Bestandsaufnahme mit Werkzeugen statt Fragebogen
Der Fragebogen an die Fachbereiche liefert dir, was die Leute zu benutzen glauben. Was sie wirklich benutzen, steht auf den Dateiservern und in den Logs. Fang dort an, sonst planst du an der Realität vorbei.
cd /srv/fileserver
# Makrohaltige Dokumente und Access-Datenbanken einsammeln
find . -type f \( -name '*.xlsm' -o -name '*.docm' -o -name '*.accdb' -o -name '*.mdb' \) \
> /root/inventar-makros.txt
wc -l /root/inventar-makros.txt
# Wie viele davon hat im letzten Jahr überhaupt jemand geöffnet?
find . -name '*.xlsm' -atime -365 | wc -lDas Alter zählt mehr als die Menge. Eine Tabelle mit Makros, die seit vier Jahren niemand geöffnet hat, ist kein Migrationsaufwand, sondern ein Archivfall. Prüf vorher mit findmnt /srv/fileserver, ob das Dateisystem Zugriffszeiten überhaupt führt: relatime reicht dafür aus, bei noatime ist die Auswertung wertlos.
soffice --headless --convert-to ods --outdir /tmp/konv /srv/stichprobe/*.xlsx
soffice --headless --convert-to pdf --outdir /tmp/konv /srv/stichprobe/*.docx
# Differenz zwischen Eingang und Ergebnis ist die Handarbeitsquote
ls /srv/stichprobe | wc -l
ls /tmp/konv | wc -lNimm eine echte Stichprobe aus dem laufenden Betrieb, keine Beispieldateien. Die Probleme stecken in Serienbrieffeldern, verknüpften Tabellen, Formularsteuerelementen und Pivot-Auswertungen, nicht im Fließtext. Die so ermittelte Quote ist die belastbarste Zahl, die du in die Projektplanung mitnehmen kannst.