Deckungsbeitrag nach Segmenten

Was ist die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung?

CO-PA, Profitability Analysis

Die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung ist der Teil des SAP-Controllings, der Erlöse und Kosten auf Marktsegmente wie Produkt, Kundengruppe, Vertriebsweg oder Region herunterbricht und daraus stufenweise Deckungsbeiträge ermittelt.

Der Gesamtgewinn steht in der GuV, aber die Frage, welche Kundengruppe oder welches Produkt ihn verdient hat, beantwortet erst die Ergebnisrechnung.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Zerlegt nach
Produkt, Kundengruppe, Vertriebsweg, Region
Bausteine
Merkmale, dazu Wertfelder oder Konten
Zwei Formen
Kalkulatorisch oder kontenbasiert
In S/4HANA
Kontenbasiert ist der empfohlene Weg

Merkmale und Wertfelder

Ein Marktsegment entsteht aus der Kombination von Merkmalen: Artikel, Kunde, Kundengruppe, Vertriebsweg, Land, Sparte. Diese Merkmale zieht das System bei der Faktura automatisch aus Auftrag, Kunden- und Materialstamm, ergänzt um eigene Ableitungsregeln für alles, was nirgends gepflegt ist.

Auf der Wertseite arbeitet die kalkulatorische Ausprägung mit Wertfeldern. Erlöse, Erlösschmälerungen, Frachten und Herstellkosten werden aus den Konditionsarten der Faktura und aus der Kalkulation in diese Felder übernommen. Die Zuordnung von Konditionsart zu Wertfeld ist damit die zentrale Einstellung, an der die ganze Auswertung hängt.

Kalkulatorisch oder kontenbasiert

Die kalkulatorische Sicht bucht bereits bei der Faktura mit einer geschätzten Kostenschichtung und liefert dadurch früh einen Deckungsbeitrag, weicht aber zwangsläufig von der Finanzbuchhaltung ab. Die kontenbasierte Sicht arbeitet stattdessen mit Kostenarten und Sachkonten, sie ist mit dem Hauptbuch abgestimmt, zeigt Kosten aber erst, wenn sie dort gebucht sind.

In S/4HANA empfiehlt SAP die kontenbasierte Ausprägung, weil Ergebnisrechnung und Finanzbuchhaltung dort auf denselben Belegzeilen aufsetzen. Viele gewachsene Systeme führen beides parallel, unter anderem weil bestehende Berichte auf Wertfeldern beruhen.

Woran die Auswertung typischerweise scheitert

Wenn ein großer Umsatzanteil im Bericht ohne Kundengruppe oder ohne Region auftaucht, liegt es fast nie am Bericht, sondern an der Merkmalsableitung. Fehlt der Wert im Stammsatz und greift keine Ableitungsregel, bleibt das Merkmal leer, und der Umsatz landet in einer Sammelposition, die niemand steuern kann.

Der zweite wiederkehrende Punkt ist die Abstimmung. Zwischen Ergebnisrechnung und Gewinn- und Verlustrechnung entstehen Differenzen durch unterschiedliche Zeitpunkte, durch Bestandsveränderungen und durch Werte, die gar nicht ins Segment fließen. Diese Abstimmung braucht ein festes Verfahren im Monatsabschluss, sonst wird sie zur Dauerdiskussion zwischen Controlling und Buchhaltung.

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Nicht verwechseln

Ergebnis- und Marktsegmentrechnung und was oft damit gleichgesetzt wird

Ergebnis- und Marktsegmentrechnung gegen Profitcenter-Rechnung

Das Profitcenter bildet die interne Verantwortung ab, also wer für ein Ergebnis geradesteht. Die Marktsegmentrechnung schaut nach außen auf Produkte, Kunden und Märkte. Beide können dasselbe Geschäft betreffen und trotzdem unterschiedlich schneiden.

Ergebnis- und Marktsegmentrechnung gegen Kostenstellenrechnung

Die Kostenstellenrechnung sammelt Gemeinkosten dort, wo sie anfallen. Erst über Umlagen und Zuschläge kommen diese Kosten in die Ergebnisrechnung, wo sie den Marktsegmenten zugerechnet werden.

Ergebnis- und Marktsegmentrechnung gegen Produktkostenrechnung

Die Kalkulation liefert die Herstellkosten eines Produkts. Die Ergebnisrechnung übernimmt diese Werte als Kostenschichtung und stellt sie den Erlösen gegenüber, sie berechnet sie nicht selbst.

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In der Praxis

Die Auswertung ist nur so gut wie die Merkmale, die beim Buchen mitgegeben werden

Merkmale sind die Fragerichtungen, etwa Kunde, Produktgruppe oder Region. Die Beträge hängen in der kalkulatorischen Form an Wertfeldern und in der kontenbasierten an den Konten selbst. Was beim Buchen nicht mitkommt, lässt sich später nicht auswerten. Fehlt also der Vertriebsweg schon im Kundenauftrag, hilft dir keine noch so gut gebaute Berichtsdefinition.

Die Zuordnung der Kosten ist die eigentliche Arbeit. Erlöse kommen sauber aus der Faktura, aber Gemeinkosten, Frachten und Boni landen nur dann am richtigen Segment, wenn dafür Umlagen und Verteilungen eingerichtet sind. Fehlt das, sieht jedes einzelne Produkt profitabel aus, während das Gesamtergebnis nicht dazu passt.

Kalkulatorisch oder kontenbasiert ist keine Geschmacksfrage. Die kalkulatorische Form arbeitet mit eigenen Wertfeldern und weicht deshalb im Zweifel von der Finanzbuchhaltung ab, die kontenbasierte rechnet auf denselben Konten und lässt sich direkt abstimmen. Das verkürzt die Diskussion im Abschluss spürbar.

Ergebnis- und Marktsegmentrechnung lernen

Wie Merkmale, Wertfelder und die Übernahme aus der Faktura zusammenpassen, erarbeiten die Trainings zum Controlling mit SAP direkt am System.

Häufige Fragen

Warum stimmt die Ergebnisrechnung nicht mit der GuV überein?
In der kalkulatorischen Ausprägung ist das eingebaut: Kosten kommen über eine Kalkulation zum Fakturazeitpunkt hinein, während die Buchhaltung tatsächliche Aufwendungen zu anderen Zeitpunkten bucht. Deshalb gehört eine regelmäßige Überleitungsrechnung in den Abschluss.
Woher kommen die Kosten des Umsatzes im Bericht?
Aus der Produktkalkulation. Bei der Fakturaübernahme wird die Kostenschichtung des Materials in die Wertfelder übernommen, aufgeteilt nach Material, Fertigung und Zuschlägen. Ist keine gültige Kalkulation vorhanden, bleiben die Felder leer und der Deckungsbeitrag ist zu hoch.
Kann ich Marktsegmente nachträglich ergänzen?
Neue Merkmale lassen sich anlegen, aber sie sind für bereits gebuchte Belege leer. Rückwirkend füllen kannst du sie nur über eine Nachbearbeitung, und die ist bei großen Datenmengen aufwendig. Deshalb lohnt es sich, die Merkmalsliste vor dem Start gründlich zu durchdenken.
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