Erheben, was an der Domäne wirklich hängt
Der Aufwand einer Ablösung steckt nicht im Domänencontroller, sondern in dem, was sich über die Jahre an ihn gehängt hat. Diese Liste erstellst du, bevor du irgendetwas installierst.
# Domänencontroller und Dienste über DNS finden
host -t SRV _ldap._tcp.example.intern.
host -t SRV _kerberos._udp.example.intern.
host -t SRV _ldap._tcp.dc._msdcs.example.intern.
# Eckdaten der bestehenden Domäne abfragen
samba-tool domain info <ip-des-dc>
# Wer bindet per LDAP an? Konten mit Dienstnamen sind Kandidaten
ldapsearch -H ldap://dc1.example.intern -Y GSSAPI \
-b "dc=example,dc=intern" "(servicePrincipalName=*)" sAMAccountNameDie SRV-Einträge sind der schnellste Weg zu einer vollständigen Liste der Domänencontroller, auch der vergessenen. Die LDAP-Abfrage findet Dienstkonten, hinter denen fast immer eine Anwendung steckt, die bei der Umstellung mitgedacht werden muss.
Diese Punkte gehören in die Erhebung
- Zahl und Inhalt der Gruppenrichtlinien, samt Verknüpfungen an Organisationseinheiten.
- Schema-Erweiterungen durch Drittsoftware, weil sie sich nicht ohne Weiteres nachbilden lassen.
- Vertrauensstellungen zu anderen Gesamtstrukturen und deren Richtung.
- Anwendungen mit LDAP- oder Kerberos-Anbindung, inklusive der verwendeten Dienstkonten.
- Zertifikatsdienste und ausgestellte Vorlagen, denn dafür gibt es in Samba kein Gegenstück.
- Anmeldeskripte, Laufwerkszuordnungen und Druckerbereitstellung.