WSUS wird nicht mehr weiterentwickelt: wie du Server künftig patchst
Was Microsoft tatsächlich angekündigt hat, welche Wege für Server offenstehen und woran die Umstellung in getrennten Netzen scheitert.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Aus einer Ankündigung wird im Haus eine Frist, die niemand gesetzt hat
Die Nachricht, dass WSUS nicht mehr weiterentwickelt wird, kommt meistens über Umwege ins Haus: über einen Fachartikel, über eine Rückfrage aus der Geschäftsführung oder über einen Prüfbericht. Was dabei zuverlässig verloren geht, ist die Unterscheidung zwischen zwei sehr verschiedenen Aussagen. Microsoft schreibt in der eigenen Dokumentation, dass WSUS nicht mehr aktiv entwickelt wird, dass alle vorhandenen Funktionen und Inhalte weiter zur Verfügung stehen und dass der Dienst für Produktivbereitstellungen unterstützt wird und Sicherheits- und Qualitätsupdates erhält. Aus dieser Nachricht wird im Haus trotzdem regelmäßig eine Frist.
Das eigentliche Problem entsteht danach. Weil die Frist erfunden ist, fehlt ihr auch das Kriterium, wann sie erfüllt wäre. Es wird ein Nachfolger gesucht, ohne dass jemand aufschreibt, welche Eigenschaften der bisherige Weg hatte und welche davon erhalten bleiben müssen. Genau daran scheitern die meisten Vorhaben: Der neue Weg ist nicht schlechter, er ist anders, und die Unterschiede treffen genau die Systeme, die man ohnehin nur schwer anfassen kann.
Der dritte Punkt ist eine Verwechslung von Zielgruppen. Die Werkzeuge, über die in diesem Zusammenhang am meisten geschrieben wird, sind auf Windows-Clients zugeschnitten. Windows Autopatch etwa automatisiert Updates für Windows, Microsoft 365 Apps for enterprise, Microsoft Edge und Microsoft Teams. Für den Serverbetrieb ist damit noch nichts entschieden, und wer die Client- und die Serverfrage in einem Vorhaben zusammenlegt, blockiert beide.
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Die Fälle, die im Alltag wirklich auflaufen
Sortiert nach dem, was auf dem Tisch landet, nicht nach der Technik dahinter. Jeder dieser Fälle hat schon einmal ein Vorhaben ausgebremst, das an sich richtig geplant war.
Symptom
Aus der Leitung kommt die Frage, bis wann WSUS ersetzt sein muss, und niemand kann eine Frist nennen. In den Unterlagen steht nur, dass der Dienst abgekündigt sei.
Ursache
Verwechslung von zwei Zuständen. Microsoft unterscheidet zwischen einer Funktion, die nicht mehr weiterentwickelt wird, und einer, die entfernt wurde. Zur ersten Kategorie schreibt Microsoft, dass die Komponente weiterhin in Windows Server ausgeliefert wird, für Produktivbereitstellungen unterstützt wird und Sicherheits- und Qualitätsupdates entlang des Produktlebenszyklus erhält. Zu WSUS heißt es zusätzlich, dass alle vorhandenen Funktionen und Inhalte weiterhin für Bereitstellungen zur Verfügung stehen.
Lösung
Nimm die beiden Sätze wörtlich in die Vorlage auf und trenn sie von der eigenen Empfehlung. Es gibt keine von Microsoft gesetzte Frist, wohl aber einen guten Grund, jetzt zu planen: Ein Dienst ohne Weiterentwicklung bekommt keine Antworten auf neue Anforderungen, und der Aufwand für die Umstellung steigt mit jedem Jahr, in dem die Umgebung darauf weiter wächst. Setz eine eigene Frist mit eigener Begründung, statt eine fremde zu erfinden.
Symptom
Der Beschluss lautet Windows Autopatch, das Vorhaben läuft an, und dann stellt sich heraus, dass die Server damit gar nicht abgedeckt sind.
Ursache
Windows Autopatch ist ein Clouddienst für die Automatisierung von Updates für Windows, Microsoft 365 Apps for enterprise, Microsoft Edge und Microsoft Teams. Der Zuschnitt liegt auf Endgeräten, und die Lizenzierung läuft über Microsoft-365-Pläne. Der Name legt eine Zuständigkeit für alles nahe, was Windows heißt, und genau daran scheitert die Erwartung.
Lösung
Trenn das Vorhaben in zwei Stränge und gib ihnen getrennte Ziele. Für Clients ist der Weg über Intune und Windows Autopatch der naheliegende, für Server ist es der Azure Update Manager über Azure Arc oder ein weiterhin betriebener lokaler Verteildienst. Die beiden Stränge teilen sich höchstens die Terminplanung, sonst nichts. Wer sie zusammenlegt, wartet mit dem einen auf das andere.
Symptom
Azure Update Manager ist gesetzt, die ersten Server sind über Azure Arc verbunden, und dann taucht auf der Abrechnung eine Position auf, mit der niemand gerechnet hatte.
Ursache
Die kostenfreie Nutzung für Arc-verbundene Server ist an Windows-Server-Lizenzen mit aktiver Software Assurance oder an aktive Abonnementlizenzen gebunden, und sie ergibt sich nicht automatisch aus der Verbindung mit Azure Arc. Microsoft verlangt eine ausdrückliche Bestätigung im Portal oder über PowerShell. Ohne diese Bestätigung wird der Dienst berechnet, auch wenn die Voraussetzungen vorliegen.
Lösung
Klär die Lizenzlage, bevor der erste Server verbunden wird, und setz die Bestätigung im selben Arbeitsschritt wie die Anbindung. Prüf dabei auch die Voraussetzungen, die Microsoft nennt: eine ausreichend neue Version des Connected Machine Agent, ein Betriebssystem ab Windows Server 2012 und ein Server, der über einen gültigen Lizenzkanal lizenziert ist. Nicht lizenzierte Server sind ausdrücklich nicht berechtigt.
Symptom
Configuration Manager soll den Verteildienst ablösen, und bei der Planung stellt sich heraus, dass die Installation der Rolle WSUS voraussetzt.
Ursache
Der Softwareupdatepunkt in Configuration Manager ist kein eigener Verteilmechanismus, sondern eine Steuerung über WSUS. Microsoft schreibt, dass auf allen Systemservern mit dieser Rolle eine unterstützte WSUS-Version installiert sein muss, und wenn die Rolle nicht auf dem Standortserver liegt, gehört dorthin zumindest die WSUS-Verwaltungskonsole.
Lösung
Behandel Configuration Manager als das, was es ist: eine Steuerungsschicht mit deutlich mehr Möglichkeiten bei Verteilung, Berichten und Wartungsfenstern, die WSUS als Bestandteil weiter mitführt. Für Häuser, die Configuration Manager ohnehin betreiben, ist das ein tragfähiger Weg und keine Sackgasse. Nur die Frage nach einem Ersatz für WSUS beantwortet er nicht, und diese Erwartung gehört früh aus dem Vorhaben heraus.
Symptom
Der WSUS-Server läuft seit Jahren mit der Windows Internal Database. Sicherungen sind umständlich, Wartung findet nicht statt, und niemand traut sich an die Datenbank heran.
Ursache
Die Windows Internal Database ist von Microsoft ebenfalls als nicht mehr weiterentwickelt eingestuft und soll in einer künftigen Version entfernt werden. Microsoft nennt dabei ausdrücklich die Rollen, die sie verwenden, darunter AD FS, AD RMS, IPAM, den Verbindungsbroker der Remotedesktopdienste und WSUS, und empfiehlt stattdessen eine freie oder vollständige Version von SQL Server.
Lösung
Wenn WSUS bei euch noch mehrere Jahre laufen soll, ist der Umzug der Datenbank die Arbeit mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Auf einem regulären SQL Server lässt sich die Datenbank sichern, prüfen und pflegen wie jede andere, und die regelmäßige Bereinigung des Bestands wird zu einem normalen Wartungsvorgang. Plan den Umzug getrennt von der Frage nach dem Nachfolger, denn er zahlt in beiden Richtungen ein.
Symptom
Ein Teil der Umgebung steht in einem Netz ohne jede Verbindung nach außen. Jeder Vorschlag aus der Cloudrichtung scheitert an dieser Zone, und damit steht das ganze Vorhaben still.
Ursache
Die Wege über Azure Update Manager setzen eine Anbindung über Azure Arc voraus, und dafür braucht es einen Pfad nach außen. In vollständig getrennten Netzen gibt es diesen Pfad aus guten Gründen nicht, und daran ändert kein Werkzeug etwas.
Lösung
Behandel diese Zone getrennt und plan für sie einen eigenen, dauerhaften Weg. Für WSUS gibt es dafür die Verteilung über Export und Import der Metadaten mit dem mitgelieferten Werkzeug, und Configuration Manager unterstützt denselben Ansatz für einen abgekoppelten Softwareupdatepunkt. Ebenso lässt sich ein WSUS-Server in einer angebundenen Zone als Quelle für die Metadaten der obersten Ebene einsetzen. Wichtig ist, dass diese Zone im Vorhaben eine eigene Zeile bekommt und nicht als Restposten mitläuft.
Welcher Weg zu welcher Zone passt
- 01 Server mit Weg nach außen und Software Assurance: Azure Arc und Azure Update Manager, Hotpatch bei Windows Server 2025.
- 02 Server ohne Weg nach außen: WSUS bleibt, aber weg von der Windows Internal Database und hin zu einem SQL Server.
- 03 Umgebungen mit Configuration Manager: bleibt bestehen, setzt WSUS als Bestandteil weiter voraus.
- 04 Clients und Microsoft-365-Anwendungen: eigener Weg über Intune und Windows Autopatch, getrennt vom Servervorhaben.
- 05 Vollständig getrennte Netze: Verteilung über Export und Import, kein Cloudweg.
Die Fragen, die den Weg festlegen
Bevor du Werkzeuge vergleichst, beantworte sechs Fragen über deine eigene Umgebung. Danach bleibt in aller Regel genau ein Weg übrig, manchmal zwei nebeneinander für unterschiedliche Zonen.
Kommen die Server ins Internet, und dürfen sie das?
Das ist die Frage, die alles andere entscheidet. Der Weg über Azure Update Manager setzt voraus, dass die Maschinen über Azure Arc angebunden sind, und dafür braucht es einen Pfad nach außen, wahlweise über einen öffentlichen Endpunkt, einen Proxy, ein Azure Arc Gateway oder einen privaten Endpunkt. Für Netze, in denen das nicht möglich ist, bleibt der Weg über einen lokalen Verteildienst, und das ist bis auf Weiteres WSUS oder ein Produkt, das darauf aufsetzt.
Welche Systeme müssen mit, und welche laufen bereits woanders?
Zähl die Server nach Betriebssystem und Standort, und trenn die Clients ausdrücklich davon. Azure Update Manager verwaltet Windows- und Linux-Server in Azure, im eigenen Rechenzentrum und in anderen Clouds über Azure Arc aus einer Oberfläche heraus. Für Clients ist dagegen der Weg über Intune und Windows Autopatch der naheliegende, und diese beiden Vorhaben laufen sinnvoll getrennt voneinander.
Habt ihr Software Assurance oder Abonnementlizenzen?
Diese Frage entscheidet über die Kosten und wird fast immer zu spät gestellt. Microsoft stellt den Azure Update Manager für Arc-verbundene Server ohne zusätzliche Kosten bereit, wenn die Windows-Server-Lizenzen über aktive Software Assurance oder aktive Abonnementlizenzen verfügen und die Berechtigung ausdrücklich bestätigt wurde. Ohne diese Bestätigung wird dieselbe Leistung berechnet, auch wenn die Voraussetzungen erfüllt wären.
Braucht ihr Freigabestufen, oder reichen Wartungsfenster?
WSUS-Umgebungen arbeiten meist mit Gruppen und ausdrücklicher Freigabe je Update. Azure Update Manager arbeitet mit geplanten Wartungsfenstern, dynamisch gebildeten Gruppen und regelmäßigen Bewertungen. Beides ist tragfähig, aber es sind verschiedene Denkweisen. Wer den bisherigen Freigabeprozess eins zu eins abbilden will, sollte prüfen, ob dieser Prozess noch Wert schafft oder ob er nur die Möglichkeiten des alten Werkzeugs abbildet.
Setzt ihr Configuration Manager ein?
Dann ist der Ausgangspunkt ein anderer, denn der Softwareupdatepunkt in Configuration Manager setzt WSUS voraus. Microsoft schreibt ausdrücklich, dass auf allen Systemen mit dieser Rolle eine unterstützte WSUS-Version installiert sein muss. Configuration Manager ist damit kein Ersatz für WSUS, sondern ein Aufbau darauf. Das ist kein Argument dagegen, aber es beantwortet die Frage nach dem Nachfolger nicht.
Wie viele Neustarts könnt ihr euch leisten?
Das ist der Punkt, an dem der Weg über Azure Arc unabhängig von den Kosten interessant wird. Hotpatch installiert Sicherheitsupdates, ohne dass die Maschine neu startet, und ist für Arc-verbundene Windows-Server-2025-Maschinen in Standard und Datacenter ohne zusätzliche Kosten verfügbar. Alle drei Monate steht dabei ein Neustart für eine neue Basis an, dazwischen laufen die Updates ohne.
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Was nicht mehr weiterentwickelt bei Microsoft tatsächlich bedeutet
Microsoft führt in einer eigenen Übersicht zwei getrennte Listen: Funktionen, die nicht mehr weiterentwickelt werden, und Funktionen, die entfernt wurden. Zur ersten Liste steht dort die Definition, die den Unterschied trägt: Eine solche Komponente wird weiterhin in Windows Server ausgeliefert, für Produktivbereitstellungen unterstützt und erhält Sicherheits- und Qualitätsupdates entlang des Produktlebenszyklus. Sie kann in künftigen Versionen entfernt werden, ist es aber nicht.
WSUS steht in dieser ersten Liste, und zwar mit dem Zusatz, dass alle vorhandenen Funktionen und Inhalte weiterhin für Bereitstellungen zur Verfügung stehen. Auch in der Rollenübersicht selbst hält Microsoft fest, dass WSUS abgekündigt ist und keine neuen Funktionen mehr bekommt, dass es aber weiterhin für Produktivbereitstellungen unterstützt wird. Die Rolle ist in Windows Server 2025 in allen Editionen vorhanden und lässt sich installieren wie zuvor.
Wer diese Sätze im Haus zitiert, nimmt der Diskussion die Panik und behält trotzdem das Argument. Denn die praktische Folge der Einstufung ist real: Eine Komponente ohne Weiterentwicklung bekommt keine Antworten auf neue Anforderungen mehr, und alles, was in einer Umgebung darauf aufsetzt, wächst in eine Richtung, aus der es später zurückgebaut werden muss. Der richtige Umgang damit ist eine eigene Frist mit eigener Begründung, nicht ein erfundener Stichtag.
Die Wege für Server, nebeneinandergestellt
Der Azure Update Manager ist der Weg, den Microsoft für Server in den Vordergrund stellt. Er überwacht und verteilt Updates für Windows- und Linux-Server in Azure, im eigenen Rechenzentrum und in anderen Clouds, wobei alles außerhalb von Azure über Azure Arc angebunden wird. Er kann Updates sofort ausbringen oder in festgelegten Wartungsfenstern planen, führt regelmäßige Bewertungen im Abstand von vierundzwanzig Stunden durch, gruppiert Maschinen dynamisch nach Kriterien und regelt Berechtigungen über die rollenbasierte Zugriffssteuerung von Azure. Bemerkenswert für die Umstellung: Er kann auch Updates ausbringen, die auf einem WSUS-Server veröffentlicht sind.
Configuration Manager bleibt für Häuser, die es einsetzen, der umfassendste Weg, weil dieselbe Umgebung neben Updates auch Softwareverteilung, Betriebssystembereitstellung und Bestandsführung abdeckt. Wichtig für die Erwartungshaltung ist, dass der Softwareupdatepunkt WSUS voraussetzt. Wer also von WSUS weg will und dabei an Configuration Manager denkt, verlagert die Steuerung, nicht die Grundlage. Für die Beurteilung heißt das: Die Frage lautet nicht, ob Configuration Manager WSUS ersetzt, sondern ob es die Steuerung so viel besser macht, dass sich der Betrieb der Umgebung lohnt.
WSUS selbst bleibt der Weg für alles, was keine Verbindung nach außen hat oder haben darf. Für diese Zonen ist der sinnvolle nächste Schritt nicht der Ersatz, sondern die Ertüchtigung: Datenbank auf einen regulären SQL Server, regelmäßige Bereinigung, verschlüsselte Übertragung und ein sauber dokumentierter Freigabeprozess. Microsoft empfiehlt für den Verteildienst ausdrücklich die Absicherung über TLS, und seit den Änderungen von September 2020 verhalten sich Server ohne diese Absicherung beim Abruf über einen Benutzerproxy zurückhaltender.
Für Clients und Microsoft-365-Anwendungen liegt der Weg woanders. Windows Autopatch automatisiert Updates für Windows, Microsoft 365 Apps for enterprise, Microsoft Edge und Microsoft Teams, arbeitet mit gestaffelten Bereitstellungsringen und wird über das Intune Admin Center gesteuert. Für den Serverbetrieb ist das kein Kandidat, für die Clientseite dagegen die naheliegende Antwort. Halt diese beiden Vorhaben im Plan getrennt, auch wenn dieselben Leute daran arbeiten.
Was der Wechsel an Anbindung und an Geld kostet
Die Anbindung ist der eigentliche Aufwandstreiber. Azure Arc verlangt einen Agenten auf jeder Maschine und einen Pfad nach außen, wobei Microsoft mehrere Varianten unterstützt: einen öffentlichen Endpunkt, einen Proxy, ein Azure Arc Gateway oder einen privaten Endpunkt. Zusätzliche Endpunkte müssen für die Verwaltungsleistungen nicht freigegeben werden. Unterstützt werden Maschinen ab Windows Server 2012 in den Editionen Standard und Datacenter, in Umgebungen mit Hyper-V, VMware, System Center Virtual Machine Manager, Azure Local, Azure VMware Solution und auf physischer Hardware.
Die Kostenfrage hängt an der Lizenzlage. Microsoft fasst mehrere Leistungen unter dem Namen Windows Server Management enabled by Azure Arc zusammen, darunter den Azure Update Manager, und stellt sie ohne zusätzliche Kosten bereit, wenn die Windows-Server-Lizenzen über aktive Software Assurance oder aktive Abonnementlizenzen verfügen. Der Haken ist die Formalie: Die Berechtigung muss ausdrücklich bestätigt werden, im Portal oder per PowerShell, und sie leitet sich nicht aus der bloßen Anbindung an Azure Arc ab. Wer nicht bestätigt und nicht am nutzungsabhängigen Modell teilnimmt, kann den Azure Update Manager auch einzeln erwerben.
Der dritte Kostenpunkt ist der Prozess selbst. Eine Umstellung, die den bisherigen Freigabeprozess eins zu eins nachbaut, wird teuer und unbefriedigend, weil beide Werkzeuge unterschiedlich denken. WSUS-Umgebungen arbeiten mit Gruppen und Freigaben je Update, Azure Update Manager mit Wartungsfenstern, dynamisch gebildeten Gruppen und Bewertungsläufen. Nutz die Umstellung, um die Frage neu zu stellen, welche Freigabe im Haus tatsächlich eine Entscheidung ist und welche nur ein Häkchen, das jemand jeden Monat setzt.
Hotpatch: der Grund, warum sich der Weg über Arc auch technisch rechnet
Hotpatching installiert Sicherheitsupdates, indem es den Code laufender Prozesse im Speicher ändert, ohne dass die Maschine neu startet. Microsoft nennt dafür mehrere Vorteile: weniger Binärdateien und damit schnellere Installation bei geringerem Verbrauch an Speicherplatz und Rechenzeit, weniger Auswirkung auf die Last und ein kürzeres Zeitfenster, in dem ein System ungeschützt ist.
Der Ablauf ist an eine Basis gebunden. Hotpatch setzt zunächst auf dem aktuellen kumulativen Update auf, und diese Basis wird alle drei Monate erneuert. Zwischen zwei Basen liegen zwei Monate mit Hotpatch-Veröffentlichungen. Ein geplantes Jahr kommt damit auf vier Basen und acht Hotpatch-Veröffentlichungen. Die Basen erfordern einen Neustart, die Hotpatch-Veröffentlichungen nicht. Kommt ein wichtiges Update dazwischen, das sich nicht als Hotpatch ausliefern lässt, ersetzt eine ungeplante Basis die Veröffentlichung dieses Monats, und dann steht ebenfalls ein Neustart an.
Wichtig für die Erwartung: Hotpatch deckt Sicherheitsupdates für Windows ab und hält dabei inhaltlich mit dem regulären Kanal Schritt. Nicht enthalten sind Updates ohne Sicherheitsbezug, Aktualisierungen des .NET Framework und alles, was nicht von Windows selbst kommt, also insbesondere Treiber und Firmware. Für diese Anteile bleibt ein Neustartfenster nötig. Ein automatisches Zurückrollen gibt es nicht: Wenn nach einem Update etwas nicht stimmt, deinstallierst du es und installierst die letzte funktionierende Basis, und dafür muss die Maschine neu starten.
Für Arc-verbundene Maschinen mit Windows Server 2025 stellt Microsoft Hotpatch ohne zusätzliche Kosten bereit, und zwar sowohl für die Standard- als auch für die Datacenter-Edition. Wer also ohnehin über die Anbindung an Azure Arc nachdenkt, sollte diesen Punkt in die Rechnung nehmen, denn eingesparte Neustartfenster sind in vielen Häusern die knappere Währung als Lizenzkosten.
Die Umstellung ohne Lücke im Patchstand
Der gefährlichste Moment einer Umstellung ist der Übergang, in dem das alte Werkzeug schon abgeschaltet und das neue noch nicht vollständig zuständig ist. Vermeide diesen Moment, indem du beide Wege für eine Zeit nebeneinander betreibst und die Zuständigkeit je Server ausdrücklich zuweist, statt sie aus der Konfiguration abzuleiten. Ein Server, für den beide Wege sich zuständig fühlen, ist harmlos, ein Server, für den sich keiner zuständig fühlt, ist der Befund im nächsten Prüfbericht.
Bau die Umstellung entlang von Zonen und nicht entlang von Systemklassen. Nimm zuerst eine Zone, die vollständig angebunden ist und in der ein Ausfall vertretbar wäre, und führ dort den kompletten Kreis durch: Anbindung, Bewertung, ein geplantes Wartungsfenster, ein Bericht über den erreichten Stand. Erst wenn dieser Kreis einmal ohne Handarbeit durchgelaufen ist, lohnt sich die zweite Zone. Wer parallel in fünf Zonen anfängt, hat fünf halbfertige Anbindungen und keinen belastbaren Bericht.
Halt während der Umstellung eine gemeinsame Kennzahl über beide Wege hinweg, und leite sie nicht aus dem jeweiligen Werkzeug ab. Die Frage lautet: Wie viele Server haben die Sicherheitsupdates des letzten Monats installiert, und welche nicht? Diese Zahl muss unabhängig davon ermittelbar sein, über welchen Weg der jeweilige Server versorgt wird, sonst misst du Werkzeuge statt Zustände. Und dokumentier die Zonen ohne Anbindung ausdrücklich als dauerhaften Sonderfall mit eigenem Verfahren, statt sie als Restarbeit zu führen, die irgendwann verschwindet.
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Häufige Fragen
Wird WSUS abgeschaltet oder aus Windows Server entfernt?
Können wir Server mit Windows Autopatch patchen?
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Was kostet der Azure Update Manager für unsere lokalen Server?
Wir haben Netze ganz ohne Verbindung nach außen. Was bleibt uns?
Lohnt sich der Umzug der WSUS-Datenbank noch, wenn wir sowieso wechseln wollen?
Quellen
- Microsoft Learn, Übersicht zu Windows Server Update Services
- Microsoft Learn, entfernte und nicht mehr weiterentwickelte Funktionen in Windows Server
- Microsoft Learn, Übersicht zum Azure Update Manager
- Microsoft Learn, Windows Server Management enabled by Azure Arc
- Microsoft Learn, Hotpatch für Windows Server
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