Was ist ein Standardkontenrahmen (SKR03/SKR04)?
SKR
Ein Standardkontenrahmen ist ein vorgefertigtes Verzeichnis von Sachkonten mit fester Nummernsystematik. SKR03 und SKR04 sind die beiden von DATEV herausgegebenen Rahmen für den allgemeinen Gebrauch, sie enthalten dieselben Sachverhalte, ordnen sie aber nach unterschiedlichen Prinzipien an.
Sobald du eine Buchung kontierst, greifst du auf einen dieser Rahmen zu, und ob eine Zahl in der Bilanz oder in der GuV landet, entscheidet die Kontonummer.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Herausgeber
- DATEV
- Ordnungsprinzip
- SKR03 nach Geschäftsablauf, SKR04 nach Bilanzgliederung
- Verwechselt mit
- Kontenplan des einzelnen Betriebs
- Wechsel möglich
- Sinnvoll nur zum Beginn eines Wirtschaftsjahres
Zwei Ordnungsprinzipien, ein Ergebnis
SKR03 ist nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut, die Kontenklassen folgen also grob dem Betriebsablauf, von den Anlage- und Kapitalkonten über Finanzkonten, Wareneingang und betriebliche Aufwendungen bis zu den Erlöskonten in der Klasse 8. SKR04 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip und bildet die Struktur von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nach, erst Anlagevermögen und Umlaufvermögen, dann Eigen- und Fremdkapital, danach Erträge und Aufwendungen.
Der Unterschied zeigt sich an einer einzigen Zahl. Erlöse zum vollen Umsatzsteuersatz stehen im SKR03 auf 8400, im SKR04 auf 4400. Wer Kontonummern auswendig kennt und den Rahmen wechselt, tippt monatelang die alten Nummern und landet in einer ganz anderen Kontenklasse.
Betriebswirtschaftlich ändert die Wahl nichts. Derselbe Geschäftsvorfall führt in beiden Rahmen zum selben Ergebnis, nur die Adresse der Buchung ist eine andere.
Welchen Rahmen nimmt man wofür
SKR03 ist traditionell in kleineren Betrieben und im Handwerk verbreitet, weil die Anordnung dem Denken im Ablauf entgegenkommt. SKR04 erleichtert die Erstellung des Jahresabschlusses, weil sich die Konten fast in der Reihenfolge der Bilanzpositionen auslesen lassen, und wird deshalb häufig für Kapitalgesellschaften gewählt.
Ein Wechsel ist möglich, sinnvollerweise aber nur zum Beginn eines Wirtschaftsjahres. Sonst musst du Vergleichszahlen aus zwei Systematiken zusammenführen, und jede unterjährige Auswertung braucht eine Übersetzungstabelle.
Was in der Praxis schiefgeht
Am häufigsten legt jemand eigenmächtig ein neues Konto unter einer freien Nummer an. Der Rahmen sieht für fast jeden Sachverhalt bereits ein Konto vor, und selbst angelegte Konten fallen bei den standardisierten Auswertungen durch das Raster, weil sie keiner Bilanzposition zugeordnet sind. Bevor du ein Konto anlegst, lohnt die Suche im Kontenrahmen.
Der zweite Fehler betrifft die Steuerautomatik. Viele Konten sind mit einem festen Steuerschlüssel hinterlegt und buchen die Umsatzsteuer selbstständig mit. Wer bei einem solchen Konto zusätzlich manuell einen Steuerschlüssel setzt oder auf ein automatikfreies Konto ausweicht, produziert Differenzen in der Umsatzsteuervoranmeldung, die erst bei der Abstimmung auffallen.
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Standardkontenrahmen (SKR03/SKR04) und was oft damit gleichgesetzt wird
Der Kontenrahmen ist das vollständige Angebot, der Kontenplan die betriebsindividuelle Auswahl daraus. Ein Handwerksbetrieb nutzt vielleicht 200 der mehreren tausend angebotenen Konten.
Für einzelne Branchen gibt es eigene Rahmen, etwa für die Land- und Forstwirtschaft. Sie folgen derselben Idee, berücksichtigen aber branchentypische Sachverhalte.
Das Sachkonto beantwortet, was gebucht wurde, die Kostenstelle, wo es angefallen ist. Beides wird parallel geführt und nicht gegeneinander getauscht.
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Der Rahmen ist eine Entscheidung für das ganze Wirtschaftsjahr
In der Buchhaltung merkst du den Unterschied zuerst an den Nummern, die dir im Kopf sitzen. Wer jahrelang mit dem SKR03 gearbeitet hat, sucht Erlöse in den Achtern und Wareneingänge in den Dreiern. Im SKR04 liegen die Erträge in der Vier und die Aufwendungen in Fünf und Sechs, und genau dieses Umlernen kostet nach einer Umstellung die ersten Wochen Tempo.
Schief geht es meist an den Rändern. Kassensysteme, Warenwirtschaft und Fakturierprogramme geben feste Erlöskonten mit, und die stammen dort oft noch aus der Zeit vor der Umstellung. Wird der Rahmen mitten im Wirtschaftsjahr gewechselt, passen außerdem die Vorjahresvergleiche in den Auswertungen nicht mehr zusammen, weil die Salden aus zwei verschiedenen Systematiken kommen.
Der zweite Klassiker ist der gewachsene Kontenplan. Weil freie Nummernbereiche selbst belegt werden dürfen, entstehen über die Jahre Konten, die niemand mehr zuordnen kann. Bevor du an den Rahmen gehst, lohnt sich deshalb eine Liste der tatsächlich bebuchten Konten mit ihren Salden, denn die ist regelmäßig deutlich kürzer als der Kontenplan selbst.
Standardkontenrahmen (SKR03/SKR04) lernen
Wie du Belege richtig kontierst und die Steuerautomatik im Griff behältst, üben die Trainings zur Finanzbuchführung mit DATEV an echten Buchungsfällen.
Wer denselben Kontenrahmen in einer anderen Software führt, findet den passenden Einstieg in den Kurse zur Buchhaltung mit Lexware .
Kurse, die Standardkontenrahmen (SKR03/SKR04) behandeln
Häufige Fragen
Kann ich mitten im Jahr von SKR03 auf SKR04 wechseln?
Woran erkenne ich, welchen Rahmen ein Mandant nutzt?
Muss ich alle Konten des Rahmens kennen?
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