Redaktion im Web

Wer dafür geradesteht, dass die Seite stimmt

Inhalte veralten leise. Die Rolle lebt davon, dass jemand dafür zuständig ist, das zu bemerken, bevor ein Kunde auf einer falschen Angabe besteht.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Inhalte veralten, ohne dass es jemandem auffällt

Eine Produktseite nennt eine Version, die es seit zwei Jahren nicht mehr gibt. Eine Ansprechpartnerin ist längst in einer anderen Abteilung. Ein Preis stimmt nicht mehr, und irgendwann besteht ein Kunde genau darauf. Nichts davon ist ein Fehler beim Schreiben, alles davon entsteht dadurch, dass für keine dieser Seiten jemand zuständig war.

Die zweite Sorte Problem entsteht durch Wildwuchs. Kampagnenseiten werden schnell gebraucht und am System vorbei gebaut, Abteilungen legen eigene Bereiche an, und nach drei Jahren gibt es zu einem Thema fünf Seiten mit vier verschiedenen Aussagen. Wer eine davon ändert, ändert das Bild nicht, sondern erhöht nur die Zahl der Varianten.

Der dritte Punkt ist der unangenehmste, weil er von außen kommt. An jeder veröffentlichten Seite hängen Pflichten: die Anbieterkennzeichnung, Rechte an Bildern und Texten und seit dem Sommer 2025 für bestimmte Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr auch Anforderungen an die Barrierefreiheit. Diese Themen fallen niemandem auf, bis es ein Schreiben gibt.

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Wer entscheidet was

Wer entscheidet über Inhalte, und wer steht dafür gerade

Die Rolle gerät regelmäßig in die Lage, für etwas verantwortlich gemacht zu werden, das sie weder entschieden noch geprüft hat. Diese Tabelle trennt die Zuständigkeiten, die in der Praxis durcheinandergeraten.

Ob ein Thema überhaupt auf die Seite kommt

Wer entscheidet
Marketing oder Fachbereich, nach Planung
Wer setzt um
Content-Manager
Stolperfalle
Jede Abteilung bringt ihre Themen direkt ein. Ohne Reihenfolge entscheidet, wer am lautesten fragt, und der Bestand wächst ohne Linie.

Fachliche Richtigkeit einer Aussage

Wer entscheidet
Der Fachbereich
Wer setzt um
Content-Manager, nach Freigabe
Stolperfalle
Die Freigabe erfolgt mündlich im Vorbeigehen. Wenn später etwas nicht stimmt, ist nicht mehr nachvollziehbar, wer die Aussage bestätigt hat.

Anbieterkennzeichnung und rechtliche Angaben

Wer entscheidet
Geschäftsführung mit Rechtsberatung
Wer setzt um
Content-Manager oder Webmaster
Stolperfalle
Die Angaben stehen seit dem Aufbau der Seite unverändert dort und stimmen nach einem Wechsel in der Geschäftsführung nicht mehr.

Anforderungen an die Barrierefreiheit

Wer entscheidet
Geschäftsführung, auf Grundlage der Rechtslage
Wer setzt um
Redaktion und Entwicklung gemeinsam
Stolperfalle
Es wird als Aufgabe der Entwicklung behandelt. Alternativtexte, Überschriftenfolge und Verweistexte entstehen aber in der Redaktion und nirgendwo sonst.

Löschen oder Zusammenlegen alter Seiten

Wer entscheidet
Content-Manager mit dem Fachbereich
Wer setzt um
Content-Manager, technisch begleitet
Stolperfalle
Seiten werden gelöscht, ohne die alten Adressen weiterzuleiten. Verweise von außen laufen danach ins Leere, und die Arbeit von Jahren verfällt.

Sechs Prüfungen vor der Veröffentlichung

  1. 01 Ist eine zuständige Person und ein Prüfdatum für die Seite hinterlegt?
  2. 02 Stimmt die Überschriftenfolge, oder wurde nach Schriftgröße ausgewählt?
  3. 03 Hat jedes inhaltstragende Bild einen Alternativtext?
  4. 04 Sagen die Verweistexte, wohin sie führen, auch ohne den Satz drumherum?
  5. 05 Ist die Nutzung jedes Bildes und jedes Zitats geklärt?
  6. 06 Hat der Fachbereich die Aussagen freigegeben und nicht nur gelesen?
Was du mitnimmst

Was du in die Hand nimmst, damit ein Bestand gepflegt bleibt

Die Rolle unterscheidet sich vom Texten dadurch, dass sie einen Bestand über Jahre verantwortet. Diese Bausteine sind es, die aus einer Sammlung von Seiten etwas machen, das man pflegen kann.

Jeder Seite eine zuständige Person und ein Prüfdatum geben

Ohne Zuständigkeit veraltet jede Seite. Ein Prüfdatum im System, das dich erinnert, ist wirkungsvoller als der Vorsatz, einmal im Jahr alles durchzusehen, weil es die Arbeit in kleine Portionen zerlegt.

Struktur vor Text festlegen

Überschriftenebenen, Absätze, Listen und Verweise sind nicht Gestaltung, sondern Bedeutung. Sie entscheiden darüber, ob jemand eine Seite überfliegen kann, ob Vorlesewerkzeuge sie erschließen und ob Suchmaschinen den Aufbau verstehen.

Fachwissen abholen statt es zu erfinden

Der Kern der Arbeit ist ein Gespräch mit jemandem, der die Sache kann, und die Übersetzung in eine Form, die eine fremde Person versteht. Das Ergebnis geht zur fachlichen Freigabe zurück, und dieser Rücklauf gehört fest eingeplant.

Die Pflichten einer veröffentlichten Seite kennen

Anbieterkennzeichnung nach dem Digitale-Dienste-Gesetz, Rechte an Bildern und Zitaten, und für bestimmte Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes. Ob dein Angebot darunterfällt, gehört vor die Umsetzung geklärt.

Barrierefreiheit als Handwerk begreifen, nicht als Gutachten

Alternativtexte, eine saubere Überschriftenfolge, ausreichender Kontrast, sprechende Verweistexte und Formularbeschriftungen decken den größten Teil ab. Als Maßstab dienen die Web Content Accessibility Guidelines mit ihren drei Konformitätsstufen.

Werkzeugunterstützung als Entwurf nutzen, nicht als Ergebnis

Sprachmodelle liefern schnell eine Gliederung und einen ersten Entwurf. Was sie nicht liefern, ist die Gewähr, dass die Aussagen stimmen. Die fachliche Prüfung bleibt bei dir, und sie wird durch schnelleres Schreiben eher wichtiger.

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Was der Alltag ist, und was Leute darunter verstehen

Erwartet wird Schreiben. Tatsächlich ist Schreiben der kleinere Teil. Der größere besteht aus Abstimmung mit Fachleuten, Pflege im Redaktionssystem, Bildauswahl und der wiederkehrenden Arbeit, Bestehendes zu prüfen und zu aktualisieren. In vielen Häusern kommt Übersetzungskoordination dazu, sobald es mehr als eine Sprachfassung gibt.

Der zweite Block ist die Arbeit am System selbst: Vorlagen, Bausteine, Verschlagwortung, Navigation. Wer hier Ordnung hält, macht sich das Leben für Jahre leichter, denn ein Bestand ohne Struktur wird mit jeder Seite schwerer pflegbar. Diese Arbeit ist unsichtbar und wird selten geplant.

Der dritte Block sind die Pflichten. Anbieterkennzeichnung, Bildrechte, Barrierefreiheit. Nichts davon macht Freude, und alles davon landet im Zweifel bei dieser Rolle, weil sie am Veröffentlichen sitzt. Wer sie einmal geordnet hat und die Prüfungen in den Redaktionsablauf einbaut, muss sie nicht bei jeder Seite neu bedenken.

Der Weg hinein, und was dabei zählt

Der häufigste Weg führt aus der Redaktion, aus dem Marketing oder aus einer Fachabteilung, in der jemand ohnehin schon die Seiten des eigenen Bereichs gepflegt hat. Was fehlt, ist meist der sichere Umgang mit einem Redaktionssystem über die eigene Ecke hinaus und das Verständnis für Struktur als Bedeutung und nicht als Aussehen.

Aus der technischen Richtung ist der Einstieg ebenfalls möglich, dann fehlt eher die redaktionelle Seite: Zielgruppe, Tonfall, das Abholen von Fachleuten und die Geduld für Freigabeschleifen. Beide Wege tragen, entscheidend ist, dass du beide Seiten wenigstens beurteilen kannst.

Beim Nachweis zählt ein Bestand, den du betreut hast, mit einer Aussage darüber, wie du ihn geordnet hast. Ein Beispiel, in dem fünf widersprüchliche Seiten zu einer zusammengeführt wurden, samt Weiterleitungen und einer Absprache über die Zuständigkeit, sagt in einem Gespräch mehr als eine Textprobe. Textproben zeigen Sprache, dieser Fall zeigt Verantwortung.

Was zwei Leute nach drei Jahren unterscheidet

Die eine Person füllt Aufträge ab: Seite anlegen, Text einpflegen, Bild einsetzen, fertig. Die andere hat nach drei Jahren einen Bestand mit weniger Seiten als vorher, dafür ohne Widersprüche, mit hinterlegten Zuständigkeiten und mit Prüfdaten. Die zweite Arbeit ist schwerer zu verkaufen und die einzige, die den Bestand pflegbar hält.

Der zweite Unterschied ist der Umgang mit Fachleuten. Wer ein gutes Gespräch führen kann und mit vorbereiteten Fragen kommt, bekommt in vierzig Minuten den Kern eines Themas. Wer einen Fragebogen schickt, bekommt Stichworte und muss den Rest erfinden. Genau daran erkennt man Fachtexte, die von jemandem geschrieben wurden, der nie mit einem Fachmann gesprochen hat.

Der dritte Unterschied ist der Umgang mit Werkzeugen zur Texterzeugung. Sie beschleunigen den Entwurf erheblich und verschieben die Arbeit auf Prüfung und Einordnung. Wer diese Verschiebung annimmt, wird schneller. Wer den Entwurf als Ergebnis behandelt, produziert Seiten, die plausibel klingen und im Detail nicht stimmen, und das fällt der Fachabteilung sofort auf.

Wohin die Rolle führt

Der erste Schritt weiter ist die Planung statt der Pflege: Welche Themen braucht das Haus, in welcher Reihenfolge, für welche Zielgruppe, und was wird eingestellt. Damit wird aus einer ausführenden eine steuernde Rolle, und Terminologie, Tonfall und Redaktionsplanung kommen dazu.

Fachlich verzweigt es sich in Richtung Suchmaschinenoptimierung, wo Struktur und Frageorientierung ohnehin schon zur Arbeit gehören, oder in Richtung technische Dokumentation, wo Genauigkeit und Wiederverwendung von Textbausteinen im Vordergrund stehen. Beide Wege bauen auf demselben Handwerk auf und verlangen unterschiedliche Genauigkeit.

Der dritte Weg führt in die Verantwortung für die gesamte Website eines Hauses, gemeinsam mit Technik und Gestaltung. Dann geht es um Zielgruppen, Aufbau und Budget, und die einzelne Seite ist nur noch Beispiel. Wer diesen Weg geht, sollte die technische Seite ernst nehmen, weil sonst jede Entscheidung von der Entwicklung abhängt.

Warum auf dieser Seite keine Gehaltszahl steht

Redaktionsrollen tauchen in den IT-Berufsgattungen der Verdiensterhebung nicht auf, und aus diesen Gattungen beziehen wir unsere amtlichen Zahlen. Eine Zahl aus einer benachbarten IT-Zelle auf eine Redaktionsrolle zu übertragen wäre eine Behauptung. Deshalb steht hier keine.

Der Zuschnitt ist bei diesem Titel besonders breit. Er reicht von der Pflege vorgegebener Texte in einem System bis zur Verantwortung für den gesamten Auftritt eines Unternehmens mit Budget und Zulieferern. Zwischen diesen beiden Enden liegt mehr Unterschied als zwischen manchen verschiedenen Berufen, und ein Mittelwert würde beide Enden falsch beschreiben.

Als Einordnung der Branche gibt es beim Statistischen Bundesamt Bruttojahresverdienste nach Wirtschaftszweigen, einschließlich Sonderzahlungen. Für die eigene Verhandlung hilft eher die Frage, ob du Inhalte nur pflegst oder über sie entscheidest, ob du Zulieferer steuerst und ob du für die Pflichten der Seite geradestehen sollst.

Dazu passende Kurse

Den sicheren Umgang mit Vorlagen, Bausteinen und Struktur vermitteln Kurse, in denen du Inhalte in einem Redaktionssystem sicher pflegst , und zwar an einem echten Auftritt.

Wer auch verstehen will, was hinter der Oberfläche passiert, nimmt sich das breitere Angebot rund um Websites dazu.

Was verdient man

Warum es zu dieser Rolle keine amtliche Zahl gibt

Redaktionsrollen tauchen in den IT-Berufsgattungen der Verdiensterhebung nicht auf, deshalb nennen wir hier keine Zahl aus dieser Quelle. Dazu kommt, dass der Titel besonders unterschiedlich geschnitten wird: von der Pflege vorgegebener Texte bis zur Verantwortung für den gesamten Auftritt eines Hauses samt Budget und Zulieferern. Ein Mittelwert über diese Spannweite würde beide Enden falsch beschreiben. Als grobe Einordnung der Branche gibt es Bruttojahresverdienste nach Wirtschaftszweigen beim Statistischen Bundesamt, einschließlich Sonderzahlungen.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet den Content-Manager vom Webmaster?
Der Content-Manager verantwortet, was auf der Seite steht, der Webmaster, dass die Seite läuft und sicher ist. In kleinen Häusern macht dieselbe Person beides, in größeren sind es getrennte Rollen mit getrennten Bereitschaften: Bei einem Ausfall wird der Webmaster gerufen, bei einer falschen Aussage der Content-Manager.
Muss ich HTML können?
Genug, um zu verstehen, was ein Redaktionssystem aus deiner Eingabe macht. Überschriftenebenen, Listen, Verweise und Alternativtexte sind Struktur und keine Gestaltung, und wer das nur über die Schaltflächen des Editors bedient, erzeugt regelmäßig Seiten, die optisch stimmen und strukturell nicht.
Wie halte ich einen großen Bestand aktuell?
Über Zuständigkeit und Prüfdaten je Seite, nicht über eine jährliche Gesamtdurchsicht. Sinnvoll ist außerdem, den Bestand einmal zu verkleinern, bevor du ihn pflegst: Seiten zusammenlegen, Doppeltes auflösen und alte Adressen weiterleiten. Ein kleinerer Bestand bleibt aktuell, ein großer nie.
Ersetzen Sprachmodelle diese Rolle?
Sie verschieben sie. Der Entwurf entsteht schneller, die Prüfung wird dadurch wichtiger, denn ein Text, der plausibel klingt und im Detail nicht stimmt, richtet mehr Schaden an als ein fehlender Text. Dazu kommen die Aufgaben, die kein Werkzeug übernimmt: Zuständigkeiten klären, Fachleute abholen, Freigaben einholen und für das Ergebnis geradestehen.

Passt thematisch dazu

Was in der Redaktion davon abhängt und was in der Entwicklung, trennt die Anforderungen an eine barrierefreie Website im Einzelnen auf.

Persönlich für dich da

Deine Ansprechpartner

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Yves Hoppe

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Weiterbildung & Beratung

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Norbert Jansen

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Einen Bestand ordnen, statt ihn weiter zu füllen

Struktur, Pflichten und ein Redaktionsablauf, der nach drei Monaten noch steht, sind der Teil dieser Rolle, den niemand nebenbei lernt, und dafür gibt es bei cmt Zeit an einem echten Auftritt.