Zertifizierungen

LFCS Zertifizierung: die praktische Prüfung für Linux-Administratoren

Zwei Stunden an einem echten System, keine einzige Multiple-Choice-Frage. Die LFCS ist damit näher an deinem Arbeitsalltag als jede Ankreuzprüfung, verlangt aber auch, dass du die Befehle wirklich im Kopf hast statt sie zu erkennen.

6 Kapitel mit allen Befehlen
IT-Fachkraft bereitet sich mit Laptop und Notizen auf eine Zertifizierungsprüfung vor
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Warum reines Zertifikatswissen im Betrieb selten trägt

In vielen Rechenzentren steht heute kein einheitlicher Linux-Bestand mehr. Neben Red Hat Enterprise Linux laufen Debian-Systeme in der Buildchain, SUSE unter SAP und Ubuntu auf den Container-Nodes. Wer nur den Werkzeugkasten einer Distribution kennt, bleibt schon beim Wechsel des Paketmanagers oder bei einem anders vorkonfigurierten Firewall-Stack stehen. Genau diese Lücke adressiert die LFCS, weil sie das Handwerk prüft und nicht das Menü eines Herstellers.

Der zweite Punkt ist die Prüfungsform. Eine reine Wissensabfrage lässt sich mit auswendig gelernten Fragenkatalogen bestehen, ohne dass jemals ein Dateisystem angelegt wurde. Die LFCS ist performance-based: Du bekommst eine Konsole, eine Aufgabenliste und ein festes Zeitfenster von zwei Stunden. Bewertet wird der Zustand des Systems am Ende, nicht der Weg dorthin. Damit ist das Zertifikat gegenüber Vorgesetzten und Kunden ein deutlich belastbarerer Nachweis.

Die typischen Fehler in der Vorbereitung wiederholen sich. Kandidaten lesen Dokumentation, statt eine eigene virtuelle Maschine zu zerlegen und wieder aufzubauen. Sie üben ausschließlich auf ihrer Hausdistribution und stolpern dann über abweichende Pfade, Dienstnamen und Defaults. Und sie unterschätzen den Zeitdruck: Wer systemd-Units, LVM-Layouts oder eine Netzwerkkonfiguration erst in der Manpage nachschlagen muss, kommt in zwei Stunden nicht durch.

Miniatur-Szene: Prüfungstisch mit versiegeltem Zertifikat, Stempel, Handbüchern und einer Medaille
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Vom Einstieg zur LFCS-Zertifizierung

  1. 01 LFS300 als Einstieg
  2. 02 LFS300 Grundlagen
  3. 03 LFS207 Administration
  4. 04 LFS307 Vertiefung
  5. 05 Eigenes VM-Labor
  6. 06 LFCS-Prüfung, 2 Stunden praktisch
Was du mitnimmst

So bereitest du dich strukturiert auf die LFCS vor

Die Prüfung deckt die klassischen Aufgabenfelder eines Systemadministrators ab, von den essenziellen Kommandos über Benutzer- und Gruppenverwaltung, Storage, Netzwerk und Dienstkonfiguration bis zu Deployment- und Betriebsaufgaben. Der Weg dahin lässt sich in klare Schritte zerlegen, und für jeden Schritt gibt es bei cmt einen passenden Kurs.

Grundlagen sauber schließen

Wenn du aus dem Helpdesk oder aus der Windows-Administration kommst, ist ein Grundlagenkurs der ehrlichere Einstieg. LFS300 Fundamentals of Linux schafft die Basis für Dateisystem, Shell und Paketverwaltung.

Administration über alle Distributionsfamilien üben

LFS207 Linux System Administration Essentials behandelt die Aufgaben, die die LFCS abfragt, ausdrücklich distributionsübergreifend. Du arbeitest mit apt und dnf, mit systemd-Units, journald, Cron und Timern, mit Benutzerverwaltung und Berechtigungen.

Storage und Netzwerk vertiefen

Partitionierung, LVM, Dateisysteme inklusive XFS und ext4, Mount-Optionen in fstab, NFS-Freigaben sowie IP-Konfiguration, Routing und Namensauflösung sind in der Prüfung überdurchschnittlich stark vertreten. LFS307 Linux System Administration geht hier deutlich tiefer als ein Grundkurs.

Eigenes Labor aufbauen

Richte dir zwei oder drei virtuelle Maschinen ein, jeweils eine aus der Debian- und eine aus der RPM-Welt, und arbeite reale Aufgaben durch: Dienst absichern, Volume vergrößern, Benutzer mit sudo-Regeln anlegen, Container mit Podman starten, Logrotation prüfen. Snapshots erlauben dir, jede Aufgabe mehrfach zu wiederholen.

Prüfungsmechanik trainieren

Übe mit Zeitnahme, arbeite konsequent mit Tab-Completion, man -k und den Beispielen unter /usr/share/doc. Bearbeite zuerst die Aufgaben, die du sicher beherrschst, und prüfe am Ende jede Änderung auf Persistenz über einen Reboot, denn genau daran scheitern viele Punkte.

Zertifizierung im Team einordnen

Für Häuser mit gemischtem Bestand ist die LFCS oft der bessere Nachweis als eine herstellergebundene Prüfung. Wo dagegen ausschließlich RHEL im Einsatz ist, sind RH124, RH134 und RH199 mit Blick auf die RHCSA die naheliegendere Route, und im LPI-Umfeld die LPIC-1 Komplettausbildung.

Tutorial

Vom Lehrbuchwissen zur Prüfungsroutine

Du baust ein Prüfungslabor, übst die Bereiche in der Reihenfolge, in der sie Punkte bringen, und schließt mit einer Ablaufroutine für den Prüfungstag. Jeder Abschnitt endet mit dem Kontrollbefehl, mit dem du selbst nachweist, dass die Aufgabe gelöst ist.

01

Ein Labor, das dem Prüfungssystem nahekommt

Die LFCS bewertet den Zustand eines laufenden Systems. Jedes Kapitel, das du nur gelesen hast, bringt exakt null Punkte. Bau deshalb zuerst die Umgebung, in der ein kaputtes System kein Problem ist, sondern der Normalfall.

Übungsmaschine mit Zusatzplatten anlegen
virt-install --name lfcs-a --memory 2048 --vcpus 2 \
  --disk size=20 --disk size=5 --disk size=5 \
  --osinfo detect=on \
  --location /var/lib/libvirt/images/rocky-minimal.iso

virsh snapshot-create-as lfcs-a sauber "Basisinstallation"
virsh snapshot-revert  lfcs-a sauber

Die beiden kleinen Zusatzplatten sind Absicht: LVM, Dateisysteme und Einträge in der fstab übst du nicht auf der Systemplatte. Geh nach jeder Übungsrunde auf den Snapshot zurück. Nur so trainierst du den Weg vom sauberen System zur Lösung, und genau der wird geprüft. Wer auf einem gewachsenen System übt, löst Aufgaben mit Vorarbeiten, die in der Prüfung nicht existieren.

Was in dein Labor gehört

  • Zwei zusätzliche virtuelle Platten je Maschine für LVM, Dateisysteme und fstab
  • Ein zweites Netzwerk-Interface für Routing-, Bonding- und Firewall-Übungen
  • Eine Maschine aus der RHEL-Familie und eine aus der Debian-Familie, denn im Betrieb triffst du beide
  • Ein Snapshot direkt nach der Installation, auf den du nach jeder Runde zurückgehst
02

Grundbefehle und Benutzerverwaltung unter Zeitdruck

In der Prüfung zählt Tempo. Die man-Pages liegen auf jedem Linux-System, aber Blättern kostet Minuten. Trainiere deshalb gezielt den schnellen Einstieg in die Dokumentation, statt sie zu meiden.

Dokumentation als Werkzeug, nicht als Ausrede
man -k firewall              # Stichwortsuche über alle man-Pages
apropos 'user account'
man 5 fstab                  # Abschnitt 5 sind Dateiformate
man 5 sssd.conf

rpm -qd firewalld | head     # RHEL-Familie: Doku eines Pakets auflisten
dpkg -L ufw | grep doc       # Debian-Familie

man -k braucht eine aktuelle Datenbank. Läuft die Suche ins Leere, hilft sudo mandb. In sehr schlanken Installationen und in Container-Images ist tsflags=nodocs in /etc/dnf/dnf.conf gesetzt, dann fehlen die man-Pages nachinstallierter Pakete komplett.

Benutzer, Gruppen, sudo
sudo useradd -m -s /bin/bash -c "Praktikum" pkoch
sudo passwd -e pkoch                     # Passwortwechsel bei der ersten Anmeldung
sudo chage -M 90 -W 14 pkoch
sudo usermod -aG wheel pkoch             # RHEL-Familie
sudo usermod -aG sudo  pkoch             # Debian-Familie

echo 'pkoch ALL=(ALL) NOPASSWD: /usr/bin/systemctl restart nginx' \
  | sudo tee /etc/sudoers.d/pkoch
sudo visudo -cf /etc/sudoers.d/pkoch
sudo -l -U pkoch

sudo -l -U benutzer ist dein Kontrollbefehl: Er zeigt genau das, was der Benutzer darf, ohne dass du dich als dieser Benutzer anmelden musst. Und merk dir den Unterschied: Die Gruppe heißt in der RHEL-Familie wheel, unter Debian und Ubuntu sudo. Diese Kleinigkeit kostet in Prüfungen regelmäßig Punkte. Ein vergessenes -a bei usermod -aG wirft den Benutzer aus allen übrigen Gruppen.

Gruppenverzeichnis mit SGID und ACL
sudo groupadd projekt
sudo install -d -m 2770 -g projekt /srv/projekt   # 2 = SGID, Gruppe wird vererbt
sudo setfacl -m g:pruefer:r-x /srv/projekt
sudo setfacl -d -m g:projekt:rwx /srv/projekt     # Vorgabe für neue Dateien
getfacl /srv/projekt
ls -ld /srv/projekt

Das + hinter den Rechten in ls -l ist der einzige Hinweis darauf, dass überhaupt eine ACL existiert. Wer nur auf die klassischen Rechte schaut, sucht bei Zugriffsproblemen dauerhaft an der falschen Stelle.

03

Storage: hier bleiben die meisten Punkte liegen

Storage-Aufgaben sind aufwendig, aber vollständig mechanisch. Wer die Reihenfolge im Kopf hat, löst sie zuverlässig. Wer sie sich zusammenreimt, verliert Zeit und am Ende Daten.

LVM anlegen und dauerhaft einhängen
lsblk -f
sudo pvcreate /dev/vdb /dev/vdc
sudo vgcreate vgdaten /dev/vdb /dev/vdc
sudo lvcreate -L 4G -n lvweb vgdaten
sudo mkfs.xfs /dev/vgdaten/lvweb
sudo mkdir -p /srv/web

sudo blkid -s UUID -o value /dev/vgdaten/lvweb
# Zeile in /etc/fstab, immer per UUID statt /dev/sdX:
# UUID=<wert>  /srv/web  xfs  defaults,nofail  0 2

sudo systemctl daemon-reload
sudo mount -a
findmnt /srv/web

systemctl daemon-reload nach jeder Änderung an der fstab, denn systemd erzeugt daraus Mount-Units. findmnt zeigt anschließend, welche Optionen tatsächlich aktiv sind. Gerätenamen wie /dev/sdb können sich beim nächsten Start vertauschen, die UUID nicht.

Vergrößern, verkleinern, kontrollieren
sudo vgs && sudo lvs
sudo lvextend -r -L +2G /dev/vgdaten/lvweb   # -r vergrößert das Dateisystem mit
df -h /srv/web

# Verkleinern nur bei ext4, und nur in dieser Reihenfolge:
sudo umount /srv/daten
sudo e2fsck -f /dev/vgdaten/lvdaten
sudo resize2fs /dev/vgdaten/lvdaten 3G
sudo lvreduce -L 3G /dev/vgdaten/lvdaten

lvextend -r spart dir den zweiten Befehl und damit eine Fehlerquelle. Beim Verkleinern gibt es keine solche Abkürzung, dort musst du die Reihenfolge selbst einhalten.

04

Netzwerk und Dienste dauerhaft konfigurieren

In diesem Bereich unterscheiden sich die Distributionsfamilien am deutlichsten. Übe beide Wege, auch wenn du für die Prüfung nur einen brauchst, denn im Betrieb triffst du beide.

Adresse, Firewall, Kontrolle
nmcli con add type ethernet ifname enp1s0 con-name lan ipv4.method manual \
  ipv4.addresses 192.168.50.20/24 ipv4.gateway 192.168.50.1 ipv4.dns 192.168.50.1
nmcli con mod lan ipv4.dns-search lab.intern
nmcli con up lan
nmcli -f IP4.ADDRESS,IP4.GATEWAY,IP4.DNS con show lan

# firewalld: dauerhaft und aktiv sind zwei verschiedene Dinge
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=http
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=8080/tcp
sudo firewall-cmd --reload
sudo firewall-cmd --list-all

# Debian / Ubuntu
sudo ufw allow 8080/tcp && sudo ufw status verbose

Ohne --permanent ist die Regel nach dem nächsten Neustart weg, mit --permanent aber erst nach --reload aktiv. Der übliche Fehler besteht darin, nur eine der beiden Varianten zu setzen. Beide Befehle nacheinander sind der sichere Weg, --list-all ist der Beweis.

Dienste anpassen, ohne Herstellerdateien anzufassen
sudo systemctl edit nginx.service
# [Service]
# Restart=on-failure
# RestartSec=10s

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now nginx
systemctl cat  nginx.service          # Originaldatei plus alle Drop-ins
systemctl show -p Restart nginx.service

systemctl show -p beantwortet die Frage „ist der Wert wirklich angekommen“ ohne Rätselraten. Bei jeder Aufgabe, die eine Einstellung verlangt, ist das dein Kontrollbefehl. Und denk an enable: start allein überlebt den Neustart nicht.

Dieselbe Aufgabe, andere Befehle

AufgabeRHEL / Rocky / AlmaDebian / Ubuntu
Paket zu einem Befehl findendnf provides */befehlapt-file search bin/befehl
Firewallfirewalld mit firewall-cmdufw oder nftables direkt
sudo-Gruppewheelsudo
NetzwerkkonfigurationNetworkManager mit nmclinetplan oder systemd-networkd
ZugriffskontrolleSELinux mit semanage und restoreconAppArmor mit aa-status
Übliches DateisystemXFSext4
Name der SSH-Unitsshdssh
05

Container und geplante Aufgaben

Beide Themen wirken nebensächlich und sind es nicht: Beides steht im Prüfungsumfang und besteht aus wenigen Befehlen, die du entweder im Kopf hast oder eben nicht.

Podman rootless, dauerhaft
# Container als Quadlet beschreiben, daraus erzeugt systemd die Unit
mkdir -p ~/.config/containers/systemd
cat > ~/.config/containers/systemd/web.container <<'EOF'
[Container]
Image=docker.io/library/nginx:alpine
PublishPort=8080:80

[Install]
WantedBy=default.target
EOF

systemctl --user daemon-reload
systemctl --user start web.service
systemctl --user status web.service

# Damit der Dienst ohne aktive Anmeldung weiterlaeuft
sudo loginctl enable-linger "$USER"

loginctl enable-linger ist der Klassiker. Ohne diese Zeile beendet systemd die Dienste des Benutzers bei der Abmeldung, und dein Container ist nach dem Ausloggen weg. In einer Prüfung, in der der Zustand nach dem Neustart bewertet wird, ist das der Unterschied zwischen voller und null Punktzahl.

systemd-Timer statt cron
# /etc/systemd/system/backup.timer
# [Timer]
# OnCalendar=Mon..Fri 02:30
# Persistent=true
# RandomizedDelaySec=300
# [Install]
# WantedBy=timers.target

systemd-analyze calendar "Mon..Fri 02:30"
sudo systemd-analyze verify /etc/systemd/system/backup.timer
sudo systemctl enable --now backup.timer
systemctl list-timers --all | grep backup

systemd-analyze calendar rechnet dir den nächsten Lauf aus. Damit prüfst du einen OnCalendar-Ausdruck in zwei Sekunden, statt bis zum nächsten Morgen zu warten. Persistent=true holt einen verpassten Lauf nach, wenn die Maschine zum Zeitpunkt aus war. Der Timer braucht immer eine gleichnamige Unit, hier also backup.service mit Type=oneshot.

06

Prüfungsroutine: Reihenfolge, Zeit, Kontrolle

Am Prüfungstag entscheidet nicht dein Wissen über die Punktzahl, sondern deine Routine. Diese fünf Gewohnheiten holst du dir in den letzten Übungswochen, nicht am Morgen davor.

Ablauf, der Punkte rettet

  • Alle Aufgaben einmal überfliegen und nach Aufwand sortieren, bevor du die erste anfasstEs gibt keine vorgegebene Reihenfolge. Zwei schnell erledigte Aufgaben am Anfang bringen mehr Punkte als eine halb fertige schwere.
  • Jede Aufgabe direkt nach der Lösung mit einem eigenen Befehl kontrollierenBewertet wird der Endzustand. Ein Tippfehler in einem Pfad fällt beim Kontrollbefehl auf, in der Auswertung fällt er dir nicht mehr auf die Füße, sondern in die Punktzahl.
  • Dauerhaftigkeit sofort mitdenken: enable, --permanent, fstab-EintragDas ist der mit Abstand häufigste Punktverlust. Die Lösung war richtig, sie hat nur den Neustart nicht überlebt.
  • Bei einer festgefahrenen Aufgabe nach wenigen Minuten weitergehenDie Punkte je Aufgabe sind begrenzt, deine Zeit ebenfalls. Zurückkommen kannst du immer, verlorene Zeit holst du nicht zurück.
  • Am Ende neu starten, wenn die Zeit reicht, und die Kontrollen wiederholenDer Neustart ist der einzige ehrliche Test dafür, ob deine Konfiguration wirklich sitzt. Alles andere ist Hoffnung.
Standortbestimmung

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Gut zu wissen

Häufige Fragen zu LFCS-Zertifizierung

Noch etwas offen? Wir sind ohne Warteschleife für dich da.

Frag uns direkt
LFCS oder LPIC-1, was passt besser zu mir?
Beide Zertifizierungen zielen auf dieselbe Rolle, prüfen aber unterschiedlich. Die LPIC-1 besteht aus zwei theoretischen Prüfungen mit sehr breitem Themenkatalog und ist im deutschsprachigen Raum bei Personalabteilungen bekannter, die LFCS ist eine einzelne praktische Prüfung an einem echten System. Wenn du deine Handlungsfähigkeit an der Shell belegen willst, nimm die LFCS, wenn dein Arbeitgeber oder eine Ausschreibung explizit LPI verlangt, die LPIC-1.
Ist die LFCS an eine bestimmte Distribution gebunden?
Nein, die Prüfung ist bewusst distributionsübergreifend angelegt. Du wählst beim Start aus den jeweils angebotenen Prüfungsumgebungen, die Aufgabenstellungen setzen aber kein herstellerspezifisches Werkzeug voraus. Welche Distributionen und Versionen aktuell angeboten werden, solltest du vor der Buchung im Handbuch der Linux Foundation nachlesen, da sich die Auswahl mit den Release-Zyklen ändert.
Wie läuft die LFCS-Prüfung technisch ab?
Die Prüfung dauert zwei Stunden, wird online durchgeführt und von einem Proctor per Kamera und Bildschirmfreigabe überwacht. Du arbeitest in einer Terminal-Umgebung im Browser und löst Aufgaben direkt auf dem System, dokumentierte Ressourcen wie Manpages stehen dir dabei zur Verfügung. Getestet wird der erreichte Systemzustand, deshalb musst du Änderungen so umsetzen, dass sie einen Neustart überstehen.
Wie lange ist das Zertifikat gültig?
Die LFCS ist drei Jahre gültig und muss danach durch eine erneute Prüfung aufgefrischt werden. Das ist im Alltag kein Nachteil, weil sich die geprüften Werkzeuge in dieser Zeit ohnehin weiterentwickeln, du solltest die Rezertifizierung aber in der Weiterbildungsplanung einkalkulieren.
Wie viel Vorbereitungszeit brauche ich realistisch?
Wenn du bereits täglich Linux-Systeme betreust, reichen erfahrungsgemäß einige Wochen gezieltes Üben plus ein Vorbereitungskurs. Kommst du aus einer anderen Plattformwelt, solltest du deutlich mehr Zeit einplanen und über LFS300 einsteigen. Entscheidend ist weniger die Gesamtdauer als die Menge an Aufgaben, die du selbst an einem System durchgeführt hast.

Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.

Das sagen Teilnehmer

Echte Stimmen aus unseren IT-Kursen

Die Schulung war genau das richtige, um mein Verständnis zu erweitern. Vielen Dank an den Trainer!
Rückmeldung aus dem Kurs „Linux Grundkurs (LPI01)“
Trainer gut und verständlich. Unterlagen nur zum lesen (keine Kopierfunktion). Wissenstransfer erfolgreich.
Rückmeldung aus dem Kurs „SUSE Linux Enterprise 15 High Availability Deployment – HAE311v15“
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