SAP Fiori und SAP GUI: was sich für Anwender wirklich ändert
Das GUI wird nicht abgeschaltet, es rückt an den Rand. Umlernen musst du vor allem eines: Im Launchpad entscheidet die Rolle darüber, was überhaupt auf dem Bildschirm landet.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Umstellung wird als Bildschirmwechsel geplant und kommt als Rollenprojekt zurück
Der Ablauf wiederholt sich in fast jedem Haus. Das Projekt kündigt eine neue Oberfläche an, die Anwender bekommen einen Link auf das Launchpad, und am ersten Arbeitstag fehlt genau die Kachel, mit der jemand seit zwölf Jahren sein Tagesgeschäft erledigt. Die Ursache liegt nicht in der Oberfläche, sondern davor. In der klassischen Welt reichte der Transaktionscode plus die passende Berechtigung, und der Rest ergab sich. Im Launchpad hängt die Sichtbarkeit an einer Kette: Der Benutzer bekommt eine Business Role, in der Rolle stecken Business Catalogs, und erst daraus folgt, welche Apps erscheinen. Wer das Rollenmodell aus dem Altsystem eins zu eins übernimmt, hat am Ende Berechtigungen ohne Oberfläche.
Der zweite Fehler steckt in der Erzählung. In vielen Projekten wird die Umstellung als Abschied vom SAP GUI verkauft, und das ist schlicht falsch. SAP hat für SAP GUI for Windows 8.10 am 16. Juli 2026 den offiziellen Support gestartet und die Unterstützung bis zum 30. Juni 2029 zugesagt. In On-Premise und Private Cloud bleiben klassische Transaktionen verfügbar, und ein erheblicher Teil des Customizings wird dort weiterhin gepflegt. Wer ein Ende ankündigt, das nicht kommt, verliert Glaubwürdigkeit für die nächste Ankündigung, bei der es tatsächlich darauf ankommt.
Der dritte Punkt ist der Aufwand am falschen Ende. Dass man eine Kachel anklickt, lernt jemand in zwei Minuten. Zeit kostet die Frage, wie ein Arbeitsplatz aussieht, an dem dreißig oder vierzig freigegebene Apps so geordnet sind, dass ein Sachbearbeiter seinen Tag darin abbilden kann. Das ist Arbeit an Spaces und Pages, dazu Arbeit an den Rollen, und beides passiert nicht in der Schulungswoche, sondern Monate vorher. Wird es übersprungen, landen die Leute auf einer Startseite mit allem darauf und suchen sich zurück in die Transaktionen, die sie noch kennen.
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Die Kriterien, an denen sich die beiden Oberflächen wirklich unterscheiden
Verglichen wird hier nicht alt gegen neu, sondern das, was Anwender und Betrieb tatsächlich merken: wie schnell jemand eine Funktion findet, wie gut Massenarbeit von der Hand geht, wie viel Vorarbeit nötig ist, bevor überhaupt jemand arbeiten kann, und wo die Oberfläche zur Verfügung steht.
SAP GUI
die klassische Transaktionsoberfläche; für SAP GUI for Windows 8.10 läuft der Support bis zum 30. Juni 2029, verfügbar in On-Premise und Private Cloud
SAP Fiori
die für SAP S/4HANA vorgesehene Oberfläche im Browser, rollenbasiert über das Launchpad aufgebaut, mit Spaces und Pages als Struktur
| Entscheidungsfrage | SAP GUI | SAP Fiori |
|---|---|---|
| Wie schnell kommt jemand zu einer bestimmten Funktion? | Stärke Der Transaktionscode ist der kürzeste denkbare Weg, und wer ihn im Kopf hat, ist mit vier Anschlägen dort. Der Preis ist, dass dieses Wissen jahrelang aufgebaut wird und bei jedem Personalwechsel neu entsteht. | Kommt darauf an Die Suche im Launchpad findet Apps über den fachlichen Namen, was Neulingen hilft und Geübte bremst. Wer seinen Space kennt, ist ähnlich schnell unterwegs, muss den Weg dorthin aber erst einmal aufgebaut bekommen. |
| Wie gut trägt die Oberfläche bei Massenerfassung und langen Belegen? | Stärke Tabellarische Masken, Tastaturbedienung ohne Mauswechsel und lange Positionslisten in einem Bild sind die Stärke der klassischen Oberfläche. Genau deshalb halten Vielnutzer daran fest, und das ist kein Beharren, sondern Rechnen. | Kommt darauf an Für geführte Vorgänge, Freigaben und Übersichten ist der Zuschnitt besser. Bei sehr langen Erfassungen mit vielen Feldern je Position bleibt eine Lücke, die je nach App unterschiedlich groß ausfällt. |
| Wie viel bekommt jemand zu sehen, das ihn nichts angeht? | Schwäche Das Menü zeigt die Struktur des Systems, nicht die Aufgabe des Anwenders. Wer sich verläuft, landet in Bereichen, die ihn nichts angehen, und die Berechtigung ist die einzige Bremse. | Stärke Der Zuschnitt folgt der Rolle. Was nicht im Katalog der Rolle liegt, taucht auch nicht auf, und der Arbeitsplatz zeigt die Aufgaben eines Tages statt der Gliederung einer Software. |
| Wie viel Vorarbeit ist nötig, bevor jemand arbeiten kann? | Stärke Berechtigung und Menüeintrag genügen. Ein neuer Kollege bekommt die Rolle des Vorgängers und kann am selben Tag anfangen, ohne dass jemand eine Oberfläche entwerfen muss. | Schwäche Rollen, Kataloge, Spaces und Pages müssen aufgebaut und gepflegt sein, bevor der erste Anwender etwas sieht. Diese Arbeit fällt einmal groß und danach dauerhaft in kleinen Portionen an. |
| Wie kommen Kennzahlen und Auswertungen an den Arbeitsplatz? | Schwäche Eine Auswertung ist ein eigener Aufruf mit eigenem Selektionsbild. Wer wissen will, wie viele Fälle offen sind, startet einen Report und liest eine Liste, statt es beim Anmelden zu sehen. | Stärke Kacheln können Zahlen anzeigen, und aus der Zahl führt der Weg direkt in die Liste dahinter. Damit wandert der erste Blick auf den Arbeitsvorrat an den Anfang des Tages statt an dessen Ende. |
| Wo steht die Oberfläche überhaupt zur Verfügung? | Kommt darauf an In On-Premise und in der Private Cloud verfügbar, gebunden an eine Installation auf dem Arbeitsplatz und an deren Pflege. Auf fremden Geräten und unterwegs ist das regelmäßig der Punkt, an dem es scheitert. | Stärke Der Zugang läuft über den Browser, in der Public-Variante ist das der vorgesehene Weg für die tägliche Arbeit. Für Freigaben aus dem Homeoffice oder vom Tablet aus ist das der praktische Unterschied. |
Wie schnell kommt jemand zu einer bestimmten Funktion?
Der Transaktionscode ist der kürzeste denkbare Weg, und wer ihn im Kopf hat, ist mit vier Anschlägen dort. Der Preis ist, dass dieses Wissen jahrelang aufgebaut wird und bei jedem Personalwechsel neu entsteht.
Die Suche im Launchpad findet Apps über den fachlichen Namen, was Neulingen hilft und Geübte bremst. Wer seinen Space kennt, ist ähnlich schnell unterwegs, muss den Weg dorthin aber erst einmal aufgebaut bekommen.
Wie gut trägt die Oberfläche bei Massenerfassung und langen Belegen?
Tabellarische Masken, Tastaturbedienung ohne Mauswechsel und lange Positionslisten in einem Bild sind die Stärke der klassischen Oberfläche. Genau deshalb halten Vielnutzer daran fest, und das ist kein Beharren, sondern Rechnen.
Für geführte Vorgänge, Freigaben und Übersichten ist der Zuschnitt besser. Bei sehr langen Erfassungen mit vielen Feldern je Position bleibt eine Lücke, die je nach App unterschiedlich groß ausfällt.
Wie viel bekommt jemand zu sehen, das ihn nichts angeht?
Das Menü zeigt die Struktur des Systems, nicht die Aufgabe des Anwenders. Wer sich verläuft, landet in Bereichen, die ihn nichts angehen, und die Berechtigung ist die einzige Bremse.
Der Zuschnitt folgt der Rolle. Was nicht im Katalog der Rolle liegt, taucht auch nicht auf, und der Arbeitsplatz zeigt die Aufgaben eines Tages statt der Gliederung einer Software.
Wie viel Vorarbeit ist nötig, bevor jemand arbeiten kann?
Berechtigung und Menüeintrag genügen. Ein neuer Kollege bekommt die Rolle des Vorgängers und kann am selben Tag anfangen, ohne dass jemand eine Oberfläche entwerfen muss.
Rollen, Kataloge, Spaces und Pages müssen aufgebaut und gepflegt sein, bevor der erste Anwender etwas sieht. Diese Arbeit fällt einmal groß und danach dauerhaft in kleinen Portionen an.
Wie kommen Kennzahlen und Auswertungen an den Arbeitsplatz?
Eine Auswertung ist ein eigener Aufruf mit eigenem Selektionsbild. Wer wissen will, wie viele Fälle offen sind, startet einen Report und liest eine Liste, statt es beim Anmelden zu sehen.
Kacheln können Zahlen anzeigen, und aus der Zahl führt der Weg direkt in die Liste dahinter. Damit wandert der erste Blick auf den Arbeitsvorrat an den Anfang des Tages statt an dessen Ende.
Wo steht die Oberfläche überhaupt zur Verfügung?
In On-Premise und in der Private Cloud verfügbar, gebunden an eine Installation auf dem Arbeitsplatz und an deren Pflege. Auf fremden Geräten und unterwegs ist das regelmäßig der Punkt, an dem es scheitert.
Der Zugang läuft über den Browser, in der Public-Variante ist das der vorgesehene Weg für die tägliche Arbeit. Für Freigaben aus dem Homeoffice oder vom Tablet aus ist das der praktische Unterschied.
Was passt wann
- Wenn ihr in der Public-Variante startet
- plant von vornherein rollenbasiert, denn dort ist die Fiori-Oberfläche im Browser der Arbeitsplatz und nicht eine Ergänzung.
- Wenn ihr aus einem gewachsenen System in On-Premise oder Private Cloud kommt
- haltet das SAP GUI bewusst als zweiten Weg offen und legt schriftlich fest, welche Aufgaben dort bleiben, statt es stillschweigend zu dulden.
- Wenn die Erfassung großer Belegmengen euer Tagesgeschäft ist
- stellt diese Gruppe zuletzt um und messt vorher, wie lange ein typischer Beleg in beiden Oberflächen wirklich dauert.
Von der Anmeldung bis zur Kachel: fünf Stationen
- 01 Der Benutzer bekommt eine Business Role, sie ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.
- 02 In der Rolle stecken Business Catalogs, und sie geben die einzelnen Apps frei.
- 03 Ein Space bündelt Pages, die Pages ordnen die freigegebenen Apps in Bereiche.
- 04 Erst danach erscheint die Kachel im Launchpad, vorher sucht der Anwender vergeblich.
- 05 Daneben bleibt in On-Premise und Private Cloud der Weg über klassische Transaktionen offen.
Was du nach dieser Seite entscheiden und begründen kannst
Die Umstellung ist kein Geschmacksthema und keine Frage der Gewöhnung. Sie hängt an sechs Punkten, die sich alle vorher klären lassen, und wenn diese sechs geklärt sind, wird aus dem Oberflächenprojekt eine planbare Aufgabe mit einem klaren Verantwortlichen je Schritt.
Die Kette vom Benutzer bis zur Kachel benennen
Die Kette lautet Business Role, Business Catalog, Space, Page und erst dann die App. Wer diese Reihenfolge sicher aufsagen kann, weiß bei jeder Meldung über eine fehlende Funktion sofort, an welcher der fünf Stellen zu suchen ist, und muss nicht raten oder eine Meldung eröffnen.
Den Bestand an Transaktionen ehrlich aufnehmen
Zähle nicht, wie viele Transaktionen berechtigt sind, sondern welche in den letzten zwölf Monaten tatsächlich benutzt wurden und von wem. Diese Liste ist die Grundlage für den Zuschnitt der Rollen und beantwortet nebenbei, wo das SAP GUI nach der Umstellung noch gebraucht wird.
Die Betriebsform als Vorgabe lesen
In der Public-Variante arbeiten Anwender über die Fiori-Oberfläche im Browser. In On-Premise und in der Private Cloud stehen beide Wege offen. Das ist keine Detailfrage, sondern bestimmt, wie viel Wahlfreiheit dein Projekt überhaupt hat.
Spaces und Pages als Arbeitsplatz entwerfen
SAP liefert vorbereitete Spaces und Pages zu vielen Rollenvorlagen mit. Diesen Inhalt kannst du kopieren und anpassen, ändern lässt er sich im Original nicht. Ein Space je Rolle und wenige Pages darin sind der Zuschnitt, mit dem Anwender zurechtkommen.
Vielnutzer und Gelegenheitsnutzer trennen
Wer täglich achtzig Belege erfasst, arbeitet anders als jemand, der im Monat drei Bestellanforderungen freigibt. Die erste Gruppe braucht kurze Wege und oft weiterhin klassische Masken, die zweite gewinnt durch geführte Apps am meisten. Ein einheitlicher Plan für beide geht regelmäßig schief.
Die Schulung an der Rolle aufhängen, nicht am Modul
Weil die Oberfläche rollenbasiert aufgebaut ist, ergibt eine Schulung entlang der Rolle mehr Sinn als eine entlang der Module. Ein Einkäufer lernt seinen Space, nicht das Beschaffungsmodul in voller Breite, und findet sich danach in seinem eigenen Bildschirm wieder.
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Was aus der Transaktionswelt bleibt und was daran hängt
Die wichtigste Nachricht zuerst, weil sie in Projekten regelmäßig falsch weitergegeben wird: Das SAP GUI ist nicht abgekündigt. SAP hat am 16. Juli 2026 den offiziellen Support für SAP GUI for Windows 8.10 gestartet und zugesagt, diese Version bis zum 30. Juni 2029 zu unterstützen. Ein neues Hauptrelease der klassischen Oberfläche ist also jünger als die meisten Projektpläne, die ihr Ende ankündigen. Wer im Haus etwas anderes erzählt, sollte das korrigieren, bevor die Leute anfangen, ihre Arbeitsweise gegen eine Ankündigung zu verteidigen, die es nie gab.
Fachlich bleibt in On-Premise und in der Private Cloud beides nebeneinander bestehen. SAP schreibt in der Installationsanleitung zu SAP S/4HANA 2025 deutlich, dass für die volle Nutzererfahrung SAP Fiori installiert und konfiguriert werden muss, und genau so ist die Rollenverteilung gemeint: Fiori ist die vorgesehene Oberfläche, die klassischen Transaktionen sind der Weg für alles, was dort noch nicht oder nicht gleichwertig abgebildet ist. Customizing, viele administrative Aufgaben und ein Teil der Auswertungen laufen in der Praxis weiter über die klassische Oberfläche.
Was sich dagegen sehr wohl geändert hat, sind einzelne Transaktionen selbst. Der Geschäftspartner ist in SAP S/4HANA das führende und obligatorische Objekt, und die Oberfläche dafür ist die Transaktion BP. Die vertrauten Transaktionen für Kunden- und Lieferantenstamm wie XD01, VD01 oder MK01 gibt es nicht mehr eigenständig, sie werden auf BP umgeleitet. Das ist der Typ Änderung, der Anwendern wirklich auffällt, und er hat mit der Oberflächenfrage nichts zu tun. Trennt beides in der Kommunikation sauber, sonst wird jeder fachliche Umbau der neuen Oberfläche angelastet.
Wie eine Fiori-Oberfläche überhaupt zustande kommt
Ein Anwender bekommt eine Business Role, darin stecken Business Catalogs, und ein Space mit seinen Pages bestimmt, wo die freigegebenen Apps landen. In dieser Rolle stecken Business Catalogs, und ein Katalog gibt die Berechtigung, bestimmte Apps und Daten zu benutzen. Das allein reicht aber nicht, damit eine Kachel erscheint. Zusätzlich braucht die Rolle eine Zuordnung zu einem Launchpad Space, denn der Space bestimmt zusammen mit seinen Pages, wie die freigegebenen Apps auf dem Bildschirm angeordnet werden. Berechtigung und Anordnung sind zwei getrennte Angelegenheiten, und die meisten Rätsel um verschwundene Kacheln lösen sich, sobald man das auseinanderhält.
Spaces und Pages sind dabei nicht die einzige Möglichkeit gewesen, sondern die aktuelle. Die klassische Startseite des Launchpads mit ihren Gruppen hat SAP für abgekündigt erklärt, an ihre Stelle treten Spaces und Pages. Für den Übergang lässt sich einrichten, dass Benutzer zwischen beiden Darstellungen wechseln können, und SAP weist ausdrücklich darauf hin, dass die neue Darstellung nicht jede Eigenschaft der alten Startseite abbildet. Wer heute plant, plant deshalb auf Spaces und Pages und nicht auf Gruppen, auch wenn im Bestandssystem noch Gruppen gepflegt sind.
Praktisch heißt das für den Aufbau: SAP liefert zu vielen Rollenvorlagen bereits Spaces und Pages mit. Dieser gelieferte Inhalt lässt sich im Original nicht bearbeiten, wohl aber kopieren und danach anpassen. SAP empfiehlt, klein anzufangen, mit einem Space je Business Role und wenigen Pages darin, abhängig davon, wie viele Apps für diese Rolle überhaupt zusammenkommen. Der Fehler, den man hinterher am teuersten bezahlt, ist der umgekehrte Weg: erst alles freigeben und die Ordnung später nachziehen.
Was Anwender tatsächlich umlernen
Der größte Unterschied ist nicht das Aussehen, sondern die Art, wie man etwas findet. In der klassischen Oberfläche fragt man sich, welche Transaktion man braucht. Im Launchpad fragt man sich, welche Aufgabe man erledigen will, und die Suche findet die App über deren fachliche Bezeichnung. Für jemanden, der neu anfängt, ist das eine deutliche Erleichterung, weil das jahrelang aufgebaute Codewissen entfällt. Für erfahrene Kollegen ist es zunächst ein Verlust, und dieser Verlust ist real, er sollte nicht kleingeredet werden.
Der zweite Unterschied liegt im Zuschnitt der Vorgänge. Eine klassische Transaktion bildet häufig einen ganzen Vorgang in einem Bild ab, mit vielen Registerkarten und Feldern, die im konkreten Fall leer bleiben. Eine App bildet dagegen meist einen Schritt ab, und aus einem Objekt heraus führen Verweise zu allem, was daran hängt: Belege, Partner, Status, Anhänge. Wer das begriffen hat, hört auf, die eine Transaktion zu suchen, die alles kann, und arbeitet stattdessen von einem Objekt aus weiter.
Der dritte Unterschied betrifft den Arbeitsvorrat. Kacheln können Zahlen tragen, und diese Zahlen sind der Einstieg in eine gefilterte Liste. Damit verlagert sich der Blick auf offene Fälle an den Anfang des Tages. In der klassischen Welt musste man dafür einen Report starten und wusste vorher schon, wie das Ergebnis ungefähr aussieht. Der Gewinn ist echt, er stellt sich aber nur ein, wenn die Kacheln zur Rolle passen und nicht zwanzig Zahlen anzeigen, von denen zwei jemanden interessieren.
Was die Betriebsform vorgibt und was ihr noch entscheiden könnt
In der Public-Variante von SAP Cloud ERP arbeiten Anwender über die Fiori-Oberfläche im Browser. Das ist der vorgesehene Weg für die tägliche Arbeit, und daran gibt es für ein Projekt wenig zu entscheiden. Die Konsequenz ist eher organisatorisch: Wer dorthin startet, plant seine Rollen und Spaces von Anfang an als Arbeitsplatz und nicht als Zusatz zu einer gewohnten Oberfläche.
In On-Premise und in der Private Cloud liegt die Entscheidung dagegen bei euch, und deshalb solltet ihr sie ausdrücklich treffen und aufschreiben. Sinnvoll ist eine kurze Liste: Diese Aufgaben laufen über Fiori, jene bleiben bis auf Weiteres in der klassischen Oberfläche, und für diesen Kreis von Personen bleibt das SAP GUI installiert. Ohne diese Liste entsteht ein Zustand, in dem beides halb benutzt wird und niemand mehr weiß, wo eine Änderung eigentlich einzutragen ist.
Die Wartungsfristen gehören in dieselbe Liste. Für SAP GUI for Windows 8.10 reicht die Zusage bis zum 30. Juni 2029. Das ist reichlich Zeit für einen geordneten Übergang und gleichzeitig ein Datum, an dem sich ein Fahrplan aufhängen lässt, ohne dass jemand mit einem Ende drohen muss, das es nicht gibt. Für ältere GUI-Stände gelten eigene Fristen, die im SAP Support nachzulesen sind und die ihr für eure eingesetzte Version einzeln prüfen solltet.
Ein Umstieg, der im Betrieb hält
Fang mit einer Bestandsaufnahme an, die auf Nutzung beruht und nicht auf Berechtigungen. Welche Transaktionen wurden im letzten Jahr tatsächlich aufgerufen, wie oft, und von welchen Personengruppen? Diese Liste beantwortet drei Fragen auf einmal: welche Rollen ihr wirklich braucht, welche Apps zuerst eingerichtet gehören und wo das SAP GUI absehbar noch gebraucht wird. Ohne diese Zahlen entwirft man Rollen nach Organigramm, und das Organigramm bildet die Arbeit selten ab.
Der zweite Schritt ist ein einzelner, vollständig durchgezogener Arbeitsplatz. Nimm eine Rolle mit überschaubarem Umfang, richte Katalog, Space und Pages ein, setze zwei oder drei Personen daran und lass sie zwei Wochen echt damit arbeiten. Was dabei herauskommt, ist mehr wert als jede Konzeptrunde, weil sich genau dort zeigt, welche Schritte in der neuen Oberfläche länger dauern und welche kürzer. Diese Erkenntnis brauchst du, bevor du dieselbe Arbeit für dreißig Rollen machst.
Der dritte Schritt ist die Begleitung nach dem Start. Fehlende Kacheln, Berechtigungen, die auf halbem Weg greifen, und Apps, die im Katalog liegen, aber auf keiner Seite auftauchen, sind in den ersten Wochen der Normalfall und kein Zeichen für ein gescheitertes Projekt. Wichtig ist, dass es dafür einen benannten Weg gibt und die Meldungen nicht in derselben Warteschlange landen wie ein Druckerproblem. Wer diese Phase einplant, hat sie nach vier bis sechs Wochen hinter sich. Wer sie nicht einplant, hat sie ein Jahr lang.
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Häufige Fragen
Wird das SAP GUI abgeschaltet?
Können wir beide Oberflächen dauerhaft nebeneinander betreiben?
Warum sieht ein Kollege eine App, die bei mir nicht auftaucht?
Brauchen unsere Leute jetzt gar keine Transaktionscodes mehr?
Wie lange braucht ein Sachbearbeiter, bis er in der neuen Oberfläche wieder produktiv ist?
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Neben den klassischen Transaktionen hängen in vielen Systemen noch ältere Browser-Anwendungen im Launchpad, und ob sie bleiben dürfen, beurteilst du leichter, wenn du weißt, wie Web Dynpro ABAP aufgebaut ist und wo es heute steht .
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