Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Pflege
Recht in Pflege und Gesundheit

Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Pflege

Rechtssicher handeln, Fixierungen reduzieren und Selbstbestimmung im Pflegealltag stärken

1 Tag
Advanced

Die wichtigsten Themen

FeM rechtssicher einordnen

Aktuelle BGB-Regelungen kennen

Fixierungen wirksam reduzieren

Alternativen im Pflegealltag prüfen

Haftungsrisiken sicher bewerten

Werdenfelser Weg anwenden

Überblick

Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege gehören zu den sensibelsten Entscheidungen im Pflegealltag. Bettgitter, Fixiergurte, abgeschlossene Türen, sedierende Medikamente oder andere freiheitsbeschränkende Maßnahmen berühren Selbstbestimmung, Würde, Haftung und Versorgungssicherheit unmittelbar. Diese Fortbildung FeM Pflege vermittelt, wann Maßnahmen rechtlich als freiheitsentziehend gelten, welche Genehmigungen erforderlich sind und wie Alternativen fachlich begründet geprüft werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten rechtliche Orientierung zu § 1831 BGB, § 1832 BGB, Betreuungsrecht, Patientenrechten, Strafrecht, Haftungsfragen und relevanten landesrechtlichen Regelungen. Gleichzeitig steht die praktische Umsetzung im Mittelpunkt: Risiken einschätzen, Dokumentation verbessern, Angehörige und gesetzliche Vertretungen einbeziehen und Fixierungen im Sinne des Werdenfelser Weges vermeiden. Ergänzend empfiehlt sich die Schulung Rechtliche Grundlagen in der Pflege, wenn ein breiterer Überblick über pflegerelevante Rechtsfragen benötigt wird.

Seminarleitung: Frau Simone Heimkreiter leitete als Diplom-Betriebswirtin (FH) ein Pflegeheim mit Gerontopsychiatrie für einen großen Wohlfahrtsverband. Sie arbeitet seit vielen Jahren freiberuflich als Dozentin im Umfeld der Altenpflege und coacht Fach- und Führungskräfte in Altenpflege und Psychiatrie. Als vom Betreuungsgericht beauftragte Verfahrenspflegerin nach dem Werdenfelser Weg engagiert sie sich für die Vermeidung von Fixierungen und für rechtssichere Entscheidungen in Pflegeeinrichtungen.

  • pflege
Wer hier richtig ist
  • Heimleitungen und Geschäftsführungen von Pflegeeinrichtungen, die rechtssichere Entscheidungsprozesse zu FeM etablieren möchten
  • Pflegedienstleitungen, Stationsleitungen und Wohnbereichsleitungen mit Verantwortung für Dokumentation, Risikoabwägung und Teamsteuerung
  • Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte in stationärer Pflege, Gerontopsychiatrie, Kurzzeitpflege und betreuten Wohnformen
  • Praxisanleitungen und Qualitätsbeauftragte, die Standards zur Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen weiterentwickeln
  • Leitungen der sozialen Betreuung, die Alternativen zu Fixierungen im Alltag mitgestalten
  • Ärztinnen und Ärzte, rechtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie Verantwortliche, die an Genehmigungs- und Entscheidungsverfahren beteiligt sind
  • Teams, die ihr Wissen durch weitere Seminare zu Recht in Pflege und Gesundheit vertiefen möchten
Das lernst du
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen rechtlich korrekt erkennen und von anderen pflegerischen Maßnahmen abgrenzen
  • Aktuelle Rechtsgrundlagen wie § 1831 BGB, § 1832 BGB, Betreuungsrecht, Patientenrechte und Haftungsfragen sicher einordnen
  • Genehmigungsbedürftige Maßnahmen, Eilfälle und Dokumentationsanforderungen nachvollziehbar bewerten
  • Pflegefachliche Alternativen zu Fixierungen systematisch prüfen und begründet auswählen
  • Risiken bei Selbst- und Fremdgefährdung strukturiert abwägen und im Team kommunizieren
  • Den Werdenfelser Weg und die Rolle von Verfahrenspflege und Betreuungsgericht praxisnah verstehen
  • Konkrete Maßnahmen für Standards, Fallbesprechungen und Angehörigengespräche in der eigenen Einrichtung ableiten
Die Themen Tag 1: Rechtliche Einordnung freiheitsentziehender Maßnahmen Abgrenzung von freiheitsentziehenden, freiheitsbeschränkenden und pflegerisch unterstützenden Maßnahmen...
  • Tag 1: Rechtliche Einordnung freiheitsentziehender Maßnahmen
    • Abgrenzung von freiheitsentziehenden, freiheitsbeschränkenden und pflegerisch unterstützenden Maßnahmen
    • Typische Beispiele: Bettgitter, Fixiergurte, Stecktische, abgeschlossene Bereiche, Ortungssysteme und sedierende Medikamente
    • Rechtsgrundlagen: Grundgesetz, Betreuungsrecht, § 1831 BGB, § 1832 BGB, Patientenrechte, Strafrecht und Haftungsrecht
    • Besonderheiten bei Unterbringung, Zwangsbehandlung, Zwangsmedikation und Bay-PsychKHG
  • Tag 1: Entscheidungssicherheit im Pflegealltag
    • Selbstgefährdung, Fremdgefährdung und das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit
    • Rolle von Betreuungsgericht, rechtlicher Betreuung, Bevollmächtigten, Ärzteschaft, Pflegefachkräften und Angehörigen
    • Genehmigungsverfahren, Dokumentationspflichten und nachvollziehbare Risikoabwägung
    • Haftungsrisiken bei rechtswidriger Fixierung, unterlassener Sicherung und fehlerhafter Kommunikation
  • Tag 1: Alternativen und Werdenfelser Weg
    • Pflegefachliche Alternativen zu FeM: Milieugestaltung, Bewegungsangebote, Sturzprophylaxe, Niederflurbetten und technische Hilfen
    • Der Werdenfelser Weg und die Aufgabe der Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger
    • Fallbesprechungen zur Reduzierung von Fixierungen in stationärer Pflege, Gerontopsychiatrie und Betreuung
    • Transfer in Standards, Dienstbesprechungen, Angehörigengespräche und interne Entscheidungswege
So arbeiten wir

Die Schulung verbindet rechtliche Grundlagen mit konkreten Situationen aus Pflegeeinrichtungen. Ziel ist nicht nur das Verständnis der Rechtslage, sondern die sichere Anwendung im beruflichen Alltag.

  • Fachlicher Input zu Rechtsgrundlagen, Genehmigungsverfahren, Haftung und Dokumentation
  • Praxisfälle aus stationärer Pflege, Gerontopsychiatrie und Betreuung zur gemeinsamen Einordnung
  • Diskussion typischer Entscheidungssituationen zwischen Sicherheitsbedürfnis, Fürsorgepflicht und Selbstbestimmung
  • Erarbeitung von Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen anhand konkreter Fallbeispiele
  • Transferimpulse für Standards, Teamkommunikation, Angehörigengespräche und interne Abläufe
  • Raum für Fragen aus der eigenen Einrichtung und fachlichen Austausch in der Gruppe
Empfohlene Vorkenntnisse
  • Für diese Schulung sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich.
  • Erfahrung im Pflegealltag, in der Betreuung, Leitung oder Qualitätssicherung erleichtert den Transfer in die eigene Einrichtung.
  • Eigene Praxisfälle oder Fragestellungen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen können für die Fallarbeit eingebracht werden.
Dein Fahrplan

Einführung in freiheitsentziehende und freiheitsbeschränkende Maßnahmen, typische Beispiele aus der Pflegepraxis und Abgrenzung zu zulässigen Schutzmaßnahmen. Besprochen werden aktuelle Rechtsgrundlagen, Grundrechte, § 1831 BGB, § 1832 BGB, Betreuungsrecht, Patientenrechte, Strafrecht und Haftungsfragen.

Organisatorisches

Lernformate

Unsere Seminare bieten dir maximale Flexibilität: Du kannst zwischen Live-Online und Vor Ort in unseren modernen Schulungszentren im D-A-CH Raum wählen. Beide Formate garantieren dir die gleiche hohe Qualität und interaktive Lernerfahrung.

Schulungsarten

Wir bieten dir verschiedene Schulungsarten: Offene Seminare, Firmenseminare für Teams und Inhouse-Schulungen direkt bei dir vor Ort. So findest du genau das Format, das zu deinen Bedürfnissen passt.

Aktuelle Software

In unseren offenen Kursen arbeiten wir mit der aktuellsten Software-Version. So lernst du direkt mit den Tools und Features, die du auch in deinem Arbeitsalltag verwendest - praxisnah und zukunftsorientiert. Bei Inhouse- und Firmenschulungen bestimmt ihr die Version.

Deine Vorteile

Zufriedenheitsgarantie

Wir sind von unserer Qualität überzeugt. Sollte ein Training einmal nicht deinen Erwartungen entsprechen, bieten wir dir an, den Kurs kostenlos zu wiederholen oder ein anderes Training zu besuchen. Ohne Risiko, ohne Diskussion.

Inklusivleistungen

Deine Teilnahme beinhaltet: Schulungsmaterial, Zertifikat, Verpflegung (bei Präsenzveranstaltungen) und persönliche Betreuung durch unsere Trainer und unser Orga-Team. Alles aus einer Hand - keine versteckten Kosten.

Lernen von Experten

Unsere Trainer sind zertifizierte und erfahrene Profis mit jahrelanger Berufserfahrung. Sie vermitteln dir in den Kursen nicht nur theoretisches Wissen, sondern teilen ihre Erfahrungen aus realen Projekten und helfen dir, das Gelernte direkt in deiner täglichen Arbeit anzuwenden. Das ist kein Werbeversprechen, sondern unser Anspruch. Am besten siehst du das in unseren Bewertungen, z.B. auch bei Google.

Keine Vorkasse

Du zahlst erst nach dem Seminar. Keine Vorkasse, keine Vorauszahlung - so kannst du sicher sein, dass du nur für das bezahlst, was du auch wirklich erhalten hast. Die Rechnung erhältst du erst nach Kursbeginn.

Max. 8 Teilnehmende

Wir setzen auf kleine Gruppen, damit du die Aufmerksamkeit bekommst, die du verdienst. So haben wir mehr Zeit für deine individuellen Fragen und können gezielt auf deine Bedürfnisse eingehen.

Termine & Buchung

Leider bieten wir diesen Kurs nicht als offenes Seminar an, sondern nur als Inhouse- oder Firmenschulung. Wir beraten dich gerne.

Der passende Termin ist nicht dabei? Kontaktiere uns - wir finden die passende Lösung

Inhouse-Schulungen & Firmenseminare

Inhouse-Schulungen

Buche diese Schulung als maßgeschneiderte Inhouse-Schulung für dein Unternehmen oder deine Behörde. Unsere Trainer kommen zu dir und führen die Schulung in deinen Räumlichkeiten durch.

Vorteile:

  • Maßgeschneiderte Inhalte für dein Unternehmen
  • Flexible Terminplanung nach euren Bedürfnissen
  • Kosteneffizient bei mehreren Teilnehmern
  • Schulung in vertrauter Umgebung
  • Fokus auf deine spezifischen Anforderungen

Firmen-Seminare

Firmen-Seminare finden an einem unserer Schulungsstandorte statt, sind aber maßgeschneidert für dich und exklusiv für dein Team. Sie können auch online stattfinden.

Ideal für:

  • Geschlossene Gruppen aus einem Unternehmen / Behörde
  • Individuelle Terminplanung für dein Team
  • An unseren Schulungsstandorten oder Online
  • Angepasste Inhalte für deine Anforderungen

Fragen und Antworten zu Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Pflege

Was sind freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege?

Freiheitsentziehende Maßnahmen liegen vor, wenn eine Person gegen ihren natürlichen Willen oder ohne wirksame Einwilligung über längere Zeit oder regelmäßig daran gehindert wird, ihren Aufenthaltsort zu verändern. Beispiele sind Fixiergurte, Bettgitter, abgeschlossene Türen, Stecktische oder sedierende Medikamente, wenn sie gezielt zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit eingesetzt werden.

Welche Rechtsgrundlagen gelten aktuell für FeM in der Pflege?

Zentrale Rechtsgrundlage ist § 1831 BGB für freiheitsentziehende Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen. Ärztliche Zwangsmaßnahmen werden in § 1832 BGB geregelt. Ergänzend sind unter anderem Grundrechte, Betreuungsrecht, Patientenrechte, Strafrecht, Haftungsrecht und landesrechtliche Regelungen wie das Bay-PsychKHG relevant.

Wann ist eine gerichtliche Genehmigung erforderlich?

Eine betreuungsgerichtliche Genehmigung ist regelmäßig erforderlich, wenn freiheitsentziehende Maßnahmen über einen längeren Zeitraum oder wiederholt eingesetzt werden sollen. Angehörige, Bevollmächtigte oder rechtliche Betreuerinnen und Betreuer können solche Maßnahmen nicht beliebig allein anordnen. In der Schulung wird erläutert, welche Rollen Pflege, Ärzteschaft, rechtliche Vertretung und Gericht im Verfahren haben.

Welche Alternativen zu Fixierungen werden im Seminar behandelt?

Behandelt werden unter anderem Niederflurbetten, Sensormatten, Bewegungsangebote, Biografiearbeit, Milieugestaltung, Sturzprophylaxe, engmaschige Beobachtung, individuelle Tagesstruktur und Fallbesprechungen. Entscheidend ist, dass Alternativen fachlich geprüft, dokumentiert und regelmäßig neu bewertet werden.

Was ist der Werdenfelser Weg?

Der Werdenfelser Weg ist ein fachlich-juristischer Ansatz zur Vermeidung unnötiger freiheitsentziehender Maßnahmen. Er setzt auf spezialisierte Verfahrenspflege, pflegefachliche Alternativen, genaue Einzelfallprüfung und eine konsequente Abwägung zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung.

Für wen ist diese Fortbildung FeM Pflege geeignet?

Die Schulung richtet sich an Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, Wohnbereichsleitungen, Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Praxisanleitungen, soziale Betreuung, Qualitätsmanagement, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Personen, die an Entscheidungen zu freiheitsbeschränkenden Maßnahmen beteiligt sind.

Kann die Schulung als Inhouse-Training gebucht werden?

Ja, die Schulung eignet sich sehr gut als Inhouse-Training für Pflegeeinrichtungen, Träger, Kliniken oder Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Inhalte können auf interne Standards, typische Fallkonstellationen und regionale Abläufe abgestimmt werden. Weitere passende Formate findest du in der Seminarübersicht der cmt.

Weitere häufig gestellte Fragen und Antworten findest du in den FAQs .

Unser Qualitätsversprechen: Wissen, das in der Praxis funktioniert

Aus der Praxis für die Praxis

Schluss mit theoretischem Ballast. Wir trainieren dich für reale IT-Herausforderungen, nicht für Multiple-Choice-Tests. Unsere Trainer vermitteln dir genau das Wissen, das am nächsten Montagmorgen im Job wirklich funktioniert.

Individuell statt "Schema F"

Deine Fragen passen nicht ins Standard-Skript? Bei uns schon. Wir verzichten auf starre Lehrpläne und geben deinen konkreten Projekt-Fragen Raum. Unsere Trainer passen die Inhalte flexibel an das an, was dich und dein Team aktuell weiterbringt.

Maximale Freiheit: Remote oder vor Ort

Lerne so, wie es in deinen Alltag passt - ohne Reise-Stress und Zeitverlust. Egal ob remote, hybrid oder präsent vor Ort: Wir garantieren dir ein nahtloses und effektives Lernerlebnis, egal von wo du dich zuschaltest.

Mit Zufriedenheitsgarantie

Wir sind von unserer Qualität überzeugt - und wollen, dass du es auch bist. Sollte ein Training einmal nicht deinen Erwartungen entsprechen, bieten wir dir an, den Kurs kostenlos zu wiederholen oder ein anderes Training zu besuchen. Ohne Risiko, ohne Diskussion.

NOCH FRAGEN?

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Michaela Berger

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