VMs auf Kubernetes betreiben: Wann KubeVirt für dich die richtige VMware-Alternative ist
KubeVirt lohnt sich, wenn du ohnehin Kubernetes betreibst und die letzten VMs nicht in einer zweiten Plattform pflegen willst. Als reiner vSphere-Ersatz ohne bestehendes Cluster-Know-how ist es der aufwendigere Weg, nicht der einfachere.
Zwei Plattformen für dasselbe Rechenzentrum
In den meisten Umgebungen ist die Ausgangslage identisch: Container laufen längst auf Kubernetes, die klassischen Workloads liegen aber weiter auf vSphere. Das bedeutet zwei Scheduler, zwei Rechte- und Netzkonzepte, zwei Backup-Ketten und zwei Betriebsteams, die sich gegenseitig erklären müssen, warum eine Anwendung gerade nicht erreichbar ist. Sobald die Lizenzbedingungen der bestehenden Virtualisierung neu verhandelt werden, steht die Frage im Raum, ob dieser doppelte Unterbau noch sinnvoll ist.
KubeVirt setzt genau dort an: Eine virtuelle Maschine wird zu einem Kubernetes-Objekt vom Typ VirtualMachine, QEMU und libvirt laufen in einem virt-launcher-Pod, und Scheduling, RBAC, Namespaces, Monitoring und GitOps greifen für VMs genauso wie für Container. Für Organisationen mit vorhandenem Cluster oder OpenShift ist das oft der strategisch sauberere Weg, weil er die Plattform konsolidiert statt eine zweite aufzubauen.
Der typische Fehler ist, KubeVirt als direkten Funktionsersatz für vSphere zu planen. Es gibt kein DRS, das Lasten automatisch ausbalanciert, kein gewachsenes vCenter-Rollenmodell und keine Storage-Features, die dir jeder Array-Hersteller schon fertig mitliefert. Wer ohne ReadWriteMany-fähiges Block-Storage startet, wundert sich später über fehlende Live-Migration. Und wer noch kein Team hat, das Kubernetes im Betrieb wirklich beherrscht, verlagert seine Komplexität nur, statt sie zu reduzieren.
Von der vSphere-VM zum VirtualMachine-Objekt
- 01 Inventar und Eignung bewerten
- 02 Nodes mit KVM bereitstellen
- 03 RWX-Block-Storage aufbauen
- 04 Netze über Multus anbinden
- 05 Disks per CDI importieren
- 06 Live-Migration und Backup testen
So gehst du die Entscheidung und die Migration an
Die Bewertung läuft in zwei Schritten: Zuerst klärst du ehrlich, ob deine Plattform- und Storage-Basis für VMs taugt, danach planst du den technischen Weg. Diese Punkte bearbeitest du in unserer KubeVirt Schulung zur Kubernetes-Virtualisierung, bei OpenShift Virtualization ergänzt um die Grundlagen aus DO180 und DO280.
Ehrlich prüfen, ob KubeVirt zu deiner Ausgangslage passt
KubeVirt lohnt sich, wenn du Kubernetes bereits produktiv betreibst und deine VMs mittelfristig ohnehin containerisiert werden sollen. Betreibst du fast ausschließlich VMs und kein nennenswertes Container-Portfolio, ist ein klassischer Hypervisor wie Proxmox der geradere Weg. Diese Abwägung solltest du treffen, bevor du das erste Testsystem installierst.
Nodes und Hardware vorbereiten
Die Worker-Nodes brauchen echte KVM-Unterstützung, also entweder Bare Metal oder eine Umgebung mit funktionierender nested virtualization. Dazu kommen genug RAM-Reserven, saubere NUMA- und Hugepages-Konfiguration für latenzsensible Gäste sowie die Frage, welche Nodes über Taints ausschließlich VMs tragen sollen.
Storage als Kernentscheidung behandeln
Persistente Disks kommen als PersistentVolumeClaims über eine CSI-Klasse. Für Live-Migration brauchst du ReadWriteMany im Block-Modus, in der Praxis meist Ceph über Rook oder OpenShift Data Foundation. Snapshots laufen über VolumeSnapshots, Backups über Velero mit passendem Plugin, nicht über die Werkzeuge, die du aus der vSphere-Welt kennst.
Netzwerk und Adressen sauber planen
Das Pod-Netz reicht für viele VMs nicht aus, weil Altanwendungen feste IP-Adressen, VLANs oder Layer-2-Nachbarschaften erwarten. Über Multus hängst du zusätzliche Interfaces an, etwa per bridge oder SR-IOV, und legst fest, wie Services, Ingress und externe Firewall-Regeln zusammenspielen.
Disks importieren statt VMs neu bauen
Der Containerized Data Importer holt bestehende Images aus HTTP-Quellen, Registries oder Upload in einen PVC. Für den Weg von vSphere gibt es mit Forklift beziehungsweise der Migration Toolkit for Virtualization eine gesteuerte Variante inklusive Inventar und Cutover. Windows-Gäste brauchen vorher die passenden virtio-Treiber, sonst startet die VM nach dem Import nicht sauber.
Betrieb, Rollen und Automatisierung festlegen
VMs werden als Manifeste verwaltet, damit passen GitOps mit Argo CD oder Flux, Policies mit Kyverno und Monitoring mit Prometheus direkt auf die Virtualisierung. Gleichzeitig musst du klären, wer per RBAC eine VM starten, konsolen-verbinden oder migrieren darf, und wie Patchfenster für Cluster-Upgrades mit laufenden VMs zusammengehen.
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Häufige Fragen zu VMs auf Kubernetes mit KubeVirt
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Frag uns direktWas ist KubeVirt und wie führt es virtuelle Maschinen aus?
Was ist der Unterschied zwischen KubeVirt und OpenShift Virtualization?
KubeVirt oder Proxmox als VMware-Alternative?
Funktioniert Live-Migration unter KubeVirt?
Welche Vorkenntnisse braucht mein Team dafür?
Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.
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