LE-WM oder SAP EWM: wann sich der Wechsel im Lager lohnt
Nicht die Konversion erzwingt die Entscheidung, sondern die Frage, welche Lagerfunktionen ihr tatsächlich nutzt. Für einfache Lager reicht der eingeschränkte Weiterbetrieb, für alles darüber steht ein EWM-Projekt an.
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Zwei Fristen, die im Projekt gern zu einer verschmelzen
In vielen Umstiegsprojekten wird das Lager als eigenes Großthema behandelt, weil sich zwei verschiedene Aussagen zu einer Angst verdichten. Die erste Aussage stimmt: Die Lagerverwaltung LE-WM ist innerhalb von SAP S/4HANA nicht mehr die Zielarchitektur, die Funktionalität ist im Auslieferungsumfang vorhanden, gilt aber nicht als Zukunftstechnologie, und es gibt eine funktionale Entsprechung. Die vorhandene Alternative ist SAP EWM, seit einem der jüngeren Releases dazu Stock Room Management.
Die zweite Aussage wird daraus falsch abgeleitet, nämlich dass mit der Konversion sofort ein EWM-Projekt fällig sei. SAP sagt das Gegenteil: Es wird kein Einfluss auf die Geschäftsprozesse erwartet. Die Funktionalität von LE-WM und der zugehörigen Komponenten ist innerhalb der Architektur von SAP S/4HANA weiterhin verfügbar, und alle zugehörigen Funktionen können unverändert genutzt werden. Für den Wechsel von LE-WM zu Stock Room Management ist sogar keine technische Migration nötig, ihr könnt die Lagerverwaltung weiter nutzen, müsst euch dann aber an die Leitplanken von Stock Room Management halten.
Der eigentliche Prüfpunkt liegt woanders und wird häufig übersehen. Stock Room Management verwendet große Teile von LE-WM weiter und kann über 2025 hinaus genutzt werden. Nicht enthalten sind aber Task and Resource Management, die Schnittstelle zur Lagersteuerungseinheit, Value Added Services, Yard Management, Cross-Docking, Wave Management und die dezentrale Lagerverwaltung. Diese Funktionen gehören zum Compatibility Scope von SAP S/4HANA, der mit eingeschränkten Nutzungsrechten und einem eigenen Ablaufdatum verbunden ist. Wer eine davon einsetzt, hat eine Frist, wer keine einsetzt, hat Zeit.
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Die Kriterien, an denen die Lagerentscheidung tatsächlich hängt
Verglichen wird nicht Funktion gegen Funktion, sondern das, was im Projekt zählt: Zukunftsfähigkeit, Deckung der eingesetzten Bausteine, Migrationsaufwand, Systemschnitt, Anbindung externer Technik und Aufwand am kundeneigenen Code.
LE-WM und Stock Room Management
Die vorhandene Lagerverwaltung läuft unverändert weiter, Stock Room Management verwendet große Teile davon weiter und kann über 2025 hinaus genutzt werden
SAP EWM
Die von SAP als Alternative benannte Lagerlösung, verfügbar als eingebettete Variante im selben System oder als dezentrale Installation mit Anbindung an ein separates Führungssystem
| Entscheidungsfrage | LE-WM und Stock Room Management | SAP EWM |
|---|---|---|
| Wie steht es um die Zukunftsfähigkeit innerhalb von SAP S/4HANA? | Kommt darauf an LE-WM ist nicht mehr die Zielarchitektur, die Funktionalität ist zwar vorhanden, gilt aber nicht als Zukunftstechnologie. Stock Room Management ist der geordnete Weg, sie weiterzunutzen, und kann über 2025 hinaus verwendet werden. Neue Entwicklungen sind hier nicht zu erwarten. | Stärke SAP benennt EWM ausdrücklich als die bereits verfügbare alternative Funktionalität. Wer sich für den Wechsel entscheidet, entscheidet sich für die Richtung, in die weiterentwickelt wird, und für die Lösung, die in der Produktbeschreibung mit dem größten Funktionsumfang geführt wird. |
| Deckt die Lösung die heute eingesetzten Bausteine ab? | Kommt darauf an Der Kern ist abgedeckt, weil Stock Room Management große Teile von LE-WM weiterverwendet. Nicht enthalten sind Task and Resource Management, die Schnittstelle zur Lagersteuerungseinheit, Value Added Services, Yard Management, Cross-Docking, Wave Management und die dezentrale Lagerverwaltung. Diese Bausteine liegen im Compatibility Scope mit eingeschränkten Nutzungsrechten. | Stärke EWM ist für SAP die funktionale Entsprechung zu allen genannten Bausteinen und geht darüber hinaus, unter anderem mit Einlagerungsoptimierung, Wellenbildung mit automatischer Freigabe und Anbindung von Funkprozessen. Für Lager mit anspruchsvoller Steuerung ist das der eigentliche Grund für den Wechsel, unabhängig von jeder Frist. |
| Wie hoch ist der Migrationsaufwand? | Stärke Für den Weg von LE-WM zu Stock Room Management ist keine technische Migration nötig. Ihr könnt die Lagerverwaltung weiter nutzen und müsst euch an die Leitplanken von Stock Room Management halten. Damit ist dieser Weg im Konversionsprojekt praktisch kostenlos. | Schwäche Ein Wechsel auf EWM ist ein eigenes Projekt und muss entsprechend im Vorhaben eingeplant werden. Zusätzlich sind die Freigabeinformationen und Einschränkungen für EWM in dem Release zu prüfen, das ihr einführt. Das ist kein Argument dagegen, aber es ist ein Argument gegen die gleichzeitige Durchführung mit der Konversion. |
| Wie flexibel ist der Systemschnitt? | Schwäche Ein dezentral betriebenes LE-WM darf nicht nach SAP S/4HANA konvertiert werden. Es bleibt unter Berücksichtigung des Wartungsendes auf ERP, und nur die zentrale Instanz wird umgestellt. Damit hängt ein Teil der Landschaft an einer Frist, die ihr nicht selbst bestimmt. | Stärke EWM lässt sich eingebettet im selben System betreiben oder als dezentrale Installation. In der dezentralen Variante läuft nur EWM im betreffenden SAP S/4HANA-System, und dieses System wird mit einem Führungssystem verbunden, etwa mit SAP S/4HANA oder SAP ERP. Dezentral heißt dabei ausdrücklich auch, dass für diese Lager keine aktive Bestandsführung im selben System und Mandanten stattfindet. |
| Wie gut lässt sich Lagertechnik anbinden? | Schwäche Die Anbindung externer Systeme über IDocs in LE-WM ist nicht mehr die Zielarchitektur und läuft als Teil der Compatibility Packages weiter. Immerhin ist die Prüfung entspannt: Sie wertet nur das Customizing aus, sodass eine bloß veraltete Einstellung ohne tatsächliche Nutzung durch Bereinigung erledigt ist. | Stärke Die Anbindung von Lagertechnik ist Teil des Konzepts, einschließlich Funkprozessen und der Überwachung des Lagerbetriebs über einen eigenen Monitor. Für Häuser mit Fördertechnik oder automatischen Regallagern ist das der Punkt, an dem die Entscheidung sachlich meistens schon gefallen ist. |
| Was kostet es an kundeneigenem Code? | Kommt darauf an Solange ihr innerhalb der Leitplanken bleibt, ändert sich nichts. Sobald aber Objekte aus den Bausteinen im Compatibility Scope verwendet werden, entsteht mit dem Ablauf der Lizenz Handlungsbedarf, denn diese Objekte werden danach nicht mehr unterstützt. | Kommt darauf an Beim Wechsel müssen alle Verwendungen der betroffenen Entwicklungsobjekte aus dem kundeneigenen Code entfernt werden, spätestens mit Ablauf der Lizenz für den Compatibility Scope. Die Prüfungen für kundeneigenen Code in SAP S/4HANA zeigen an, wo das der Fall ist, sodass die Liste bekannt und endlich ist. |
Wie steht es um die Zukunftsfähigkeit innerhalb von SAP S/4HANA?
LE-WM ist nicht mehr die Zielarchitektur, die Funktionalität ist zwar vorhanden, gilt aber nicht als Zukunftstechnologie. Stock Room Management ist der geordnete Weg, sie weiterzunutzen, und kann über 2025 hinaus verwendet werden. Neue Entwicklungen sind hier nicht zu erwarten.
SAP benennt EWM ausdrücklich als die bereits verfügbare alternative Funktionalität. Wer sich für den Wechsel entscheidet, entscheidet sich für die Richtung, in die weiterentwickelt wird, und für die Lösung, die in der Produktbeschreibung mit dem größten Funktionsumfang geführt wird.
Deckt die Lösung die heute eingesetzten Bausteine ab?
Der Kern ist abgedeckt, weil Stock Room Management große Teile von LE-WM weiterverwendet. Nicht enthalten sind Task and Resource Management, die Schnittstelle zur Lagersteuerungseinheit, Value Added Services, Yard Management, Cross-Docking, Wave Management und die dezentrale Lagerverwaltung. Diese Bausteine liegen im Compatibility Scope mit eingeschränkten Nutzungsrechten.
EWM ist für SAP die funktionale Entsprechung zu allen genannten Bausteinen und geht darüber hinaus, unter anderem mit Einlagerungsoptimierung, Wellenbildung mit automatischer Freigabe und Anbindung von Funkprozessen. Für Lager mit anspruchsvoller Steuerung ist das der eigentliche Grund für den Wechsel, unabhängig von jeder Frist.
Wie hoch ist der Migrationsaufwand?
Für den Weg von LE-WM zu Stock Room Management ist keine technische Migration nötig. Ihr könnt die Lagerverwaltung weiter nutzen und müsst euch an die Leitplanken von Stock Room Management halten. Damit ist dieser Weg im Konversionsprojekt praktisch kostenlos.
Ein Wechsel auf EWM ist ein eigenes Projekt und muss entsprechend im Vorhaben eingeplant werden. Zusätzlich sind die Freigabeinformationen und Einschränkungen für EWM in dem Release zu prüfen, das ihr einführt. Das ist kein Argument dagegen, aber es ist ein Argument gegen die gleichzeitige Durchführung mit der Konversion.
Wie flexibel ist der Systemschnitt?
Ein dezentral betriebenes LE-WM darf nicht nach SAP S/4HANA konvertiert werden. Es bleibt unter Berücksichtigung des Wartungsendes auf ERP, und nur die zentrale Instanz wird umgestellt. Damit hängt ein Teil der Landschaft an einer Frist, die ihr nicht selbst bestimmt.
EWM lässt sich eingebettet im selben System betreiben oder als dezentrale Installation. In der dezentralen Variante läuft nur EWM im betreffenden SAP S/4HANA-System, und dieses System wird mit einem Führungssystem verbunden, etwa mit SAP S/4HANA oder SAP ERP. Dezentral heißt dabei ausdrücklich auch, dass für diese Lager keine aktive Bestandsführung im selben System und Mandanten stattfindet.
Wie gut lässt sich Lagertechnik anbinden?
Die Anbindung externer Systeme über IDocs in LE-WM ist nicht mehr die Zielarchitektur und läuft als Teil der Compatibility Packages weiter. Immerhin ist die Prüfung entspannt: Sie wertet nur das Customizing aus, sodass eine bloß veraltete Einstellung ohne tatsächliche Nutzung durch Bereinigung erledigt ist.
Die Anbindung von Lagertechnik ist Teil des Konzepts, einschließlich Funkprozessen und der Überwachung des Lagerbetriebs über einen eigenen Monitor. Für Häuser mit Fördertechnik oder automatischen Regallagern ist das der Punkt, an dem die Entscheidung sachlich meistens schon gefallen ist.
Was kostet es an kundeneigenem Code?
Solange ihr innerhalb der Leitplanken bleibt, ändert sich nichts. Sobald aber Objekte aus den Bausteinen im Compatibility Scope verwendet werden, entsteht mit dem Ablauf der Lizenz Handlungsbedarf, denn diese Objekte werden danach nicht mehr unterstützt.
Beim Wechsel müssen alle Verwendungen der betroffenen Entwicklungsobjekte aus dem kundeneigenen Code entfernt werden, spätestens mit Ablauf der Lizenz für den Compatibility Scope. Die Prüfungen für kundeneigenen Code in SAP S/4HANA zeigen an, wo das der Fall ist, sodass die Liste bekannt und endlich ist.
Was passt wann
- Wenn euer Lager mit Lagerplätzen, Transportaufträgen und den Standardprozessen auskommt und keine der ausgenommenen Komponenten nutzt
- geht mit Stock Room Management in die Konversion und trefft die EWM-Entscheidung in Ruhe danach.
- Wenn Task and Resource Management, Value Added Services, Yard Management, Cross-Docking oder Wave Management im Einsatz sind
- plant EWM als eigenes Projekt ein und schlagt zuerst das Ablaufdatum des Compatibility Scope im zugehörigen SAP-Hinweis nach.
- Wenn die Lagerlogistik heute auf einer eigenen ERP-Instanz läuft
- konvertiert diese Instanz nicht, sondern stellt nur das zentrale System um, oder wechselt für das Lager gleich auf EWM.
Der Entscheidungsweg im Lager, fünf Stationen
- 01 Bestandsaufnahme: Welche LE-WM-Komponenten sind bei euch tatsächlich im Einsatz?
- 02 Abgleich: Was davon steckt in Stock Room Management, was liegt im Compatibility Scope?
- 03 Systemschnitt: Läuft die Lagerverwaltung zentral oder auf einer eigenen Instanz?
- 04 Frist: Ablaufdatum des Compatibility Scope im zugehörigen SAP-Hinweis nachschlagen.
- 05 Zeitpunkt: EWM vor der Konversion, gemeinsam damit oder danach einführen.
Was du danach für euer Lager entscheidest
Die Entscheidung fällt nicht über den Funktionsumfang von EWM, sondern über eine Bestandsaufnahme im eigenen System. Sechs Schritte, nach denen klar ist, ob der Wechsel ansteht und wann.
Die eingesetzten LE-WM-Komponenten auflisten
Prüf, ob Task and Resource Management, die Schnittstelle zur Lagersteuerungseinheit, Value Added Services, Yard Management, Cross-Docking, Wave Management oder eine dezentrale Lagerverwaltung im Einsatz sind. Diese Bausteine sind nicht Teil von Stock Room Management und laufen nur im Compatibility Scope weiter. Alles andere kann ohne Frist weiterlaufen.
Compatibility Scope als Frist ernst nehmen, nicht als Verbot
Der Compatibility Scope bedeutet eingeschränkte Nutzungsrechte für einen begrenzten Zeitraum, nicht ein sofortiges Abschalten. Das maßgebliche Ablaufdatum steht im zugehörigen SAP-Hinweis und gehört einmal verbindlich nachgeschlagen, statt aus dritter Hand übernommen zu werden.
Die Integration externer Systeme gesondert prüfen
Die Anbindung externer Systeme über IDocs in LE-WM ist ebenfalls nicht mehr die Zielarchitektur und läuft als Teil der Compatibility Packages weiter. Wichtig ist dabei ein Detail, das viel Aufwand spart: Die Prüfung wertet ausschließlich das Customizing aus. Wenn nur eine veraltete Einstellung vorliegt und die IDoc-Anbindung gar nicht genutzt wird, genügt es, die Einstellung zu bereinigen.
Ein dezentrales LE-WM nicht mitkonvertieren
Betreibt ihr die Lagerlogistik heute auf einer eigenen ERP-Instanz, gilt eine klare Ansage: Diese dezentrale Lagerverwaltung darf nicht nach SAP S/4HANA konvertiert werden. Sie bleibt unter Berücksichtigung des Wartungsendes auf ERP, konvertiert wird nur die zentrale Instanz. Die Alternative ist der Wechsel auf SAP EWM.
Bei einem Wechsel den Zeitpunkt bewusst wählen
SAP weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Kunde EWM auch schon vor der Installation von SAP S/4HANA einführen kann. Damit gibt es drei mögliche Zeitpunkte: vorher, gemeinsam mit der Konversion oder danach. Für die meisten Häuser ist gemeinsam die schlechteste Variante, weil zwei große Risiken in dasselbe Wochenende fallen.
Eigenentwicklungen frühzeitig aussortieren
Nach einem Wechsel auf EWM, spätestens aber mit Ablauf der Lizenz für den Compatibility Scope, müssen alle Verwendungen der betroffenen Entwicklungsobjekte aus dem kundeneigenen Code entfernt werden, weil sie danach nicht mehr unterstützt werden. Die Prüfungen für kundeneigenen Code in SAP S/4HANA zeigen diese Verwendungen an.
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Was SAP genau gesagt hat und was daraus folgt
Der Ausgangspunkt ist eine Einordnung, die SAP in der offiziellen Liste der Vereinfachungen für den Umstieg vornimmt. Die Lagerverwaltung LE-WM ist innerhalb von SAP S/4HANA nicht mehr die Zielarchitektur. Die Formulierung dahinter ist bemerkenswert präzise: Die Funktionalität ist im Auslieferungsumfang vorhanden, gilt aber nicht als Zukunftstechnologie, und eine funktionale Entsprechung ist verfügbar. Diese Entsprechung ist SAP EWM, dazu kommt seit einem der jüngeren Releases Stock Room Management.
Der zweite Teil der Aussage wird seltener zitiert und ist für die Planung wichtiger. Auf die Geschäftsprozesse wird kein Einfluss erwartet. Die Funktionalität von LE-WM und der genannten Komponenten ist innerhalb der Architektur von SAP S/4HANA weiterhin verfügbar, und alle zugehörigen Funktionen können unverändert genutzt werden. Es gibt also keinen technischen Zwang, das Lager gemeinsam mit der Konversion umzubauen.
Aus beidem zusammen ergibt sich die eigentliche Aufgabe: nicht die Entscheidung für oder gegen EWM, sondern eine Bestandsaufnahme. Welche Bausteine sind im Einsatz, welche davon stecken in Stock Room Management, welche liegen im Compatibility Scope? Diese Liste steht in wenigen Tagen und beantwortet die Frage nach dem Zeitpunkt sachlich, ohne dass jemand raten muss.
Stock Room Management: die Leitplanken kennen
Stock Room Management verwendet große Teile von LE-WM weiter und kann über 2025 hinaus genutzt werden. Das ist die entspannende Nachricht für alle Häuser mit einem Lager, das ohne Sonderfunktionen auskommt. Für den Weg dorthin ist keine technische Migration nötig, ihr könnt die Lagerverwaltung weiter nutzen und müsst euch an die Leitplanken von Stock Room Management halten.
Die Leitplanken sind eine Liste von Ausnahmen. Nicht Teil von Stock Room Management sind Task and Resource Management, die Schnittstelle zur Lagersteuerungseinheit, Value Added Services, Yard Management, Cross-Docking, Wave Management und die dezentrale Lagerverwaltung. Diese Funktionen von LE-WM gehören zum Compatibility Scope von SAP S/4HANA, der mit eingeschränkten Nutzungsrechten verbunden ist. Zu Ablaufdatum und weiteren Angaben verweist SAP auf einen eigenen Hinweis mit einer beigefügten Matrix, in der die betroffenen Positionen einzeln geführt sind.
Für die Projektplanung heißt das: Diese Liste einmal gegen das eigene System zu halten ist die wichtigste Stunde im ganzen Lagerthema. Wer keine der genannten Komponenten nutzt, hat keine Frist und kann die Entscheidung nach Nutzen statt nach Druck treffen. Wer eine davon nutzt, kennt seinen Zeitrahmen und kann ihn planen, statt ihn im nächsten Audit zu erfahren.
Eingebettet oder dezentral: der Systemschnitt bei EWM
Fällt die Entscheidung für EWM, folgt die zweite Frage nach dem Systemschnitt. SAP S/4HANA unterstützt den Betrieb von EWM als dezentrales System. In dieser Variante ist im betreffenden SAP S/4HANA-System nur EWM aktiv, und dieses System wird mit einem Führungssystem verbunden, etwa mit einem anderen SAP S/4HANA-System, mit SAP ERP oder mit der Public-Variante. Die verbundenen Systeme tauschen die für die Lagerverwaltung relevanten Geschäftsdaten aus, abhängig vom Funktionsumfang des Führungssystems und vom Umfang der Integration.
Die dezentrale Variante bedeutet ausdrücklich mehr als eine räumliche Trennung. Für die betreffenden Lager gibt es keine aktive Bestandsführung im selben SAP S/4HANA-System und Mandanten, und daraus folgt, dass die zentralen Logistikanwendungen wie Produktionsplanung, Vertrieb und Materialwirtschaft in diesem System und Mandanten für den dezentral verwalteten Bestand ebenfalls nicht aktiv genutzt werden. Die dezentrale Installation ist also ein Lagersystem und kein zweites ERP.
Im Vergleich dazu bietet die eingebettete Variante die engste Integration, weil Lager und Führungsprozesse in einem System liegen. Die dezentrale Variante bietet dafür Integrationsfähigkeit zu einem entfernten Führungssystem, was in gewachsenen Landschaften mit mehreren ERP-Systemen oder mit einem eigenen Betriebsmodell für das Lager die passendere Antwort sein kann. Die Wahl folgt der Landschaft und nicht der Lagergröße.
Wann der Wechsel tatsächlich ansteht
Fachlich lohnt der Wechsel dort, wo das Lager gesteuert und nicht nur verbucht wird. EWM bringt Werkzeuge für die flexible Steuerung von Materialbewegungen mit, darunter die automatische Ermittlung geeigneter Lagerplätze bei der Einlagerung, die automatische Bildung von Wellen samt automatischer Freigabe, Funkprozesse für die Erfassung im Lager und einen Monitor für den laufenden Betrieb. Für ein Lager mit wenigen Bewegungen pro Tag ist das überdimensioniert, für ein Lager mit Schichtbetrieb und Fördertechnik ist es der Unterschied zwischen Steuerung und Nachverfolgung.
Zeitlich gibt es drei Möglichkeiten, und SAP nennt eine davon ausdrücklich: Ein Kunde kann mit der Einführung von EWM bereits vor der Installation von SAP S/4HANA beginnen. Die zweite Möglichkeit ist der gemeinsame Umbau mit der Konversion, die dritte der Wechsel danach. In der Praxis ist die zweite Variante die riskanteste, weil zwei unabhängige Vorhaben denselben Termin teilen und sich gegenseitig blockieren, sobald eines davon in Verzug gerät.
Unabhängig vom Zeitpunkt gehört ein Schritt in jede Planung: die Freigabeinformationen und Einschränkungen für EWM in dem SAP S/4HANA-Release zu prüfen, das ihr tatsächlich einführt. SAP wiederholt diesen Hinweis in jedem einzelnen Abschnitt zum Thema Lager, und der Grund dafür ist einfach. Der Funktionsumfang unterscheidet sich zwischen den Releases, und eine Anforderung, die in der Präsentation abgedeckt ist, muss es im gewählten Release noch nicht sein.
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Häufige Fragen
Müssen wir LE-WM bei der Konversion nach SAP S/4HANA ablösen?
Was genau ist Stock Room Management?
Was bedeutet Compatibility Scope für uns praktisch?
Wir betreiben ein dezentrales LE-WM auf einer eigenen Instanz. Was gilt für uns?
Sollen wir EWM zusammen mit der Konversion einführen?
Was passiert mit unseren Eigenentwicklungen im Lager?
Quellen
- SAP Simplification List für SAP S/4HANA 2025 FPS01, Abschnitte Warehouse Management, Decentral WM und Warehouse Control Interface
- SAP S/4HANA 2025 Feature Scope Description, Abschnitt Extended Warehouse Management
- SAP Leitfaden zur Integration von dezentralem EWM auf Basis von SAP S/4HANA
- SAP Help Portal, Extended Warehouse Management in SAP S/4HANA
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