: Wenn diese Richtlinie eingeschaltet ist, verrät die Protokollierung, welche Server und Clients im Netz NTLM-Verkehr abwickeln, und diese Information ist selbst schützenswert. Beschränk deshalb den Zugriff auf die Protokolldateien und auf die Auswertung, so wie du es auch mit anderen sicherheitsrelevanten Beständen tun würdest.

Ein letzter Hinweis zur Erwartung: Die Protokollierung ist reine Beobachtung. Microsoft formuliert das deutlich, indem es festhält, dass diese Einstellung keine Schwachstelle verhindert oder abschwächt, weil sie ausschließlich der Prüfung dient. Das ist kein Nachteil, sondern der Zweck. Der Sicherheitsgewinn entsteht in den Schritten danach, und die Messung sorgt nur dafür, dass diese Schritte funktionieren.

Die Werkzeuge, die Windows Server 2025 dafür mitbringt

Das wichtigste neue Werkzeug ist die Möglichkeit, NTLM auf dem SMB-Client für ausgehende Verbindungen zu blockieren. Microsoft begründet das damit, dass sich Clients so nicht mehr dazu bringen lassen, NTLM-Anfragen an bösartige Server zu schicken, was Angriffe über das Erraten und Weitergeben von Anmeldeinformationen ins Leere laufen lässt. Voraussetzung ist ein Client unter Windows Server 2025 oder Windows 11 in der Version 24H2 sowie ein Zielserver, der Kerberos zulässt. Auf dem Zielsystem selbst muss nichts verändert werden, das Betriebssystem dort ist beliebig, solange Kerberos oder PKU2U verwendet werden können.

Eingeschaltet wird das über die Richtlinie Block NTLM (LM, NTLM, NTLMv2) unter Computerkonfiguration, Administrative Vorlagen, Netzwerk, Lanman Workstation oder über den Aufruf von Set-SmbClientConfiguration mit dem Schalter BlockNTLM. Für einzelne Verbindungen geht es auch punktuell: Beim Verbinden eines Laufwerks lässt sich der Schalter BLOCKNTLM an NET USE übergeben, und New-SmbMapping kennt einen entsprechenden Parameter. Ausnahmen laufen über die Richtlinie Block NTLM Server Exception List, in die IP-Adressen, NetBIOS-Namen und vollqualifizierte Namen eingetragen werden. Ein vollständiges PowerShell-Gegenstück dazu gibt es nicht, die Liste wird zuerst über die Richtlinie angelegt und lässt sich danach über den zugehörigen Registrierungswert unterhalb der Richtlinien für LanmanWorkstation ergänzen.

Ergänzend wirkt eine Voreinstellung, die weniger bekannt ist. Der SMB-Server verzögert seit Windows Server 2025 und Windows 11 in der Version 24H2 jeden fehlgeschlagenen Anmeldeversuch über NTLM oder PKU2U standardmäßig um zwei Sekunden. Microsoft rechnet vor, was das bedeutet: Ein Angriff, der zuvor dreihundert Versuche je Sekunde über fünf Minuten schaffte, also neunzigtausend Kennwörter, braucht für dieselbe Menge nun fünfzig Stunden oder mehr. Kerberos ist davon nicht betroffen, weil die Anmeldung dort vor dem Verbindungsaufbau erfolgt.

Auf der Kontenseite bleibt die Gruppe Protected Users das wirksamste Mittel für privilegierte Konten. Für ihre Mitglieder speichert NTLM auf dem Gerät weder Klartextdaten noch den abgeleiteten Wert, und auf Seite der Domänencontroller können sich diese Konten ab der Domänenfunktionsebene Windows Server 2012 R2 überhaupt nicht mehr über NTLM anmelden. Das ist eine kontenbezogene Sperre statt einer netzweiten und deshalb der ideale Einstieg. Nebenbei ist noch eine Altlast verschwunden: Die Richtlinie zum Speichern des LAN-Manager-Hashwerts beim nächsten Kennwortwechsel gibt es in neuen Windows-Versionen nicht mehr, weil sie dort keine Bedeutung mehr hat.

Was übrig bleibt und warum das in Ordnung ist

Am Ende eines solchen Vorhabens steht in praktisch jeder Umgebung eine Restmenge. Ein Speichersystem, das nicht der Domäne beitreten kann. Ein Gerät in der Fertigung, dessen Hersteller es seit Jahren nicht mehr gibt. Ein Zugang für einen Dienstleister, der von außen kommt. Diese Restmenge ist kein Scheitern, sondern das Ergebnis. Der Unterschied zum Zustand davor liegt darin, dass sie benannt, begrenzt und begründet ist.

Behandel diese Fälle wie Ausnahmen behandelt gehören: mit einem Eintrag, der sagt, worum es geht, wer dafür geradesteht und wann der Fall erneut geprüft wird. Nutz die Ausnahmeliste des SMB-Clients, um sie technisch auf genau diese Ziele zu begrenzen, statt NTLM für den ganzen Client wieder freizugeben. Und sieh zu, dass diese Liste bei jeder Beschaffung geprüft wird, denn der günstigste Zeitpunkt, einen solchen Fall loszuwerden, ist der Austausch des Geräts.

Zum Schluss ein Punkt, der bei diesem Vorhaben häufig untergeht: Das Ziel ist nicht die Zahl null, sondern die Kontrolle darüber, wo NTLM noch verwendet wird und warum. Eine Umgebung mit fünf begründeten Ausnahmen und einer laufenden Messung ist deutlich besser aufgestellt als eine, in der NTLM zwar nirgends ausdrücklich erlaubt, aber überall stillschweigend im Einsatz ist. Und weil die Messung ohnehin läuft, merkst du sofort, wenn eine neue Anwendung den Bestand wieder wachsen lässt.

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Häufige Fragen

Hat Microsoft NTLM abgeschaltet?
Nein. NTLMv1 ist in Windows Server 2025 entfernt, und LANMAN sowie NTLMv2 sind als nicht mehr weiterentwickelt eingestuft. Zu NTLMv2 schreibt Microsoft ausdrücklich, dass es weiterhin funktioniert, aber in einer künftigen Version aus Windows Server entfernt wird. Ein Datum dafür gibt es nicht. Die Empfehlung lautet, Aufrufe von NTLM durch Aufrufe von Negotiate zu ersetzen, das zuerst Kerberos versucht und nur bei Bedarf zurückfällt.
Wie lange sollten wir messen, bevor wir etwas sperren?
Mindestens einen vollständigen betrieblichen Zyklus, also einschließlich Monatsabschluss, Wartungsfenster und Sicherungsläufen. In vielen Häusern sind das sechs bis acht Wochen. Kürzer zu messen ist verlockend, weil das Bild nach wenigen Tagen schon stabil aussieht, aber genau die seltenen Vorgänge sind es, die nach dem Scharfschalten Ärger machen. Werte dabei nach unterschiedlichen Aufrufern aus, nicht nach der Zahl der Ereignisse.
Warum fällt der Zugriff auf eine Freigabe auf NTLM zurück, obwohl alles in der Domäne ist?
Fast immer, weil der verwendete Name keinen passenden Dienstprinzipalnamen hat. Die beiden häufigsten Fälle sind der Zugriff über eine IP-Adresse und ein CNAME-Eintrag im DNS. Microsoft empfiehlt für beides eine klare Alternative: über Namen zugreifen statt über Adressen und statt CNAME-Einträgen zusätzliche Computernamen mit netdom.exe vergeben. Der dritte Fall ist ein Dienst, dessen Dienstprinzipalname beim Wechsel des Kontos nicht mitgezogen wurde.
Können wir NTLM nur für unsere Administratoren abschalten?
Ja, und das ist der empfohlene Einstieg. Die Aufnahme eines Kontos in die Gruppe Protected Users verhindert ab der Domänenfunktionsebene Windows Server 2012 R2, dass sich dieses Konto über NTLM anmeldet, ohne dass eine domänenweite Richtlinie nötig wäre. Prüf vorher, dass für diese Konten AES-Schlüssel vorliegen, und nimm nicht alle Mitglieder der hoch privilegierten Gruppen auf einmal auf, weil sich damit sämtliche Verwaltungskonten gleichzeitig aussperren lassen.
Was ist der Unterschied zwischen der SMB-Sperre und der Domänenrichtlinie?
Die SMB-Sperre wirkt auf dem Client und nur für ausgehende SMB-Verbindungen. Sie verhindert, dass ein Client dazu gebracht wird, seine Anmeldung an einen fremden Server zu schicken, und lässt sich geräteweise ausrollen. Die Richtlinie zum Einschränken von NTLM wirkt auf dem Ziel und betrifft alle Protokolle, die NTLM verwenden. Beide ergänzen sich, und der risikoärmere Einstieg ist die Sperre auf dem Client, weil sie sich auf wenige Geräte begrenzen lässt.
Was machen wir mit Geräten, die zwingend NTLM brauchen?
Die kommen auf eine ausdrückliche Ausnahmeliste, technisch über die Richtlinie Block NTLM Server Exception List, in die IP-Adressen, NetBIOS-Namen und vollqualifizierte Namen eingetragen werden. Wichtig ist, dass es sich um eine begründete und terminierte Ausnahme handelt und nicht um eine generelle Freigabe. Prüf jede Ausnahme beim nächsten Austausch des Geräts erneut, denn das ist der günstigste Zeitpunkt, sie loszuwerden.
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