AutoCAD Architecture gegenüber dem Standard-AutoCAD: was Bauteilobjekte tatsächlich ändern
Die Frage klingt nach Funktionsumfang und ist eine Frage der Arbeitsweise. Sie entscheidet, ob eine geänderte Wandstärke ein Handgriff ist oder ein Nachmittag.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Entscheidung fällt meist an der falschen Stelle
In vielen Büros wird die Frage so gestellt: Brauchen wir das, oder reicht das, was wir haben. Beantwortet wird sie dann entlang der Funktionsliste, und weil in dieser Liste vieles steht, was im eigenen Alltag nicht vorkommt, bleibt es beim Bekannten. Der Aufwand, der dadurch entsteht, taucht nirgends als Posten auf, weil er sich über hunderte kleine Handgriffe verteilt: Wandanschlüsse säubern, Türöffnungen nachziehen, Schraffuren anpassen, Listen von Hand pflegen.
Umgekehrt gibt es den Fall, in dem jemand das Toolset einschaltet und nach zwei Wochen wieder ausschaltet. Der Grund ist selten die Software. Er liegt darin, dass Bauteilobjekte eine Vorarbeit brauchen, nämlich Stile, die zu den eigenen Konstruktionen passen, und ein verstandenes Darstellungssystem. Wer beides überspringt und wie bisher zeichnet, hat dieselbe Arbeit wie vorher, nur mit ungewohnten Werkzeugen.
Die dritte Variante ist die teuerste: Die Entscheidung wird zwischen zwei Fragen vermischt. Ob ein Büro von Linien auf Bauteilobjekte wechselt und ob es von der Zeichnung auf ein Modell umstellt, sind zwei getrennte Entscheidungen mit unterschiedlichem Aufwand und unterschiedlichem Nutzen. Wer sie zusammen behandelt, entscheidet am Ende keine von beiden.
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Die Kriterien, an denen die Wahl tatsächlich hängt
Verglichen werden drei Arbeitsweisen an dem, was danach passiert: Änderung, Auswertung, Darstellung, Weitergabe und der Aufwand, den die Einführung im Büro kostet. cmt bildet alle drei aus, hier geht es also nicht darum, welche gewinnt, sondern welche zu welchem Haus passt.
Standard-AutoCAD
Zeichnen mit Linien, Bögen, Schraffuren und Blöcken, ohne dass ein Objekt weiß, ob es eine Wand ist
AutoCAD Architecture
eines der fachspezifischen Toolsets von AutoCAD, mit Wänden, Türen, Fenstern und Dächern als eigenen Objekten
Revit
ein eigenes Produkt für die Modellierung, aus dessen Gebäudemodell Pläne, Schnitte und Listen abgeleitet werden
| Entscheidungsfrage | Standard-AutoCAD | AutoCAD Architecture | Revit |
|---|---|---|---|
| Was brauchst du, um damit überhaupt arbeiten zu können? | Stärke Nichts zusätzlich. Wer AutoCAD hat, kann sofort anfangen, und im Haus muss keine einzige Einstellung geändert werden. | Stärke Autodesk liefert AutoCAD mit sieben fachspezifischen Toolsets aus, darunter eines für Architekturzeichnungen. Es wird zusätzlich installiert und ist danach eine eigene Arbeitsumgebung, keine Erweiterung im laufenden AutoCAD. Was in deiner Vertragsform enthalten ist, prüfst du vor der Planung in der Produktübersicht von Autodesk, denn der Umfang hängt am Abonnement. | Schwäche Ein eigenes Produkt mit eigener Lizenz, das neben AutoCAD steht und es nicht ersetzt. Dazu kommen Anforderungen an die Arbeitsplätze und, sobald mehrere gleichzeitig an einem Modell arbeiten, an die Ablage. |
| Wie leicht lässt sich die Konstruktion nachträglich ändern? | Schwäche Eine geänderte Wandstärke ist eine Änderung an jeder betroffenen Linie, an den Anschlüssen, an den Schraffuren und an der Bemaßung. Die Zeichnung weiß nicht, dass diese Elemente zusammengehören, deshalb hängt die Vollständigkeit an der Sorgfalt der Person, die es macht. | Stärke Eine Wand ist ein Objekt mit einem Stil, und dieser Stil beschreibt die Schichten samt Breite, Lage und einer Bereinigungspriorität, nach der sich die Verschneidung mit anderen Wänden richtet. Eine Änderung am Stil schlägt auf alle Wände dieses Stils durch, und Türen und Fenster bleiben dabei in ihrer Wand verankert. | Stärke Die Änderung findet am Modell statt und erscheint in allen abgeleiteten Ansichten, Schnitten und Listen gleichzeitig. Das ist der weitreichendste Effekt der drei, setzt aber voraus, dass das Modell von Anfang an so aufgebaut wurde, wie es später gebraucht wird. |
| Wie kommst du an Listen, Mengen und Beschriftungen aus dem Zeichnungsinhalt? | Schwäche Es gibt Attribute in Blöcken und die Möglichkeit, daraus Daten zu ziehen. Alles, was nicht in einem Block steckt, also Wände, Räume und Flächen, muss von Hand ausgewertet werden. Damit gibt es zwei Wahrheiten, die Zeichnung und die Liste, und sie laufen ab dem zweiten Planstand auseinander. | Stärke Bauteile tragen Eigenschaftssätze, die entweder am Objekt oder am Stil hängen. Daraus entstehen Listen und beschriftende Symbole, die dieselben Daten verwenden. Die Vorarbeit ist echt: Eigenschaftssatzdefinitionen, Datenformate und Listenstile hängen eng zusammen und gehören zusammen geplant, sonst baut man sie dreimal. | Stärke Listen sind eine Sicht auf das Modell und damit immer aktuell. Der Preis liegt an anderer Stelle: Was nicht modelliert oder nicht als Eigenschaft gepflegt ist, taucht auch in keiner Liste auf, und das merkt man erst, wenn eine Menge fehlt. |
| Wie gut steuerst du die Darstellung für unterschiedliche Maßstäbe und Plantypen? | Kommt darauf an Über Layer, Layerübersteuerungen im Ansichtsfenster und den Beschriftungsmaßstab lässt sich viel erreichen, und für die meisten Pläne reicht das. Was fehlt, ist eine Regel auf Bauteilebene: Dass eine Wand im Maßstab 1 zu 100 anders gezeichnet wird als im Detail, musst du über getrennte Geometrie oder über Layer lösen. | Stärke Genau dafür gibt es das Darstellungssystem. Es besteht aus drei Ebenen: der Darstellung eines einzelnen Objekts, einer Gruppe solcher Darstellungen und einer Konfiguration, die diese Gruppen bestimmten Blickrichtungen zuordnet. Eine Konfiguration wird einem Ansichtsfenster zugewiesen, und die Objekte darin folgen ihr. Mitgelieferte Vorlagen bringen fertige Konfigurationen für typische Plantypen mit. | Kommt darauf an Die Darstellung hängt an der Ansicht und ihren Einstellungen, was für den Regelfall schnell und einheitlich ist. Sobald ein Bauteil in einem bestimmten Plantyp anders gezeichnet werden soll, als es das Modell hergibt, verlagert sich die Arbeit in die Familie, und das ist deutlich mehr Aufwand als eine Darstellungskonfiguration. |
| Was passiert, wenn die Datei das Haus verlässt? | Stärke Eine DWG-Datei mit Linien, Bögen und Blöcken lässt sich überall öffnen, auch in fremden CAD-Systemen. Das ist der Grund, warum dieser Weg in vielen Projekten der kleinste gemeinsame Nenner bleibt, unabhängig davon, womit intern gearbeitet wird. | Kommt darauf an Bauteilobjekte brauchen beim Empfänger entweder das Toolset oder einen Object Enabler. Alternativ gibt es zwei dokumentierte Wege: Proxy-Grafik speichert das zuletzt angezeigte Bild der Objekte, allerdings nur für das gerade aktive Ansichtsfenster und mit deutlich größeren Dateien. Oder du exportierst nach AutoCAD, wobei Wände, Türen, Fenster und Dächer in Linien, Bögen und Flächen aufgelöst werden. Diese Auflösung ist endgültig. | Kommt darauf an Die Weitergabe läuft über Exporte, üblicherweise als Zeichnung oder als Modell in einem herstellerneutralen Format. Das ist eingespielt und in vielen Projekten ausdrücklich gefordert, bleibt aber ein eigener Arbeitsschritt mit eigenen Einstellungen, der geprüft werden muss. |
| Was kostet die Einführung an Abstimmung im Büro? | Stärke Nichts, es ist der Ausgangszustand. Der Aufwand entsteht dort nicht bei der Einführung, sondern verteilt über die Projekte, und genau deshalb wird er selten gegengerechnet. | Kommt darauf an Die Oberfläche ist vertraut, die Vorarbeit nicht. Zu klären sind die Wandstile mit ihren Schichten, die Darstellungskonfigurationen für eure Plantypen, die Eigenschaftssätze für eure Listen und der Weg der Weitergabe. Das ist überschaubar, aber es ist ein Projekt und kein Schalter, und es braucht eine Person, die es verantwortet. | Schwäche Hier ändert sich die Arbeitsweise, nicht das Werkzeug. Dazu gehören ein Bürostandard, eine Bibliothek eigener Bauteile, Projektvorlagen, geklärte Zuständigkeiten und, sobald mehrere gleichzeitig arbeiten, ein eingerichtetes gemeinsames Modell. Das ist eine Investition über Monate und keine über Tage. |
Was brauchst du, um damit überhaupt arbeiten zu können?
Nichts zusätzlich. Wer AutoCAD hat, kann sofort anfangen, und im Haus muss keine einzige Einstellung geändert werden.
Autodesk liefert AutoCAD mit sieben fachspezifischen Toolsets aus, darunter eines für Architekturzeichnungen. Es wird zusätzlich installiert und ist danach eine eigene Arbeitsumgebung, keine Erweiterung im laufenden AutoCAD. Was in deiner Vertragsform enthalten ist, prüfst du vor der Planung in der Produktübersicht von Autodesk, denn der Umfang hängt am Abonnement.
Ein eigenes Produkt mit eigener Lizenz, das neben AutoCAD steht und es nicht ersetzt. Dazu kommen Anforderungen an die Arbeitsplätze und, sobald mehrere gleichzeitig an einem Modell arbeiten, an die Ablage.
Wie leicht lässt sich die Konstruktion nachträglich ändern?
Eine geänderte Wandstärke ist eine Änderung an jeder betroffenen Linie, an den Anschlüssen, an den Schraffuren und an der Bemaßung. Die Zeichnung weiß nicht, dass diese Elemente zusammengehören, deshalb hängt die Vollständigkeit an der Sorgfalt der Person, die es macht.
Eine Wand ist ein Objekt mit einem Stil, und dieser Stil beschreibt die Schichten samt Breite, Lage und einer Bereinigungspriorität, nach der sich die Verschneidung mit anderen Wänden richtet. Eine Änderung am Stil schlägt auf alle Wände dieses Stils durch, und Türen und Fenster bleiben dabei in ihrer Wand verankert.
Die Änderung findet am Modell statt und erscheint in allen abgeleiteten Ansichten, Schnitten und Listen gleichzeitig. Das ist der weitreichendste Effekt der drei, setzt aber voraus, dass das Modell von Anfang an so aufgebaut wurde, wie es später gebraucht wird.
Wie kommst du an Listen, Mengen und Beschriftungen aus dem Zeichnungsinhalt?
Es gibt Attribute in Blöcken und die Möglichkeit, daraus Daten zu ziehen. Alles, was nicht in einem Block steckt, also Wände, Räume und Flächen, muss von Hand ausgewertet werden. Damit gibt es zwei Wahrheiten, die Zeichnung und die Liste, und sie laufen ab dem zweiten Planstand auseinander.
Bauteile tragen Eigenschaftssätze, die entweder am Objekt oder am Stil hängen. Daraus entstehen Listen und beschriftende Symbole, die dieselben Daten verwenden. Die Vorarbeit ist echt: Eigenschaftssatzdefinitionen, Datenformate und Listenstile hängen eng zusammen und gehören zusammen geplant, sonst baut man sie dreimal.
Listen sind eine Sicht auf das Modell und damit immer aktuell. Der Preis liegt an anderer Stelle: Was nicht modelliert oder nicht als Eigenschaft gepflegt ist, taucht auch in keiner Liste auf, und das merkt man erst, wenn eine Menge fehlt.
Wie gut steuerst du die Darstellung für unterschiedliche Maßstäbe und Plantypen?
Über Layer, Layerübersteuerungen im Ansichtsfenster und den Beschriftungsmaßstab lässt sich viel erreichen, und für die meisten Pläne reicht das. Was fehlt, ist eine Regel auf Bauteilebene: Dass eine Wand im Maßstab 1 zu 100 anders gezeichnet wird als im Detail, musst du über getrennte Geometrie oder über Layer lösen.
Genau dafür gibt es das Darstellungssystem. Es besteht aus drei Ebenen: der Darstellung eines einzelnen Objekts, einer Gruppe solcher Darstellungen und einer Konfiguration, die diese Gruppen bestimmten Blickrichtungen zuordnet. Eine Konfiguration wird einem Ansichtsfenster zugewiesen, und die Objekte darin folgen ihr. Mitgelieferte Vorlagen bringen fertige Konfigurationen für typische Plantypen mit.
Die Darstellung hängt an der Ansicht und ihren Einstellungen, was für den Regelfall schnell und einheitlich ist. Sobald ein Bauteil in einem bestimmten Plantyp anders gezeichnet werden soll, als es das Modell hergibt, verlagert sich die Arbeit in die Familie, und das ist deutlich mehr Aufwand als eine Darstellungskonfiguration.
Was passiert, wenn die Datei das Haus verlässt?
Eine DWG-Datei mit Linien, Bögen und Blöcken lässt sich überall öffnen, auch in fremden CAD-Systemen. Das ist der Grund, warum dieser Weg in vielen Projekten der kleinste gemeinsame Nenner bleibt, unabhängig davon, womit intern gearbeitet wird.
Bauteilobjekte brauchen beim Empfänger entweder das Toolset oder einen Object Enabler. Alternativ gibt es zwei dokumentierte Wege: Proxy-Grafik speichert das zuletzt angezeigte Bild der Objekte, allerdings nur für das gerade aktive Ansichtsfenster und mit deutlich größeren Dateien. Oder du exportierst nach AutoCAD, wobei Wände, Türen, Fenster und Dächer in Linien, Bögen und Flächen aufgelöst werden. Diese Auflösung ist endgültig.
Die Weitergabe läuft über Exporte, üblicherweise als Zeichnung oder als Modell in einem herstellerneutralen Format. Das ist eingespielt und in vielen Projekten ausdrücklich gefordert, bleibt aber ein eigener Arbeitsschritt mit eigenen Einstellungen, der geprüft werden muss.
Was kostet die Einführung an Abstimmung im Büro?
Nichts, es ist der Ausgangszustand. Der Aufwand entsteht dort nicht bei der Einführung, sondern verteilt über die Projekte, und genau deshalb wird er selten gegengerechnet.
Die Oberfläche ist vertraut, die Vorarbeit nicht. Zu klären sind die Wandstile mit ihren Schichten, die Darstellungskonfigurationen für eure Plantypen, die Eigenschaftssätze für eure Listen und der Weg der Weitergabe. Das ist überschaubar, aber es ist ein Projekt und kein Schalter, und es braucht eine Person, die es verantwortet.
Hier ändert sich die Arbeitsweise, nicht das Werkzeug. Dazu gehören ein Bürostandard, eine Bibliothek eigener Bauteile, Projektvorlagen, geklärte Zuständigkeiten und, sobald mehrere gleichzeitig arbeiten, ein eingerichtetes gemeinsames Modell. Das ist eine Investition über Monate und keine über Tage.
Was passt wann
- Wenn ihr überwiegend zeichnet, wenig auswertet und eure Pläne als DWG durch viele Hände gehen
- bleibt das Standard-AutoCAD die richtige Wahl, und der Hebel liegt bei Vorlage, Layerstandard und Layout statt beim Toolset.
- Wenn Änderungen an der Konstruktion bei euch die Regel sind und ihr Listen aus der Zeichnung braucht, aber kein Modell gefordert ist
- ist das Architektur-Toolset der Schritt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, weil ihr Werkzeug und Dateiformat behaltet.
- Wenn Auftraggeber ein koordiniertes Fachmodell verlangen oder ihr in Projekten mit mehreren Fachplanern am selben Gebäude arbeitet
- führt der Weg zu Revit, und dann lohnt es sich, gleich dorthin zu gehen statt über eine Zwischenstufe.
Drei Arbeitsweisen und ihr jeweiliger Kern
- 01 Standard-AutoCAD: Linien, Bögen und Blöcke, die eine Wand darstellen.
- 02 AutoCAD Architecture: Bauteilobjekte mit Stilen, die wissen, was sie sind.
- 03 Revit: ein Gebäudemodell, aus dem Pläne abgeleitet werden.
- 04 Je weiter rechts, desto mehr Vorarbeit und desto weniger Nacharbeit bei Änderungen.
- 05 Der Übergabeweg nach außen wird dabei mit jedem Schritt bewusster zu planen.
Woran sich die Entscheidung tatsächlich festmacht
Es sind fünf Fragen, und keine davon lautet, welches Programm besser ist. Sie lauten, welche Arbeit bei euch wiederkehrt und wie eure Ergebnisse das Haus verlassen.
Wie oft ändert sich bei euch die Konstruktion nach der Vorplanung
Bauteilobjekte spielen ihren Vorteil bei Änderungen aus. Wenn eine Wandstärke, eine Türbreite oder ein Achsmaß nachträglich wandert und dieser Fall bei euch die Regel ist, rechnet sich die Vorarbeit schnell. Wenn ihr überwiegend Bestandsaufnahmen und einmalige Zeichnungen liefert, weniger.
Wie viele Listen und Mengen ihr aus der Zeichnung zieht
Wer Türlisten, Raumlisten oder Flächenaufstellungen von Hand pflegt, pflegt dieselbe Information zweimal und hat spätestens beim dritten Planstand Abweichungen. Bauteilobjekte tragen Eigenschaftssätze, aus denen sich solche Listen erzeugen und beim Ändern aktualisieren lassen.
Wie viele Maßstäbe und Plantypen dieselbe Geometrie bedienen muss
Wenn derselbe Grundriss als Übersicht, als Ausführungsplan und als Detail erscheint, ist das Darstellungssystem der stärkste Hebel. Es steuert, wie ein Bauteil in einem bestimmten Ansichtsfenster gezeichnet wird, ohne dass die Geometrie mehrfach existiert.
Wer eure Dateien danach öffnet
Bauteilobjekte sind für Beteiligte ohne das Toolset nicht ohne Weiteres lesbar. Dafür gibt es festgelegte Wege, und die gehören vor der Einführung geklärt und nicht beim ersten Versand. Das ist der einzige Punkt, an dem der Wechsel echte Reibung erzeugt.
Ob eure Auftraggeber ein Modell verlangen
Wenn in den Projekten ein Fachmodell gefordert ist, das koordiniert und geprüft wird, verschiebt sich die Frage. Dann geht es nicht mehr um Bauteilobjekte in einer Zeichnung, sondern um ein Gebäudemodell, und der Vergleich läuft gegen Revit statt gegen das Toolset.
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Was Bauteilobjekte gegenüber Linien ändern
Im Standard-AutoCAD ist eine Wand eine Anordnung von Linien, vielleicht mit einer Schraffur dazwischen. Das Programm weiß nicht, dass diese Linien zusammengehören, und es weiß erst recht nicht, dass sie eine Wand darstellen. Alles, was daraus folgt, machst du selbst: die Verschneidung mit der Nachbarwand, die Öffnung für die Tür, die Anpassung, wenn sich die Stärke ändert.
Im Architektur-Toolset ist eine Wand ein Objekt mit einem Stil, und dieser Stil beschreibt ihre Schichten. Für jede Schicht sind Name, Breite, Lage im Wandquerschnitt, der senkrechte Versatz oben und unten und die Funktion als tragend oder nicht tragend hinterlegt. Dazu kommt eine Bereinigungspriorität, die steuert, wie sich diese Schicht mit den Schichten einer kreuzenden Wand verschneidet. Das ist der Grund, warum Anschlüsse dort nicht nachgezeichnet werden müssen.
Weil Schichten benannt sind, sind sie auch auswertbar und bemaßbar. Jede Schicht lässt sich getrennt bemaßen, wahlweise an der linken oder rechten Kante oder in der Mitte, und beim Bemaßen einer mehrschichtigen Wand lässt sich entscheiden, ob alle Schichten oder nur die tragenden bemaßt werden. Wer schon einmal eine Ausführungsbemaßung von Hand über eine zweischalige Wand gelegt hat, weiß, wie viel Zeit an dieser einen Einstellung hängt.
Für den Bestandsaufbau gibt es dabei einen Hilfsweg, der die Einführung erleichtert: Schichten lassen sich aus anderen Wandstilen übernehmen. Ein eigener Browser zeigt die Schichten fremder Stile aus der aktuellen und aus anderen Zeichnungen und kopiert sie in den Stil, den du gerade bearbeitest. Damit entsteht eine Stilbibliothek nicht am Reißbrett, sondern aus dem, was ihr ohnehin baut.
Das Darstellungssystem ist der eigentliche Unterschied
Der Punkt, an dem das Toolset am weitesten vom Standard abweicht, ist nicht die Wand, sondern die Frage, wie sie gezeichnet wird. Dafür gibt es ein eigenes System mit drei Ebenen. Eine Darstellung legt fest, wie ein einzelnes Objekt erscheint, etwa eine Tür oder eine Wand. Ein Darstellungssatz fasst solche Darstellungen zu einer Gruppe zusammen. Eine Darstellungskonfiguration schließlich ordnet Darstellungssätze bestimmten Blickrichtungen zu.
Diese drei Ebenen sind hierarchisch: Jede Konfiguration enthält mehrere Sätze, jeder Satz mehrere Darstellungen. Verwendet wird eine Konfiguration, indem du sie einem Ansichtsfenster zuweist; die Objekte in diesem Ansichtsfenster übernehmen dann die dort festgelegten Darstellungseigenschaften. Damit lässt sich derselbe Grundriss auf einem Blatt als Übersicht und auf dem nächsten als Ausführungsplan zeigen, ohne dass die Geometrie zweimal existiert.
Die mitgelieferten Vorlagen bringen bereits Konfigurationen für typische Aufgaben und Plantypen mit, also für Grundriss, dreidimensionale Ansicht und Schnitt. Du kannst sie verwenden oder an die Bürovorgaben anpassen, und wer eigene aufbauen will, beginnt mit einer Vorlage ohne vordefinierte Konfigurationen. Für die Einführung im Büro heißt das: Erst prüfen, wie weit die mitgelieferten Konfigurationen tragen, und nur dort eingreifen, wo eine echte Abweichung besteht.
Verbunden ist das Ganze mit den Materialien. Eine Materialdefinition ist ein Satz von Darstellungseigenschaften für ein reales Material, und statt jede Eigenschaft einzeln zu setzen, weist du Bauteilschichten Materialien zu. Ändert sich im Projekt das Material, wird es einmal neu zugeordnet statt an jeder Wand nachgezogen. Ein Hinweis dazu, der im Alltag Zeit kostet, wenn man ihn nicht kennt: Darstellungseinstellungen einer externen Referenz lassen sich nicht aus der Wirtszeichnung heraus ändern; dafür muss die referenzierte Zeichnung selbst geöffnet, geändert und danach neu geladen werden.
Auswertung: Eigenschaftssätze, Beschriftungen und Listen
Der zweite große Unterschied betrifft die Daten. Bauteile im Toolset können Eigenschaftssätze tragen, und diese Sätze speisen sowohl Listen als auch beschriftende Symbole. Eine Eigenschaftssatzdefinition wird dabei entweder an das einzelne Objekt oder an dessen Stil gehängt, und diese Entscheidung ist folgenreich: Was am Stil hängt, gilt für alle Bauteile dieses Stils, was am Objekt hängt, kann je Exemplar unterschiedlich sein.
Autodesk weist ausdrücklich darauf hin, dass Eigenschaftssatzdefinitionen, Datenformate, Listenstile und Darstellungsthemen so eng zusammenhängen, dass man sie gemeinsam planen sollte, und empfiehlt, sie in derselben Stilbibliothek abzulegen. Dazu kommen kleine Regeln mit großer Wirkung, etwa dass Namen von Eigenschaften keine Leerzeichen enthalten sollten, weil sie sonst nicht als Attribut in einem Beschriftungssymbol verwendet werden können.
Der Nutzen liegt darin, dass Zeichnung und Liste dieselbe Quelle haben. Eine Türliste ist dann keine Tabelle, die jemand pflegt, sondern eine Sicht auf die Türen im Plan. Ändert sich eine Breite, ändert sich die Liste. Wer diesen Zusammenhang einmal hat, verliert eine ganze Klasse von Fehlern, nämlich die, bei denen Plan und Liste nicht zueinander passen und niemand weiß, welches von beiden stimmt.
Der Aufwand dafür ist real und lohnt sich nicht für jedes Projekt gleichermaßen. Wer zwei Listen im Jahr braucht, fährt mit einer sorgfältig gepflegten Tabelle besser. Wer in jedem Projekt Türen, Fenster und Räume aufstellt, hat die Vorarbeit nach dem zweiten Projekt wieder drin. Genau an dieser Rechnung sollte die Entscheidung hängen und nicht an der Frage, wie viele Funktionen in der Liste stehen.
Die Schnittstelle nach außen ist der Preis
Wer mit Bauteilobjekten arbeitet, muss klären, wie andere sie zu sehen bekommen. Autodesk beschreibt dafür zwei Wege. Der erste ist die Proxy-Grafik: Sie speichert das zuletzt angezeigte Bild der Bauteilobjekte, sodass Beteiligte mit einem anderen AutoCAD-Produkt die Zeichnung ansehen und plotten können, ohne die Originalobjekte zu verändern. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Gespeichert wird nur die Darstellung des gerade aktiven Ansichtsfensters, und die Datei kann je nach Dichte des Modells sehr groß werden und die Arbeit verlangsamen.
Der zweite Weg ist der Export. Dabei entsteht eine getrennte Zeichnung, in der alle Bauteilobjekte, also Wände, Türen, Fenster und Dächer, in einfache Objekte wie Linien, Bögen und Flächen aufgelöst sind. Der Befehl bietet dafür mehrere Optionen an: das Zielformat, die Frage, ob externe Referenzen gebunden werden und wie mit ihren benannten Objekten umzugehen ist, ob Blöcke innerhalb der Bauteilobjekte ebenfalls aufgelöst werden und welches Präfix oder Suffix der neue Dateiname bekommt. Wichtig ist der Nachsatz aus der Dokumentation: Die entstandenen Objekte lassen sich nicht wieder in Bauteilobjekte zurückverwandeln.
Daneben gibt es die Object Enabler, also Zusatzmodule, mit denen sich Bauteilobjekte in anderen Autodesk-Produkten anzeigen lassen. Für Häuser, die regelmäßig mit denselben Partnern arbeiten, ist das der bequemste Weg, weil dann keine zweite Dateifassung entsteht. Er setzt allerdings voraus, dass auf der Gegenseite jemand bereit ist, das einzurichten.
Für die Praxis ergibt sich daraus eine einfache Regel: Legt vor der Einführung fest, welcher dieser Wege euer Standard ist, und schreibt ihn auf. Der Fall, in dem das schiefgeht, ist immer derselbe: Freitagnachmittag, Planversand, und die Gegenseite sieht ein leeres Blatt.
Und wann Revit die richtige Antwort ist
Es gibt einen Punkt, an dem die Frage nach dem Toolset die falsche Frage ist. Wenn Auftraggeber ein Fachmodell verlangen, das mit den Modellen anderer Beteiligter zusammengeführt und auf Kollisionen geprüft wird, dann geht es nicht mehr um eine besser organisierte Zeichnung, sondern um ein Gebäudemodell, aus dem Zeichnungen abgeleitet werden. Das ist eine andere Arbeitsweise, und ein Toolset für Zeichnungen ist dafür nicht der Zwischenschritt.
Umgekehrt gilt genauso: Nicht jedes Büro und nicht jedes Projekt braucht ein Modell. Bestandsaufnahmen, Umbauten im kleinen Maßstab, Werkplanungen für ausführende Betriebe und viele Genehmigungsplanungen kommen mit einer gut organisierten Zeichnung weit. Wer in diesem Feld arbeitet und trotzdem unter dem Aufwand für Änderungen und Listen leidet, findet im Architektur-Toolset die passende Antwort, weil Dateiformat und Werkzeuge dieselben bleiben.
Für die Zwischenfälle, in denen beides vorkommt, ist die belastbare Reihenfolge: erst die Zeichnungsseite in Ordnung bringen, also Vorlage, Layerstandard, Layouts und den Umgang mit Referenzen, und danach über die Arbeitsweise entscheiden. Ein Büro, das seine Grundordnung nicht im Griff hat, überträgt dieselbe Unordnung in jedes neue Werkzeug, nur mit mehr Möglichkeiten, sie zu verstecken.
Und ein Satz zur Ausbildung: Die drei Wege schließen einander nicht aus. In vielen Häusern läuft die Werkplanung in der Zeichnung und die Entwurfsplanung im Modell, oder ein Team arbeitet im Modell, während die Ausführungsdetails in der Zeichnung entstehen. Wer beides beherrscht, entscheidet je Projekt statt ein für alle Mal, und genau das ist im Alltag der belastbarste Zustand.
Dazu passende Kurse
Wer den Unterschied zwischen Linien und Bauteilobjekten an der eigenen Planung erleben will, findet dafür AutoCAD-Kurse vom Grundkurs bis zur Architecture-Umgebung .
Wenn in euren Projekten ein Fachmodell gefordert ist, führt der Weg nicht über eine Zwischenstufe, sondern direkt zu die Revit-Kurse für den Schritt vom Zeichnen zum Modellieren .
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