Logistik-Rechnungsprüfung in SAP

Gesperrte Eingangsrechnung in SAP: Ursache finden und freigeben

Das System vergleicht die Rechnung mit Bestellung und Wareneingang. Weicht ein Wert über die eingestellte Toleranz hinaus ab, wird die Rechnung gebucht und gleichzeitig für die Zahlung gesperrt. Welche Abweichung dahintersteckt, steht im Beleg.

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Worum es geht

Gesperrt ist nicht falsch, sondern ungeklärt

Die Sperre ist kein Fehler des Systems, sondern eine bewusst eingebaute Bremse. Wenn eine Rechnung gesperrt ist, kann die Finanzbuchhaltung sie nicht bezahlen. Gesperrt werden kann automatisch oder von Hand. Beim Erfassen schlägt das System die Werte vor, die es aufgrund von Bestellung und Wareneingang erwartet. Weicht die Rechnungsposition davon ab, ist es Aufgabe des Erfassers, den Grund für die Abweichung zu klären, also bei Einkauf, Wareneingang oder Lieferant nachzufragen.

In der Praxis passiert an dieser Stelle etwas anderes. Die Rechnung wird trotz Abweichung gebucht, weil der Vorgang sonst liegen bleibt, das System setzt daraufhin in der Kreditorenzeile des Buchhaltungsbelegs die Zahlsperre, und der Vorgang verschwindet aus dem Blickfeld. Wochen später fällt in der Zahllaufvorbereitung auf, dass mehrere Rechnungen hängen, und niemand weiß mehr, welche Abweichung dahinterstand. Die Klärung beginnt dann von vorn, nur ohne den Kontext, den der Erfasser damals noch hatte.

Zwei Eigenheiten machen es zusätzlich unübersichtlich. Erstens ist bei einer gesperrten Rechnung immer die gesamte Rechnung gesperrt, auch wenn nur eine einzige Position eine Abweichung zeigt. Wer die Sperre allein an der auffälligen Position sucht, findet sie nicht. Zweitens läuft die Zeit weiter: Während eine Rechnung gesperrt ist, kann die Frist ablaufen, innerhalb derer der Lieferant Skonto gewährt. Eine unbearbeitete Sperre kostet also nicht nur Aufwand, sondern in vielen Fällen bares Geld.

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Symptom, Ursache, Lösung

Die Sperrgründe, die im Alltag tatsächlich auflaufen

Sortiert nach dem, was in der Freigabeliste steht. Zu jedem Fall steht, welche der drei Belegarten die Ursache trägt und wer die Korrektur macht.

Symptom

Der Rechnungsbetrag je Einheit weicht vom Bestellpreis ab, die Menge stimmt.

Ursache

Preisabweichung. Der Preis in der Rechnung unterscheidet sich vom Preis in der Bestellung. Typische Auslöser sind eine Preisanpassung des Lieferanten, die nicht in der Bestellung nachgezogen wurde, ein nachträglich vereinbarter Rabatt oder eine Bestellung, die aus einem veralteten Infosatz gezogen hat.

Lösung

Zuständig ist der Einkauf, nicht die Buchhaltung. Ist die Rechnung berechtigt, wird der Bestellpreis korrigiert, danach fällt der Sperrgrund weg und die automatische Freigabe erledigt den Rest. Ist die Rechnung unberechtigt, gehört sie reklamiert. Was in beiden Fällen nicht passt, ist eine stille manuelle Freigabe, denn dann bleibt die Bestellung dauerhaft falsch.

Symptom

Die berechnete Menge liegt über der Menge, die als Wareneingang gebucht ist.

Ursache

Mengenabweichung. Die Rechnungsmenge stimmt nicht mit der Differenz aus gelieferter und bisher berechneter Menge überein. In der Mehrzahl der Fälle ist nicht der Lieferant zu großzügig, sondern der Wareneingang ist nicht oder nur teilweise gebucht, etwa weil die Ware am Wareneingang steht und der Beleg noch offen ist.

Lösung

Erst den Bestand prüfen, dann entscheiden. Ist die Ware da, gehört der Wareneingang gebucht, danach löst sich die Sperre beim nächsten automatischen Lauf auf. Ist die Ware nicht da, ist die Rechnung zu hoch und geht zurück an den Lieferanten. Eine Freigabe von Hand ohne diese Prüfung bezahlt im Zweifel Ware, die nie angekommen ist.

Symptom

Rechnung und Wareneingang stimmen mengenmäßig, trotzdem meldet das System eine Abweichung bei der Bestellpreismenge.

Ursache

Bezieht sich der Preis in der Bestellung auf eine andere Mengeneinheit als die Bestellmenge, spricht man von der Bestellpreismenge. Bestellt wird zum Beispiel in Stück, abgerechnet wird in Kilogramm. Weicht das Verhältnis in der Rechnung von dem beim Wareneingang ab, entsteht eine Abweichung der Bestellpreismenge.

Lösung

Das ist ein Stammdatenthema und kein Einzelfall. Prüf das Umrechnungsverhältnis im Materialstamm und im Einkaufsinfosatz. Solange dort ein anderer Wert steht als der Lieferant abrechnet, kommt der Fall bei jeder Lieferung wieder. Die Korrektur an der einzelnen Rechnung ist Symptombehandlung.

Symptom

Die Rechnung ist gesperrt, obwohl weder Menge noch Preis abweichen.

Ursache

Neben Abweichungen und Beträgen einzelner Positionen kennt die Logistik-Rechnungsprüfung die stochastische Sperre und die manuelle Sperre. Die stochastische Sperre greift stichprobenartig und ist ein Instrument der internen Kontrolle, keine Fehlermeldung. Die manuelle Sperre hat jemand bewusst gesetzt, oft mit einem Grund, der nirgends dokumentiert ist.

Lösung

Behandle beide getrennt vom Rest. Für stichprobenartige Sperren gehört ein fester Prüfschritt in den Ablauf, sonst blockieren sie Zahlungen ohne fachlichen Anlass. Für manuelle Sperren sollte im Haus verabredet sein, dass die Person, die sperrt, den Grund im Beleg vermerkt. Sonst entsteht ein Bestand, den nach einem Personalwechsel niemand mehr auflösen kann.

Symptom

Alle Positionen sind geklärt und korrigiert, die Rechnung bleibt trotzdem gesperrt.

Ursache

Im Belegkopf steht zusätzlich eine manuelle Zahlsperre. Rechnungen, bei denen im Kopf zusätzlich zu den Sperrgründen in den Positionen von Hand gesperrt wurde, werden nicht automatisch freigegeben, selbst wenn alle Sperrgründe in den Positionen entfallen sind.

Lösung

Wähl diese Belege über das Sperrverfahren für manuelle Zahlsperren aus und gib sie von Hand frei. Nimm diesen Schritt fest in die monatliche Routine auf, sonst wächst genau hier der Altbestand, den später niemand mehr zuordnen kann.

Symptom

Nach der Umstellung auf SAP S/4HANA können Anwender Rechnungen nicht mehr bearbeiten, obwohl sich fachlich nichts geändert hat.

Ursache

Das Berechtigungskonzept für die Lieferantenrechnung wurde erweitert. Neben dem Objekt für Positionsdaten auf Werksebene prüft das System jetzt zusätzlich ein Kopfobjekt auf Ebene des Buchungskreises. Wer nur die bisherigen Berechtigungen hat, kommt nicht mehr durch.

Lösung

Die Rollen müssen angepasst werden. In Rollen, die aus den ausgelieferten Standardrollen abgeleitet sind, gehören die Organisationsebenen für das neue Kopfobjekt gepflegt und die Profile anschließend neu generiert. Selbst gebaute Rollen brauchen das Objekt manuell. Diese Arbeit lässt sich vorziehen, sobald das Zielsystem verfügbar ist.

Vom Sperrgrund zur Freigabe, fünf Stationen

  1. 01 Rechnung erfassen: Das System schlägt die Werte aus Bestellung und Wareneingang vor.
  2. 02 Abweichung prüfen: Innerhalb der Toleranz akzeptiert, darüber gebucht und gesperrt.
  3. 03 Sperrgrund lesen: Menge, Preis, Termin oder Qualitätsprüfung, dazu manuelle und stochastische Sperren.
  4. 04 Ursache korrigieren: am falschen Beleg, also an Bestellung, Wareneingang oder Rechnung.
  5. 05 Freigeben: automatisch, wenn kein Sperrgrund mehr gilt, manuelle Kopfsperren separat.
Was du mitnimmst

Was du danach in der richtigen Reihenfolge abarbeitest

Die Klärung folgt immer demselben Muster: erst den Sperrgrund lesen, dann den Beleg bestimmen, der falsch ist, und erst zuletzt entscheiden, wer korrigiert. Sechs Punkte reichen, damit aus einer Sammelmappe gesperrter Rechnungen ein geordneter Ablauf wird.

Den Sperrgrund am Beleg ablesen statt zu vermuten

In der Freigabeliste steht je Position, welcher Sperrgrund gesetzt ist. Die üblichen Kennzeichen betreffen Menge, Preis, Termin und Qualitätsprüfung. Diese Unterscheidung entscheidet über alles Weitere, denn eine Mengenabweichung klärt der Wareneingang, eine Preisabweichung der Einkauf und eine Terminabweichung meistens niemand von beiden.

Klären, welcher der drei Belege falsch ist

Bestellung, Wareneingang und Rechnung bilden ein Dreieck. Bei einer Preisabweichung stimmt entweder der Bestellpreis nicht mehr oder die Rechnung ist falsch. Bei einer Mengenabweichung ist entweder zu wenig geliefert, zu viel berechnet oder der Wareneingang wurde nicht vollständig gebucht. Die Korrektur gehört immer an die Stelle, an der der falsche Wert entstanden ist, nicht an die, an der er auffällt.

Toleranzen bewusst einstellen und nicht als Rauschen behandeln

Kleine Abweichungen zu untersuchen kostet mehr, als sie wert sind, deshalb gibt es Toleranzgrenzen. Liegt die Abweichung innerhalb dieser Grenzen, akzeptiert das System sie ohne Sperre. Wird eine obere Toleranzgrenze überschritten, wird die Rechnung gebucht und automatisch für die Zahlung gesperrt. Wer die Grenzen nie überprüft, produziert entweder unnötige Sperren oder lässt echte Abweichungen durchlaufen.

Die automatische Freigabe nutzen, wo sie greift

Bei der automatischen Freigabe löscht das System alle Sperrgründe, die nicht mehr zutreffen. Sind alle Sperrgründe einer Rechnung gelöscht, gibt es sie automatisch frei. Wurde also der Wareneingang nachgebucht oder der Bestellpreis korrigiert, erledigt sich die Sperre von selbst, sobald der Lauf durchläuft. Für den Hintergrundbetrieb steht dafür ein eigenes Programm bereit.

Manuelle Kopfsperren getrennt behandeln

Eine Rechnung mit einer manuellen Zahlsperre im Belegkopf wird nicht automatisch freigegeben, auch dann nicht, wenn alle Sperrgründe in den Positionen weggefallen sind. Diese Belege musst du getrennt auswählen und von Hand freigeben. Genau hier bleiben in fast jedem Haus die ältesten Fälle liegen, weil der automatische Lauf sie schlicht nicht anfasst.

Skontofristen aktiv schützen

Beim Freigabelauf lässt sich einstellen, dass die vereinbarte Skontofrist erhalten bleibt. Das ist kein Detail, sondern der wirtschaftliche Kern des Themas: Eine Rechnung, die zwei Wochen in der Sperre lag, kostet ohne diese Einstellung den Skontobetrag, und der ist bei jährlicher Betrachtung fast immer größer als der Aufwand für ein geordnetes Verfahren.

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Der Abgleich aus Bestellung, Wareneingang und Rechnung

Die Logistik-Rechnungsprüfung schließt den Beschaffungsprozess ab. Sie prüft eine Eingangsrechnung nicht gegen ein Konto, sondern gegen die beiden Belege, die vorher entstanden sind. Die Bestellung liefert den vereinbarten Preis und die vereinbarte Menge, der Wareneingang liefert, was tatsächlich angekommen ist. Erst aus dem Vergleich dieser drei Größen entsteht die Aussage, ob eine Rechnung berechtigt ist.

Wichtig für das Verständnis ist die Richtung der Prüfung. Das System schlägt beim Erfassen die Werte vor, die es erwartet, und der Erfasser bestätigt oder überschreibt sie. Wird ein Vorschlagswert überschrieben, prüft das System, ob die Abweichung innerhalb der im Customizing hinterlegten Toleranzgrenzen liegt. Wird eine obere Toleranzgrenze überschritten, wird die Rechnung gebucht und für die Zahlung gesperrt.

Beim Buchen passieren dann zwei Dinge gleichzeitig. Zum einen entstehen die Kontierungen aus der Rechnung, die Rechnung ist also aus Sicht der Finanzbuchhaltung vorhanden. Zum anderen setzt das System in der Kreditorenzeile des Buchhaltungsbelegs das Kennzeichen für die Zahlsperre, sodass die Finanzbuchhaltung die Rechnung nicht bezahlen kann. Aus logistischer Sicht ist der Beschaffungsvorgang damit abgeschlossen, aus kaufmännischer Sicht ist er offen.

Welche Abweichungen es gibt und was sie über die Kette aussagen

Die drei Grundformen der Abweichung lassen sich sauber trennen, und die Trennung sagt schon, wo die Ursache liegt. Die Preisabweichung des Rechnungseingangswerts ist die Differenz zwischen dem berechneten Betrag und dem Bestellwert, sie entsteht also zwischen Bestellung und Rechnung. Die Mengenabweichung des Rechnungseingangswerts ist die Differenz zwischen dem berechneten Betrag und dem Wert des Wareneingangs, sie entsteht zwischen Wareneingang und Rechnung. Die Mengenabweichung des Wareneingangswerts ist die Differenz zwischen dem Wert des Wareneingangs und dem Bestellwert, sie entsteht also bereits zwischen Bestellung und Lieferung.

Diese Dreiteilung ist im Klärungsgespräch mehr wert als jede Liste von Sperrkennzeichen. Wenn die Abweichung zwischen Wareneingang und Rechnung liegt, hat der Lieferant mehr berechnet, als er geliefert hat, oder es fehlt eine Buchung im Lager. Wenn sie zwischen Bestellung und Rechnung liegt, ist der Preis das Thema und der Einkauf zuständig. Wenn sie zwischen Bestellung und Lieferung liegt, ist bereits die Lieferung von der Bestellung abgewichen, und das merkt man in der Rechnungsprüfung nur als Folge.

Dazu kommt die Abweichung der Bestellpreismenge als vierte Form. Sie tritt auf, wenn sich der Preis in der Bestellung auf eine andere Mengeneinheit bezieht als die Bestellmenge und das Verhältnis in der Rechnung von dem beim Wareneingang abweicht. Fachlich ist das kein Streit über Geld, sondern über Umrechnung, und die Lösung liegt fast immer in den Stammdaten und nicht in der einzelnen Rechnung.

Toleranzen: die Stellschraube, die im Alltag am meisten bewirkt

SAP begründet die Toleranzen ausdrücklich damit, dass es zu aufwendig ist, kleine Abweichungen zu untersuchen. Liegt eine Abweichung innerhalb der eingestellten Grenzen, akzeptiert das System sie ohne Sperre. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung, und sie sollte auch so getroffen werden. Eine Grenze, die vor zehn Jahren einmal gesetzt und seither nie geprüft wurde, ist heute mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch.

Zwei Stellschrauben lohnen den Blick. Zum einen lassen sich Toleranzen für Rechnungsbuchungen grundsätzlich einstellen, zum anderen gibt es lieferantenspezifische Toleranzgrenzen. Das ist die passende Antwort auf den Fall, in dem ein einzelner Lieferant regelmäßig knapp abweicht, während bei allen anderen enge Grenzen sinnvoll bleiben. Wer stattdessen die allgemeine Grenze anhebt, öffnet sie für den gesamten Kreditorenstamm.

Der Prüfmaßstab ist einfach: Wie viele Sperren pro Monat entstehen, und wie viele davon führen zu einer Korrektur an Bestellung oder Wareneingang? Liegt die Quote niedrig, sind die Grenzen zu eng und das Team arbeitet Fälle ab, die keine sind. Liegt sie hoch, aber die Bearbeitungsdauer ist lang, ist nicht die Grenze das Problem, sondern der fehlende Ablauf dahinter.

Freigabe als Routine statt als Rettungsaktion

Die automatische Freigabe ist der eigentliche Hebel, und sie wird in vielen Häusern nicht genutzt. Beim automatischen Lauf löscht das System alle Sperrgründe, die nicht mehr zutreffen, und gibt die Rechnung frei, sobald kein Sperrgrund mehr übrig ist. Voraussetzung ist, dass die Sperrgründe tatsächlich nicht mehr gültig sind, was bei Sperren wegen Mengen-, Preis- oder Terminabweichung sowie wegen Qualitätsprüfung der Fall sein kann. Für den Hintergrundbetrieb steht ein eigenes Programm bereit, das der Systemverwaltung mit passenden Varianten und Jobs eingerichtet werden kann.

Zwei Einschränkungen gehören dabei bewusst eingeplant. Stornierte Rechnungen werden im automatischen Lauf nicht berücksichtigt, und Rechnungen mit manueller Zahlsperre im Belegkopf werden nicht automatisch freigegeben. Diese beiden Gruppen brauchen eine eigene, kurze Routine, sonst sammeln sich dort genau die Fälle an, die am Ende des Jahres im Rückstandsbericht auftauchen.

Bei der manuellen Freigabe hilft, dass Sperrgründe, die nicht mehr gültig sind, farblich hervorgehoben werden. Damit lässt sich eine lange Liste schnell in zwei Gruppen teilen: die Fälle, die nur noch bestätigt werden müssen, und die, die wirklich eine Klärung brauchen. Wer zusätzlich beim Lauf die Einstellung wählt, mit der die vereinbarte Skontofrist erhalten bleibt, verhindert den teuersten Nebeneffekt des ganzen Themas.

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Häufige Fragen

Warum ist die ganze Rechnung gesperrt, wenn nur eine Position abweicht?
Weil die Sperre auf Zahlungsebene wirkt und nicht auf Positionsebene. Ist eine Rechnung gesperrt, sind alle Positionen gesperrt, auch wenn nur eine einzige Position eine Abweichung zeigt. Die Zahlsperre steht in der Kreditorenzeile des Buchhaltungsbelegs, und die gibt es pro Beleg und nicht pro Position.
Können wir die Sperre einfach entfernen und später klären?
Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll. Eine Freigabe von Hand ohne Korrektur an der Ursache bezahlt eine Rechnung, deren Berechtigung nicht geprüft ist, und lässt Bestellung oder Wareneingang falsch stehen. Beim nächsten Vorgang mit demselben Lieferanten und demselben Material entsteht dieselbe Abweichung erneut, nur dass jetzt zusätzlich der Bestand unstimmig ist.
Was ist eine stochastische Sperre und warum trifft sie ausgerechnet uns?
Sie ist eine von vier möglichen Sperrarten neben der Abweichung in einer Position, dem Betrag einer Position und der manuellen Sperre. Sie greift stichprobenartig und dient der internen Kontrolle. Wenn sie im Haus stört, ist die richtige Reaktion nicht, sie abzuschalten, sondern einen kurzen, festen Prüfschritt dafür vorzusehen, damit die betroffenen Rechnungen nicht liegen bleiben.
Wer sollte die Klärung übernehmen, Einkauf oder Buchhaltung?
Das entscheidet der Sperrgrund. Preisabweichungen gehören in den Einkauf, weil dort die Bestellung gepflegt wird. Mengenabweichungen gehören in den Wareneingang, weil dort die tatsächliche Lieferung erfasst wird. Die Buchhaltung ist zuständig für die Freigabe, sobald die Ursache beseitigt ist, und für die Belege mit manueller Kopfsperre. Diese Zuordnung schriftlich zu haben, spart im Monatsabschluss mehr Zeit als jede Systemeinstellung.
Lohnt sich der Aufwand für einen festen Ablauf überhaupt?
Die Rechnung dafür ist schnell gemacht. Während eine Rechnung gesperrt ist, kann die Skontofrist ablaufen. Multipliziert mit der Zahl der monatlich gesperrten Rechnungen ergibt sich fast immer ein Betrag, der deutlich über dem Aufwand für eine wöchentliche Routine und einen sauber eingerichteten Freigabelauf liegt.
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