Auswerten ohne eine Formel

Pivot-Tabelle erstellen: sechs Handgriffe bis zur Auswertung

Der Aufwand steckt nicht im Erstellen, sondern in der Quelle, denn die braucht genau eine Kopfzeile, keine verbundenen Zellen und keine eingestreuten Zwischensummen.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Fast jeder Pivot-Fehler steckt schon in der Liste darunter

Eine Pivot-Tabelle ist in zwei Minuten gebaut. Der Ärger kommt danach: In der Auswertung steht Anzahl von Umsatz statt einer Summe, neue Zeilen aus der Quelle tauchen nicht auf, oder Excel meldet beim Anlegen, der PivotTable-Feldname sei ungültig. Alle drei Fälle haben nichts mit der Pivot zu tun, sondern mit der Liste, auf der sie sitzt.

Die Ursachen wiederholen sich: eine leere Überschrift, verbundene Zellen in der Kopfzeile, ein einziges n.v. in einer Zahlenspalte, Zwischensummen zwischen den Datenzeilen oder ein fester Zellbereich als Quelle, der bei Zeile 4000 endet. Jede dieser Kleinigkeiten kostet Suchzeit, weil man sie in der Auswertung sucht statt in den Rohdaten.

Richtig teuer wird aber der Fall, in dem nichts kaputt aussieht. Sitzt die Pivot auf einem festen Bereich und sind im Februar dreihundert Zeilen dazugekommen, liefert sie weiterhin ein plausibles Ergebnis, nur eben das falsche. Solche Zahlen laufen ohne Rückfrage in Berichte und fallen oft erst auf, wenn jemand von außen nachrechnet.

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Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. 1

    Quelle in Form bringen

    Entfern Zwischensummen und Leerzeilen, lös verbundene Zellen in der Kopfzeile auf und gib jeder Spalte eine eigene, eindeutige Überschrift.

    Geschafft, wenn: Jede Spalte trägt eine Überschrift, keine Zeile enthält eine Zwischensumme.

  2. 2

    Als Tabelle formatieren

    Markier die Liste, drück Strg+T und vergib unter Tabellenentwurf > Tabellenname einen sprechenden Namen wie tblUmsatz.

    Geschafft, wenn: Der Name steht im Feld Tabellenname, die Liste hat Filterpfeile.

  3. 3

    Gerüst anlegen

    Geh auf Einfügen > PivotTable > Aus Tabelle/Bereich und leg die Auswertung auf einem neuen Blatt an.

    Geschafft, wenn: Auf dem neuen Blatt steht ein leerer Rahmen, rechts die Feldliste.

  4. 4

    Felder verteilen

    Zieh das Gruppierungsmerkmal nach Zeilen und die Kennzahl nach Werte. Datumsfelder zerlegst du über die rechte Maustaste und Gruppieren in Jahre, Quartale und Monate.

    Geschafft, wenn: In der Auswertung stehen Zeilenbeschriftungen und mindestens eine Zahl.

  5. 5

    Berechnung, Format und Layout setzen

    Öffne die Wertfeldeinstellungen, wähl unter Werte zusammenfassen nach die richtige Berechnung und setz das Zahlenformat über die Schaltfläche im selben Dialog, nicht über die Zellformatierung. Soll aus der Auswertung weitergerechnet werden, stell zusätzlich unter Entwurf > Berichtslayout auf Tabellenformat, aktivier Alle Elementnamen wiederholen und schalt die Teilergebnisse ab.

    Geschafft, wenn: In der Wertespalte steht die gewünschte Berechnung im richtigen Format, und jede Zeile ist vollständig gefüllt.

  6. 6

    Filtern und aktualisieren

    Füg über PivotTable-Analyse > Datenschnitt einfügen die Filter zum Anklicken hinzu und verbinde sie über die Berichtsverbindungen mit allen Auswertungen des Blattes.

    Geschafft, wenn: Ein Klick im Datenschnitt schaltet das ganze Blatt gleichzeitig um.

Sechs Schritte von der Rohliste zur Auswertung

  1. 01 Die Quelle hat genau eine Kopfzeile und keine Zwischensummen dazwischen.
  2. 02 Strg+T macht daraus eine Tabelle, die mit neuen Zeilen mitwächst.
  3. 03 Einfügen > PivotTable legt das leere Gerüst auf einem neuen Blatt an.
  4. 04 In Zeilen kommt, wonach du gruppierst, in Werte, was gerechnet wird.
  5. 05 Die Wertfeldeinstellungen legen Berechnungsart und Zahlenformat fest.
  6. 06 Ein Datenschnitt steuert über Berichtsverbindungen mehrere Auswertungen.
Was du mitnimmst

Danach baust du Auswertungen, die auch nächsten Monat noch stimmen

Die Reihenfolge ist wichtiger als die Klicks. Erst die Quelle in Form bringen, dann als Tabelle formatieren, dann das Gerüst anlegen und die Felder verteilen. Wenn die ersten beiden Schritte sitzen, ist der Rest in wenigen Minuten erledigt und bleibt bei jeder Aktualisierung stabil.

Die Quelle beurteilen

Du erkennst in wenigen Sekunden, ob eine Liste als Pivot-Quelle taugt: eine Kopfzeile, je Zeile ein Vorgang, keine verbundenen Zellen, keine Zwischensummen. Kreuztabellen schickst du vorher durch Andere Spalten entpivotieren.

Tabelle statt Zellbereich

Mit Strg+T und einem sprechenden Tabellennamen wächst die Quelle mit jeder neuen Zeile mit. Damit entfällt das Nachjustieren über Datenquelle ändern, das man ohnehin irgendwann vergisst.

Die vier Bereiche zuordnen

In Zeilen kommt, wonach du gruppierst, in Werte, was gerechnet wird. Mit Spalten gehst du sparsam um, weil jede Ausprägung eine weitere Spalte erzeugt.

Anzahl statt Summe reparieren

Du weißt, dass eine Textzelle oder eine Leerzelle im Wertebereich die Ursache ist, und findest sie über einen Filter auf die Quellspalte. Danach stellst du in den Wertfeldeinstellungen wieder auf Summe.

Anteile ohne Formel

Über Werte anzeigen als bekommst du den Anteil am Gesamtergebnis oder am Ergebnis der übergeordneten Zeile. Damit beantwortest du die Frage nach dem Anteil innerhalb einer Produktgruppe ohne eine einzige Hilfsspalte.

Ein Datenschnitt für mehrere Pivots

Über die Berichtsverbindungen eines Datenschnitts steuerst du alle Auswertungen eines Blattes gleichzeitig, sofern sie dieselbe Quelle nutzen.

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Die Quelle entscheidet über alles Weitere

Eine Pivot-Tabelle will eine Liste: eine einzige Kopfzeile, darunter je Zeile ein Vorgang, je Spalte ein Merkmal. Jede Spalte braucht eine eigene, eindeutige Überschrift. Ist eine Überschrift leer, meldet Excel beim Erstellen "Der PivotTable-Feldname ist ungültig", und das ist fast immer die Ursache, nicht die Formel weiter unten. Verbundene Zellen in der Kopfzeile führen zum selben Ergebnis. Zwischensummen und Leerzeilen mitten in der Liste zählt die Pivot einfach mit.

Markier die Liste und drück Strg+T. Damit wird daraus eine formatierte Tabelle, und über Tabellenentwurf > Tabellenname gibst du ihr einen sprechenden Namen wie tblUmsatz. Der Nutzen zeigt sich beim ersten Nachschub: Neue Zeilen gehören automatisch zur Tabelle und damit zur Pivot-Quelle. Bei einem festen Zellbereich müsstest du dagegen jedes Mal über PivotTable-Analyse > Datenquelle ändern nachjustieren, und wer das vergisst, wertet stillschweigend einen alten Stand aus.

Kommt der Bericht als Kreuztabelle, mit den Monaten nebeneinander als eigene Spalten, ist er als Quelle unbrauchbar. Solche Daten müssen erst in eine Liste zurück, in Power Query über Transformieren > Andere Spalten entpivotieren.

Felder in die vier Bereiche ziehen

Einfügen > PivotTable > Aus Tabelle/Bereich legt das Gerüst auf einem neuen Blatt an. Rechts erscheint die Feldliste mit den vier Bereichen Filter, Spalten, Zeilen und Werte. Die Zuordnung ist einfacher, als sie aussieht: In Zeilen kommt, wonach du gruppierst, in Werte, was gerechnet wird. Mit Spalten geh sparsam um, denn jede Ausprägung erzeugt eine weitere Spalte, und bei einem Feld mit vierzig Kunden ist die Auswertung nicht mehr lesbar.

Datumsfelder lassen sich über die rechte Maustaste und Gruppieren in Jahre, Quartale und Monate zerlegen, Excel legt dafür eigene Felder an. Voraussetzung ist ein echtes Datum. Erkennen kannst du das in der Quelle daran, dass die Werte ohne Formatierung rechtsbündig stehen. Linksbündige Datumsangaben sind Text und lassen sich nicht gruppieren.

Für alles, was danach weiterverarbeitet wird, stell das Layout um: Entwurf > Berichtslayout > In Tabellenformat anzeigen, dazu "Alle Elementnamen wiederholen" und Entwurf > Teilergebnisse > Teilergebnisse nicht anzeigen. Damit bekommst du eine vollständig gefüllte Tabelle statt der Gliederungsansicht mit Lücken, aus der sich nicht sinnvoll weiterrechnen lässt.

Anzahl statt Summe, und die anderen Klassiker

Wenn in Werte plötzlich "Anzahl von Umsatz" steht, liegt es nie an der Pivot, sondern an der Spalte. Excel wählt Anzahl, sobald mindestens eine Zelle im Wertebereich leer ist oder Text enthält, und ein einziges "n.v." unter zehntausend Zahlen reicht dafür. Setz einen Filter auf die Quellspalte und sortier absteigend, dann stehen die Textwerte gesammelt oben oder unten. Nach der Reparatur stellst du über Wertfeldeinstellungen > Werte zusammenfassen nach wieder auf Summe.

Das Zahlenformat gehört ebenfalls in die Wertfeldeinstellungen, dort gibt es die Schaltfläche Zahlenformat. Formatierst du stattdessen die Zellen im Blatt, verlierst du die Einstellung, sobald du ein Feld umbaust oder die Pivot größer wird. Über Werte anzeigen als bekommst du außerdem Anteile ohne eine einzige Formel, etwa "% des Gesamtergebnisses" oder "% des Ergebnisses in der übergeordneten Zeile", was bei Produktgruppen und Produkten die Frage nach dem Anteil innerhalb der Gruppe beantwortet.

Dasselbe Feld darf mehrfach im Wertebereich liegen. Zieh den Umsatz dreimal hinein und stell einmal Summe, einmal Anzahl und einmal Anteil am Gesamtergebnis ein, dann stehen Umsatzsumme, Zahl der Vorgänge und Anteil nebeneinander in einer Auswertung.

Filtern mit Datenschnitten und aktualisieren

Datenschnitte sind Filter zum Anklicken. Du fügst sie über PivotTable-Analyse > Datenschnitt einfügen hinzu, für Datumsfelder gibt es daneben die Zeitachse. Der eigentliche Gewinn kommt bei mehreren Auswertungen auf einem Blatt: Markier den Datenschnitt, geh auf die Registerkarte Datenschnitt und öffne Berichtsverbindungen, dort hakst du alle Pivot-Tabellen an, die er steuern soll. Danach schaltet ein Klick das ganze Blatt um. Voraussetzung ist, dass die Pivots dieselbe Quelle nutzen.

Aktualisiert wird über PivotTable-Analyse > Aktualisieren, per Tastatur mit Alt+F5 für die aktuelle und Strg+Alt+F5 für alle Auswertungen der Mappe. Zwei Einstellungen ersparen dir dabei Ärger, beide unter PivotTable-Optionen. Auf der Registerkarte Layout & Format nimmst du den Haken bei "Spaltenbreiten bei Aktualisierung anpassen" heraus, sonst springt dein Layout bei jedem Durchlauf. Auf der Registerkarte Daten setzt du "Anzahl der pro Feld beizubehaltenden Elemente" auf Keine, damit gelöschte Kunden nicht monatelang in den Filterlisten stehen bleiben.

Dazu passende Kurse

Der Aufbau ist in einer Stunde erklärt, die Fälle aus dem Alltag brauchen Übung, deshalb kannst du Pivot-Auswertungen im Excel-Seminar lernen und dort deine eigenen Berichte mitbringen.

Wenn eine Auswertung nicht nur schnell, sondern auch belastbar sein soll, helfen Kurse rund um Datenqualität und Kennzahlen beim Blick auf die Zahlen dahinter.

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Häufige Fragen

Warum tauchen neue Zeilen aus der Quelle in der Pivot nicht auf?
Weil die Pivot auf einem festen Zellbereich sitzt statt auf einer Tabelle. Prüf das unter PivotTable-Analyse > Datenquelle ändern: Steht dort etwas wie Tabelle1!$A$1:$G$4000, endet die Auswertung bei Zeile 4000. Formatier die Quelle mit Strg+T als Tabelle und trag den Tabellennamen als Datenquelle ein, danach wächst der Bereich von allein mit.
Kann ich innerhalb der Pivot-Tabelle rechnen?
Ja, über PivotTable-Analyse > Felder, Elemente und Gruppen > Berechnetes Feld. Wichtig ist zu wissen, dass ein berechnetes Feld auf den aggregierten Werten rechnet. Bei Deckungsbeitrag geteilt durch Umsatz stimmt das Ergebnis, weil die Summen ins Verhältnis gesetzt werden. Ein Durchschnitt aus bereits gemittelten Werten dagegen wird falsch, dafür brauchst du eine Hilfsspalte in der Quelle oder ein Measure im Datenmodell.
Wie zähle ich Kunden ohne Dubletten?
Die klassische Pivot kennt nur Anzahl und zählt damit jede Bestellzeile mit. Die Berechnungsart "Diskrete Anzahl" erscheint in den Wertfeldeinstellungen erst, wenn die Pivot auf dem Datenmodell aufsetzt. Dafür reicht beim Anlegen der Haken "Diese Daten dem Datenmodell hinzufügen", ein separates Add-In brauchst du dafür nicht.
Kann ich das Layout einer Pivot dauerhaft festlegen?
Für die aktuelle Auswertung ja, über Entwurf > Berichtslayout und Teilergebnisse. Für alle neuen Pivots derselben Excel-Installation gibt es unter Datei > Optionen > Daten die Schaltfläche "Standardlayout bearbeiten". Damit legst du Berichtslayout, Teilergebnisse und Gesamtergebnisse einmal fest, statt sie bei jeder neuen Auswertung nachzuklicken.
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