Backup-Konzept für Hyper-V: Prüfpunkte, Sicherungen und der Wiederherstellungstest
Wer im Haus entscheidet, was als Sicherung gilt, wie lange sie liegt und wer sie einmal im Jahr tatsächlich zurückspielt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Prüfpunkt vom letzten Update liegt immer noch da
Vor jedem größeren Eingriff entsteht in Hyper-V derselbe Handgriff: Rechtsklick auf die virtuelle Maschine, Prüfpunkt anlegen, Update einspielen. Das ist richtig und nützlich, denn genau dafür gibt es die Funktion. Der Fehler liegt am anderen Ende. Wenn das Update funktioniert hat, geht die Aufmerksamkeit weiter zum nächsten Server, und der Prüfpunkt bleibt liegen. Er verschwindet nicht von selbst, er wird auch nicht überschrieben, und niemand bekommt eine Meldung darüber.
Technisch entsteht dabei eine Differenzdatei mit der Endung .avhdx neben der eigentlichen .vhdx. Ab diesem Moment landen alle Schreibvorgänge in dieser Differenzdatei, und sie wächst, solange der Prüfpunkt besteht. Bei einem Dateiserver oder einer Datenbank kann das schnell gehen. Der typische Verlauf endet damit, dass der Datenträger des Hosts volllauft und mehrere virtuelle Maschinen gleichzeitig anhalten, obwohl an keiner davon jemand etwas geändert hat.
Die zweite Hälfte des Problems ist inhaltlicher Natur. Microsoft schreibt zu den Prüfpunkten ausdrücklich, dass ein Prüfpunkt keine vollständige Sicherung ist und bei Systemen, die Daten zwischen mehreren Knoten replizieren, zu Inkonsistenzen führen kann. Als Beispiel wird Active Directory genannt. Wer einen Domain Controller über einen Prüfpunkt zurücksetzt, kann sich damit Probleme in der Replikation einhandeln, die erst Tage später auffallen und deutlich schwerer zu beheben sind als der ursprüngliche Fehler.
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Wer im Haus was entscheidet
Die meisten Lücken in Sicherungskonzepten sind keine technischen Fehler, sondern unklare Zuständigkeiten. Die folgende Aufteilung ordnet jede Festlegung genau einer Stelle zu und benennt jedes Mal, woran es im Alltag hakt.
| Thema | Wer entscheidet | Wer setzt um | Stolperfalle |
|---|---|---|---|
| Was im Haus als Sicherung gilt und was nur als Prüfpunkt | Die Betriebsleitung gemeinsam mit den Verantwortlichen für die Fachanwendungen, einmalig und schriftlich | Das Virtualisierungsteam, indem es die Begriffe in Runbooks, Wartungsfenstern und Änderungsanträgen konsequent gleich verwendet | Die Unterscheidung steht im Dokument, aber im Ticketsystem heißt beides Backup. Damit ist sie im Alltag wirkungslos, weil niemand mehr sieht, welche Art von Rückweg gerade gemeint ist. |
| Die Höchstdauer und die Zahl offener Prüfpunkte | Das Virtualisierungsteam, weil es die Auswirkung auf den Speicher des Hosts als einziges wirklich abschätzen kann | Die Überwachung, mit einem Bericht über alle Prüfpunkte samt Alter und Größe der zugehörigen Differenzdatei | Es wird nur die Größe der virtuellen Festplatte überwacht und nicht der freie Platz auf dem Datenträger des Hosts. Voll läuft aber der Host, und dann halten mehrere Maschinen gleichzeitig an. |
| Der Prüfpunkttyp je virtueller Maschine | Das Virtualisierungsteam nach einer festen Regel: Standardprüfpunkte nur in Test- und Laborumgebungen | Der Betrieb über eine Vorlage für neue Maschinen, sodass die Einstellung nicht bei jeder Neuanlage neu getroffen wird | Eine einzelne Maschine wurde für einen Test auf Standardprüfpunkte umgestellt und nie zurückgesetzt. Auffallen wird das erst, wenn jemand sie im Betrieb zurücksetzt und die Anwendung danach inkonsistente Daten sieht. |
| Aufbewahrungsdauer und Ablageort je Anwendung | Die Fachbereiche, denn nur dort ist bekannt, wie weit zurück ein Stand fachlich noch etwas nützt und welche Fristen gelten | Der Betrieb, indem er die Angaben in Aufträge übersetzt und die Zuordnung von Maschine zu Anwendung gepflegt hält | Neue virtuelle Maschinen entstehen, ohne einer Anwendung zugeordnet zu werden. Sie erben dann die allgemeine Voreinstellung, und niemand merkt es, bis jemand daraus etwas zurückholen will. |
| Der Zugriffsschutz auf die Sicherungsziele | Die Stelle, die für Informationssicherheit zuständig ist, entlang derselben Regeln wie bei anderen schützenswerten Systemen | Der Betrieb, mit eigenen Konten für die Sicherungssoftware und mindestens einem Ziel, das aus dem laufenden Betrieb heraus nicht überschrieben werden kann | Die Sicherungssoftware läuft mit einem Domänenadministratorkonto, damit alles ohne Nachfragen funktioniert. Wer dieses Konto erlangt, erreicht damit Produktion und Sicherung in einem Zug. |
| Der Wiederherstellungstest und seine Auswertung | Die Betriebsleitung, mit einem festen Termin im Jahresplan und einem benannten Verantwortlichen | Ein Team aus Betrieb und Fachbereich, das in einem abgetrennten Netz eine vollständige Maschine zurückholt, startet und fachlich prüft | Getestet wird die Wiederherstellung einzelner Dateien, weil das schnell geht. Der Ernstfall ist aber der Verlust einer ganzen Maschine, und genau dieser Weg bleibt ungeübt. |
Was im Haus als Sicherung gilt und was nur als Prüfpunkt
- Wer entscheidet
- Die Betriebsleitung gemeinsam mit den Verantwortlichen für die Fachanwendungen, einmalig und schriftlich
- Wer setzt um
- Das Virtualisierungsteam, indem es die Begriffe in Runbooks, Wartungsfenstern und Änderungsanträgen konsequent gleich verwendet
- Stolperfalle
- Die Unterscheidung steht im Dokument, aber im Ticketsystem heißt beides Backup. Damit ist sie im Alltag wirkungslos, weil niemand mehr sieht, welche Art von Rückweg gerade gemeint ist.
Die Höchstdauer und die Zahl offener Prüfpunkte
- Wer entscheidet
- Das Virtualisierungsteam, weil es die Auswirkung auf den Speicher des Hosts als einziges wirklich abschätzen kann
- Wer setzt um
- Die Überwachung, mit einem Bericht über alle Prüfpunkte samt Alter und Größe der zugehörigen Differenzdatei
- Stolperfalle
- Es wird nur die Größe der virtuellen Festplatte überwacht und nicht der freie Platz auf dem Datenträger des Hosts. Voll läuft aber der Host, und dann halten mehrere Maschinen gleichzeitig an.
Der Prüfpunkttyp je virtueller Maschine
- Wer entscheidet
- Das Virtualisierungsteam nach einer festen Regel: Standardprüfpunkte nur in Test- und Laborumgebungen
- Wer setzt um
- Der Betrieb über eine Vorlage für neue Maschinen, sodass die Einstellung nicht bei jeder Neuanlage neu getroffen wird
- Stolperfalle
- Eine einzelne Maschine wurde für einen Test auf Standardprüfpunkte umgestellt und nie zurückgesetzt. Auffallen wird das erst, wenn jemand sie im Betrieb zurücksetzt und die Anwendung danach inkonsistente Daten sieht.
Aufbewahrungsdauer und Ablageort je Anwendung
- Wer entscheidet
- Die Fachbereiche, denn nur dort ist bekannt, wie weit zurück ein Stand fachlich noch etwas nützt und welche Fristen gelten
- Wer setzt um
- Der Betrieb, indem er die Angaben in Aufträge übersetzt und die Zuordnung von Maschine zu Anwendung gepflegt hält
- Stolperfalle
- Neue virtuelle Maschinen entstehen, ohne einer Anwendung zugeordnet zu werden. Sie erben dann die allgemeine Voreinstellung, und niemand merkt es, bis jemand daraus etwas zurückholen will.
Der Zugriffsschutz auf die Sicherungsziele
- Wer entscheidet
- Die Stelle, die für Informationssicherheit zuständig ist, entlang derselben Regeln wie bei anderen schützenswerten Systemen
- Wer setzt um
- Der Betrieb, mit eigenen Konten für die Sicherungssoftware und mindestens einem Ziel, das aus dem laufenden Betrieb heraus nicht überschrieben werden kann
- Stolperfalle
- Die Sicherungssoftware läuft mit einem Domänenadministratorkonto, damit alles ohne Nachfragen funktioniert. Wer dieses Konto erlangt, erreicht damit Produktion und Sicherung in einem Zug.
Der Wiederherstellungstest und seine Auswertung
- Wer entscheidet
- Die Betriebsleitung, mit einem festen Termin im Jahresplan und einem benannten Verantwortlichen
- Wer setzt um
- Ein Team aus Betrieb und Fachbereich, das in einem abgetrennten Netz eine vollständige Maschine zurückholt, startet und fachlich prüft
- Stolperfalle
- Getestet wird die Wiederherstellung einzelner Dateien, weil das schnell geht. Der Ernstfall ist aber der Verlust einer ganzen Maschine, und genau dieser Weg bleibt ungeübt.
Vom Prüfpunkt zur belastbaren Wiederherstellung
- 01 Ist das ein Prüfpunkt für einen einzelnen Eingriff oder eine Sicherung? Beides braucht eine eigene Regel.
- 02 Liegt der Stand auf demselben Speicher wie die virtuelle Maschine? Dann schützt er nicht gegen dessen Ausfall.
- 03 Ist der Stand anwendungskonsistent, laufen also die Integrationsdienste und der passende VSS-Writer im Gast?
- 04 Kann jemand mit den Zugangsdaten des Hosts die Sicherung löschen? Dann fehlt ein getrenntes Ziel.
- 05 Wann wurde daraus zuletzt eine ganze Maschine zurückgeholt, und wie lange hat es gedauert?
Was in einem Backup-Konzept für Hyper-V verbindlich festgelegt sein muss
Ein Konzept ist an dieser Stelle kein Dokument für die Ablage, sondern eine Handvoll Festlegungen, die im laufenden Betrieb tatsächlich jemanden binden. Sechs davon reichen für die meisten Umgebungen aus.
Prüfpunkt und Sicherung sprachlich trennen
Solange im Haus beides als Backup bezeichnet wird, redet ihr in jeder Störung aneinander vorbei. Legt fest, dass ein Prüfpunkt ein kurzlebiger Rückweg für einen einzelnen Eingriff ist und eine Sicherung eine unabhängige Kopie an einem anderen Ort. Wer diese beiden Begriffe konsequent auseinanderhält, erkennt die Lücken im eigenen Bestand schon beim Aufschreiben.
Eine Höchstdauer für Prüfpunkte setzen
Ein Prüfpunkt, der länger besteht als der Eingriff, für den er angelegt wurde, ist ein Risiko und kein Schutz. Ein Tag reicht in den allermeisten Fällen. Diese Grenze gehört in die Überwachung, nicht in eine Richtlinie: Ein Bericht, der alle Prüfpunkte älter als 24 Stunden mit Name, Alter und Größe der Differenzdatei auflistet, erledigt mehr als jede Erinnerung im Intranet.
Den Prüfpunkttyp bewusst wählen und begründen
Hyper-V kennt Produktionsprüfpunkte, die über den Volume Shadow Copy Service oder ein File System Freeze im Gast einen datenkonsistenten Stand erzeugen, und Standardprüfpunkte, die zusätzlich den Arbeitsspeicher festhalten. Produktionsprüfpunkte sind die Voreinstellung. Der Standardtyp ist bequem für Testumgebungen, weil die Maschine im laufenden Zustand zurückkommt, und genau deshalb für Server mit Datenbestand die falsche Wahl.
Anwendungskonsistenz für die Sicherung selbst klären
Eine Sicherung, die eine Datenbank mitten im Schreibvorgang erwischt, lässt sich zwar zurückspielen, aber die Anwendung startet danach vielleicht nicht. Der Volume Shadow Copy Service löst das, indem er die schreibenden Anwendungen kurz einfriert. Prüft für jede virtuelle Maschine, ob die Integrationsdienste laufen und ob die Anwendung im Gast einen eigenen VSS-Writer mitbringt. Wo das nicht der Fall ist, gehört ein Auszug aus der Anwendung heraus in die Sicherungskette.
Aufbewahrung, Ablageort und Trennung festschreiben
Zu jeder virtuellen Maschine gehören drei Angaben: wie oft gesichert wird, wie lange die Stände liegen und wo. Entscheidend ist der dritte Punkt. Eine Sicherung, die mit denselben Anmeldeinformationen erreichbar ist wie der Host, schützt gegen Hardwaredefekte, aber nicht gegen jemanden, der sich diese Anmeldeinformationen beschafft hat. Mindestens ein Stand gehört auf ein Ziel, das aus dem laufenden Betrieb heraus nicht gelöscht werden kann.
Den Wiederherstellungstest als Termin führen
Eine Sicherung, aus der noch nie etwas zurückgeholt wurde, ist eine Vermutung. Legt einen festen Termin fest, an dem eine vollständige virtuelle Maschine in ein abgetrenntes Netz zurückgespielt und gestartet wird, und schreibt mit, wie lange das gedauert hat. Diese Zahl ist die einzige belastbare Antwort auf die Frage, wie lange ein Ausfall dauert, und sie fällt regelmäßig anders aus als die Schätzung.
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Was ein Prüfpunkt ist und was er nicht leistet
Ein Prüfpunkt hält den Zustand einer virtuellen Maschine zu einem Zeitpunkt fest. Hyper-V legt dafür neben der virtuellen Festplatte eine Differenzdatei mit der Endung .avhdx an. Ab diesem Moment bleibt die ursprüngliche .vhdx unverändert, und alle Schreibvorgänge landen in der Differenzdatei. Löschst du den Prüfpunkt wieder, führt Hyper-V beide Dateien zusammen. Dieser Zusammenführungsvorgang kostet Zeit und zusätzlichen Platz, und er läuft im Hintergrund. Was du dabei nie tun solltest, ist eine .avhdx-Datei von Hand zu löschen, denn dann fehlt genau der Teil der Daten, der seit dem Prüfpunkt geschrieben wurde.
Hyper-V unterscheidet zwei Arten. Produktionsprüfpunkte nutzen den Volume Shadow Copy Service im Gastsystem, unter Linux ein File System Freeze, und erzeugen damit einen datenkonsistenten Stand. Der Arbeitsspeicher wird dabei ausdrücklich nicht mitgeschrieben, weshalb die Maschine nach dem Zurücksetzen ausgeschaltet ist und normal startet. Standardprüfpunkte gehen den anderen Weg und halten auch den Arbeitsspeicher fest, sodass die Maschine exakt in dem Zustand zurückkommt, in dem sie war, offene Programme eingeschlossen. Produktionsprüfpunkte sind die Voreinstellung, und dabei sollte es für alles bleiben, was Daten hält.
Der entscheidende Satz steht in der Dokumentation von Microsoft selbst: Ein Prüfpunkt ist keine vollständige Sicherung und kann bei Systemen, die Daten zwischen mehreren Knoten replizieren, zu Dateninkonsistenzen führen. Genannt wird Active Directory, und dasselbe gilt für jede Umgebung mit mehreren Instanzen, die untereinander abgleichen: Datenbankspiegelungen, Cluster, Verzeichnisdienste. Der Grund ist einfach. Der Prüfpunkt setzt einen Knoten in die Vergangenheit zurück, während alle anderen weitergelaufen sind. Was danach passiert, hängt davon ab, wie gut die jeweilige Anwendung mit dieser Situation umgeht, und die Antwort reicht von unauffällig bis sehr unangenehm.
Anwendungskonsistenz: warum der Volume Shadow Copy Service in der Kette steht
Eine Sicherung entsteht im laufenden Betrieb, und genau darin liegt die Schwierigkeit. Die Dateien, die gesichert werden sollen, sind geöffnet, und ein Teil der Änderungen steht noch in Caches der Anwendung statt auf der Festplatte. Der Volume Shadow Copy Service ist der Mechanismus, mit dem Windows dieses Problem löst. Er ordnet drei Beteiligte einander zu: den Requester, üblicherweise die Sicherungssoftware, den Writer, der von der Anwendung mitgeliefert wird und für einen konsistenten Datenstand sorgt, und den Provider, der die Momentaufnahme tatsächlich erzeugt.
Der Ablauf ist genau festgelegt und knapp bemessen. Der Requester lässt sich die vorhandenen Writer nennen, jeder Writer beschreibt, was zu sichern ist, und bereitet seine Daten vor, indem er offene Transaktionen abschließt und Cache leert. Danach friert der Volume Shadow Copy Service die schreibenden Zugriffe für wenige Sekunden ein, lässt die Momentaufnahme erzeugen und gibt sie wieder frei. Microsoft nennt dafür harte Grenzen: Länger als 60 Sekunden darf das Einfrieren nicht dauern, und die Erzeugung selbst nicht länger als 10 Sekunden. Wird eine der beiden Grenzen gerissen, bricht der Vorgang ab.
Für dein Konzept folgen daraus zwei Prüffragen je Maschine. Erstens: Laufen die Integrationsdienste im Gast, sodass der Host den Vorgang überhaupt anstoßen kann? Zweitens: Bringt die Anwendung im Gast einen eigenen Writer mit? Für SQL Server, Exchange und die Windows-Systembestandteile ist das der Fall. Für eine beliebige Fachanwendung mit eigenem Datenformat oft nicht. Wo kein Writer vorhanden ist, sichert die Kette zwar die Dateien, aber ohne Zusicherung über deren inneren Zustand. Die ehrliche Antwort ist dann ein zusätzlicher Auszug aus der Anwendung heraus, der in dieselbe Sicherungskette läuft.
Wohin die Sicherung gehört und wie lange sie dort liegt
Der Ablageort entscheidet darüber, gegen welche Ereignisse eine Sicherung überhaupt schützt. Ein Stand auf demselben Speicher wie die virtuelle Maschine hilft gegen einen versehentlich gelöschten Ordner und gegen ein misslungenes Update. Gegen den Ausfall dieses Speichers hilft er nicht. Ein Stand auf einem zweiten System im selben Rechenzentrum hilft zusätzlich gegen den Ausfall eines Geräts. Gegen einen Brand oder gegen jemanden, der sich Zugriff auf die Verwaltungsebene verschafft hat, hilft erst eine Kopie, die räumlich und in ihren Berechtigungen getrennt ist.
Der Zugriffsschutz ist dabei der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Sicherungssoftware braucht weitreichende Rechte, und der bequeme Weg ist ein Konto mit sehr vielen Berechtigungen, das überall funktioniert. Genau dieses Konto ist aber auch der kürzeste Weg von der Produktion in die Sicherung. Getrennte Konten, ein eigener Verwaltungsbereich für die Sicherungsumgebung und mindestens ein Ziel, das aus dem laufenden Betrieb heraus nicht gelöscht oder überschrieben werden kann, sind der wirksame Teil. Das IT-Grundschutz-Kompendium des BSI führt genau diese Fragen als eigenen Baustein und eignet sich gut als Gliederung, wenn ihr das Konzept ohnehin aufschreiben müsst.
Bei der Aufbewahrung lohnt es sich, zwischen zwei Fragen zu unterscheiden. Die erste ist technisch: Wie weit zurück muss ein Stand reichen, damit ihr einen Fehler noch abfangen könnt, der erst spät auffällt? Die zweite ist fachlich oder rechtlich: Wie lange müssen Daten überhaupt verfügbar bleiben? Die zweite Frage kann der Betrieb nicht beantworten, sie gehört in den Fachbereich. Was der Betrieb dagegen liefern muss, ist eine gepflegte Zuordnung von virtueller Maschine zu Anwendung, denn ohne sie landet jede neue Maschine stillschweigend in der allgemeinen Voreinstellung.
Der Wiederherstellungstest, den fast niemand macht
Die Sicherungsberichte sind grün, die Aufträge laufen seit Monaten ohne Fehler, und trotzdem weiß niemand, wie lange es dauern würde, den Dateiserver nach einem Totalausfall wieder in Betrieb zu haben. Der Grund ist, dass ein grüner Bericht nur belegt, dass Daten geschrieben wurden. Er belegt nicht, dass sie lesbar sind, dass die Maschine daraus startet und dass die Anwendung im Anschluss arbeitet. Diese drei Dinge lassen sich nur feststellen, indem man sie tut.
Ein brauchbarer Test besteht aus vier Teilen. Eine vollständige virtuelle Maschine wird in ein abgetrenntes Netz zurückgeholt, sie wird gestartet, jemand aus dem Fachbereich prüft, ob die Anwendung fachlich stimmig aussieht, und die benötigte Zeit wird mitgeschrieben. Das abgetrennte Netz ist dabei kein Formalismus, sondern verhindert, dass eine zurückgeholte Maschine mit derselben Kennung im Produktivnetz auftaucht und dort Schaden anrichtet. Hyper-V bietet dafür einen privaten virtuellen Switch, der sich ohne Netzwerkkarte betreiben lässt.
Die mitgeschriebene Zeit ist der eigentliche Ertrag. Sie ist die einzige belastbare Zahl, die ihr der Geschäftsführung nennen könnt, wenn nach der Ausfalldauer gefragt wird, und sie liegt fast immer über der Schätzung, meist wegen Dingen, die im Konzept nicht vorkommen: Die Datenmenge braucht länger über die Leitung als gedacht, ein Zertifikat fehlt, die Anwendung erwartet einen Lizenzserver, der auf einer anderen Maschine liegt. Genau diese Funde sind der Grund für den Test. Sie kosten an einem geplanten Termin ein paar Stunden und im Ernstfall einen Tag.
Dazu passende Kurse
Wenn im Team unterschiedliche Vorstellungen davon bestehen, was ein Prüfpunkt leistet, klären Hyper-V-Kurse für Sicherung und Wiederanlauf das an einer laufenden Umgebung statt an einer Folie.
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Häufige Fragen
Reicht ein Prüfpunkt vor einem Update nicht aus?
Produktionsprüfpunkte oder Standardprüfpunkte?
Warum wächst der Speicherverbrauch, obwohl in der Maschine nichts passiert?
Darf ich einen Domain Controller über einen Prüfpunkt zurücksetzen?
Ersetzt eine Replikation an einen zweiten Standort die Sicherung?
Wie oft sollte der Wiederherstellungstest stattfinden?
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
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