Arbeitsmappe oder Bericht

Excel oder Power BI: wo die Tabelle aufhört

Beide nutzen Power Query und DAX, der Umstieg ist also kein Neuanfang. Die Entscheidung fällt daran, wie viele Leute den Bericht bekommen und wer darin rechnen muss.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Seit 1997 am Markt Kleine Gruppen Präsenz und Live-Online Zertifizierte Trainer
Worum es geht

Die Frage entscheidet sich am Empfängerkreis, nicht am Werkzeug

Der Auslöser ist selten eine technische Grenze. Meistens ist es eine Datei, die als Anhang durch das Unternehmen wandert: Montags aktualisiert jemand die Rohdaten, verschickt die Mappe an zwölf Leute, und ab Dienstag existieren zwölf leicht unterschiedliche Stände. Die häufigste Frage im Postfach lautet dann, welche Version die aktuelle ist.

Gleichzeitig wird die Diskussion oft falsch geführt. Power BI wird als Nachfolger von Excel dargestellt, obwohl es die Aufgabe der Tabelle nicht übernimmt: In ein Visual lässt sich nichts hineinschreiben. Wer plant, korrigiert oder eine Nebenrechnung braucht, ist in der Arbeitsmappe richtig, auch nach einer Einführung.

Wer die Wahl am falschen Kriterium trifft, zahlt zweimal. Ein Bericht, der eigentlich eine Planungsdatei ist, wird in Power BI nachgebaut und danach doch wieder nach Excel exportiert. Umgekehrt hält jemand an der Mappe fest, obwohl das wöchentliche Aktualisieren längst ein fester Termin im Kalender ist.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der direkte Vergleich

Der direkte Vergleich

Excel-Arbeitsmappe

die Auswertung, in der neben der Zahl auch gerechnet und geplant wird

Power-BI-Bericht

die veröffentlichte Darstellung für einen größeren Empfängerkreis

Was passiert, wenn jemand eine Zahl selbst eintragen muss?

Excel-Arbeitsmappe

Planung, Szenarien, Korrekturen samt Kommentar und die schnelle Nebenrechnung gehören genau dorthin, wo Zellen beschreibbar sind.

Power-BI-Bericht

Das Modell ist eine Einbahnstraße von der Quelle zur Darstellung, in ein Visual lässt sich nichts hineinschreiben.

Wie kommt der aktuelle Stand zu den Empfängern?

Excel-Arbeitsmappe

Über Dateianhänge, und ab dem Versand existieren so viele Stände wie Empfänger.

Power-BI-Bericht

Über einen Arbeitsbereich, in dem alle dieselbe Fassung sehen, mit Aktualisierung nach Zeitplan.

Wie schnell steht eine einmalige Sonderauswertung?

Excel-Arbeitsmappe

Eine Mappe braucht keinen Freigabeprozess und keine zusätzliche Lizenz, und morgen dreht jemand anders daran weiter.

Power-BI-Bericht

Modell und Darstellung wollen aufgebaut werden, was sich für eine einzelne Frage selten rechnet.

Wie bekommt jede Region nur ihre eigenen Zahlen zu sehen?

Excel-Arbeitsmappe

In der Regel über gefilterte Kopien, die jemand einzeln pflegt und bei jeder Änderung neu erzeugt.

Power-BI-Bericht

Über Berechtigungen bis auf Zeilenebene im selben Bericht, ohne dass eine zweite Datei entsteht.

Was ist an Lizenz und Technik vorher zu klären?

Excel-Arbeitsmappe

Excel steht auf jedem Arbeitsplatz, es braucht weder Arbeitsbereich noch Gateway.

Power-BI-Bericht

Das Bauen ist kostenfrei, das Teilen nicht, und Quellen im eigenen Netz erreichen den Dienst nur über ein Gateway.

Was passiert, wenn die Datenmenge stark wächst?

Excel-Arbeitsmappe

Mit dem Datenmodell bleibt vieles möglich, aber die Datei wird schwer und das Öffnen dauert.

Power-BI-Bericht

Die Daten liegen im Dienst, die Empfänger öffnen nur die Darstellung und nicht das Modell.

Was passt wann

Wenn in der Auswertung geplant, korrigiert und nebenbei gerechnet wird
bleib bei der Arbeitsmappe, auch wenn Power BI im Haus eingeführt ist.
Wenn derselbe Bericht regelmäßig an einen wachsenden Kreis geht
veröffentliche ihn in einem Arbeitsbereich und lass die Daten nach Zeitplan laufen.
Wenn du heute noch nicht weißt, wohin die Auswertung wächst
bau Abfragen und Kennzahlen sauber in Excel auf, denn beides zieht später mit um.

Sechs Anzeichen, dass die Arbeitsmappe an ihre Grenze kommt

  1. 01 Der Bericht geht per Mail an mehr als eine Handvoll Empfänger.
  2. 02 Jemand fragt regelmäßig nach, welcher Stand gerade der aktuelle ist.
  3. 03 Das wöchentliche Aktualisieren steht als fester Termin im Kalender.
  4. 04 Die Datei braucht Minuten zum Öffnen, weil die Rohdaten mit im Blatt liegen.
  5. 05 Jede Änderung läuft über eine Person, weil nur sie den Aufbau kennt.
  6. 06 Jede Region soll dieselbe Auswertung sehen, aber nur die eigenen Zahlen.
Was du mitnimmst

Danach ordnest du jede Auswertung dem passenden Ort zu

Die Trennlinie verläuft nicht zwischen alt und neu, sondern zwischen Rechnen und Verteilen. Wenn du weißt, welche Fragen ein Werkzeug beantwortet und welche technischen Punkte vorher geklärt sein müssen, ersparst du dir Projekte, die am Ende an einer Lizenz oder an einem fehlenden Gateway hängen.

Die Entscheidungsfrage stellen

Du fragst zuerst, ob jemand in die Auswertung hineinschreiben muss und wie viele Leute den aktuellen Stand brauchen. Aus diesen beiden Antworten folgt der Ort fast von selbst.

Die gemeinsame Grundlage nutzen

Power Query und DAX funktionieren in beiden Werkzeugen gleich. Was du in Excel sauber aufbaust, zieht später mit um, wenn der Empfängerkreis wächst.

Aktualisierung realistisch planen

Eine Mappe aktualisiert sich erst, wenn jemand sie öffnet. Ein veröffentlichter Bericht holt die Daten nach Zeitplan, für Quellen im eigenen Netz aber nur über ein Gateway.

Lizenzen vor dem Bauen klären

Power BI Desktop ist kostenfrei, das Veröffentlichen und Teilen ist es nicht. Diese Frage gehört an den Anfang, nicht an das Ende eines Projekts.

Berechtigungen mitdenken

Zugriff auf die Quelle ist nicht dasselbe wie Zugriff auf den Bericht. Mit Rechten auf Zeilenebene sieht jede Region im selben Bericht nur ihre eigenen Zahlen.

Den Übergang schrittweise gehen

Du baust Abfragen und Kennzahlen zuerst in Excel auf und übernimmst später das Modell. Die Mappe bleibt oft als Detailsicht bestehen, wenn jemand die Zeilen hinter einer Zahl braucht.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Unter der Haube dieselben Bausteine

Der Befehl Daten abrufen heißt in Power BI Desktop genauso wie in Excel, und dahinter steckt derselbe Editor. Ein Klick auf Daten transformieren öffnet den Power Query-Editor mit denselben angewendeten Schritten und derselben Sprache M. Das Datenmodell mit Beziehungen zwischen Tabellen ist dasselbe wie in Power Pivot, und Kennzahlen schreibst du hier wie dort in DAX. Wer in Excel bereits mit Power Query und dem Datenmodell arbeitet, kennt den größeren Teil von Power BI schon.

Der Unterschied liegt in der Ausgabe. Excel schreibt in Zellen, die du danach anfassen, ergänzen und weiterrechnen kannst. Power BI zeichnet Visuals auf eine Berichtsseite, die sich gegenseitig filtern: Ein Klick auf eine Säule im ersten Diagramm schneidet alle anderen Darstellungen auf der Seite mit. Diese Verknüpfung musst du nicht bauen, sie ist der Normalfall.

Wo Excel klar vorn liegt

Überall dort, wo jemand eine Zahl eintippen muss. Das gilt für die Planung, für Was-wäre-wenn-Rechnungen und Szenarien, für eine Korrektur samt Kommentar und für die schnelle Nebenrechnung neben der Auswertung. In ein Power BI-Visual lässt sich nichts hineinschreiben, das Modell ist eine Einbahnstraße von der Quelle zur Darstellung.

Der zweite Punkt ist Verbreitung. Excel steht auf jedem Arbeitsplatz, es braucht keinen Freigabeprozess, keinen Arbeitsbereich und keine zusätzliche Lizenz. Für eine einmalige Sonderauswertung, die morgen jemand anders weiterdreht, ist die Arbeitsmappe schneller am Ziel als jeder Bericht. Dasselbe gilt für Detailtabellen, die der Empfänger exportieren und selbst weiterverarbeiten soll.

Wo Power BI vorn liegt

Bei der Aktualisierung. Eine Excel-Datei aktualisiert sich, wenn jemand sie öffnet und Alle aktualisieren drückt. Ein veröffentlichter Power BI-Bericht holt sich die Daten nach Zeitplan, auch wenn niemand die Datei anfasst. Liegen die Quellen im eigenen Netz, braucht es dafür ein Gateway, das die IT einrichtet.

Bei der Verteilung. Statt Dateianhänge zu verschicken, veröffentlichst du in einen Arbeitsbereich, und alle sehen denselben Stand. Die Rückfrage "Welche Version ist aktuell?" erübrigt sich damit. Dazu kommen Berechtigungen bis auf Zeilenebene, sodass jede Vertriebsregion im selben Bericht nur ihre eigenen Zahlen sieht, statt dass jemand fünf gefilterte Kopien pflegt.

Und dabei, dass die Empfänger sich selbst bedienen. Wer einen Excel-Bericht bekommt, stellt Rückfragen. Wer einen Bericht mit Filtern und aufklappbaren Ebenen bekommt, sieht die Antwort meist selbst, auch unterwegs über die App. Das ist der eigentliche Grund, warum sich der Aufwand rechnet, sobald der Empfängerkreis wächst.

Lizenz und Technik, bevor du planst

Power BI Desktop ist kostenfrei und läuft unter Windows. Kostenlos ist damit aber nur das Bauen. Sobald Berichte im Dienst veröffentlicht und mit anderen geteilt werden, braucht es kostenpflichtige Lizenzen, und die Modelle dafür ändern sich regelmäßig. Klär diesen Punkt mit der IT, bevor ein Projekt startet, sonst steht ein fertiger Bericht da, den niemand außer dir sehen darf.

Zwei weitere technische Fragen gehören in dieselbe Runde: Wo liegen die Quellen, und wer darf sie lesen? Datenbanken im eigenen Netz erreichen den Dienst nur über ein Gateway, und Zugriffsrechte auf die Quelle sind nicht dasselbe wie Zugriffsrechte auf den Bericht. Wer das erst nach dem Bauen klärt, verliert mehr Zeit als beim Modellieren.

Der typische Übergang

Es gibt klare Anzeichen, dass eine Arbeitsmappe ihre Grenze erreicht hat. Der Bericht geht per Mail an mehr als eine Handvoll Leute. Jemand fragt regelmäßig, welcher Stand aktuell ist. Das wöchentliche Aktualisieren ist ein Termin im Kalender. Die Datei braucht Minuten zum Öffnen. Und Änderungswünsche laufen alle über eine einzige Person, weil nur sie den Aufbau kennt.

Der Übergang muss kein Bruch sein. Bau Power Query-Abfragen und Kennzahlen zuerst in Excel sauber auf, denn beides zieht später mit um. Wächst der Empfängerkreis, übernimmst du das Modell nach Power BI und baust dort die Darstellung neu. Excel bleibt danach oft als Detailsicht bestehen, für die Fälle, in denen jemand die einzelnen Zeilen hinter einer Zahl braucht.

Dazu passende Kurse

Bevor du über einen Wechsel entscheidest, lohnt es sich, das Datenmodell in Excel wirklich auszureizen, dafür kannst du Excel-Seminare zur Datenanalyse vergleichen .

Ob ein Bericht am Ende genutzt wird, hängt weniger vom Werkzeug ab als davon, ob alle Beteiligten Zahlen richtig lesen, dabei helfen Kurse zum Aufbau von Datenkompetenz im Team .

Wissen prüfen

Wie sicher bist du beim Thema wirklich?

Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.

Der passende Lernpfad

Wenn du nicht nur ein Thema abhaken, sondern eine Rolle ausfüllen willst, zeigt dir der Lernpfad die Kurse in der Reihenfolge, in der sie aufeinander aufbauen.

Karrierepfad

Excel: Datenanalystin & Datenanalyst

Dieser Lernpfad richtet sich an alle, die bereits mit Excel arbeiten und nun lernen möchten, wie sie Daten systematisch analysieren, interpretieren und in fundierte Entscheidungen überführen können. Er ist ideal für angehende Datenanalysten, Business Professionals, Controller und alle, die große Datenmengen effizient verarbeiten möchten. Starte einfach durch!

Sehr kompetenter Dozent mit einem intensiven Training welches anwendungsorientiert ist.
Power BI Grundkurs - Analyse mit Weitblick (PB 01)
Das doch recht "langweilige" Thema Excel, wurde einem sehr gut präsentiert. Durch direktes mitarbeiten wurde es einem nie langweilig.
Excel Grundkurs
Sehr gut vorbereitetes Seminar mit hilfreichen Informationen und anschaulicher Vermittlung. Vielen Dank!
Excel Aufbaukurs

Häufige Fragen

Müssen wir Excel aufgeben, wenn wir Power BI einführen?
Nein, und das ist auch nicht das Ziel. In den meisten Unternehmen übernimmt Power BI die wiederkehrenden Berichte für einen größeren Kreis, während Excel für Planung, Einzelfragen und alles bleibt, wo jemand selbst rechnet. Die Aufbereitung mit Power Query lässt sich für beide Wege einmal bauen.
Reicht Power Query in Excel, oder brauche ich Power BI für die Aufbereitung?
Für die Aufbereitung reicht Excel vollständig, es ist derselbe Editor mit demselben Funktionsumfang. Der Unterschied liegt nicht im Aufbereiten, sondern im Verteilen und im automatischen Aktualisieren. Wer nur seine eigenen Monatsdaten zusammenbaut, braucht Power BI dafür nicht.
Wer sollte anfangen, der Fachbereich oder die IT?
Beide, mit klarer Aufgabenteilung. Der Fachbereich weiß, welche Kennzahl was bedeutet, und sollte Modell und Bericht bauen. Die IT liefert verlässliche Quellen, richtet das Gateway ein und klärt Lizenzen und Berechtigungen. Berichte, die ohne den Fachbereich entstehen, treffen die Fragen selten, und Berichte, die ohne die IT entstehen, hängen an einer Datei auf einem Laptop.
Persönlich für dich da

Deine Ansprechpartner

Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.

Yves Hoppe

Yves Hoppe

Weiterbildung & Beratung

Hilft dir, aus dem Excel-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.

Norbert Jansen

Norbert Jansen

Beratung & Inhouse

Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.

Erst die Aufbereitung beherrschen, dann über den Ort entscheiden

Power Query und das Datenmodell lernst du bei cmt in Excel, und genau dieses Wissen trägt dich später auch durch Power BI.