ReFS oder NTFS: welches Dateisystem zu welcher Aufgabe passt
Beide Dateisysteme sind aktuell und beide werden gepflegt. Sie sind aber für unterschiedliche Aufgaben gebaut, und die Unterschiede stehen in einer Vergleichstabelle, die man einmal gelesen haben sollte.
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Neuer heißt nicht besser, sondern anders zugeschnitten
Die Diskussion beginnt meistens beim Formatieren eines neuen Volumes, wenn im Auswahlfeld zwei Einträge stehen und niemand weiß, warum es zwei sind. Dann entscheidet oft das Bauchgefühl, und das Bauchgefühl sagt, dass das Resilient File System das modernere ist. Das stimmt sogar, nur ist ReFS nicht als Nachfolger von NTFS gedacht. Microsoft beschreibt NTFS ausdrücklich als das Dateisystem für den allgemeinen Einsatz über eine breite Palette von Konfigurationen und Lasten hinweg, und ReFS als Antwort auf bestimmte Anforderungen an Verfügbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Skalierung.
Der Preis für die falsche Wahl fällt erst später auf, und dann fällt er hart auf. Ein Dateiserver auf ReFS lässt sich nicht mit dem Ressourcen-Manager für Dateiserver bewirtschaften, denn der unterstützt nur NTFS. Es gibt dort weder Kontingente noch Dateiprüfungen, und Datenträgerkontingente kennt ReFS ebenfalls nicht. Ein Volume mit ReFS lässt sich außerdem nicht verkleinern, und starten kann ein Server davon nicht. Nichts davon ist ein Fehler, aber alles davon ist eine Einbahnstraße, wenn das Volume erst einmal produktiv ist.
Umgekehrt ist NTFS auf einem Virtualisierungscluster mit Storage Spaces Direct die falsche Antwort, weil dort genau die Funktionen fehlen, für die ReFS gebaut wurde. Block Cloning macht das Zusammenführen von Prüfpunkten zu einer Metadatenoperation, Sparse VDL verkürzt das Anlegen fester virtueller Festplatten von mehreren Zehnerminuten auf Sekunden, und Integrity Streams erkennen Beschädigungen und reparieren sie online aus der Zweitkopie. Die Umstellung im Nachhinein bedeutet in beiden Richtungen: neues Volume, Daten umziehen, und das ist kein Nachmittag.
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Die Kriterien, an denen sich der Alltag unterscheidet
Verglichen werden hier nicht Datenstrukturen, sondern die sechs Eigenschaften, die im Betrieb tatsächlich Arbeit machen oder ersparen: die Bewirtschaftung eines Dateiservers, der Umgang mit virtuellen Festplatten, die Erkennung und Reparatur von Beschädigungen, die Skalierung, das Zusammenspiel mit dem Speicher darunter und die Frage, wie viel Rückweg es gibt.
NTFS
das Dateisystem für den allgemeinen Einsatz, startfähig, mit Datenträgerkontingenten, Verkleinern und der vollen Werkzeugkette für Dateiserver; maximale Datei- und Volumegröße 256 TB
ReFS
das Dateisystem für Verfügbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Skalierung, mit Block Cloning, Sparse VDL und Integrity Streams; maximale Datei- und Volumegröße 35 PB, nicht startfähig
| Entscheidungsfrage | NTFS | ReFS |
|---|---|---|
| Wie gut lässt sich ein klassischer Dateiserver damit bewirtschaften? | Stärke Der Ressourcen-Manager für Dateiserver arbeitet auf NTFS, also gibt es Kontingente, Dateiprüfungen, Speicherberichte, Dateiklassifizierung und Dateiverwaltungsaufgaben. Dazu kommen die klassischen Datenträgerkontingente. Alles, was zur Bewirtschaftung eines Nutzerdateiservers gehört, ist vorhanden. | Schwäche Der Ressourcen-Manager für Dateiserver unterstützt laut Dokumentation ausschließlich NTFS und ReFS ausdrücklich nicht. Datenträgerkontingente führt die Vergleichstabelle bei ReFS als nicht verfügbar. Für ein Volume mit persönlichen Ordnern bleibt damit nur die Begrenzung über die Größe des Volumes selbst. |
| Wie schnell laufen Vorgänge mit virtuellen Festplatten? | Kommt darauf an Es funktioniert, aber jeder Kopiervorgang und jedes Zusammenführen eines Prüfpunkts bewegt tatsächlich Daten. Block Clone und Sparse VDL führt die Vergleichstabelle bei NTFS als nicht vorhanden. Auf einem einzelnen Host mit wenigen Maschinen fällt das kaum auf, auf einem Cluster mit vielen Prüfpunkten sehr wohl. | Stärke Block Cloning macht aus einem Kopiervorgang eine Metadatenoperation und beschleunigt damit das Zusammenführen von Prüfpunkten deutlich. Sparse VDL verkürzt laut Dokumentation das Anlegen fester virtueller Festplatten von vielen Minuten auf Sekunden. Genau dafür wurde die Kombination aus ReFS und Storage Spaces Direct gebaut. |
| Was passiert, wenn Daten auf dem Datenträger beschädigt werden? | Kommt darauf an NTFS erkennt und behebt eine Reihe von Fehlern, führt aber keine Prüfsummen über die Nutzdaten. Eine stille Verfälschung wird deshalb nicht zuverlässig bemerkt, und für die Reparatur gibt es keine eingebaute Zweitkopie. Der Schutz kommt an dieser Stelle aus der Ebene darunter oder aus der Sicherung. | Stärke Integrity Streams bilden Prüfsummen über Metadaten und auf Wunsch über die Nutzdaten. Zusammen mit einem gespiegelten oder mit Parität abgesicherten Speicherplatz repariert ReFS erkannte Beschädigungen online aus der Zweitkopie, ohne das Volume offline zu nehmen. Ein Scrubber sucht zusätzlich regelmäßig nach schlummernden Fehlern. |
| Wie weit reicht die Skalierung nach oben? | Kommt darauf an Die Dokumentation nennt für NTFS eine maximale Dateigröße und eine maximale Volumegröße von jeweils 256 TB. Das liegt für praktisch jeden Dateiserver weit über dem Bedarf, ist aber für sehr große Datenbestände in Forschung, Medien oder Archivierung eine sichtbare Grenze. | Stärke Für ReFS nennt dieselbe Tabelle 35 PB als maximale Dateigröße und als maximale Volumegröße. Dazu kommen wählbare Clustergrößen von 4K und 64K, wobei 4K für die meisten Fälle empfohlen wird und 64K für große sequenzielle Ein- und Ausgabe gedacht ist. |
| Wie gut passt es zum Speicher darunter, insbesondere im Cluster? | Stärke Für freigegebene Cluster-Volumes auf SAN-Speicher empfiehlt Microsoft ausdrücklich NTFS, weil damit Direct I/O möglich ist und die Leistung dadurch besser ausfällt. Auch Offloaded Data Transfer, das viele Speichersysteme anbieten, gibt es nur mit NTFS. | Kommt darauf an Auf Storage Spaces Direct ist ReFS die empfohlene Wahl und dort deutlich im Vorteil. Auf einem SAN dagegen arbeitet ein freigegebenes Cluster-Volume mit ReFS ausdrücklich im umgeleiteten Modus, unabhängig davon, ob alle übrigen Voraussetzungen für Direct I/O erfüllt wären. Offloaded Data Transfer fehlt ganz. |
| Wie viel Rückweg hast du, wenn die Entscheidung nicht passt? | Stärke Ein NTFS-Volume lässt sich verkleinern, es ist startfähig, es lässt sich auf Wechselmedien nutzen, und der Speichermigrationsdienst überträgt von NTFS nach NTFS ohne Sonderfall. Der Weg zurück oder zur Seite ist damit in fast jeder Richtung offen. | Schwäche Verkleinern ist laut Vergleichstabelle nicht vorgesehen, starten ebenfalls nicht, und Wechselmedien sind nicht unterstützt. Der Speichermigrationsdienst überträgt nicht von NTFS nach ReFS. Wer wechseln will, legt ein neues Volume an und zieht die Daten um, in beiden Richtungen. |
Wie gut lässt sich ein klassischer Dateiserver damit bewirtschaften?
Der Ressourcen-Manager für Dateiserver arbeitet auf NTFS, also gibt es Kontingente, Dateiprüfungen, Speicherberichte, Dateiklassifizierung und Dateiverwaltungsaufgaben. Dazu kommen die klassischen Datenträgerkontingente. Alles, was zur Bewirtschaftung eines Nutzerdateiservers gehört, ist vorhanden.
Der Ressourcen-Manager für Dateiserver unterstützt laut Dokumentation ausschließlich NTFS und ReFS ausdrücklich nicht. Datenträgerkontingente führt die Vergleichstabelle bei ReFS als nicht verfügbar. Für ein Volume mit persönlichen Ordnern bleibt damit nur die Begrenzung über die Größe des Volumes selbst.
Wie schnell laufen Vorgänge mit virtuellen Festplatten?
Es funktioniert, aber jeder Kopiervorgang und jedes Zusammenführen eines Prüfpunkts bewegt tatsächlich Daten. Block Clone und Sparse VDL führt die Vergleichstabelle bei NTFS als nicht vorhanden. Auf einem einzelnen Host mit wenigen Maschinen fällt das kaum auf, auf einem Cluster mit vielen Prüfpunkten sehr wohl.
Block Cloning macht aus einem Kopiervorgang eine Metadatenoperation und beschleunigt damit das Zusammenführen von Prüfpunkten deutlich. Sparse VDL verkürzt laut Dokumentation das Anlegen fester virtueller Festplatten von vielen Minuten auf Sekunden. Genau dafür wurde die Kombination aus ReFS und Storage Spaces Direct gebaut.
Was passiert, wenn Daten auf dem Datenträger beschädigt werden?
NTFS erkennt und behebt eine Reihe von Fehlern, führt aber keine Prüfsummen über die Nutzdaten. Eine stille Verfälschung wird deshalb nicht zuverlässig bemerkt, und für die Reparatur gibt es keine eingebaute Zweitkopie. Der Schutz kommt an dieser Stelle aus der Ebene darunter oder aus der Sicherung.
Integrity Streams bilden Prüfsummen über Metadaten und auf Wunsch über die Nutzdaten. Zusammen mit einem gespiegelten oder mit Parität abgesicherten Speicherplatz repariert ReFS erkannte Beschädigungen online aus der Zweitkopie, ohne das Volume offline zu nehmen. Ein Scrubber sucht zusätzlich regelmäßig nach schlummernden Fehlern.
Wie weit reicht die Skalierung nach oben?
Die Dokumentation nennt für NTFS eine maximale Dateigröße und eine maximale Volumegröße von jeweils 256 TB. Das liegt für praktisch jeden Dateiserver weit über dem Bedarf, ist aber für sehr große Datenbestände in Forschung, Medien oder Archivierung eine sichtbare Grenze.
Für ReFS nennt dieselbe Tabelle 35 PB als maximale Dateigröße und als maximale Volumegröße. Dazu kommen wählbare Clustergrößen von 4K und 64K, wobei 4K für die meisten Fälle empfohlen wird und 64K für große sequenzielle Ein- und Ausgabe gedacht ist.
Wie gut passt es zum Speicher darunter, insbesondere im Cluster?
Für freigegebene Cluster-Volumes auf SAN-Speicher empfiehlt Microsoft ausdrücklich NTFS, weil damit Direct I/O möglich ist und die Leistung dadurch besser ausfällt. Auch Offloaded Data Transfer, das viele Speichersysteme anbieten, gibt es nur mit NTFS.
Auf Storage Spaces Direct ist ReFS die empfohlene Wahl und dort deutlich im Vorteil. Auf einem SAN dagegen arbeitet ein freigegebenes Cluster-Volume mit ReFS ausdrücklich im umgeleiteten Modus, unabhängig davon, ob alle übrigen Voraussetzungen für Direct I/O erfüllt wären. Offloaded Data Transfer fehlt ganz.
Wie viel Rückweg hast du, wenn die Entscheidung nicht passt?
Ein NTFS-Volume lässt sich verkleinern, es ist startfähig, es lässt sich auf Wechselmedien nutzen, und der Speichermigrationsdienst überträgt von NTFS nach NTFS ohne Sonderfall. Der Weg zurück oder zur Seite ist damit in fast jeder Richtung offen.
Verkleinern ist laut Vergleichstabelle nicht vorgesehen, starten ebenfalls nicht, und Wechselmedien sind nicht unterstützt. Der Speichermigrationsdienst überträgt nicht von NTFS nach ReFS. Wer wechseln will, legt ein neues Volume an und zieht die Daten um, in beiden Richtungen.
Was passt wann
- Wenn auf dem Volume Nutzerfreigaben liegen und Kontingente, Dateiprüfungen oder Speicherberichte gebraucht werden
- nimm NTFS, denn der Ressourcen-Manager für Dateiserver arbeitet nur dort.
- Wenn das Volume Dateien virtueller Maschinen auf Storage Spaces Direct trägt
- nimm ReFS, weil Block Cloning, Sparse VDL und die Onlinereparatur genau diese Last im Blick haben.
- Wenn ein freigegebenes Cluster-Volume auf SAN-Speicher liegt
- formatier es mit NTFS, sonst arbeitet es dauerhaft im umgeleiteten Modus statt mit Direct I/O.
- Wenn eine bestimmte ReFS-Funktion der Grund für die Entscheidung ist
- prüf zuerst, ab welcher Fassung von Windows Server und in welcher Edition sie verfügbar ist, denn Storage Spaces Direct gibt es nur in der Datacenter Edition.
Fünf Fragen, und das Dateisystem steht fest
- 01 Sollen auf diesem Volume Kontingente, Dateiprüfungen oder Speicherberichte greifen?
- 02 Startet der Server von diesem Volume, oder liegen dort nur Daten?
- 03 Liegt darunter ein SAN mit freigegebenen Cluster-Volumes oder Storage Spaces Direct?
- 04 Liegen dort viele kleine Nutzerdateien oder wenige sehr große Dateien virtueller Maschinen?
- 05 Welche Fassung von Windows Server läuft darunter, und ist es Standard oder Datacenter?
Woran du die Entscheidung tatsächlich festmachst
Fünf Fragen zum Volume, nicht zum Dateisystem. Wer sie beantwortet, hat die Wahl bereits getroffen, und zwar begründet.
Klären, was auf dem Volume liegen soll
Freigaben für Nutzer, persönliche Ordner und Ablagen mit vielen kleinen Dateien sind der klassische NTFS-Fall, weil die Werkzeuge zur Bewirtschaftung dort hängen. Dateien virtueller Maschinen, Sicherungsziele und große sequenzielle Datenmengen sind der ReFS-Fall. Diese eine Frage entscheidet die meisten Volumes bereits, und alle weiteren Punkte sind nur noch Bestätigung oder Widerspruch.
Prüfen, ob Kontingente oder Dateiprüfungen gebraucht werden
Der Ressourcen-Manager für Dateiserver unterstützt laut Dokumentation ausschließlich Volumes mit NTFS. Datenträgerkontingente stehen in der Vergleichstabelle bei ReFS als nicht verfügbar. Wenn du persönliche Ordner begrenzen, den Wildwuchs bestimmter Dateitypen unterbinden oder regelmäßige Speicherberichte fahren willst, ist die Wahl damit getroffen, unabhängig davon, wie attraktiv die anderen Eigenschaften wirken.
Die Art des Speichers darunter mitdenken
Hier hängt viel an der Kombination. Auf einem freigegebenen Cluster-Volume über ein SAN empfiehlt Microsoft NTFS, weil damit Direct I/O möglich ist. Ein solches Volume mit ReFS arbeitet ausdrücklich im umgeleiteten Modus, und zwar auch dann, wenn alle übrigen Voraussetzungen für Direct I/O erfüllt sind. Auf Storage Spaces Direct dagegen empfiehlt Microsoft ReFS, wegen der Integritätsfunktionen, Block Cloning und der Optimierungen für genau diese Lasten.
Nachsehen, welche Funktion an welcher Version hängt
Bei ReFS zählt genau, welche Fassung von Windows Server unter dem Volume liegt. Datendeduplizierung auf ReFS ist ab Windows Server 2019 unterstützt. Dateibezogene Momentaufnahmen gibt es ab Windows Server 2022. Die Verschlüsselung auf Dateisystemebene führt die Vergleichstabelle für ReFS nur unter Windows Server 2025. Und Mirror-accelerated Parity ist unter Windows Server ausschließlich auf Storage Spaces Direct unterstützt, das wiederum laut Editionsvergleich nur in der Datacenter Edition enthalten ist.
Die Grenzen für den Rückweg kennen
Ein Volume mit ReFS lässt sich nicht verkleinern, das steht so in der Vergleichstabelle. Der Speichermigrationsdienst unterstützt einen Wechsel von NTFS auf ReFS ausdrücklich nicht, unterstützt sind NTFS auf NTFS und ReFS auf ReFS. Wer das Dateisystem wechseln will, plant also einen echten Umzug mit neuem Volume und Datenübertragung. Diese Einbahnstraße ist der Grund, warum die Entscheidung vor dem Formatieren fällt und nicht danach.
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Was ReFS kann und NTFS nicht
Drei Funktionen führt die Vergleichstabelle ausschließlich bei ReFS. Block Clone erlaubt es, einen Bereich einer Datei als reine Metadatenoperation zu kopieren, statt Daten tatsächlich zu bewegen. Der Nutzen zeigt sich beim Zusammenführen von Prüfpunkten virtueller Maschinen und beim Kopieren großer Dateien, und er ist der Grund, warum das Entwicklerlaufwerk in aktuellen Windows-Versionen auf ReFS aufsetzt. Sparse VDL beschreibt die Fähigkeit, Dateien schnell zu nullen, wodurch das Anlegen fester virtueller Festplatten von vielen Minuten auf Sekunden schrumpft.
Die dritte Funktion ist Mirror-accelerated Parity. Dabei teilt ReFS ein Volume in zwei logische Gruppen mit eigenen Datenträgertypen und eigener Absicherung: eine schnelle Gruppe für alle Schreibvorgänge und eine kapazitätseffiziente für kalte Daten, zwischen denen in Echtzeit umgelagert wird. Wichtig ist die Einschränkung dazu: Unter Windows Server ist das ausschließlich auf Storage Spaces Direct unterstützt, und Microsoft empfiehlt es für Archiv- und Sicherungslasten, während für virtualisierte Lasten mit vielen zufälligen Zugriffen der dreifache Spiegel die bessere Leistung bringt.
Dazu kommen die dateibezogenen Momentaufnahmen, die die Tabelle für Windows Server 2022 und neuer nennt. Wer sich für eine dieser Funktionen entscheidet, prüft also immer zwei Dinge gleichzeitig: die Fassung von Windows Server unter dem Volume und die Edition, denn Storage Spaces Direct ist im Editionsvergleich nur für Datacenter aufgeführt und in der Standard Edition ausdrücklich nicht enthalten.
Was NTFS kann und ReFS nicht
Die Liste ist kürzer, aber jeder Punkt darauf hat im Betrieb Gewicht. Datenträgerkontingente gibt es nur unter NTFS, ebenso Objekt-IDs, Kurznamen, Transaktionen und Offloaded Data Transfer. Ein ReFS-Volume ist nicht startfähig, lässt sich nicht verkleinern und ist auf Wechselmedien nicht unterstützt. Kurznamen sind offiziell nicht unterstützt, viele davon werden über Symlinks nachgebildet, was für ältere Anwendungen ein Unterschied sein kann.
Offloaded Data Transfer verdient eine eigene Erwähnung, weil er in Umgebungen mit einem Speichersystem im Hintergrund den Unterschied zwischen Sekunden und Minuten macht. Die Dokumentation ist an dieser Stelle eindeutig: Wenn auf einem SAN Funktionen wie Thin Provisioning, TRIM und UNMAP oder Offloaded Data Transfer gebraucht werden, muss NTFS verwendet werden. Diese Zeile allein entscheidet in vielen Rechenzentren die Frage, ohne dass es weiterer Argumente bedürfte.
Der praktisch wichtigste Punkt bleibt trotzdem der Ressourcen-Manager für Dateiserver. Er ist das Werkzeug, mit dem ein Dateiserver bewirtschaftet wird, und er arbeitet nur auf NTFS. Wer ein Nutzervolume auf ReFS legt, verliert damit Kontingente, Dateiprüfungen, Speicherberichte und die Dateiklassifizierung in einem Zug. Diese Entscheidung fällt beim Formatieren, und sie ist ohne Datenumzug nicht revidierbar.
Wo beide gleich gut sind
Ein großer Teil der Funktionen steht in der Vergleichstabelle bei beiden Dateisystemen. Dazu gehören die Verschlüsselung mit BitLocker, die Unterstützung für freigegebene Cluster-Volumes, Junctions und Symlinks, harte Links, die Unterstützung im Failovercluster, Zugriffssteuerungslisten, das Änderungsjournal, Änderungsbenachrichtigungen, Bereitstellungspunkte, Reparse Points, Volumemomentaufnahmen, Datei-IDs, Oplocks, dünn besetzte Dateien, alternative Datenströme und die Nutzung als Ort für die Auslagerungsdatei.
Interessant sind die Fußnoten dazu. Die Datendeduplizierung steht bei beiden, für ReFS aber erst ab Windows Server 2019. Die Verschlüsselung auf Dateisystemebene steht bei beiden, für ReFS aber nur unter Windows Server 2025. Thin Provisioning und TRIM sowie UNMAP stehen bei ReFS nur in Verbindung mit Speicherplätzen. Und freigegebene Cluster-Volumes mit ReFS nutzen kein Direct I/O, weder mit Speicherplätzen noch mit Storage Spaces Direct noch auf einem SAN.
Diese Fußnoten sind der Grund, warum ein Vergleich zweier Häkchen in einer Tabelle nicht reicht. Zwei Häkchen können dasselbe versprechen und trotzdem an unterschiedliche Voraussetzungen gebunden sein. Wer eine Funktion braucht, liest deshalb immer die Fußnote mit, und dann die Seite dahinter.
Wie du eine bestehende Fehlentscheidung korrigierst
Eine Umwandlung im laufenden Betrieb gibt es in keiner Richtung. Der Weg ist immer derselbe: neues Volume mit dem gewünschten Dateisystem anlegen, Daten übertragen, Freigaben und Berechtigungen mitnehmen, umschalten. Für den Weg von NTFS nach NTFS oder von ReFS nach ReFS ist der Speichermigrationsdienst das passende Werkzeug, weil er Sicherheitsbeschreibungen und Freigabeeigenschaften mitnimmt. Für den Wechsel des Dateisystems selbst ist er ausdrücklich nicht vorgesehen.
Bleibt der Weg über ein Kopierwerkzeug, und dann gelten die üblichen Regeln: Rechte, Besitzer und Überwachungseinstellungen müssen ausdrücklich mitkopiert werden, Freigabeeigenschaften legst du auf dem Ziel neu an, und du prüfst hinterher stichprobenartig, ob die Vererbung an denselben Stellen gebrochen ist. Rechne damit, dass der Wechsel ein Wartungsfenster braucht, denn der letzte Abgleich läuft ohne Nutzer.
Für die Planung lohnt es sich, den Anlass zu hinterfragen. Ein Volume, das nur deshalb gewechselt werden soll, weil das andere Dateisystem moderner klingt, ist kein guter Grund für einen Umzug. Ein Volume, auf dem Kontingente gebraucht werden und die deshalb heute niemand setzen kann, oder ein Virtualisierungscluster, auf dem jedes Zusammenführen von Prüfpunkten Stunden dauert, sind gute Gründe. Der Unterschied liegt darin, ob ein konkretes Problem gelöst wird oder ein Gefühl.
Dazu passende Kurse
Weil sich bei ReFS mit jeder Fassung etwas verschiebt, sind Kurse zu Speicher und Dateisystemen in Windows Server 2025 der schnellste Weg, den aktuellen Stand einmal geordnet zu sehen.
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Häufige Fragen
Kann ich ein bestehendes NTFS-Volume in ReFS umwandeln?
Kann Windows Server von einem ReFS-Volume starten?
Brauche ich für ReFS Speicherplätze, oder geht auch ein einfacher Datenträger?
Lohnt sich ReFS für ein reines Sicherungsziel?
Ist die Deduplizierung auf ReFS dieselbe wie unter NTFS?
Quellen
- Microsoft Learn, Resilient File System im Überblick mit Vergleichstabelle
- Microsoft Learn, Freigegebene Cluster-Volumes im Überblick
- Microsoft Learn, Ressourcen-Manager für Dateiserver im Überblick
- Microsoft Learn, Vergleich der Windows-Server-Editionen
- Microsoft Learn, Storage Migration Service, häufige Fragen
Deine Ansprechpartner
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Passt dazu
- Dateiserver läuft voll: Kontingente, Dateiprüfung und Deduplizierung nutzen
- Dateiserver umziehen, ohne Berechtigungen und Freigaben zu verlieren
- Hyper-V Failover Cluster aufbauen: Quorum, Cluster Shared Volumes, Live Migration
- NTFS-Berechtigungen und Freigaben planen, statt Rechte einzeln zu setzen