Spurensuche nach dem Vorfall

Beweise gehen in der ersten Stunde verloren

Wer den Rechner ausschaltet, verliert den Arbeitsspeicher. Wer ihn laufen lässt, riskiert, dass jemand aufräumt. Diese Abwägung ist der Beruf, nicht das Werkzeug.

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Worum es geht

Der teuerste Fehler passiert, bevor die Forensik überhaupt gerufen wird

Wenn ein Vorfall auffällt, will jeder dasselbe: dass es aufhört. Also wird der Rechner ausgeschaltet, das Konto zurückgesetzt, das System neu aufgesetzt und aus der Sicherung zurückgespielt. Danach läuft der Betrieb wieder, und die Frage, wie der Angreifer hereinkam, ob er noch da ist und welche Daten abgeflossen sind, lässt sich nicht mehr beantworten. Genau diese Frage stellen wenig später die Versicherung, die Aufsichtsbehörde und die Geschäftsführung.

Der Arbeitsspeicher ist dabei das Erste, was verloren geht. Dort stehen laufende Prozesse, offene Netzverbindungen, entschlüsselte Inhalte und häufig auch Schadsoftware, die auf keinem Datenträger liegt. Mit dem Ausschalten ist das weg, und zwar unwiederbringlich. Die anerkannte Reihenfolge, zuerst das Flüchtige und dann das Beständige zu sichern, ist in einem Standarddokument der Internetgemeinde seit Langem beschrieben, im Alltag scheitert sie aber daran, dass niemand vor dem Vorfall festgelegt hat, wer diese Entscheidung trifft.

Die dritte Falle ist die Arbeit am Original. Jeder Start eines Systems verändert Zeitstempel, schreibt Protokolle und kann Aufräumroutinen auslösen. Wer im Original sucht, statt zuerst ein bitgenaues Abbild zu ziehen und dessen Prüfsumme festzuhalten, hat den Beweiswert bereits beschädigt, bevor die eigentliche Untersuchung beginnt. Dass es gut gemeint war, spielt später keine Rolle mehr.

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Schritt für Schritt

Sieben Schritte, die den Weg in die Rolle tatsächlich beschreiben

Diese Reihenfolge ist die, die sich bei Leuten wiederholt, die aus Administration oder Sicherheitsbetrieb in die Forensik gewechselt sind. Wer sie umdreht und mit einem Zertifikat beginnt, kann Werkzeuge bedienen und ihre Ergebnisse nicht prüfen.

  1. 1

    Betriebssysteme so weit lernen, dass du unter die Oberfläche siehst

    Prozesse, Dienste, Anmeldevorgänge, Rechte, Autostart-Mechanismen, Ereignisprotokolle und die Registrierungsdatenbank unter Windows, die Protokolle und Dateisystemzeiten unter Linux. Das ist derselbe Stoff, den ein guter Administrator beherrscht, nur dass du ihn rückwärts liest.

    Geschafft, wenn: Du kannst an einem laufenden System sagen, was dort normal ist und was nicht dazugehört.

  2. 2

    Ein Labor bauen, in dem du Systeme absichtlich kaputt machst

    Zwei bis drei virtuelle Maschinen, eine davon zum Verunreinigen, ein Datenträgerabbild und ein Auswertungssystem. Spiele Vorfälle nach, für die du die Wahrheit kennst, und prüfe, ob deine Auswertung sie findet. Nur so merkst du, wann ein Werkzeug etwas übersieht.

    Geschafft, wenn: Du hast einen Fall untersucht, dessen Lösung du vorher kanntest, und deine Auswertung stimmt damit überein.

  3. 3

    Das Handwerk der Beweissicherung üben

    Abbild mit Schreibschutz, Prüfsumme vor und nach dem Lauf, Sicherung des Arbeitsspeichers vor dem Abschalten, Dokumentation jedes Handgriffs mit Uhrzeit. Orientierung geben der Leitfaden IT-Forensik des BSI und die internationalen Leitlinien zur Sicherung digitaler Beweismittel.

    Geschafft, wenn: Deine Dokumentation reicht aus, damit jemand anders deine Schritte ohne Rückfrage nachvollziehen kann.

  4. 4

    Einen Plattformschwerpunkt setzen, sinnvollerweise Windows zuerst

    Die meisten Vorfälle in deutschen Betrieben spielen an Windows-Arbeitsplätzen und im Verzeichnisdienst. Lerne dort die Artefakte, die eine Chronologie tragen: Anmelde- und Prozessereignisse, Spuren gestarteter Programme, Aufgabenplanung, Dienste und die Frage, was eine Anmeldung über das Netz von einer lokalen unterscheidet. Server- und Linux-Systeme kommen als zweiter Schwerpunkt dazu.

    Geschafft, wenn: Du findest auf einem präparierten System den Erstzugang und den Weg zum zweiten Rechner.

  5. 5

    Schadsoftware wenigstens grob einordnen können

    Du musst nicht jedes Programm zerlegen, aber du musst erkennen, ob eine Datei Persistenz herstellt, nach außen kommuniziert und welche Merkmale sie hat. Statische Betrachtung und kontrollierte Ausführung in einer abgeschotteten Umgebung reichen für den Alltag, alles darüber ist ein eigenes Fachgebiet.

    Geschafft, wenn: Du kannst aus einer verdächtigen Datei die Merkmale ziehen, nach denen im restlichen Bestand gesucht wird.

  6. 6

    Rechtsrahmen und Meldepflichten durcharbeiten

    Wer beauftragt, wer darf freigeben, was passiert mit privaten Inhalten auf Dienstgeräten, wann ist der Betriebsrat zu beteiligen. Dazu die Fristen: Sind personenbezogene Daten betroffen, verlangt die Datenschutz-Grundverordnung die Meldung an die Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden. Deine Untersuchung läuft also gegen eine Uhr, die außerhalb der Technik tickt.

    Geschafft, wenn: Du weißt vor der ersten Sicherung, wem du was wann melden musst und wer die Freigabe erteilt.

  7. 7

    Über eine Nachbarrolle einsteigen und dort Fälle übernehmen

    Die wenigsten fangen direkt in der Forensik an. Übliche Wege führen über den Sicherheitsbetrieb, über die Systemadministration, über Beratungshäuser mit Notfalldiensten oder über den öffentlichen Dienst bei Polizei und Ermittlungsbehörden. In allen vier Fällen bekommst du echte Fälle unter Anleitung, und das ersetzt kein Kurs.

    Geschafft, wenn: Du arbeitest an Vorfällen mit, deren Ergebnis jemand anders verantwortet, und lernst daran den Maßstab.

Fünf Schritte einer Untersuchung, in dieser Reihenfolge

  1. 01 Der Auftrag klärt Umfang, Ziel und wer die Systeme freigeben darf.
  2. 02 Gesichert wird zuerst das Flüchtige, also Speicher und Verbindungen.
  3. 03 Danach entstehen bitgenaue Abbilder mit Prüfsumme vor und nach dem Lauf.
  4. 04 Die Auswertung läuft ausschließlich an der Kopie, nie am Original.
  5. 05 Der Bericht trennt Feststellung, Beleg, Bewertung und offene Punkte.
Was du mitnimmst

Was du aufbaust, wenn du in diese Rolle willst

Der Weg besteht aus vier Teilen: technische Tiefe, sauberes Handwerk am Beweismittel, Rechtsrahmen und Berichtsfähigkeit. Die Reihenfolge ist keine Empfehlung, sondern folgt daraus, dass jeder Teil den vorherigen voraussetzt.

Dateisysteme lesen, nicht nur benutzen

Du verstehst, welche Zeitstempel ein Dateisystem führt, welche davon sich beim bloßen Öffnen ändern und wo Reste gelöschter Dateien liegen bleiben. Ohne dieses Wissen liest du ein Werkzeugergebnis, ohne es prüfen zu können.

Ein Abbild ziehen, ohne das Original zu verändern

Schreibblocker oder ein Verfahren, das nachweislich nur liest, Prüfsumme vor und nach der Sicherung, Arbeit ausschließlich an der Kopie. Das ist Handwerk, und es entscheidet darüber, ob dein Ergebnis später standhält.

Die Übergabekette lückenlos dokumentieren

Wer hatte wann welchen Datenträger, wo lag er dazwischen, wer hat ihn geöffnet. Eine Lücke in dieser Kette reicht, damit die Gegenseite die gesamte Auswertung in Zweifel zieht.

Aus Zeitstempeln eine Chronologie bauen

Du führst Anmeldeereignisse, Prozessstarts, Dateisystemzeiten und Netzprotokolle in einer gemeinsamen Zeitachse zusammen und kennst die Fallen: falsch gestellte Systemuhren, Zeitzonen und Sommerzeit werfen jede Auswertung um Stunden.

Den Rechtsrahmen vor der Auswertung klären

Auftrag, Zuständigkeit, Beschäftigtendaten und Mitbestimmung. Eine Auswertung, die private Inhalte auf einem dienstlichen Gerät berührt, ist ohne vorherige Klärung ein eigenes Problem und kein Beweis.

Einen Bericht schreiben, den ein Gericht lesen kann

Feststellung, Beleg, Bewertung und offene Punkte werden getrennt. Was du nicht belegen kannst, steht als Annahme gekennzeichnet drin oder gar nicht. Diese Trennung ist der eigentliche Unterschied zu einer technischen Analyse.

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Was der Arbeitstag tatsächlich füllt

Der Anteil, den sich Außenstehende vorstellen, also das Wiederherstellen gelöschter Dateien und das Entschlüsseln von Datenträgern, ist klein. Den größten Teil macht die Zusammenführung vieler unspektakulärer Quellen aus: Anmeldeereignisse, Zeitstempel im Dateisystem, Protokolle von Firewall und Proxy, Postfachzugriffe, Aufgabenplanung. Aus diesen Bruchstücken entsteht eine Chronologie, und die Kunst besteht darin, zu erkennen, welche Lücken darin unvermeidlich sind und welche auf ein Aufräumen hindeuten.

Der zweite große Teil ist Warten und Abstimmen. Während du arbeitest, will die Geschäftsführung produzieren, die IT will neu aufsetzen und die Kommunikation will wissen, was sie sagen darf. Eindämmung und Beweissicherung stehen dabei im Widerspruch: Jede Maßnahme, die den Angreifer aussperrt, verändert das System, das du untersuchst. Diese Abwägung triffst du nicht allein, aber du musst sie erklären können, und zwar in Sätzen ohne Fachbegriffe.

Der dritte Teil ist der Bericht, und er ist das Produkt. Ein forensischer Bericht trennt sauber zwischen dem, was belegt ist, dem, was daraus folgt, und dem, was offen bleibt. Er nennt die verwendeten Werkzeuge und Fassungen, die Prüfsummen der Abbilder und den Zeitpunkt jedes Schritts. Und er ist so geschrieben, dass eine Juristin ihn versteht, denn sie ist häufig die eigentliche Leserin.

Der Unterschied zum Penetration Tester, und warum er wichtig ist

Beide Rollen werden gern in einen Topf geworfen, weil in beiden jemand tief in fremde Systeme schaut. Der Auftrag ist aber entgegengesetzt. Ein Penetration Tester arbeitet vor dem Vorfall: Er simuliert einen Angriff in einem vereinbarten Umfang, mit schriftlicher Beauftragung, in einem festen Zeitfenster, und liefert am Ende eine Liste von Schwachstellen mit Empfehlungen. Ein IT-Forensiker arbeitet danach: Er untersucht einen tatsächlich stattgefundenen Vorfall und liefert eine belegte Chronologie dessen, was passiert ist.

Daraus folgt ein handfester Unterschied im Handwerk. Der Prüfer darf Spuren hinterlassen, er muss sogar dokumentieren, welche er hinterlassen hat, damit die Verteidigungsseite sie zuordnen kann. Der Forensiker darf keine erzeugen und muss belegen, dass er keine erzeugt hat. Der Prüfer arbeitet gegen ein Zeitfenster, der Forensiker gegen einen Zustand, der sich mit jeder Stunde verschlechtert. Der Prüfer schreibt für die IT, der Forensiker häufig für Nichttechniker mit rechtlichem Interesse.

In der Praxis überschneiden sich die Fähigkeiten trotzdem, und viele wechseln zwischen beiden Seiten. Wer Angriffstechniken kennt, weiß, wonach er in den Protokollen sucht, und wer Spuren lesen kann, versteht, warum ein Angriff auffällt. Wenn du dich entscheidest, entscheide nach dem Arbeitsrhythmus: Prüfaufträge sind planbar, Vorfälle nicht. Forensik heißt regelmäßig, dass ein Freitagnachmittag zum Wochenende wird.

Auch zum Sicherheitsbetrieb gibt es eine Grenze. Ein Security Operations Center erkennt und reagiert im laufenden Betrieb, unter Zeitdruck und mit dem Ziel, den Schaden zu begrenzen. Die Forensik setzt danach an, mit anderem Tempo und anderem Maßstab, weil ihr Ergebnis einer rechtlichen Prüfung standhalten muss. In kleineren Häusern macht dieselbe Person beides, in größeren sind es getrennte Teams mit getrennter Werkzeugkette.

Woran zwei Leute mit gleicher Berufsdauer auseinandergehen

Der erste Unterschied ist die Disziplin bei der Dokumentation. Es gibt Leute, die schnell zum Ergebnis kommen und ihre Schritte hinterher rekonstruieren, und solche, die mitschreiben, während sie arbeiten. Nur die zweite Sorte kann ein halbes Jahr später vor Gericht erklären, warum ein bestimmter Zeitstempel so und nicht anders zu lesen ist. Das ist unspektakulär und der wichtigste Punkt in dieser Rolle.

Der zweite Unterschied ist der Umgang mit dem eigenen Werkzeug. Wer die Ausgabe eines Auswertungsprogramms für die Wahrheit hält, übersieht die Fälle, in denen es eine Struktur nicht kennt oder falsch deutet. Wer stattdessen weiß, wo die Information ursprünglich steht, kann gegenprüfen. Genau danach fragt die Gegenseite, wenn Geld im Spiel ist.

Der dritte Unterschied ist die Fähigkeit, Unsicherheit auszuhalten und trotzdem eine Aussage zu treffen. Vollständige Klarheit gibt es selten. Gute Berichte sagen, was belegt ist, was wahrscheinlich ist und was offen bleibt, und sie tun das, ohne sich hinter Vorbehalten zu verstecken. Wer entweder alles behauptet oder gar nichts, ist in beiden Fällen unbrauchbar.

Wohin die Rolle führt

Die erste Richtung ist die Vorfallsbewältigung insgesamt. Wer nicht nur auswertet, sondern die Bewältigung leitet, koordiniert Eindämmung, Kommunikation, Meldepflichten und Wiederaufbau. Das ist eine Führungsaufgabe unter Druck, und sie wird meist von Leuten übernommen, die vorher selbst ausgewertet haben.

Die zweite Richtung ist die Spezialisierung. Mobile Geräte, Umgebungen bei Cloud-Anbietern, industrielle Steuerungen und das Zerlegen von Schadsoftware sind jeweils eigene Felder mit eigener Werkzeugkette. In Wirtschaftsprüfung und Revision gibt es zusätzlich einen ganzen Zweig, in dem es nicht um Angriffe von außen geht, sondern um Untreue, Datenabfluss durch Beschäftigte und Streitigkeiten zwischen Unternehmen.

Die dritte Richtung ist die öffentlich bestellte Sachverständigentätigkeit. Wer regelmäßig für Gerichte arbeitet, wächst in eine Rolle hinein, in der die fachliche Aussage vor allem verständlich und angreifbar dokumentiert sein muss. Und schließlich führt der Weg zurück in die Vorsorge: Viele Forensiker beraten irgendwann Betriebe dabei, ihre Protokollierung so einzurichten, dass eine spätere Untersuchung überhaupt möglich ist. Das ist meist die wirksamste Arbeit, die man in dem Feld tun kann, und sie passiert vor dem Vorfall.

Warum auf dieser Seite keine Gehaltszahl steht

Die Klassifikation der Berufe, nach der die amtliche Verdiensterhebung rechnet, kennt für die IT-Forensik keine eigene Berufsgattung. Die Stellen verteilen sich auf mindestens vier Bereiche mit völlig unterschiedlichen Bezahlstrukturen: den Sicherheitsbetrieb von Unternehmen, Beratungshäuser und Notfalldienstleister, die Revision und Wirtschaftsprüfung sowie den öffentlichen Dienst bei Polizei und Ermittlungsbehörden. Ein Mittelwert über diese vier Welten wäre eine Zahl ohne Bedeutung.

Die Angaben, die auf Vergleichsportalen zu diesem Beruf stehen, stammen aus Selbstauskünften, deren Fallzahl und Verfahren nicht offengelegt sind. In einem kleinen Feld mit sehr unterschiedlichen Arbeitgebern trägt so ein Wert besonders wenig, und wir drucken ihn deshalb nicht nach.

Belegbar sind zwei Größen, die du selbst nachschlagen kannst. Für den öffentlichen Dienst gelten veröffentlichte Entgelt- und Besoldungstabellen, dort ist die Einordnung transparent nachlesbar. Für die Privatwirtschaft weist das Statistische Bundesamt Verdienste auf Branchenebene aus, unter anderem für Information und Kommunikation. Beides ist eine Größenordnung für ein Umfeld, keine Aussage über diese Tätigkeit, und genau so sollte man es lesen.

Dazu passende Kurse

Weil das Handwerk am Beweismittel über alles Weitere entscheidet, beginnen viele mit Kurse, in denen du ein Abbild ziehst, ohne den Beweiswert zu zerstören .

Wer eine Chronologie bauen will, braucht die Artefakte des jeweiligen Systems, und dazu passen Trainings, in denen du Spuren im Betriebssystem des Angegriffenen liest .

Was verdient man

Warum es zu dieser Rolle keine amtliche Zahl gibt

Für die IT-Forensik gibt es keine eigene Berufsgattung in der amtlichen Verdiensterhebung, deshalb steht hier keine Zahl und auch keine Spanne. Der Grund liegt nicht daran, dass die Rolle selten wäre, sondern daran, dass sie sich über mindestens vier Welten verteilt: den Sicherheitsbetrieb von Unternehmen, Beratungshäuser mit Notfalldiensten, Revision und Wirtschaftsprüfung sowie den öffentlichen Dienst bei Polizei und Ermittlungsbehörden. Diese vier bezahlen nach völlig unterschiedlichen Logiken, und ein gemeinsamer Mittelwert wäre irreführend. Nachschlagen kannst du zwei Dinge selbst: die veröffentlichten Entgelt- und Besoldungstabellen des öffentlichen Dienstes und die Branchenwerte des Statistischen Bundesamtes für Information und Kommunikation. Beides beschreibt ein Umfeld und nicht diese Tätigkeit.

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Häufige Fragen

Soll ich einen betroffenen Rechner ausschalten oder laufen lassen?
Das ist die erste echte Entscheidung, und sie hat keine allgemeingültige Antwort. Ausschalten vernichtet den Arbeitsspeicher mit laufenden Prozessen, Verbindungen und oft der Schadsoftware selbst. Laufenlassen gibt einem aktiven Angreifer Zeit, Spuren zu beseitigen oder weiterzugehen. Der übliche Kompromiss besteht darin, das Gerät vom Netz zu trennen, aber eingeschaltet zu lassen, und zuerst den Speicher zu sichern. Wer diese Frage erst im Ernstfall stellt, hat sie zu spät gestellt.
Ist ein Zertifikat wie der Computer Hacking Forensic Investigator Pflicht?
Pflicht ist es nicht, aber es hat zwei Funktionen: Es öffnet die Vorauswahl bei Personalabteilungen und Ausschreibungen, und es zwingt dich, die Themen systematisch statt nach Gefühl durchzuarbeiten. Was es nicht ersetzt, sind eigene Fälle. Im Fachgespräch wird gefragt, wie du an einen konkreten Fall herangehst und wie du eine Aussage belegst, und dort hilft kein Prüfungswissen.
Brauche ich juristische Kenntnisse?
Ein Jurastudium nicht, aber ein belastbares Grundverständnis. Du musst wissen, wer eine Untersuchung beauftragen darf, wie mit privaten Inhalten auf Dienstgeräten umzugehen ist, wann der Betriebsrat zu beteiligen ist und welche Meldefristen laufen. Für die Bewertung im Einzelfall gibt es Juristinnen und Juristen, aber du musst erkennen, wann du sie brauchst, und das ist im Ernstfall meistens sofort.
Ist IT-Forensik dasselbe wie ein Penetrationstest?
Nein, es ist die Gegenrichtung. Ein Penetrationstest simuliert vor dem Vorfall einen Angriff in einem vereinbarten Umfang und liefert Schwachstellen mit Empfehlungen. Die Forensik untersucht nach dem Vorfall, was tatsächlich geschehen ist, und liefert eine belegte Chronologie, die einer rechtlichen Prüfung standhält. Der Prüfer darf Spuren hinterlassen, der Forensiker muss belegen, dass er keine erzeugt hat.

Passt thematisch dazu

Wie das Vorgehen an einem konkreten System aussieht, zeigt die Anleitung dazu, wie du bei einem betroffenen Linux-Server Schritt für Schritt vorgehst .

Weil deine Untersuchung gegen eine Meldefrist läuft, gehört dazu die Frage, was innerhalb der 72 Stunden gemeldet werden muss und was nicht .

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