Skalierbare Grafikformate

Was ist eine Vektorgrafik?

Vector Graphics

Eine Vektorgrafik beschreibt ein Bild nicht über einzelne Bildpunkte, sondern über mathematisch definierte Pfade mit Kontur und Füllung. Deshalb lässt sie sich auf jede Größe bringen, ohne dass Kanten ausfransen.

Sobald ein Logo auf eine Messewand, auf eine Visitenkarte und in eine Stickerei soll, brauchst du eine Datei, die sich vergrößern lässt, ohne dass die Kanten zerfallen.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Beschrieben durch
Pfade mit Ankerpunkten und Kurven
Typische Formate
SVG, AI, EPS, PDF
Unverzichtbar bei
Logos, Schnittdaten, Plotten, Gravur
Verwechselt mit
Pixelbild, das nur groß gespeichert ist

Pfade, Ankerpunkte, Kurven

Ein Pfad besteht aus Ankerpunkten, die durch Strecken oder Kurven verbunden sind. Bei Kurven hängen an den Punkten Griffe, die Richtung und Krümmung bestimmen, das ist das Bézier-Prinzip. Ob ein Pfad sichtbar ist, entscheiden Kontur und Füllung: Konturbreite, Eckenform und Farbe auf der einen Seite, Farbe oder Verlauf der Fläche auf der anderen.

Weil jedes Element ein eigenständiges Objekt bleibt, arbeitest du nicht mit einem Stapel aus Pixeln, sondern mit Objekten in einer Reihenfolge. Zwei Kreise lassen sich zu einer neuen Form vereinen, voneinander abziehen oder schneiden. Text bleibt bearbeitbar, bis du ihn bewusst in Pfade umwandelst.

Wo Vektoren Pflicht sind

Alles, was in unterschiedlichen Größen erscheint, gehört in Vektorform: Logo, Signet, Wortmarke, Piktogramme. Dasselbe Logo sitzt auf der Visitenkarte und auf der Fahrzeugtür, und in beiden Fällen muss die Kante sauber sein.

Der zweite Bereich ist die Weiterverarbeitung durch Maschinen. Folienplotter, Laserschneider, Fräsen und Stickmaschinen brauchen Bahnen, denen ein Werkzeug folgen kann, kein Raster. Auch die Druckerei fragt nicht ohne Grund nach einem PDF mit eingebetteten Schriften oder nach Text in Pfaden: Nur so steht bei der Ausgabe genau die Schrift im Dokument, die du gewählt hast, und wird unterwegs nicht gegen eine Ersatzschrift getauscht.

Was Vektoren nicht können

Fotos bleiben Pixelsache. Zwar lässt sich ein Bild automatisch nachzeichnen, das Ergebnis besteht dann aber aus Tausenden Flächen und wirkt plakativ. Für ein Logo, das nur als JPG vorliegt, ist der sauberere Weg fast immer der Neuaufbau in wenigen präzisen Pfaden.

Auch bei Effekten lohnt Vorsicht. Transparenzen, weiche Schatten und Verläufe werden beim Druck aufgelöst und können an Kanten sichtbare Übergänge erzeugen. Deshalb ist die Frage nach dem Ausgabeweg keine Formalie, sondern gehört an den Anfang: Ein Motiv für den Folienplotter baust du anders auf als eines für den Offsetdruck.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Nicht verwechseln

Vektorgrafik und was oft damit gleichgesetzt wird

Vektorgrafik gegen Pixelgrafik

Eine Pixelgrafik speichert für jeden Bildpunkt eines festen Rasters einen Farbwert. Damit lassen sich fotografische Details abbilden, beim Vergrößern geht die Schärfe aber sofort verloren. Fotos, Retusche und Composing gehören dorthin, Logos und Beschriftungen nicht.

Vektorgrafik gegen SVG

SVG ist ein Dateiformat für Vektorgrafiken, das im Web direkt im Quelltext der Seite steht und sich per CSS einfärben lässt. Vektorgrafik ist das Prinzip, SVG eine von mehreren Verpackungen dafür, neben PDF und EPS.

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In der Praxis

Vektor draufgeschrieben heißt noch lange nicht vektorisiert

Ein Kunde liefert das Logo als EPS oder PDF, also müsste es Vektor sein. Drin steckt trotzdem oft ein Pixelbild, das jemand in die Datei gelegt hat. Erkennen kannst du das in zwei Sekunden: kräftig hineinzoomen, und wenn die Kanten weich werden, ist da keine Kurve. Sauber wird es dann nur durch Nachzeichnen, denn das automatische Vektorisieren macht aus jedem Ausfransen einen eigenen Ankerpunkt.

Der zweite Stolperstein sind Schriften. Wer eine Datei weitergibt, ohne den Text in Pfade zu wandeln, riskiert, dass beim Empfänger eine Ersatzschrift einspringt und das Layout verrutscht. Nach dem Wandeln lässt sich der Text allerdings nicht mehr ändern, deshalb behältst du immer eine bearbeitbare Fassung zurück.

Für Schneidplotter, Laser und Gravur zählt außerdem, wie die Pfade gebaut sind. Offene Konturen, zwei exakt übereinanderliegende Linien oder Flächen statt Konturen führen dazu, dass die Maschine dieselbe Stelle zweimal schneidet oder gar nicht erst anfängt. Und Haarlinien, die am Bildschirm gut aussehen, kommen im Druck als kaum sichtbarer Strich heraus.

Vektorgrafik lernen

Wie du Pfade präzise setzt und Logos druckfertig ablegst, übst du in den Trainings zur Affinity-Suite an eigenen Dateien.

Für Fotos, Retusche und Composings bleibt die Pixelwelt zuständig, um die es in den Kursen zur Bildbearbeitung mit Photoshop geht.

Häufige Fragen

Welche Datei soll ich der Druckerei schicken?
In der Regel ein PDF mit eingebetteten Schriften oder mit Text in Pfade umgewandelt, im richtigen Farbraum und mit Beschnitt. Programmeigene Arbeitsdateien schickst du nur, wenn die Druckerei sie ausdrücklich anfordert.
Kann ich ein JPG in eine Vektordatei umwandeln?
Die automatische Nachzeichnung liefert eine Näherung mit vielen Ankerpunkten, die sich schlecht nachbearbeiten und schlecht plotten lässt. Bei einfachen Formen ist ein sauberer Neuaufbau schneller als das Aufräumen des Ergebnisses.
Warum sieht meine SVG im Browser anders aus als im Programm?
Meist liegt es an Schriften, die auf dem fremden Rechner fehlen, oder an Effekten, die der Browser anders umsetzt. Wandle Text in Pfade um oder bette die Schrift ein und prüfe Verläufe und Beschneidungen nach dem Export.
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