Schritt 1: Bestand aufnehmen und Kriterien festlegen
Vor jedem Produktvergleich steht die Frage, was die eigene Landschaft überhaupt braucht. Diese Zahlen holst du dir direkt aus dem vCenter, nicht aus der Erinnerung.
export GOVC_URL='https://vcenter.intern.example/sdk'
export GOVC_USERNAME='ro-user@vsphere.local'
export GOVC_INSECURE=1
govc find / -type m | wc -l # Anzahl VMs
govc ls /DC/vm
govc vm.info app01
govc device.info -vm app01 # Controller, Netzkarten, Platten
govc datastore.info # Belegung je DatastoreInteressant sind vier Werte je VM: Firmware, also BIOS oder UEFI, der Plattencontroller, der Netzadaptertyp und ob noch Snapshots offen sind. Genau diese vier bestimmen später den Migrationsaufwand.
Sechs Kriterien, die die Plattformwahl entscheiden
| Kriterium | Woran du es misst | Wo es die Auswahl kippt |
|---|---|---|
| Speicher | Vorhandenes SAN, benötigte IOPS, Bedarf an gleichzeitigem Zugriff | Wer Ceph nicht selbst betreiben will, braucht ein SAN mit LVM oder NFS als Unterbau |
| Hochverfügbarkeit | Fencing, Quorum, akzeptierte Ausfallzeit je Dienst | Zwei-Knoten-Aufbauten brauchen zwingend ein QDevice als dritte Stimme |
| Sicherung | Unterstützt eure Backupsoftware die Zielplattform ohne Agent? | Fehlende Plattformunterstützung erzwingt entweder Produktwechsel oder Agentenbetrieb |
| Zertifizierung | Herstellervorgaben für ERP, Datenbanken, Branchensoftware | Harte Supportmatrizen führen zu RHEL mit KVM statt zu einer Community-Plattform |
| Betriebsmodell | Wer betreibt, wer hat Rufbereitschaft, welches Können ist da? | Kubernetes-basierte Virtualisierung ohne laufenden Kubernetes-Betrieb ist ein Projektrisiko |
| Netz | VLAN-Konzept, verteilte Switches, Mikrosegmentierung | SDN-Funktionen lassen sich nicht eins zu eins übertragen und brauchen ein eigenes Konzept |