Excel oder Power BI: wo die Tabelle aufhört
Beide nutzen Power Query und DAX, der Umstieg ist also kein Neuanfang. Die Entscheidung fällt daran, wie viele Leute den Bericht bekommen und wer darin rechnen muss.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Frage entscheidet sich am Empfängerkreis, nicht am Werkzeug
Der Auslöser ist selten eine technische Grenze. Meistens ist es eine Datei, die als Anhang durch das Unternehmen wandert: Montags aktualisiert jemand die Rohdaten, verschickt die Mappe an zwölf Leute, und ab Dienstag existieren zwölf leicht unterschiedliche Stände. Die häufigste Frage im Postfach lautet dann, welche Version die aktuelle ist.
Gleichzeitig wird die Diskussion oft falsch geführt. Power BI wird als Nachfolger von Excel dargestellt, obwohl es die Aufgabe der Tabelle nicht übernimmt: In ein Visual lässt sich nichts hineinschreiben. Wer plant, korrigiert oder eine Nebenrechnung braucht, ist in der Arbeitsmappe richtig, auch nach einer Einführung.
Wer die Wahl am falschen Kriterium trifft, zahlt zweimal. Ein Bericht, der eigentlich eine Planungsdatei ist, wird in Power BI nachgebaut und danach doch wieder nach Excel exportiert. Umgekehrt hält jemand an der Mappe fest, obwohl das wöchentliche Aktualisieren längst ein fester Termin im Kalender ist.
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Der direkte Vergleich
Excel-Arbeitsmappe
die Auswertung, in der neben der Zahl auch gerechnet und geplant wird
Power-BI-Bericht
die veröffentlichte Darstellung für einen größeren Empfängerkreis
| Entscheidungsfrage | Excel-Arbeitsmappe | Power-BI-Bericht |
|---|---|---|
| Was passiert, wenn jemand eine Zahl selbst eintragen muss? | Stärke Planung, Szenarien, Korrekturen samt Kommentar und die schnelle Nebenrechnung gehören genau dorthin, wo Zellen beschreibbar sind. | Schwäche Das Modell ist eine Einbahnstraße von der Quelle zur Darstellung, in ein Visual lässt sich nichts hineinschreiben. |
| Wie kommt der aktuelle Stand zu den Empfängern? | Schwäche Über Dateianhänge, und ab dem Versand existieren so viele Stände wie Empfänger. | Stärke Über einen Arbeitsbereich, in dem alle dieselbe Fassung sehen, mit Aktualisierung nach Zeitplan. |
| Wie schnell steht eine einmalige Sonderauswertung? | Stärke Eine Mappe braucht keinen Freigabeprozess und keine zusätzliche Lizenz, und morgen dreht jemand anders daran weiter. | Kommt darauf an Modell und Darstellung wollen aufgebaut werden, was sich für eine einzelne Frage selten rechnet. |
| Wie bekommt jede Region nur ihre eigenen Zahlen zu sehen? | Schwäche In der Regel über gefilterte Kopien, die jemand einzeln pflegt und bei jeder Änderung neu erzeugt. | Stärke Über Berechtigungen bis auf Zeilenebene im selben Bericht, ohne dass eine zweite Datei entsteht. |
| Was ist an Lizenz und Technik vorher zu klären? | Stärke Excel steht auf jedem Arbeitsplatz, es braucht weder Arbeitsbereich noch Gateway. | Kommt darauf an Das Bauen ist kostenfrei, das Teilen nicht, und Quellen im eigenen Netz erreichen den Dienst nur über ein Gateway. |
| Was passiert, wenn die Datenmenge stark wächst? | Kommt darauf an Mit dem Datenmodell bleibt vieles möglich, aber die Datei wird schwer und das Öffnen dauert. | Stärke Die Daten liegen im Dienst, die Empfänger öffnen nur die Darstellung und nicht das Modell. |
Was passiert, wenn jemand eine Zahl selbst eintragen muss?
Planung, Szenarien, Korrekturen samt Kommentar und die schnelle Nebenrechnung gehören genau dorthin, wo Zellen beschreibbar sind.
Das Modell ist eine Einbahnstraße von der Quelle zur Darstellung, in ein Visual lässt sich nichts hineinschreiben.
Wie kommt der aktuelle Stand zu den Empfängern?
Über Dateianhänge, und ab dem Versand existieren so viele Stände wie Empfänger.
Über einen Arbeitsbereich, in dem alle dieselbe Fassung sehen, mit Aktualisierung nach Zeitplan.
Wie schnell steht eine einmalige Sonderauswertung?
Eine Mappe braucht keinen Freigabeprozess und keine zusätzliche Lizenz, und morgen dreht jemand anders daran weiter.
Modell und Darstellung wollen aufgebaut werden, was sich für eine einzelne Frage selten rechnet.
Wie bekommt jede Region nur ihre eigenen Zahlen zu sehen?
In der Regel über gefilterte Kopien, die jemand einzeln pflegt und bei jeder Änderung neu erzeugt.
Über Berechtigungen bis auf Zeilenebene im selben Bericht, ohne dass eine zweite Datei entsteht.
Was ist an Lizenz und Technik vorher zu klären?
Excel steht auf jedem Arbeitsplatz, es braucht weder Arbeitsbereich noch Gateway.
Das Bauen ist kostenfrei, das Teilen nicht, und Quellen im eigenen Netz erreichen den Dienst nur über ein Gateway.
Was passiert, wenn die Datenmenge stark wächst?
Mit dem Datenmodell bleibt vieles möglich, aber die Datei wird schwer und das Öffnen dauert.
Die Daten liegen im Dienst, die Empfänger öffnen nur die Darstellung und nicht das Modell.
Was passt wann
- Wenn in der Auswertung geplant, korrigiert und nebenbei gerechnet wird
- bleib bei der Arbeitsmappe, auch wenn Power BI im Haus eingeführt ist.
- Wenn derselbe Bericht regelmäßig an einen wachsenden Kreis geht
- veröffentliche ihn in einem Arbeitsbereich und lass die Daten nach Zeitplan laufen.
- Wenn du heute noch nicht weißt, wohin die Auswertung wächst
- bau Abfragen und Kennzahlen sauber in Excel auf, denn beides zieht später mit um.
Sechs Anzeichen, dass die Arbeitsmappe an ihre Grenze kommt
- 01 Der Bericht geht per Mail an mehr als eine Handvoll Empfänger.
- 02 Jemand fragt regelmäßig nach, welcher Stand gerade der aktuelle ist.
- 03 Das wöchentliche Aktualisieren steht als fester Termin im Kalender.
- 04 Die Datei braucht Minuten zum Öffnen, weil die Rohdaten mit im Blatt liegen.
- 05 Jede Änderung läuft über eine Person, weil nur sie den Aufbau kennt.
- 06 Jede Region soll dieselbe Auswertung sehen, aber nur die eigenen Zahlen.
Danach ordnest du jede Auswertung dem passenden Ort zu
Die Trennlinie verläuft nicht zwischen alt und neu, sondern zwischen Rechnen und Verteilen. Wenn du weißt, welche Fragen ein Werkzeug beantwortet und welche technischen Punkte vorher geklärt sein müssen, ersparst du dir Projekte, die am Ende an einer Lizenz oder an einem fehlenden Gateway hängen.
Die Entscheidungsfrage stellen
Du fragst zuerst, ob jemand in die Auswertung hineinschreiben muss und wie viele Leute den aktuellen Stand brauchen. Aus diesen beiden Antworten folgt der Ort fast von selbst.
Die gemeinsame Grundlage nutzen
Power Query und DAX funktionieren in beiden Werkzeugen gleich. Was du in Excel sauber aufbaust, zieht später mit um, wenn der Empfängerkreis wächst.
Aktualisierung realistisch planen
Eine Mappe aktualisiert sich erst, wenn jemand sie öffnet. Ein veröffentlichter Bericht holt die Daten nach Zeitplan, für Quellen im eigenen Netz aber nur über ein Gateway.
Lizenzen vor dem Bauen klären
Power BI Desktop ist kostenfrei, das Veröffentlichen und Teilen ist es nicht. Diese Frage gehört an den Anfang, nicht an das Ende eines Projekts.
Berechtigungen mitdenken
Zugriff auf die Quelle ist nicht dasselbe wie Zugriff auf den Bericht. Mit Rechten auf Zeilenebene sieht jede Region im selben Bericht nur ihre eigenen Zahlen.
Den Übergang schrittweise gehen
Du baust Abfragen und Kennzahlen zuerst in Excel auf und übernimmst später das Modell. Die Mappe bleibt oft als Detailsicht bestehen, wenn jemand die Zeilen hinter einer Zahl braucht.
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Unter der Haube dieselben Bausteine
Der Befehl Daten abrufen heißt in Power BI Desktop genauso wie in Excel, und dahinter steckt derselbe Editor. Ein Klick auf Daten transformieren öffnet den Power Query-Editor mit denselben angewendeten Schritten und derselben Sprache M. Das Datenmodell mit Beziehungen zwischen Tabellen ist dasselbe wie in Power Pivot, und Kennzahlen schreibst du hier wie dort in DAX. Wer in Excel bereits mit Power Query und dem Datenmodell arbeitet, kennt den größeren Teil von Power BI schon.
Der Unterschied liegt in der Ausgabe. Excel schreibt in Zellen, die du danach anfassen, ergänzen und weiterrechnen kannst. Power BI zeichnet Visuals auf eine Berichtsseite, die sich gegenseitig filtern: Ein Klick auf eine Säule im ersten Diagramm schneidet alle anderen Darstellungen auf der Seite mit. Diese Verknüpfung musst du nicht bauen, sie ist der Normalfall.
Wo Excel klar vorn liegt
Überall dort, wo jemand eine Zahl eintippen muss. Das gilt für die Planung, für Was-wäre-wenn-Rechnungen und Szenarien, für eine Korrektur samt Kommentar und für die schnelle Nebenrechnung neben der Auswertung. In ein Power BI-Visual lässt sich nichts hineinschreiben, das Modell ist eine Einbahnstraße von der Quelle zur Darstellung.
Der zweite Punkt ist Verbreitung. Excel steht auf jedem Arbeitsplatz, es braucht keinen Freigabeprozess, keinen Arbeitsbereich und keine zusätzliche Lizenz. Für eine einmalige Sonderauswertung, die morgen jemand anders weiterdreht, ist die Arbeitsmappe schneller am Ziel als jeder Bericht. Dasselbe gilt für Detailtabellen, die der Empfänger exportieren und selbst weiterverarbeiten soll.
Wo Power BI vorn liegt
Bei der Aktualisierung. Eine Excel-Datei aktualisiert sich, wenn jemand sie öffnet und Alle aktualisieren drückt. Ein veröffentlichter Power BI-Bericht holt sich die Daten nach Zeitplan, auch wenn niemand die Datei anfasst. Liegen die Quellen im eigenen Netz, braucht es dafür ein Gateway, das die IT einrichtet.
Bei der Verteilung. Statt Dateianhänge zu verschicken, veröffentlichst du in einen Arbeitsbereich, und alle sehen denselben Stand. Die Rückfrage "Welche Version ist aktuell?" erübrigt sich damit. Dazu kommen Berechtigungen bis auf Zeilenebene, sodass jede Vertriebsregion im selben Bericht nur ihre eigenen Zahlen sieht, statt dass jemand fünf gefilterte Kopien pflegt.
Und dabei, dass die Empfänger sich selbst bedienen. Wer einen Excel-Bericht bekommt, stellt Rückfragen. Wer einen Bericht mit Filtern und aufklappbaren Ebenen bekommt, sieht die Antwort meist selbst, auch unterwegs über die App. Das ist der eigentliche Grund, warum sich der Aufwand rechnet, sobald der Empfängerkreis wächst.
Lizenz und Technik, bevor du planst
Power BI Desktop ist kostenfrei und läuft unter Windows. Kostenlos ist damit aber nur das Bauen. Sobald Berichte im Dienst veröffentlicht und mit anderen geteilt werden, braucht es kostenpflichtige Lizenzen, und die Modelle dafür ändern sich regelmäßig. Klär diesen Punkt mit der IT, bevor ein Projekt startet, sonst steht ein fertiger Bericht da, den niemand außer dir sehen darf.
Zwei weitere technische Fragen gehören in dieselbe Runde: Wo liegen die Quellen, und wer darf sie lesen? Datenbanken im eigenen Netz erreichen den Dienst nur über ein Gateway, und Zugriffsrechte auf die Quelle sind nicht dasselbe wie Zugriffsrechte auf den Bericht. Wer das erst nach dem Bauen klärt, verliert mehr Zeit als beim Modellieren.
Der typische Übergang
Es gibt klare Anzeichen, dass eine Arbeitsmappe ihre Grenze erreicht hat. Der Bericht geht per Mail an mehr als eine Handvoll Leute. Jemand fragt regelmäßig, welcher Stand aktuell ist. Das wöchentliche Aktualisieren ist ein Termin im Kalender. Die Datei braucht Minuten zum Öffnen. Und Änderungswünsche laufen alle über eine einzige Person, weil nur sie den Aufbau kennt.
Der Übergang muss kein Bruch sein. Bau Power Query-Abfragen und Kennzahlen zuerst in Excel sauber auf, denn beides zieht später mit um. Wächst der Empfängerkreis, übernimmst du das Modell nach Power BI und baust dort die Darstellung neu. Excel bleibt danach oft als Detailsicht bestehen, für die Fälle, in denen jemand die einzelnen Zeilen hinter einer Zahl braucht.
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Ob ein Bericht am Ende genutzt wird, hängt weniger vom Werkzeug ab als davon, ob alle Beteiligten Zahlen richtig lesen, dabei helfen Kurse zum Aufbau von Datenkompetenz im Team .
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Häufige Fragen
Müssen wir Excel aufgeben, wenn wir Power BI einführen?
Reicht Power Query in Excel, oder brauche ich Power BI für die Aufbereitung?
Wer sollte anfangen, der Fachbereich oder die IT?
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