Was ist ein Warenwirtschaftssystem?
WWS
Ein Warenwirtschaftssystem ist eine Software, die den Weg einer Ware im Betrieb abbildet, von der Bestellung beim Lieferanten über den Lagerbestand bis zum Auftrag und zur Rechnung an den Kunden. Grundlage ist der Artikelstamm, aus dem jeder Vorgang seine Preise, Einheiten und Steuersätze zieht.
Jede Bestellung, jeder Lieferschein und jede Rechnung zieht ihre Daten aus demselben Artikelstamm, und ein falsch gepflegter Datensatz fällt dir an jeder dieser Stellen auf.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Kern
- Artikelstamm mit Preisen, Einheiten und Steuersätzen
- Deckt ab
- Einkauf, Lager, Verkauf und Fakturierung
- Verwechselt mit
- Dem ERP-System, das deutlich mehr umfasst
- Schnittstelle
- Übergabe der Erlöse an die Finanzbuchhaltung
Die vier Bereiche, die zusammenspielen
Im Einkauf entstehen Bestellungen, oft aus einem Vorschlag, den das System aus Mindestbestand und offenen Aufträgen errechnet. Beim Wareneingang wird der Zugang gebucht, der Bestand steigt und die Lieferantenrechnung lässt sich gegen die Bestellung prüfen. Im Verkauf werden Angebot, Auftrag, Lieferschein und Rechnung nacheinander aus demselben Vorgang erzeugt, sodass niemand Positionen abtippt.
Der Lagerbestand ist dabei kein eigener Arbeitsschritt, sondern das Ergebnis aller Buchungen. Genau deshalb wirkt jede vergessene Buchung doppelt, einmal im Bestand und einmal in der Bewertung, die in den Jahresabschluss einfließt.
Übergabe an die Buchhaltung
Verkaufsrechnungen und Eingangsrechnungen entstehen in der Warenwirtschaft, gebucht werden sie in der Finanzbuchhaltung. Beide Programme verbindet eine Schnittstelle, die aus jeder Rechnung einen Buchungssatz macht. Damit das funktioniert, muss jeder Artikel einer Erlöskontengruppe zugeordnet sein und jedes Steuerkennzeichen ein Konto treffen.
Wenn die Übergabe abbricht, liegt das fast nie an der Schnittstelle. Meist wurde ein Artikel ohne Kontenzuordnung angelegt oder ein Kunde ohne Debitorennummer geführt. Ein Blick in das Fehlerprotokoll der Übergabe nennt den Beleg und das fehlende Feld.
Wo es im Alltag klemmt
Der häufigste Ärger entsteht durch Artikel, die zweimal angelegt wurden, weil zwei Personen unterschiedlich abgekürzt haben. Ab dann verteilen sich Bestand und Umsatz auf zwei Nummern, die Nachbestellung greift zu kurz und die Auswertung zeigt beide Artikel als Ladenhüter. Eine verbindliche Regel für Artikelbezeichnungen verhindert mehr Folgeaufwand als jede spätere Bereinigung.
Der zweite Punkt ist die Inventur. Ein System führt Sollbestände, keine Wirklichkeit. Bruch, Schwund und Fehlgriffe tauchen erst auf, wenn gezählt wird. Wer die Differenzen nur bucht, ohne die Ursache zu suchen, hat im nächsten Jahr dieselbe Abweichung an derselben Stelle.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Warenwirtschaftssystem und was oft damit gleichgesetzt wird
Ein ERP-System deckt zusätzlich Bereiche wie Finanzen, Personal und Produktion ab. Die Warenwirtschaft ist darin ein Teilbereich, kann aber auch als eigenständiges Programm laufen.
Reine Finanzbuchhaltung verarbeitet Belege und Konten, sie kennt keine Artikel und keine Bestände. Sie übernimmt die Rechnungen, die in der Warenwirtschaft entstanden sind.
Ein Lagerverwaltungssystem steuert Plätze, Wege und Kommissionierung im Detail. Die Warenwirtschaft interessiert sich für Mengen und Werte, nicht für das einzelne Regalfach.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Wahrheit über deinen Bestand steht selten im System
Der Buchbestand und das, was im Regal liegt, driften auseinander, sobald Vorgänge außerhalb des Systems passieren. Ware, die als Muster mitgeht, Bruch, der nicht abgebucht wird, oder Retouren, die im Lager ankommen und erst Tage später erfasst werden, erzeugen genau die Differenzen, die bei der Inventur auffallen.
Der zweite Dauerbrenner sind Mengeneinheiten. Eingekauft wird im Karton, verkauft wird in Stück, und die Umrechnung steht am Artikel. Stimmt sie nicht, sind Bestand, Einkaufspreis und Deckungsbeitrag gleichzeitig falsch, ohne dass jemals eine Fehlermeldung erscheint.
Bei der Übergabe an die Buchhaltung entscheidet die Zuordnung von Erlöskonto und Steuerschlüssel am Artikel darüber, ob die Umsatzsteuervoranmeldung stimmt. Auffällig wird das meist erst bei Lieferungen ins Ausland, weil dort andere Schlüssel greifen als im Inland.
Warenwirtschaftssystem lernen
Wie Artikelstamm, Bestellwesen und Auftragsabwicklung im Programm zusammenhängen, arbeiten die Kurse zur Warenwirtschaft mit Lexware Schritt für Schritt durch.
Wer dieselben Abläufe in einem großen ERP-System kennenlernen will, findet sie in den Trainings zur Auftragsabwicklung in SAP .
Kurse, die Warenwirtschaftssystem behandeln
Häufige Fragen
Braucht ein kleiner Handelsbetrieb ein eigenes System?
Was passiert mit Beständen aus der alten Software?
Wie hängen Warenwirtschaft und Kasse zusammen?
Deine Ansprechpartner
Du willst das Thema nicht nur nachschlagen, sondern anwenden können? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Ordnet mit dir ein, welcher Kurs zu deinem Vorwissen passt.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant Inhouse-Trainings, die an euren eigenen Daten und Abläufen ansetzen.
Warenwirtschaftssystem im Kurs statt im Lexikon
Nachschlagen bringt dich bis zum Verstehen. Anwenden lernst du an echten Aufgaben.