Aufräumen vor dem Auswerten

Wofür Power Query gut ist und wofür nicht

Die Aufbereitung liegt als Abfrage neben der Quelle, jeder Klick als eigener Schritt. Beim nächsten Abschluss genügt ein Klick auf Alle aktualisieren.

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Worum es geht

Handarbeit an Rohdaten fällt bei jeder Lieferung neu an

Der Ablauf ist in vielen Abteilungen derselbe: Export öffnen, Kopfzeilen löschen, Spalten umbenennen, Duplikate entfernen, Kreuztabelle in eine Liste umbauen, Zahlen aus einem amerikanischen System zurechtbiegen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit, also die Auswertung. Der Vorlauf kostet jedes Mal dieselbe halbe Stunde.

Das eigentliche Risiko liegt aber nicht in der Zeit, sondern in der Nachvollziehbarkeit. Ein halbes Jahr später weiß niemand mehr, welche Zeilen damals gefiltert wurden und warum eine Spalte fehlt. Aus dem Blatt selbst geht das nicht hervor, und wer die Datei geerbt hat, baut die Aufbereitung im Zweifel neu auf.

Dazu kommen die stillen Fehler. Beim Umbauen von Hand rutscht eine Zeile mit, eine Kopfzeile bleibt in den Daten stehen, oder aus tausend Euro wird durch ein falsch gelesenes Trennzeichen eine Kommazahl. Das fällt selten sofort auf, weil das Blatt danach genauso aussieht wie im Vormonat.

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Der Aufbau im Detail

Der Aufbau im Detail

Der Aufbau

let Quelle = Excel.CurrentWorkbook(){[Name="tblUmsatz"]}[Content], #"Höher gestufte Header" = Table.PromoteHeaders(Quelle), #"Geänderter Typ" = Table.TransformColumnTypes(#"Höher gestufte Header", {{"Artikelnummer", type text}}) in #"Geänderter Typ"
  1. 01 Der Rahmen let

    Jede Abfrage ist ein einziger Ausdruck aus einer Liste benannter Schritte. Alles zwischen let und in ist die Schrittfolge, die du im Editor rechts als Angewendete Schritte siehst.

  2. 02 Der erste Schritt Quelle = Excel.CurrentWorkbook(){[Name="tblUmsatz"]}[Content]

    Der Schritt Quelle entsteht, wenn du auf Daten > Aus Tabelle/Bereich klickst, und verweist hier auf die Tabelle tblUmsatz in derselben Mappe. Bei einer Datei stünde an dieser Stelle ein Pfad, den du über Start > Parameter verwalten austauschbar machen kannst.

  3. 03 Schrittname mit Leerzeichen #"Höher gestufte Header"

    Schrittnamen mit Leerzeichen oder Umlauten stehen in Anführungszeichen mit vorangestelltem Doppelkreuz. Die deutschen Namen kommen von der Oberfläche, die Funktionen darunter bleiben englisch.

  4. 04 Funktion und Vorgänger Table.PromoteHeaders(Quelle)

    Jeder Schritt nennt seinen Vorgänger im Argument, hier den Schritt Quelle. Deshalb ist die Reihenfolge nicht nur Anzeige, sondern echte Abhängigkeit: Ein umbenannter Schritt lässt den nachfolgenden ins Leere laufen.

  5. 05 Spalte und Datentyp {{"Artikelnummer", type text}}

    Hier steht, welche Spalte welchen Typ bekommt. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob die führende Null einer Artikelnummer erhalten bleibt oder ob Excel daraus eine Zahl macht.

  6. 06 Das Ergebnis in #"Geänderter Typ"

    Nach in steht der Schritt, dessen Ergebnis die Abfrage zurückgibt, normalerweise der letzte. Zum Prüfen kannst du dort vorübergehend einen früheren Schritt eintragen.

Wenn es nicht funktioniert

Das siehst du

Die Meldung nennt eine Spalte, die in der Tabelle nicht gefunden wurde.

Warum

In der Quelle wurde eine Spalte umbenannt, gelöscht oder hat ein Leerzeichen am Ende. Power Query ordnet über den Spaltennamen zu, und Groß- und Kleinschreibung zählt dabei mit.

Was hilft

Klick den betroffenen Schritt an und korrigier den Namen über das Zahnrad. Dauerhaft hilft, die Spaltenauswahl über Andere Spalten entfernen zu machen und feste Namen so spät wie möglich zu setzen.

Das siehst du

In der geladenen Tabelle steht in vielen Zellen einer Spalte das Wort Error.

Warum

Der Schritt Geänderter Typ hat einen Typ gesetzt, der nicht zu allen Werten passt, etwa Zahl bei einer Spalte, in der auch n.v. steht.

Was hilft

Klick eine der Zellen an, dann erscheint die Fehlermeldung unterhalb der Vorschau. Setz den Typ auf Text oder nimm Transformieren > Datentyp > Gebietsschema verwenden, wenn die Werte aus einem anderen Zahlenformat stammen.

Das siehst du

Die führende Null der Artikelnummer ist nach dem Laden verschwunden.

Warum

Power Query hängt nach dem Import automatisch einen Schritt Geänderter Typ an und rät dabei. Eine Nummernspalte wird dabei zur ganzen Zahl.

Was hilft

Öffne den Schritt Geänderter Typ und stell die betroffene Spalte auf Text. Ist der Schritt direkt nach dem Import entstanden, kannst du ihn auch löschen und die Typen selbst setzen.

Das siehst du

Eine Meldung beginnt mit Formula.Firewall und bleibt auch im deutschen Excel englisch.

Warum

Die Abfrage kombiniert Daten aus mehreren Quellen, und Excel kann nicht ausschließen, dass dabei Werte von einer Quelle an eine andere weitergereicht werden.

Was hilft

Teil die Abfrage auf: erst jede Quelle einzeln laden, dann in einer zweiten Abfrage kombinieren. Die Datenschutzebenen selbst stellst du unter Daten > Daten abrufen > Abfrageoptionen ein.

Das siehst du

Das Aktualisieren dauert Minuten, obwohl die Quelle klein wirkt.

Warum

Gefiltert wird zu spät, deshalb läuft jeder Schritt auf der vollen Datenmenge. Häufig werden zusätzlich Zwischenabfragen unnötig als Tabelle ins Blatt geladen.

Was hilft

Zieh Zeilenfilter und das Entfernen nicht benötigter Spalten möglichst weit nach vorn und stell Zwischenabfragen über Schließen & laden in auf Nur Verbindung erstellen.

Sechs Stationen, die jede Abfrage durchläuft

  1. 01 Daten abrufen holt die Quelle, ohne an ihr etwas zu verändern.
  2. 02 Im Editor erzeugt jeder Klick einen Eintrag unter Angewendete Schritte.
  3. 03 Andere Spalten entfernen hält die Abfrage stabil, wenn Spalten dazukommen.
  4. 04 Datentypen setzt du bewusst, bei fremder Herkunft mit Gebietsschema.
  5. 05 Schließen & laden entscheidet zwischen Tabelle, Verbindung und Modell.
  6. 06 Bei der nächsten Lieferung genügt Daten > Alle aktualisieren.
Was du mitnimmst

Danach ist die Aufbereitung ein Schritt, den du wiederholen kannst

Power Query trennt Aufräumen und Auswerten sauber voneinander. Die Quelldatei bleibt unangetastet, die Aufbereitung steht als Abfrage daneben, und das Ergebnis landet als Tabelle im Blatt oder direkt im Datenmodell. Nach dem ersten Aufbau ersetzt ein Klick die gesamte Handarbeit.

Quellen anbinden

Du holst Daten über Daten abrufen aus Dateien, ganzen Ordnern, Datenbanken oder dem Web, ohne die Quelle zu verändern.

Schritte lesbar halten

Du benennst die wichtigen der angewendeten Schritte um, sodass sich die Liste rechts später wie eine Anleitung liest und auch eine Vertretung sie versteht.

Abfragen haltbar bauen

Du wählst die benötigten Spalten aus und nimmst Andere Spalten entfernen. Kommt in der Quelle eine Spalte dazu, fällt sie automatisch weg, statt die Auswertung zu verschieben.

Datentypen bewusst setzen

Bei Zahlen und Datumsangaben aus fremden Systemen nimmst du Datentyp mit Gebietsschema und gibst die Herkunft an, damit aus tausend Euro keine Kommazahl wird.

Kreuztabellen zurückbauen

Mit Andere Spalten entpivotieren machst du aus Monatsspalten wieder eine Liste. Kommt ein Monat dazu, wandert er automatisch mit.

Das Ladeziel wählen

Über Schließen & laden in entscheidest du zwischen Tabelle im Blatt, Nur Verbindung erstellen und Hinzufügen zum Datenmodell. Zwischenschritte gehören nicht ins Blatt.

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Aufräumen und Auswerten sind zwei Arbeitsschritte

Wer beides im selben Blatt macht, zahlt bei jeder neuen Lieferung erneut. Power Query trennt das sauber: Die Quelldatei bleibt unangetastet, die Aufbereitung liegt als Abfrage daneben, und das Ergebnis landet als Tabelle im Blatt oder direkt im Datenmodell. In die Abfrage gehört alles, was Aufräumen heißt: leere Kopfzeilen entfernen, Spalten umbenennen und typisieren, Zeilen filtern, Duplikate entfernen, Spalten teilen oder zusammenführen, Werte ersetzen und Kreuztabellen wieder in Listen zurückverwandeln.

Der Nutzen zeigt sich nicht beim ersten Mal, sondern beim vierten. Eine Abfrage, die zwanzig Minuten Aufbau gekostet hat, spart ab der zweiten Lieferung jedes Mal dieselbe Handarbeit, und sie macht dabei keine Flüchtigkeitsfehler. Genauso wichtig: Ein halbes Jahr später kann man in den angewendeten Schritten nachlesen, was mit den Daten passiert ist. Bei kopierten Blättern weiß das niemand mehr.

Der Einstieg im Editor

Du startest über Daten > Daten abrufen, dort findest du die Quellen nach Gruppen sortiert: Aus Datei mit Arbeitsmappe, Text/CSV, XML, JSON und Ordner, dann Aus Datenbank, Aus Onlinediensten und Aus anderen Quellen, wo unter anderem Aus dem Web steht. Für Daten, die schon in der Mappe liegen, gibt es daneben Aus Tabelle/Bereich.

Im Editor ist die rechte Seite die wichtige: Unter Abfrageeinstellungen stehen die angewendeten Schritte, und jeder Klick erzeugt dort einen Eintrag. Du kannst Schritte umbenennen, verschieben, löschen und über das Zahnrad nachträglich ändern. Benenn die wichtigen Schritte um, dann liest sich die Liste später wie eine Anleitung. Am Ende gehst du auf Schließen & laden in..., dort entscheidest du zwischen Tabelle im Blatt, Nur Verbindung erstellen und Hinzufügen zum Datenmodell.

Zwei Handgriffe machen eine Abfrage haltbar. Erstens: Wähl die gewünschten Spalten aus und nimm "Andere Spalten entfernen" statt einzelne Spalten zu löschen. Kommt in der Quelle nächsten Monat eine Spalte dazu, fällt sie dann automatisch weg, statt die Auswertung zu verschieben. Zweitens: Setz Datentypen bewusst. Kommen Zahlen im Format 1,234.56 aus einem amerikanischen System, nimm Transformieren > Datentyp > Mit Gebietsschema und gib die Herkunft an, sonst wird aus tausend Euro eine Kommazahl.

Entpivotieren, der Schritt mit dem größten Hebel

Berichte kommen fast immer als Kreuztabelle: links die Produkte, oben die Monate als eigene Spalten. Für Menschen lesbar, für jede Auswertung unbrauchbar, denn eine Pivot-Tabelle braucht eine Liste mit einer Zeile je Kombination. Von Hand ist das Umbauen eine Stunde Arbeit und jeden Monat wieder fällig.

In Power Query markierst du die Spalten, die Merkmale sind, also Produkt und Kunde, und wählst Transformieren > Andere Spalten entpivotieren. Aus den Monatsspalten werden zwei Spalten, Attribut und Wert, die du danach in Monat und Umsatz umbenennst. Nimm bewusst die Variante "Andere Spalten entpivotieren" und nicht "Spalten entpivotieren": Kommt im nächsten Monat eine weitere Spalte dazu, wandert sie automatisch mit, während die feste Variante sie stehen lässt.

Wann die Sprache M ins Spiel kommt

Jeder Klick im Editor schreibt M, sichtbar wird das über Start > Erweiterter Editor, wo die ganze Abfrage als Code steht. Für den Alltag brauchst du das nicht. An drei Stellen lohnt es sich trotzdem. Erstens, wenn ein Dateipfad oder ein Stichtag zum Parameter werden soll, damit die Abfrage auf jedem Rechner läuft; angelegt wird er über Start > Parameter verwalten. Zweitens, wenn du eine Bedingung brauchst, die der Dialog für benutzerdefinierte Spalten nicht anbietet. Und drittens, wenn eine Umwandlung auf alle Spalten gleichzeitig laufen soll, statt sie einzeln zu klicken.

Zwei Eigenheiten überraschen alle, die von Excel-Formeln kommen. M unterscheidet Groß- und Kleinschreibung, Table.SelectColumns funktioniert, table.selectcolumns nicht. Und Schritte beziehen sich über ihren Namen aufeinander, weshalb ein umbenannter Schritt den nachfolgenden ins Leere laufen lässt, wenn du ihn im Code und nicht über die Oberfläche umbenennst.

Wo Power Query nicht hilft

Es schreibt nichts in die Quelle zurück. Wer Werte korrigieren muss, korrigiert sie im Vorsystem oder in einer eigenen Zuordnungstabelle, die als zweite Abfrage dazugehängt wird. Es ersetzt auch keine Formel, die auf eine Eingabe in einer Zelle reagieren soll, denn eine Abfrage rechnet erst beim Aktualisieren.

Für zwanzig Zeilen einmalig lohnt der Aufbau nicht, da bist du mit Sortieren und Filtern schneller. Und auch die stabilste Abfrage bricht ab, wenn jemand den Aufbau der Quelldatei ändert, also eine Spalte umbenennt oder eine Kopfzeile einfügt. Wenn du diese Datei nicht selbst erzeugst, sprich einmal mit der Stelle, die sie liefert, das ist wirkungsvoller als jeder Reparaturschritt in der Abfrage.

Dazu passende Kurse

Am schnellsten wird die Sache greifbar, wenn du eine eigene Datei mitbringst und Power Query im Excel-Seminar kennenlernen .

Sobald die Daten nicht mehr aus Dateien, sondern direkt aus einem System kommen, hilft ein Blick auf die Quellseite, dafür gibt es Kurse rund um Datenbanken als Quelle .

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Häufige Fragen

Muss ich Power Query installieren?
In Excel 2016 und allen neueren Versionen ist es fest eingebaut und sitzt auf der Registerkarte Daten in der Gruppe Daten abrufen und transformieren. Nur in Excel 2010 und 2013 war es ein separates Add-In von Microsoft, das nachinstalliert werden musste. Wenn du die Gruppe nicht findest, arbeitest du entweder mit einer sehr alten Version oder mit Excel für Mac, wo der Funktionsumfang eingeschränkt ist.
Ändert Power Query meine Originaldatei?
Nein. Eine Abfrage liest die Quelle und arbeitet danach mit einer Kopie im Arbeitsspeicher, an der Ausgangsdatei ändert sich nichts. Das ist gerade bei fremden Exporten der entscheidende Punkt, du kannst beliebig experimentieren und im Zweifel die Abfrage löschen.
Warum dauert das Aktualisieren so lange?
Meist, weil zu spät gefiltert wird. Jeder Schritt läuft auf allem, was vorher übrig geblieben ist, also gehören Zeilenfilter und das Entfernen nicht benötigter Spalten möglichst weit nach vorn. Zweiter häufiger Grund sind Zwischenabfragen, die unnötig als Tabelle ins Blatt geladen werden. Stell diese über Schließen & laden in... auf "Nur Verbindung erstellen".

Passt thematisch dazu

Wenn du in zwei Sätzen erklären musst, was Power Query eigentlich tut, hilft die Kurzdefinition samt Einsatz in Power BI .

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