Verzeichnisdienst härten

Active Directory absichern: Tier-Modell, privilegierte Konten und saubere Delegierung

Wie du Verwaltungsebenen trennst, Alltagskonten ihre Sonderrechte entziehst und festlegst, von welchen Geräten aus überhaupt administriert werden darf.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Ein Konto, das überall hinkommt, und ein Gerät, auf dem es sich anmeldet

Der Weg, auf dem ein Angriff in einer Windows-Umgebung von einem Arbeitsplatz bis zum Domänencontroller läuft, ist erstaunlich kurz und fast immer derselbe. Ein Arbeitsplatz wird übernommen. Auf diesem Arbeitsplatz hat sich in den letzten Tagen jemand aus dem Betrieb angemeldet, um ein Problem zu lösen, und dieses Konto hat administrative Rechte, weil das die Arbeit einfacher macht. Aus dem Speicher dieses Rechners lassen sich Zugangsdaten oder daraus abgeleitete Werte einsammeln, und damit steht der nächste Schritt offen. Nicht wegen einer Sicherheitslücke, sondern weil das Verfahren so vorgesehen ist.

Der zweite Baustein ist ein lokales Administratorkonto, das auf allen Rechnern dasselbe Kennwort hat. Es wurde vor Jahren im Image hinterlegt und seitdem nicht geändert, weil dann der Support nicht mehr arbeiten kann. Wer dieses Kennwort einmal hat, ist auf jedem Rechner im Haus lokaler Administrator, und von dort geht es weiter mit den Konten, die sich auf diesen Rechnern angemeldet haben. Damit ist die seitliche Bewegung durch das Netz keine Kunst mehr, sondern Fleißarbeit.

Der dritte Baustein ist eine Delegierung, die im Verzeichnis nie aufgeräumt wurde. Über die Jahre haben Projekte Rechte bekommen, Gruppen sind ineinander verschachtelt worden, und irgendwo hat jemand einer Servicegruppe das Recht gegeben, Kennwörter zurückzusetzen. Niemand hat das dokumentiert, und niemand nimmt es zurück, weil unklar ist, was dann kaputtgeht. Genau diese Rechte findet ein Angreifer mit den frei verfügbaren Werkzeugen in wenigen Minuten, und zwar vollständiger als der eigene Betrieb.

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Wer entscheidet was

Wer im Haus was entscheidet

Fast jede Maßnahme auf dieser Seite scheitert nicht an der Technik, sondern daran, dass sie jemandem die Arbeit erschwert und niemand befugt ist, das zu entscheiden. Die folgende Aufteilung ordnet jede Festlegung genau einer Stelle zu und benennt, woran es im Alltag scheitert.

Was zu Tier 0 gehört

Wer entscheidet
Die Verantwortung für Informationssicherheit gemeinsam mit dem Betrieb, einmalig und schriftlich, mit einem Termin für die Überprüfung
Wer setzt um
Der Betrieb, indem er diese Systeme in eigene Organisationseinheiten zieht und mit eigenen Richtlinien versieht
Stolperfalle
Die Liste bleibt bei den Domänencontrollern stehen. Ein Sicherungssystem, das Images von Domänencontrollern schreiben kann, gehört genauso dazu, und ebenso jedes Werkzeug, das sich mit hohen Rechten überall anmeldet.

Wer ein zweites Konto mit Verwaltungsrechten bekommt

Wer entscheidet
Die Führungskraft des jeweiligen Bereichs zusammen mit dem Betrieb, entlang einer festgelegten Begründung und nicht auf Zuruf
Wer setzt um
Der Betrieb, indem er Konten und Gruppenzugehörigkeiten anlegt und in derselben Bewegung das Enddatum einträgt
Stolperfalle
Zusätzliche Konten werden vergeben, aber nie wieder entzogen. Ohne einen wiederkehrenden Abgleich mit der Personalliste wächst die Menge privilegierter Konten in eine Richtung, und der Bestand wird über Jahre nie kleiner.

Die Aufnahme eines Kontos in die Gruppe Protected Users

Wer entscheidet
Der Betrieb, aber erst nach einem Test mit einem einzelnen Konto und nach einer Prüfung der Verschlüsselungsverfahren
Wer setzt um
Der Betrieb schrittweise, beginnend mit den Konten, die ausschließlich für Tier 0 verwendet werden
Stolperfalle
Alle Mitglieder der hoch privilegierten Gruppen werden auf einmal aufgenommen. Microsoft warnt davor ausdrücklich, weil die Einschränkungen ohne Umgehungsmöglichkeit gelten und sich damit sämtliche Verwaltungskonten gleichzeitig aussperren lassen.

Die Verwaltungsarbeitsplätze für Tier 0

Wer entscheidet
Der Betrieb gemeinsam mit der Verantwortung für Informationssicherheit, gegen den zu erwartenden Widerstand aus der Bequemlichkeit
Wer setzt um
Der Betrieb, indem er eigene Geräte bereitstellt und die Verwaltungswerkzeuge ausschließlich dort installiert
Stolperfalle
Es gibt ein eigenes Gerät, aber es wird über die normale Verwaltungslösung mitverwaltet. Damit hängt das Tier-0-Gerät an einem System, das eine Ebene tiefer steht, und die Trennung ist rechnerisch aufgehoben.

Die Delegierung von Rechten im Verzeichnis

Wer entscheidet
Der Betrieb entlang eines festgelegten Musters aus wenigen, benannten Delegierungsarten statt frei vergebener Einzelrechte
Wer setzt um
Der Betrieb über Gruppen auf Organisationseinheiten, mit einem Eintrag in einer Übersicht, die auch ohne Werkzeug lesbar ist
Stolperfalle
Delegierungen werden im Einzelfall gesetzt und nie erhoben. Nach einigen Jahren kennt niemand mehr den Bestand, und die einzige verlässliche Auskunft kommt aus einem Werkzeug, das ein Angreifer genauso benutzt.

Der Umgang mit Dienstkonten

Wer entscheidet
Die Architektur zusammen mit dem Betrieb, mit einer klaren Vorgabe zugunsten verwalteter Konten statt frei gesetzter Kennwörter
Wer setzt um
Das jeweilige Projekt bei der Einführung, der Betrieb beim Bestand, jeweils mit einem Eintrag darüber, welche Rechte das Konto tatsächlich braucht
Stolperfalle
Dienstkonten landen in der Gruppe der Domänenadministratoren, weil eine Anleitung das so sagt oder weil es beim ersten Versuch anders nicht lief. Ein solches Konto mit einem Kennwort, das seit Jahren gleich ist, hebt jede andere Maßnahme auf.

Die Kette, die ein Angriff nutzt, und wo du sie aufbrichst

  1. 01 Ein Arbeitsplatz wird übernommen. Aufbrechen: keine administrativen Rechte im Alltag.
  2. 02 Auf dem Rechner liegen Zugangsdaten eines Verwaltungskontos. Aufbrechen: Protected Users und getrennte Verwaltungsarbeitsplätze.
  3. 03 Ein gemeinsames lokales Kennwort öffnet den nächsten Rechner. Aufbrechen: Windows LAPS.
  4. 04 Ein Konto meldet sich auf einem beliebigen System an. Aufbrechen: Verweigerungsrechte und Authentifizierungsrichtlinien.
  5. 05 Eine vergessene Delegierung im Verzeichnis führt zum Ziel. Aufbrechen: Berechtigungen erheben und zurücknehmen.
  6. 06 Der Angriff bleibt unbemerkt. Aufbrechen: Anmeldungen an Tier-0-Systemen gesondert auswerten.
Was du mitnimmst

Die Reihenfolge, in der das funktioniert

Sieben Schritte, die aufeinander aufbauen. Wer bei Schritt fünf anfängt, weil der technisch der interessanteste ist, sperrt sich die eigenen Leute aus und nimmt die Maßnahme danach wieder zurück.

Tier 0 benennen, bevor irgendetwas anderes passiert

Tier 0 ist die Menge der Systeme und Konten, die die Kontrolle über die Identitäten im Haus haben. Dazu gehören die Domänencontroller, alles, was Domänenadministratoren verwalten, die Zertifizierungsstellen, die Systeme für Sicherung und Wiederherstellung des Verzeichnisses und die Verwaltungswerkzeuge dafür. Schreib diese Liste auf, bevor du irgendetwas konfigurierst. Ohne sie fehlt der Bezugspunkt für jede weitere Entscheidung, und die Diskussion beginnt bei jeder Einzelmaßnahme von vorn.

Getrennte Konten je Ebene, nicht getrennte Passwörter

Wer Domänencontroller verwaltet, braucht ein eigenes Konto dafür, das nichts anderes tut. Kein Postfach, kein Internetzugang, keine Anmeldung an Arbeitsplätzen. Das übliche Muster sind drei Konten je Person: eines für den Alltag, eines für Serverarbeit und eines für Tier 0. Das ist unbequem, und genau darin liegt der Nutzen. Ein zweites Passwort für dasselbe Konto bringt dagegen nichts, weil die Zugangsdaten dort landen, wo sich das Konto anmeldet.

Die Anmeldung nach unten ausdrücklich verbieten

Getrennte Konten wirken erst, wenn sie sich nicht doch überall anmelden können. Setz über Gruppenrichtlinien für jede Ebene die Verweigerungsrechte für die darunterliegenden Systeme: keine lokale Anmeldung, keine Anmeldung über Remotedesktop, kein Zugriff über das Netzwerk und keine Anmeldung als Dienst oder Stapelverarbeitung. Diese Rechte sind der eigentliche Mechanismus. Ohne sie ist das Tier-Modell eine Namenskonvention.

Verwaltungsarbeitsplätze festlegen und dort auch bleiben

Ein Tier-0-Konto darf sich nur an einem Tier-0-Gerät anmelden. Das ist ein eigener, gehärteter Arbeitsplatz, der weder für Post noch für das Web benutzt wird und der nicht von einem Arbeitsplatz aus verwaltet wird, der niedriger steht. Wer diesen Punkt überspringt, hat zwar drei Konten, aber sie melden sich alle am selben Rechner an, und damit liegen wieder alle Zugangsdaten am selben Ort.

Privilegierte Konten in die Gruppe Protected Users

Diese globale Sicherheitsgruppe schaltet für ihre Mitglieder eine Reihe von Caches und schwachen Verfahren ab, und zwar so, dass es sich nicht übersteuern lässt. Genau das ist ihr Wert. Die Mechanik und die Fallstricke stehen weiter unten in einem eigenen Abschnitt, denn hier kann man sich Konten dauerhaft aussperren. Dienstkonten und Computerkonten gehören ausdrücklich nicht hinein.

Authentifizierungsrichtlinien und Silos, zuerst im Prüfmodus

Damit legst du fest, von welchen Geräten aus ein Konto sich überhaupt anmelden darf und wie lange sein Ticket gilt. Ein Silo verbindet Benutzer-, Computer- und Dienstkonten zu einer Einheit, und ein Konto kann nur einem Silo angehören. Neue Silos prüfen ihre Regeln zunächst nur und wenden sie nicht an, was dem Verhalten des WhatIf-Schalters in PowerShell entspricht. Nutz diesen Zustand so lange, bis die Fehlerprotokolle leer bleiben.

Lokale Administratorkennwörter mit Windows LAPS auflösen

Windows LAPS erzeugt für jeden Rechner ein eigenes, zufälliges Kennwort für das lokale Administratorkonto, legt es im Verzeichnis oder in Microsoft Entra ID ab und wechselt es regelmäßig. Damit ist das gemeinsame Kennwort aus dem Image erledigt, und die seitliche Bewegung über dieses Konto ebenfalls. Auf Domänencontrollern kann derselbe Mechanismus das Kennwort für den Verzeichnisdienst-Wiederherstellungsmodus verwalten.

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Vom Tier-Modell zum Enterprise Access Model

Das Tier-Modell ist die ältere und im Windows-Umfeld bekanntere Fassung. Es ordnet Systeme und Konten drei Ebenen zu: Tier 0 für die Kontrolle über Identitäten, Tier 1 für Server und Anwendungen, Tier 2 für Arbeitsplätze. Die Regel dahinter ist eine einzige: Ein Konto einer höheren Ebene darf sich niemals an einem System einer niedrigeren anmelden, weil dort seine Zugangsdaten liegen bleiben und von jemandem eingesammelt werden können, der dieses System kontrolliert.

Microsoft hat dieses Modell inzwischen in ein umfassenderes überführt, das Enterprise Access Model. Es baut ausdrücklich auf dem Tier-Modell auf, das sich auf die Eindämmung unerlaubter Rechteausweitung in einer lokalen Windows-Umgebung konzentrierte, und ergänzt es um die Zugriffsanforderungen eines Unternehmens, das mit lokalen Systemen, mehreren Clouds sowie internen und externen Personen gleichzeitig arbeitet. Tier 0 wird dabei zur Steuerungsebene erweitert und deckt alle Aspekte der Zugriffskontrolle ab. Was Tier 1 war, teilt sich in eine Verwaltungsebene für unternehmensweite IT-Aufgaben und eine Ebene für einzelne Anwendungen und ihre Daten. Was Tier 2 war, teilt sich in Benutzerzugriff und Anwendungszugriff auf, um auch Schnittstellen und externe Zugriffe abzudecken.

Für die tägliche Arbeit an einem lokalen Active Directory ändert das weniger, als die neuen Begriffe vermuten lassen. Die Kernregel bleibt dieselbe, und der erste Schritt bleibt derselbe: Schreib auf, was zu Tier 0 gehört. Der Nutzen des neueren Modells liegt darin, dass es die Frage nach der Cloudseite und nach externen Zugriffen von Anfang an mitstellt, statt sie als Sonderfall nachzureichen. Wer heute anfängt, sollte in dieser Sprache planen, auch wenn die Umsetzung im Verzeichnis mit denselben Gruppenrichtlinien beginnt wie vor zehn Jahren.

Was die Gruppe Protected Users tatsächlich abschaltet

Protected Users ist eine globale Sicherheitsgruppe im Verzeichnis, die für ihre Mitglieder eine Reihe fest eingebauter Schutzmaßnahmen auslöst. Der entscheidende Punkt ist, dass diese Maßnahmen nicht konfigurierbar sind: Sie lassen sich nicht übersteuern, solange das Konto Mitglied ist. Auf dem Gerät, an dem sich ein Mitglied anmeldet, werden Zugangsdaten für die Weitergabe über CredSSP nicht im Klartext zwischengespeichert, auch dann nicht, wenn die entsprechende Richtlinie das erlauben würde. Windows Digest speichert ebenfalls keine Klartextdaten mehr, NTLM speichert weder Klartext noch den abgeleiteten Wert, und Kerberos erzeugt keine Schlüssel mit DES oder RC4 und speichert nach dem Erhalt des ersten Tickets keine langfristigen Schlüssel. Zusätzlich wird kein zwischengespeicherter Prüfwert für die Anmeldung angelegt, weshalb die Anmeldung ohne Verbindung zum Verzeichnis nicht mehr funktioniert.

Auf der Seite der Domänencontroller kommen weitere Einschränkungen hinzu, sobald die Domänenfunktionsebene mindestens Windows Server 2012 R2 ist. Mitglieder können sich dann nicht mehr über NTLM anmelden, keine Verschlüsselung mit DES oder RC4 in der Kerberos-Vorauthentifizierung verwenden, weder mit eingeschränkter noch mit uneingeschränkter Delegierung weitergereicht werden und ihr Ticket nicht über die anfängliche Gültigkeit von vier Stunden hinaus erneuern. Diese vier Stunden sind fest verdrahtet, konkret setzt die Gruppe die beiden zugehörigen Werte auf zweihundertvierzig Minuten.

Genau hier liegen die Fallstricke. Mitglieder müssen sich über Kerberos mit AES anmelden können, also müssen für das Konto im Verzeichnis AES-Schlüssel vorliegen. Das eingebaute Administratorkonto besitzt keinen solchen Schlüssel, solange sein Kennwort nicht auf einem hinreichend neuen Domänencontroller geändert wurde, und Konten, deren Kennwort zuletzt auf einem älteren Domänencontroller gesetzt wurde, können sich anschließend nicht mehr anmelden. Microsoft empfiehlt deshalb ausdrücklich, für jedes Konto vor der Aufnahme das Kennwort zu ändern. Ebenso ausdrücklich warnt Microsoft davor, Konten für Dienste und Computer aufzunehmen, weil die Gruppe dort keinen lokalen Schutz bietet: Kennwort oder Zertifikat liegen auf dem jeweiligen Host ohnehin vor.

Die zweite Warnung betrifft die hoch privilegierten Gruppen. Für Mitglieder von Enterprise Admins oder Domain Admins gelten dieselben Einschränkungen ohne jede Umgehungsmöglichkeit. Wer sämtliche Mitglieder dieser Gruppen auf einen Schlag aufnimmt, riskiert, dass sich alle diese Konten gleichzeitig aussperren. Der gangbare Weg ist ein einzelnes Testkonto, danach die reinen Tier-0-Konten und erst am Ende der Rest. Zur Fehlersuche gibt es zwei Protokolle unterhalb von Anwendungs- und Dienstprotokolle, Microsoft, Windows, Authentication, die standardmäßig abgeschaltet sind und vor dem Test eingeschaltet gehören.

Authentifizierungsrichtlinien: das Gerät wird Teil der Anmeldung

Protected Users ist bewusst nicht konfigurierbar, und genau deshalb reicht die Gruppe nicht für alles. Authentifizierungsrichtlinien ergänzen sie um einstellbare Einschränkungen und decken zusätzlich Konten für Dienste und Computer ab, die nicht Mitglied von Protected Users sein dürfen. Sie greifen an zwei Stellen im Kerberos-Ablauf: beim ersten Ticket und bei der Anforderung eines Diensttickets. Für das erste Ticket lassen sich eine eigene Gültigkeitsdauer und Bedingungen festlegen, die das Gerät erfüllen muss, von dem die Anfrage kommt. Für Diensttickets lassen sich Bedingungen an den Aufrufer und an dessen Gerät knüpfen.

Ein Authentifizierungssilo verbindet Benutzer-, Computer- und Dienstkonten zu einer Einheit, und ein Konto kann nur genau einem Silo angehören. Damit lässt sich die Aussage treffen, dass ein bestimmtes Verwaltungskonto sich ausschließlich an bestimmten Verwaltungsarbeitsplätzen anmelden kann. Konten in einem Silo tragen zusätzlich eine Kennzeichnung, auf die Dienste wie Dateiserver bei der Zugriffsentscheidung reagieren können.

Die Voraussetzungen sind überschaubar, aber sie müssen stimmen. Für eigene Ticketlaufzeiten braucht die Kontodomäne die Domänenfunktionsebene Windows Server 2012 R2. Für die Einschränkung, von welchen Geräten aus eine Anmeldung erlaubt ist, kommt die Unterstützung für Dynamic Access Control dazu, auf der Seite der Domänencontroller wie auf der Seite der Geräte. Und der Schalter im Domänencontroller-Regelwerk, mit dem sich Anfragen ohne Armoring abweisen lassen, führt bei jedem Betriebssystem ohne Kerberos-Armoring zu Anmeldefehlern. Das ist genau der Punkt, an dem alte Systeme aus dem Netz fallen.

Der wichtigste praktische Hinweis betrifft den Einstieg. Ein neu angelegtes Silo prüft seine Regeln zunächst nur und wendet sie nicht an, was dem Verhalten des WhatIf-Schalters in PowerShell entspricht, und dabei entstehen Meldungen darüber, was bei einer Durchsetzung fehlgeschlagen wäre. Bleib in diesem Zustand, bis über mehrere Wochen keine unerwarteten Meldungen mehr auflaufen. Zur Auswertung gibt es ein eigenes Protokoll für fehlgeschlagene Authentifizierungsrichtlinien unterhalb von Anwendungs- und Dienstprotokolle, Microsoft, Windows, Authentication, das ebenfalls erst eingeschaltet werden muss. Eine Besonderheit ist noch zu beachten: Das eingebaute Administratorkonto der Domäne ist von Authentifizierungsrichtlinien immer ausgenommen, auch wenn es einem Silo zugewiesen ist.

Lokale Administratorkennwörter und der Weg über Windows LAPS

Windows LAPS verwaltet das Kennwort eines lokalen Administratorkontos auf Geräten, die einer Active-Directory-Domäne oder Microsoft Entra ID beigetreten sind, sichert es an der jeweiligen Stelle und wechselt es regelmäßig. Auf Domänencontrollern kann derselbe Mechanismus zusätzlich das Kennwort für den Verzeichnisdienst-Wiederherstellungsmodus verwalten, und berechtigte Personen können es dort abrufen.

Der wichtigste Unterschied zum alten Produkt ist, dass Windows LAPS Bestandteil von Windows ist und nichts nachinstalliert werden muss. Es ist ab Windows Server 2025 sowie in der jährlichen Auslieferung für Container ab 23H2 enthalten und wurde für Windows Server 2019 und 2022 mit dem Update vom 11. April 2023 nachgeliefert, ebenso für Windows 10 und Windows 11. Das ältere Microsoft-LAPS-Produkt ist ab Windows 11 23H2 abgekündigt, die Installation des zugehörigen Pakets wird auf neueren Betriebssystemversionen blockiert, und Microsoft nimmt dafür keine Codeänderungen mehr vor. Für den Übergang gibt es einen Betriebsmodus, der das alte Verhalten nachbildet.

Für die Ablage gilt eine klare Regel, die vor der Einführung feststehen muss: Geräte, die nur Microsoft Entra ID beigetreten sind, können ihr Kennwort ausschließlich dorthin sichern, Geräte, die nur der Domäne beigetreten sind, ausschließlich ins Verzeichnis. Geräte mit beidem können sich für eine der beiden Ablagen entscheiden, aber nicht für beide gleichzeitig. Die Funktion selbst ist in allen unterstützten Windows-Plattformen kostenfrei, die Sicherung ins lokale Verzeichnis stellt keine weiteren Lizenzanforderungen, und für die Sicherung nach Microsoft Entra ID genügt die kostenfreie Stufe.

Der Nutzen ist gerade für die Kette aus dem ersten Abschnitt groß. Sobald jeder Rechner ein eigenes, zufälliges Kennwort für sein lokales Administratorkonto hat, endet die seitliche Bewegung über dieses Konto sofort. Microsoft führt genau das als ersten Vorteil auf, nämlich den Schutz vor Angriffen mit weitergegebenen Hashwerten und vor seitlicher Bewegung im Netz. Ergänzend lassen sich die Kennwörter im Verzeichnis verschlüsselt ablegen und ein Verlauf mitführen.

Was Windows Server 2025 an dieser Stelle mitbringt

Ein Teil der Arbeit, die früher von Hand konfiguriert werden musste, ist inzwischen Voreinstellung. Credential Guard ist ab Windows Server 2025 auf Geräten, die die Voraussetzungen erfüllen, standardmäßig eingeschaltet. Neue Active-Directory-Bereitstellungen verlangen für die gesamte LDAP-Kommunikation nach einer Bindung über SASL standardmäßig eine Signierung und Versiegelung. Domänencontroller und AD-LDS-Instanzen erlauben Operationen mit vertraulichen Attributen nur noch über verschlüsselte Verbindungen.

Bei den Verschlüsselungsverfahren zieht Microsoft nach. Das Schlüsselverteilungszentrum stellt keine Ticket-Granting-Tickets mehr mit RC4 aus, und die Verwendung von RC4 im Kerberos-Protokoll ist ausdrücklich als nicht mehr weiterentwickelt eingestuft, mit dem Hinweis auf stärkere Verfahren. Der alte Registrierungswert für die unterstützten Verschlüsselungsarten wird nicht mehr beachtet, Microsoft verweist stattdessen auf die entsprechende Gruppenrichtlinie. Wer noch Systeme betreibt, die zwingend RC4 brauchen, findet sie über diese Umstellung zuverlässig.

Auch beim Kennwortwechsel über die alte Schnittstelle des Sicherheitskontenverwalters hat sich etwas getan. Auf Domänencontrollern wird die aktuelle Methode mit AES bei einem Aufruf über das Netz standardmäßig akzeptiert, während drei ältere Methoden standardmäßig blockiert sind. Für Konten, die Mitglied von Protected Users sind, und für lokale Konten auf Domänenmitgliedern werden alle Kennwortwechsel über diese alte Schnittstelle blockiert, auch die aktuelle Methode. Steuern lässt sich das über eine eigene Richtlinie unterhalb von Computerkonfiguration, Administrative Vorlagen, System, Sicherheitskontenverwalter.

Für neu angelegte Computerkonten verwendet Active Directory jetzt zufällig erzeugte Standardkennwörter, und Domänencontroller unter Windows Server 2025 verhindern, dass ein Computerkontokennwort auf den Kontonamen gesetzt wird. Wer den ganzen Sprung noch vor sich hat, sollte diese Punkte in die Planung der Umstellung aufnehmen, denn sie sind fachlich sinnvoll, verändern aber das Verhalten bestehender Abläufe. Und weil der Umstieg auf die neue Funktionsebene Voraussetzung für die neue Datenbankseitengröße von zweiunddreißig Kilobyte ist, hängt an dieser Entscheidung mehr als nur ein Versionsstand.

Dazu passende Kurse

Weil sich die Reihenfolge der Maßnahmen erst an einer laufenden Umgebung erschließt, sind Kurse zur Härtung des Verzeichnisdienstes der schnellere Weg als der Versuch, das aus Dokumentation abzuleiten.

Wer zuerst die Grundlagen von Replikation, Rollen und Delegierung festigen will, findet sie in Trainings zu den Active-Directory-Domänendiensten .

Danke an Trainer Sven, welcher ein sehr detailliertes und fachliches KnowHow besitzt.
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Ich beziehe mich hier nur auf die Nachschlung durch Herrn Marco Jachmann. Herr Jachmann ist überaus kompetent und hat alle Inhalte professionell vermittelt.
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Häufige Fragen

Womit fangen wir an, wenn wir bei null stehen?
Mit der Liste dessen, was zu Tier 0 gehört, und mit Windows LAPS. Die Liste kostet nichts außer Nachdenken und ist der Bezugspunkt für alles Weitere. Windows LAPS bringt den größten Sicherheitsgewinn je Aufwandsstunde, weil es die häufigste Kette der seitlichen Bewegung sofort unterbricht und keine Anmeldung im laufenden Betrieb bricht. Alles andere baut auf diesen beiden auf.
Reicht es nicht, den Verwaltungskonten einfach ein zweites Passwort zu geben?
Nein, denn der Angriff zielt nicht auf das Passwort, sondern auf das, was nach einer Anmeldung auf dem Gerät liegt. Entscheidend ist, wo sich ein Konto anmeldet, nicht wie sein Kennwort aussieht. Ein Verwaltungskonto, das sich an einem gewöhnlichen Arbeitsplatz anmeldet, hinterlässt dort verwertbare Spuren, unabhängig von der Länge des Kennworts. Deshalb sind getrennte Konten nur mit getrennten Geräten und mit ausdrücklichen Verweigerungsrechten wirksam.
Können wir Dienstkonten in die Gruppe Protected Users aufnehmen?
Nein, Microsoft rät davon ausdrücklich ab. Für Konten von Diensten und Computern bringt die Mitgliedschaft keinen lokalen Schutz, weil Kennwort oder Zertifikat auf dem jeweiligen Host ohnehin vorliegen. Für diese Konten sind Authentifizierungsrichtlinien der richtige Weg, ergänzt um die Kennzeichnung, dass das Konto vertraulich ist und nicht delegiert werden kann. Für neue Vorhaben lohnt außerdem ein Blick auf verwaltete Dienstkonten mit automatisch gewechselten Schlüsseln.
Was passiert, wenn wir uns beim Tier-Modell selbst aussperren?
Diese Sorge ist berechtigt und der Grund für die Reihenfolge auf dieser Seite. Halt zwei Dinge vor: ein Notfallkonto, dessen Kennwort außerhalb der Umgebung sicher hinterlegt ist und dessen Verwendung Alarm auslöst, und einen dokumentierten Weg an die Konsole der Domänencontroller, der ohne Netz funktioniert. Führ jede einschränkende Maßnahme zuerst im Prüfmodus, und schalt sie erst scharf, wenn die Protokolle über mehrere Wochen nichts Unerwartetes zeigen.
Wie finden wir heraus, welche Delegierungen im Verzeichnis existieren?
Über eine vollständige Erhebung der Berechtigungen auf den Organisationseinheiten und auf den wichtigen Objekten, ausgewertet gegen ein festgelegtes Sollbild. Die Werkzeuge dafür sind frei verfügbar, und das ist der Punkt: Ein Angreifer erstellt dieselbe Auswertung in Minuten. Nimm dir das Ergebnis Zeile für Zeile vor und entscheide je Eintrag, ob er bleibt, in eine der festgelegten Delegierungsarten überführt wird oder verschwindet.
Bringt uns der Wechsel auf Windows Server 2025 an dieser Stelle etwas?
Ja, mehrere Voreinstellungen wandern in die richtige Richtung. Credential Guard ist auf geeigneten Geräten standardmäßig eingeschaltet, neue Bereitstellungen verlangen Signierung und Versiegelung der LDAP-Kommunikation, vertrauliche Attribute sind nur über verschlüsselte Verbindungen erreichbar, und das Schlüsselverteilungszentrum stellt keine Ticket-Granting-Tickets mehr mit RC4 aus. Diese Änderungen sind fachlich richtig und verändern das Verhalten bestehender Abläufe, gehören also in die Planung der Umstellung.
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Die Härtung einmal an einer echten Umgebung durchgehen

Tier-Modell, Protected Users und Delegierung lassen sich schwer aus Dokumentation heraus einführen, weil die Fallstricke erst beim Umsetzen sichtbar werden. Bei cmt gibt es dafür zwei aufeinander aufbauende Kurse zur Absicherung von Active Directory sowie einen Aufbaukurs zu den Domänendiensten selbst.