Wenn die KI überzeugend danebenliegt
Erfundene Zahlen, erfundene Paragrafen, erfundene Quellen: Warum Sprachmodelle das tun und mit welchen Regeln dein Team es im Alltag früh bemerkt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Schaden entsteht nicht beim Fehler, sondern beim ungeprüften Weiterreichen
Eine erfundene Antwort fällt selten im Chatfenster auf. Sie fällt auf, wenn sie in einem Angebot steht, in einer Kundenmail, in einer Betriebsanweisung oder in einer Auskunft an eine Behörde. Bis dahin hat sie mehrere Hände passiert, und jede hat sich darauf verlassen, dass die vorherige geprüft hat.
Der Grund liegt im Ton. Ein Modell formuliert eine erfundene Rechtsgrundlage genauso ruhig und sauber wie eine korrekte. Es gibt kein Zögern, keinen Hinweis auf eine dünne Faktenlage, also fehlt genau das Signal, an dem Menschen sonst nachfragen.
Teams reagieren dann oft mit einem Verbot oder mit dem Gegenteil, blindem Vertrauen. Beides kostet: Das Verbot verschenkt den Nutzen und verlagert die Nutzung in den Schatten, das blinde Vertrauen produziert Fehler, die später jemand mühsam zurücknehmen muss.
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Symptom, Ursache, Lösung
Symptom
Die Antwort nennt einen Paragrafen samt Absatz, und beim Nachschlagen steht dort etwas völlig anderes.
Ursache
Das Modell hat die Form einer Fundstelle gelernt, nicht deren Inhalt, und erzeugt eine Zeichenfolge, die wie ein Verweis aussieht.
Lösung
Rechtsfragen nur mit angehängtem Normtext beantworten lassen und jede Fundstelle vor der Weitergabe im Original öffnen.
Symptom
Zwei Kollegen stellen dieselbe Frage und bekommen zwei verschiedene, jeweils sehr sichere Antworten.
Ursache
Ohne Faktengrundlage entscheidet der Zufall der Wortauswahl mit, und kleine Unterschiede in der Formulierung kippen die Antwort.
Lösung
Dieselbe Frage bewusst mehrfach und unterschiedlich formuliert stellen. Weichen die Antworten ab, ist keine davon belastbar, und die Frage braucht eine Quelle.
Symptom
Die Zusammenfassung eines Dokuments enthält einen Punkt, den im Dokument niemand findet.
Ursache
Fehlt im Ausgangstext ein Element, das üblicherweise dazugehört, ergänzt das Modell es aus dem Sprachmuster heraus.
Lösung
Zusammenfassungen mit Abschnitts- oder Seitenverweis je Aussage anfordern und Punkte ohne Verweis streichen.
Symptom
Nach einem Modellwechsel tauchen Fehler auf, die vor Monaten schon einmal abgestellt waren.
Ursache
Die Korrekturen steckten in Prompts und mündlichen Absprachen, nicht in einer Sammlung von Testfällen, die vor dem Wechsel läuft.
Lösung
Jeden gemeldeten Fehler als Testfall mit erwarteter Antwort ablegen und diese Sammlung vor jedem Wechsel durchlaufen lassen.
Symptom
Das Modell bestätigt eine Funktion, die es in der eingesetzten Software gar nicht gibt.
Ursache
Die Frage enthielt die Annahme bereits, und das Modell folgt dem Gesprächsverlauf, statt ihr zu widersprechen.
Lösung
Offen fragen, ob es den Weg gibt, statt zu fragen, wie er geht, und die Antwort gegen die Herstellerdokumentation halten.
Fünf Stellen, an denen eine Falschaussage gestoppt wird
- 01 Die Frage liefert Quellen mit, statt das Modellgedächtnis zu befragen.
- 02 Der Prompt verlangt Belegstellen vor der eigentlichen Antwort.
- 03 Ein zweiter Durchlauf hält jede Aussage gegen das vorgelegte Material.
- 04 Eine benannte Person gibt frei, was das Haus verlässt.
- 05 Ein Fehler aus der Testsammlung wird beim nächsten Modell erneut geprüft.
Was du nach dieser Seite im Griff hast
Halluzinationen lassen sich nicht wegdiskutieren, aber sie lassen sich einhegen. Die Mittel dafür sind unspektakulär und wirken sofort, sobald sie verbindlich sind statt gut gemeint.
Riskante Fragen erkennen
Du weißt, bei welchen Frageklassen die Fehlerquote steigt, und behandelst genau diese anders als den Rest.
Quellen statt Gedächtnis
Du legst dem Modell die Fakten vor, statt sie aus ihm herauszuholen, und machst die Antwort damit überhaupt erst prüfbar.
Prompts mit Prüfschritt
Du formulierst Aufgaben so, dass Belegstellen zuerst genannt werden und fehlende Angaben ausdrücklich als fehlend erscheinen.
Freigabe nach Schadenshöhe
Du staffelst die Kontrolle danach, wohin eine Ausgabe geht, statt alles gleich streng oder alles gleich locker zu behandeln.
Gegenlesen automatisieren
Du kennst den zweiten Durchlauf, in dem ein Modell die Antwort gegen die Quellen hält, und weißt, was er leistet und was nicht.
Fehler dokumentieren
Du sammelst aufgefallene Falschaussagen in einer Testsammlung, damit derselbe Fehler nach dem nächsten Modellwechsel auffällt.
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Warum ein Modell überhaupt erfindet
Das Modell hat kein Konzept von wahr und falsch, es hat ein Konzept von wahrscheinlich. Bei einer Frage nach einer Norm, einer Telefonnummer oder einem Paragrafen erzeugt es die Zeichenfolge, die an dieser Stelle am plausibelsten wirkt. Das Ergebnis sieht aus wie eine Quellenangabe, weil es die Form einer Quellenangabe gelernt hat.
Verstärkt wird das durch die Art, wie Assistenzsysteme abgestimmt werden: Antworten, die hilfreich wirken, werden bevorzugt. Ein klares „Ich weiß es nicht“ wirkt selten hilfreich. Wer nichts dagegen unternimmt, bekommt ein System, das lieber rät als schweigt.
Die Fragen, bei denen es regelmäßig schiefgeht
Erfindungen häufen sich an erkennbaren Stellen: bei Zahlen und Datumsangaben, bei Namen von Personen und Produkten, bei Rechtsnormen und Aktenzeichen, bei allem, was nach dem Wissensstand des Modells passiert ist, und bei Nischenthemen mit wenig Trainingsmaterial. Auch Zusammenfassungen sind betroffen, wenn im Ausgangstext etwas fehlt, das die Zusammenfassung schlüssig erscheinen ließe.
Ein zweiter Auslöser ist die Frage selbst. Wer eine falsche Annahme in die Frage einbaut, bekommt sie oft bestätigt zurück, weil das Modell dem Gesprächsverlauf folgt. Wenn du wissen willst, ob es etwas gibt, frag nicht, wie es funktioniert.
Was im Alltag wirklich hilft
Der wirksamste Hebel ist, dem Modell die Fakten selbst vorzulegen, statt sie aus ihm herauszufragen. Eine Antwort auf Grundlage angehängter Auszüge lässt sich prüfen, eine Antwort aus dem Gedächtnis nicht. Dazu gehört die Anweisung, sich ausschließlich auf das vorgelegte Material zu stützen und fehlende Angaben ausdrücklich als fehlend zu benennen.
Im Prompt hilft außerdem, Unsicherheit zu erlauben und einen Prüfschritt zu verlangen: erst die Belegstellen benennen, dann die Antwort formulieren. Was ohne Beleg dasteht, gilt im Team als unbestätigt. Bei heiklen Ausgaben braucht es zusätzlich eine benannte Person, die freigibt, sonst wandert die Verantwortung stillschweigend an das Werkzeug.
Prüfen, ohne alles doppelt zu machen
Eine vollständige Kontrolle jeder Ausgabe frisst den Zeitgewinn auf. Sinnvoller ist eine Abstufung nach möglichem Schaden: Was intern als Entwurf weiterläuft, wird stichprobenartig geprüft, was an Kundschaft, Behörden oder in Verträge geht, vollständig und von jemandem mit Fachkenntnis.
Prüfbar wird eine Antwort nur, wenn sie prüfbar formuliert ist. Verlange getrennte Aussagen statt eines Fließtexts, in dem Beleg und Schlussfolgerung verschmelzen. Zahlen, Namen und Zitate werden gegen die Quelle gehalten, nicht gegen das Bauchgefühl, und wer die Quelle nicht findet, streicht die Aussage.
Halluzinationen verschwinden nicht, sie werden beherrschbar
Kein Verfahren bringt die Rate auf null. Quellenanbindung senkt sie deutlich, ein zweiter Durchlauf zum Gegenlesen fängt weitere Fälle ab, eine feste Testsammlung macht Verschlechterungen nach einem Modellwechsel sichtbar. Der Rest ist eine organisatorische Frage: Welche Ausgabe darf ungeprüft weiterwandern und welche nicht.
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Wie ein Team Prüfregeln festlegt und heikle Ausgaben absichert, üben die Kurse zum sicheren Umgang mit KI-Ergebnissen an eigenen Beispielen.
Sobald du wissen willst, ob eine Änderung am Prompt wirklich weniger Fehler bringt, brauchst du Messwerte, und dazu passen die Trainings zum Messen von Antwortqualität .
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
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Die Inhalte wurden sehr gut vermittelt und Fragen wurden perfekt beantwortet.
Marco ist ein extrem guter Trainer, der mit seinem Fachwissen zum Thema KI sehr viel Expertise mitbringt.
Seminarleiter war sehr gut vorbereitet, Den Lehrstoff hat er ausführlich und praxisorientiert vorgetragen.
Häufige Fragen
Hilft es, dem Modell zu verbieten, etwas zu erfinden?
Sind Quellenangaben in der Antwort ein Beweis?
Woran erkennt jemand ohne Fachwissen eine erfundene Antwort?
Deine Ansprechpartner
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Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem KI-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
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