Schritt 1: Anforderungen sichtbar machen
Bevor du Produkte vergleichst, gehört auf den Tisch, was deine Umgebung überhaupt braucht. Diese Antworten holst du aus dem Bestand, nicht aus einem Blogbeitrag.
Fünf Angaben reichen für eine belastbare Vorauswahl: die Zahl der Plattformen, die tatsächlich im Code landen sollen, die Zusammensetzung des Teams, die Menge an bestehender Infrastruktur ohne Code, die Anforderungen an Freigabe und Nachweis sowie die Frage, ob Anwendungsteams sich Infrastruktur künftig selbst anfordern sollen. Der letzte Punkt kippt die Entscheidung am häufigsten, weil Selbstbedienung eine Abstraktionsschicht braucht, die klassische Skripte nicht liefern. Wie diese Schicht aussieht, beschreibt Platform Engineering einführen genauer.
Wann das plattformeigene Werkzeug reicht und wann nicht
| Kriterium | Spricht für Bicep oder CloudFormation | Spricht für Terraform oder OpenTofu |
|---|---|---|
| Reichweite | Alles liegt in einer einzigen Cloud | DNS, SaaS, Git-Plattform oder ein zweiter Anbieter gehören dazu |
| Ist-Zustand | Kein eigener State erwünscht, Plattform führt Buch | Zentraler State ist akzeptiert und wird ohnehin gesichert |
| Tempo neuer Dienste | Neue Ressourcentypen sollen am Tag eins nutzbar sein | Ein Provider-Update von wenigen Tagen ist verkraftbar |
| Team | Betriebsteam, das Vorlagen liest statt Programme schreibt | Team arbeitet bereits mit Modulen, Registry und Pipelines |
| Bestand | Wenig Altbestand, überwiegend Neubau | Viel gewachsene Infrastruktur, die schrittweise importiert wird |
| Bindung | Anbieterbindung ist ohnehin gesetzt | Lizenz und Ausstiegspfad sollen offen bleiben |