Was ist die Beschnittzugabe im Druck?
Bleed
Die Beschnittzugabe ist der Bereich, den du über das Endformat hinaus mit Bild oder Farbe füllst, damit randabfallende Elemente auch dann bis an die Kante reichen, wenn das Schneidemesser den Stapel minimal versetzt trifft.
Wenn am fertigen Flyer ein weißer Streifen entlang der Kante auftaucht, liegt das fast immer daran, dass die Farbe im Layout genau am Endformat aufgehört hat.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Übliches Maß
- Meist 3 mm rundum, verbindlich ist die Angabe der Druckerei
- Gilt für
- Alles, was randabfallend gedruckt wird
- Eingestellt im
- Dokument-Setup und noch einmal im Export
- Verwechselt mit
- Sicherheitsabstand, der nach innen wirkt
Warum überhaupt zugegeben wird
Gedruckt wird auf größeren Bogen, geschnitten wird im Stapel. Dabei verrutschen die unteren Blätter gegenüber den oberen um Bruchteile eines Millimeters, und das Papier selbst dehnt sich je nach Feuchte. Endet ein Farbfeld exakt auf der Schnittlinie, entsteht auf einem Teil der Auflage ein weißer Streifen an der Kante.
Drei Millimeter ringsum sind im Akzidenzdruck die verbreitete Vorgabe, verbindlich ist aber immer das Datenblatt der Druckerei. Bei Bindungen mit Falz oder bei Klebebindung kommen weitere Angaben dazu, etwa zum Bund und zur Rückenstärke.
Die Gegenrichtung heißt Sicherheitsabstand: Text, Logos und Seitenzahlen halten nach innen Abstand zur Schnittkante, damit sie auch dann nicht angeschnitten wirken, wenn der Schnitt in die andere Richtung wandert.
Anschnitt in InDesign einrichten
Der Anschnitt gehört ins Dokument und nicht in eine spätere Absprache mit der Druckerei. Im Dialog zum Einrichten des Dokuments trägst du ihn unter „Anschnitt und Infobereich“ ein, danach zeigt jede Seite eine rote Hilfslinie außerhalb des Formats. Alles, was randabfallend sein soll, ziehst du bis an diese rote Linie, nicht bis zum Seitenrand.
Beim Export ins Druck-PDF aktivierst du im Bereich Marken und Anschnitt die Option, die Anschnittseinstellungen des Dokuments zu übernehmen, und setzt die Schnittmarken. Sonst liegt zwar Material im Dokument, landet aber nicht in der Datei. Ein PDF/X-Standard als Vorgabe nimmt dir dabei einige Einstellungen ab.
Kontrollieren lässt sich das Ergebnis in Acrobat über die Seitenboxen: Die TrimBox beschreibt das Endformat, die BleedBox den Bereich mit Zugabe. Liegen beide aufeinander, fehlt der Anschnitt.
Was in der Druckvorstufe auffällt
Der häufigste Rückläufer ist ein platziertes Bild, das genau am Seitenrand endet. Es reicht nicht, es im Layout ein Stück zu vergrößern, wenn die Auflösung dafür nicht da ist. Besser ist es, schon beim Freistellen oder beim Anfordern des Motivs die Zugabe mitzudenken.
Der zweite Klassiker sind Doppelseiten. Wer Broschüren als Druckbogen exportiert statt als Einzelseiten, nimmt der Druckerei die Möglichkeit, das Ausschießen selbst zu bestimmen. Falls nichts anderes vereinbart ist, lieferst du Einzelseiten mit Anschnitt.
Und zuletzt: Ein weißer Rahmen um die Seite ist kein Fehler, sondern eine Gestaltungsentscheidung. Dann braucht die Datei keine Zugabe, dafür muss der Rahmen breit genug sein, damit er auf allen Exemplaren gleichmäßig aussieht.
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Beschnittzugabe und was oft damit gleichgesetzt wird
Der Sicherheitsabstand wirkt nach innen und hält Inhalte von der Schnittkante fern. Die Beschnittzugabe wirkt nach außen und liefert Material, das weggeschnitten wird. Beide gleichen dieselbe Toleranz aus, nur aus entgegengesetzter Richtung.
Die Überfüllung, auch Trapping genannt, gleicht kleine Versätze zwischen den Druckfarben zueinander aus, indem angrenzende Flächen minimal überlappen. Mit dem Schnitt hat das nichts zu tun, und gesetzt wird es in der Regel von der Druckerei.
Das Endformat ist das Maß des fertigen Produkts nach dem Schneiden, also etwa 210 mal 297 Millimeter bei DIN A4. Die Datei mit Zugabe ist entsprechend größer, ohne dass sich am Format des Ergebnisses etwas ändert.
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Der Anschnittrahmen im Dokument nützt nichts, wenn nichts hineinragt
Der häufigste Fehler ist nicht die fehlende Einstellung, sondern der leere Rand. Das Dokument hat den Anschnitt eingerichtet, die Bildkante endet aber exakt auf dem Endformat. Zieh platzierte Bilder und Farbflächen wirklich über die Kante hinaus und sieh dir das exportierte PDF an der äußeren Marke an, dort muss Farbe stehen.
Der zweite Fehler passiert im Exportdialog. Übernimmst du die Anschnitteinstellungen des Dokuments nicht, wird der Zugabebereich beim Schreiben der Datei abgeschnitten, und das PDF sieht auf den ersten Blick sauber aus. In der Druckvorstufe fällt es trotzdem auf, weil über der Endformatbox nichts mehr steht. Manche Anbieter skalieren die Seite dann automatisch hoch, damit überhaupt etwas zum Schneiden da ist, und danach sitzt dein Layout überall ein Stück daneben.
Bei mehrteiligen Produkten kommt eine zweite Rechnung dazu. An Falzkanten wird nicht geschnitten, dort brauchst du keine Zugabe, dafür sind beim Wickelfalz die Feldbreiten unterschiedlich, weil das eingeschlagene Feld schmaler sein muss. Bei gebundenen Broschüren fragt die Druckerei zusätzlich nach Zugabe am Bund. Wer nur stur den Standardwert rundum einstellt, merkt das erst am Andruck.
Beschnittzugabe lernen
Wie du Dokumentvorgaben, Anschnitt und Druck-PDF in einem Durchgang einrichtest, zeigen die Trainings zu Adobe InDesign an fertigen Layouts.
Wer erst noch sortieren will, wie Formate, Farbe und Papier zusammenhängen, findet die Grundlagen der Druckgestaltung als Einstieg.
Häufige Fragen
Braucht jede Druckdatei eine Beschnittzugabe?
Wie groß muss die Zugabe sein?
Kann ich fehlenden Anschnitt nachträglich retten?
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Beschnittzugabe im Kurs statt im Lexikon
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