AutoCAD im Zeichenalltag

Xref in AutoCAD wird nicht angezeigt: Pfad, Layer und Ladezustand der Reihe nach prüfen

Der Verweis steht in der Palette, im Plan ist er trotzdem nicht zu sehen. Dahinter stecken fast immer dieselben sechs Fälle, und jeder davon hat ein eigenes Erkennungszeichen.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Die Palette meldet geladen, im Plan ist trotzdem nichts zu sehen

Der Ärger entsteht selten beim Anhängen, sondern Wochen später. Jemand räumt das Projektlaufwerk um, ein Planstand geht als Paket an das Nachbarbüro, oder ein Ordner bekommt einen neuen Namen. Beim nächsten Öffnen fehlt die Grundrissgrundlage, und weil die Zeichnung ohne sie formal weiterhin korrekt ist, fällt es manchmal erst auf dem gedruckten Blatt auf. Das ist der teuerste Zeitpunkt, weil der Plan dann bereits verteilt ist.

Der übliche Reflex macht die Lage schlimmer. Wer den Verweis löst und neu anhängt, behebt zwar den Fall mit dem kaputten Pfad, wirft dabei aber alles weg, was in der Wirtszeichnung daran hing: die Layereinstellungen, die jemand für dieses Blatt eingestellt hat, den Zuschnitt, den Einfügepunkt und die Drehung. Danach stimmt der Verweis wieder, aber die Darstellung nicht mehr, und die zweite Fehlersuche dauert länger als die erste.

Erschwerend kommt hinzu, dass ein Verweis selten überall gleichzeitig verschwindet. Er fehlt in einem Ansichtsfenster und ist im Modellbereich da. Er ist bei dir sichtbar und beim Kollegen nicht. Er ist in der Datei zu sehen, aber nicht mehr, sobald diese Datei selbst als Referenz in den Gesamtplan geholt wird. Genau diese Unterschiede sind kein Rauschen, sondern der wichtigste Hinweis darauf, welche der sechs Ursachen vorliegt.

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Symptom, Ursache, Lösung

Sechs Bilder, die eine fehlende Xref abgibt

Jeder dieser Fälle sieht auf den ersten Blick gleich aus, nämlich nach einer Zeichnung ohne Grundlage. Unterschiedlich ist, wo genau der Verweis fehlt und was die Palette dazu sagt. Genau daran hängt die Ursache.

Symptom

In der Palette steht bei der Referenz Not Found oder Unresolved, im Plan fehlt sie vollständig.

Ursache

AutoCAD hat unter dem gespeicherten Pfad keine Datei gefunden oder konnte sie nicht lesen. Ausgelöst wird das durch verschobene Ordner, umbenannte Laufwerksbuchstaben, einen abgelaufenen Netzwerkzugriff oder durch einen Planstand, der ohne die referenzierten Dateien weitergegeben wurde. Unresolved bedeutet dabei, dass die Datei zwar am Ort liegt, aber nicht gelesen werden kann, etwa weil sie beschädigt ist.

Lösung

In der Palette den Eintrag markieren und über Change Path den Pfad korrigieren. Select New Path zeigt auf die neue Ablage, Find and Replace ersetzt eine alte Pfadangabe in mehreren Referenzen auf einmal. Danach den Pfadtyp bewusst setzen: Liegen Wirt und Referenz auf demselben Laufwerk in einer festen Struktur, ist relativ die haltbarere Wahl, weil das ganze Paket dann umziehen kann.

Symptom

Der Status lautet Loaded, im Modellbereich ist die Referenz da, in einem bestimmten Layout fehlt sie.

Ursache

Die Layer der Referenz sind in genau diesem Ansichtsfenster übersteuert. In der Layerverwaltung gibt es dafür eigene Spalten, die nur für das aktuelle Ansichtsfenster gelten, darunter VP Freeze für die Sichtbarkeit sowie VP Color, VP Linetype, VP Lineweight, VP Transparency und VP Plot Style. Jedes Ansichtsfenster kann seinen eigenen Satz solcher Übersteuerungen haben.

Lösung

In das betroffene Ansichtsfenster wechseln, die Layerverwaltung öffnen und die VP-Spalten ansehen, nicht die globalen. Was dort gefroren ist, taut man an derselben Stelle wieder auf. Wer solche Zustände öfter braucht, legt sie als Layerzustand ab und kann sie über die Layerzustandsverwaltung gezielt auf ein Ansichtsfenster anwenden, statt sie von Hand nachzustellen.

Symptom

Die Referenz ist in ihrer eigenen Wirtszeichnung sichtbar, verschwindet aber, sobald diese Zeichnung selbst in den Gesamtplan geholt wird.

Ursache

Der Verweis wurde als Überlagerung angehängt und nicht als Anhang. Eine Überlagerung ist ausdrücklich dafür gedacht, nur eine Ebene weit zu wirken: Sie wird nicht mitgenommen, wenn ihre Wirtszeichnung selbst referenziert wird. Damit lässt sich verhindern, dass dieselbe Grundlage im Gesamtplan doppelt erscheint.

Lösung

Erst entscheiden, was gewollt ist. Soll die Grundlage im Gesamtplan sichtbar sein, wird sie als Anhang eingebunden, denn ein Anhang bringt alle darunterliegenden Verweise mit. Soll sie nur zur Orientierung im eigenen Blatt dienen, bleibt die Überlagerung richtig, und dann ist ihr Fehlen im Gesamtplan kein Fehler. In der Palette lässt sich der Typ je Referenz umstellen.

Symptom

Die Referenz wurde neu geladen, aber die Layerfarben und Sichtbarkeiten aus der Quellzeichnung kommen nicht an.

Ursache

So ist die Voreinstellung gedacht. VISRETAIN steht ab Werk auf 1, und dann haben die Layereinstellungen Vorrang, die in der aktuellen Zeichnung an den Referenzlayern vorgenommen wurden. Sie werden in der Wirtszeichnung gespeichert und überdauern jede Sitzung. Erst mit VISRETAIN gleich 0 setzt sich die Layertabelle der Referenz durch.

Lösung

Entscheide bewusst, wer die Hoheit hat. Sollen die Referenzlayer immer so aussehen wie beim Absender, gehören VISRETAIN und XREFOVERRIDE auf 0. Sollen die Einstellungen aus dem Wirt gelten, bleibt VISRETAIN auf 1, und über VISRETAINMODE legst du fest, welche einzelnen Layereigenschaften beim Neuladen trotzdem aus der Referenz übernommen werden. Bei Zeichnungen aus älteren Versionen greift VISRETAINMODE erst, wenn die Datei einmal neu gespeichert und die Referenz danach neu geladen wurde.

Symptom

Von der Referenz ist nur ein Ausschnitt zu sehen, der Rest bricht an einer geraden Kante ab.

Ursache

Auf der Referenz liegt ein Zuschnitt. Mit XCLIP begrenzt AutoCAD den angezeigten Bereich einer Referenz oder eines Blocks auf eine Umrandung, die rechteckig, polygonal oder aus einer Polylinie erzeugt sein kann. Zusätzlich lässt sich der Zuschnitt invertieren, sodass gerade der Bereich innerhalb der Umrandung ausgeblendet wird.

Lösung

XCLIP aufrufen und die Umrandung mit der Option Off vorübergehend außer Kraft setzen, dann ist die gesamte Geometrie wieder da. Ob überhaupt ein Zuschnitt existiert, zeigt die Systemvariable XCLIPFRAME, die den Rahmen sichtbar macht. Soll der Zuschnitt dauerhaft weg, entfernt ihn die Option Delete; das gewöhnliche Löschen greift bei einer Zuschnittgrenze nicht.

Symptom

Der Status lautet Unloaded, oder die Referenz lässt sich nicht neu laden, weil eine andere Person die Datei geöffnet hat.

Ursache

Verweise lassen sich bewusst entladen, um große Planwerke schneller zu öffnen; sie bleiben dann angehängt, werden aber nicht dargestellt. Der zweite Fall hängt am bedarfsgesteuerten Laden: XLOADCTL steuert, ob AutoCAD die referenzierte Datei selbst offen hält und sperrt oder mit einer Kopie arbeitet. Der Wert 1 sperrt das Original, der voreingestellte Wert 2 arbeitet mit einer Kopie und lässt das Original frei.

Lösung

Für den ersten Fall genügt Reload in der Palette. Für den zweiten Fall lohnt ein Blick auf XLOADCTL im Team: Steht der Wert auf 2, arbeitet jeder mit einer Kopie, und niemand sperrt anderen die Datei. Nebenbei ist das im Netzwerk die schnellere Variante, weil Zeichnungen mit vielen Verweisen dann zügiger öffnen.

Die Prüfreihenfolge bei einer fehlenden Referenz

  1. 01 Status in der Palette lesen: Loaded, Unloaded, Not Found oder Unresolved.
  2. 02 Gespeicherten Pfad ansehen und entscheiden, ob er relativ, absolut oder leer sein soll.
  3. 03 Layer des Verweises prüfen, einmal global und einmal im betroffenen Ansichtsfenster.
  4. 04 Bei einem Verweis, der eine Ebene höher fehlt, Anhängen gegen Überlagern klären.
  5. 05 Zuschnitt und Ladezustand ausschließen, bevor du den Verweis neu anhängst.
Was du mitnimmst

Sechs Handgriffe, mit denen du die Ursache einkreist

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Sie beginnt bei der Frage, ob AutoCAD die Datei überhaupt gefunden hat, und geht erst danach in die Darstellung. Wer umgekehrt anfängt, stellt eine Stunde lang Layer um, obwohl der Pfad kaputt ist.

Den Status in der Palette lesen, bevor du irgendetwas änderst

Die Palette Externe Referenzen führt für jede Datei einen Status. Loaded, Unloaded, Not Found, Unresolved, Orphaned, Unreferenced und Needs Reloading bedeuten jeweils etwas anderes, und die ersten vier trennen bereits die Pfadfrage von der Darstellungsfrage. Steht dort Not Found, brauchst du über Layer gar nicht nachzudenken.

Den gespeicherten Pfad ansehen und den Pfadtyp bewusst wählen

In der Spalte Saved Path steht, wonach AutoCAD gesucht hat. Über Change Path stellst du den Pfad auf absolut oder relativ um, entfernst ihn ganz oder wählst mit Select New Path eine neue Ablage. Für mehrere Verweise auf einmal gibt es Find and Replace, das eine alte Pfadangabe in allen ausgewählten Referenzen ersetzt.

Die Layer des Verweises zweimal prüfen, global und im Ansichtsfenster

Ein geladener Verweis kann unsichtbar sein, weil seine Layer ausgeschaltet oder gefroren sind. Dazu kommt die zweite Ebene: In einem Layout lässt sich jede Layereigenschaft je Ansichtsfenster übersteuern, unter anderem über VP Freeze. Deshalb fehlt derselbe Verweis auf einem Blatt und ist auf dem nächsten vorhanden.

Klären, ob angehängt oder überlagert wurde

Ein überlagerter Verweis wird nicht mitgenommen, sobald die Zeichnung selbst als Referenz in eine weitere Zeichnung geholt wird. Das ist keine Störung, sondern der Zweck der Überlagerung. Wenn ein Verweis genau eine Ebene höher fehlt und sonst überall da ist, hast du die Ursache gefunden.

Zuschnitt und Ladezustand ausschließen

Mit XCLIP lässt sich der sichtbare Ausschnitt einer Referenz begrenzen, und ein Zuschnitt, den jemand vor Monaten gesetzt hat, sieht später wie eine fehlende Datei aus. Ebenso kann ein Verweis bewusst entladen sein. Beides ist mit einem Handgriff rückgängig zu machen und gehört geprüft, bevor du neu anhängst.

Die Ablage so einrichten, dass der Fall nicht wiederkommt

Relative Pfade innerhalb einer festen Ordnerstruktur, ein Projektsuchpfad in den Optionen für die Fälle, die sich nicht relativ abbilden lassen, und ein Paket über eTransmit statt einzelner Dateien beim Versand. Diese drei Festlegungen decken den größten Teil der Vorfälle ab, bevor sie entstehen.

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Wie AutoCAD einen Verweis beim Öffnen wiederfindet

Eine externe Referenz ist kein Kopiervorgang, sondern ein Verweis auf eine andere Zeichnungsdatei. In der Wirtszeichnung steht deshalb nicht die Geometrie, sondern der Name der Datei und der Pfad, unter dem sie zuletzt lag. Beim Öffnen versucht AutoCAD, diesen Pfad aufzulösen, und was dabei herauskommt, steht anschließend als Status in der Palette Externe Referenzen. Das ist die einzige Stelle, an der du ohne Umwege siehst, ob überhaupt eine Datei gefunden wurde.

Der gespeicherte Pfad kann drei Formen haben. Ein vollständiger Pfad enthält den Laufwerksbuchstaben oder den Servernamen. Ein relativer Pfad ist nur teilweise angegeben und geht vom aktuellen Laufwerk oder vom Ordner der Wirtszeichnung aus. Und es gibt den Fall ganz ohne Pfad, bei dem nur der Dateiname gespeichert ist. Für einen verschachtelten Verweis gilt eine Besonderheit, die im Alltag oft übersehen wird: Ein relativer Pfad bezieht sich dort auf den Ordner seines unmittelbaren Wirts, nicht zwangsläufig auf die gerade geöffnete Zeichnung.

Findet AutoCAD die Datei am gespeicherten Ort nicht, kommen die Projektsuchpfade ins Spiel. In den Optionen lässt sich unter Projektdateien-Suchpfad ein Projektname anlegen und mit einem oder mehreren Ordnern verbinden. Das ist der vorgesehene Weg für Ablagen, die sich nicht sauber relativ abbilden lassen, etwa wenn eine gemeinsame Bibliothek an einer festen Stelle im Netz liegt, während die Projektdaten wandern. Der Projektname darf höchstens 31 Zeichen lang sein und keine führenden oder abschließenden Leerzeichen enthalten.

Relativ, absolut oder ohne Pfad: was wann trägt

Die Empfehlung, immer relativ zu arbeiten, ist im Kern richtig und hat eine Bedingung. Ein relativer Pfad setzt voraus, dass Wirtszeichnung und Referenz auf demselben Laufwerk liegen und ihre Ordnerstruktur zueinander stabil bleibt. Ist das gegeben, kann ein ganzes Projektverzeichnis auf ein anderes Laufwerk oder zu einem Auftraggeber umziehen, ohne dass ein einziger Verweis nachgezogen werden muss. Genau deshalb ist es die flexiblere Einstellung.

Absolute Pfade sind nicht grundsätzlich falsch. Sie sind die richtige Wahl für Inhalte, die dauerhaft an einer bekannten Stelle liegen und nicht mitwandern, etwa eine Bibliothek mit Standarddetails auf einem Server. Der Preis ist, dass jede Umbenennung dieser Freigabe alle Verweise darauf bricht. Wer diese Verweise in einer eigenen Ordnerebene hält, kann sie später mit Find and Replace in einem Durchgang umstellen, statt Zeichnung für Zeichnung durchzugehen.

Der Fall ganz ohne Pfad ist der unterschätzte. Er funktioniert, solange die Referenz im selben Ordner wie die Wirtszeichnung liegt, und ist damit für kleine, geschlossene Pakete die einfachste Lösung. Sobald jemand Unterordner einführt, bricht er. In der Palette lässt sich der Pfad über Path Remove Path bewusst entfernen, und das ist ein anderer Vorgang als das Löschen einer Referenz, auch wenn die Menüpunkte nebeneinanderliegen.

Für den Versand nach außen gilt unabhängig vom Pfadtyp dieselbe Regel: Nicht die Zeichnung allein verschicken, sondern das Paket. eTransmit sammelt die Wirtszeichnung samt Referenzen, Schriftarten und Plotkonfiguration ein und legt sie in eine gemeinsame Ablage, aus der heraus die Pfade wieder aufgehen. Der überwiegende Teil der Fälle, in denen beim Empfänger nichts zu sehen ist, entsteht dadurch, dass dieser Schritt übersprungen wurde.

Geladen und trotzdem unsichtbar: die Layerseite

Sobald der Status auf Loaded steht, ist die Pfadfrage erledigt und die Darstellungsfrage beginnt. Die Layer einer Referenz erscheinen in der Wirtszeichnung als eigene Einträge, und sie lassen sich dort genauso ausschalten, frieren und umfärben wie eigene Layer. Wer eine Referenz beim Plotten ausblenden wollte und das über die Layer gelöst hat, findet später eine Zeichnung vor, in der scheinbar eine Grundlage fehlt.

Die entscheidende Einstellung dahinter heißt VISRETAIN. Sie steht in der Voreinstellung auf 1, und das bedeutet: Änderungen an den Layern einer Referenz, die in der aktuellen Zeichnung vorgenommen werden, haben Vorrang, werden mit der Zeichnung gespeichert und bleiben über Sitzungen hinweg erhalten. Mit dem Wert 0 kehrt sich das um, dann setzt sich beim Öffnen die Layertabelle aus der Referenz durch und alle Änderungen im Wirt gelten nur für die laufende Sitzung.

Weil beides Nachteile hat, gibt es dazu zwei ergänzende Stellschrauben. XREFOVERRIDE wirkt auf Darstellung und Plot: Mit dem Wert 1 werden Objekte auf Referenzlayern so behandelt, als wären ihre Eigenschaften auf VonLayer gesetzt, mit dem Wert 0 gelten die Eigenschaften, die am Objekt selbst hängen. Und VISRETAINMODE erlaubt es, bei VISRETAIN gleich 1 einzelne Layereigenschaften trotzdem beim Neuladen aus der Referenz zu übernehmen. Das ist der Weg für den häufigen Wunsch, eigene Sichtbarkeiten zu behalten, Farben und Linientypen aber vom Absender zu übernehmen.

Die zweite Ebene ist das Ansichtsfenster. In einem Layout kann jedes Ansichtsfenster eigene Layerübersteuerungen tragen, und die stehen in der Layerverwaltung in eigenen Spalten. VP Freeze schaltet die Sichtbarkeit nur dort, VP Color, VP Linetype, VP Lineweight, VP Transparency und VP Plot Style tun dasselbe für die übrigen Eigenschaften. Wenn dieselbe Referenz auf Blatt 3 fehlt und auf Blatt 4 vorhanden ist, sieh dort zuerst nach.

Anhängen oder Überlagern, und warum das eine Ebene höher wichtig wird

Referenzen lassen sich verschachteln: Eine Zeichnung, die selbst Verweise enthält, kann ihrerseits als Verweis in eine dritte geholt werden. Bei einem Anhang wandert dabei alles mit, was darunterliegt. Bei einer Überlagerung nicht. Eine überlagerte Referenz wird ausdrücklich nicht mitgenommen, wenn ihre Wirtszeichnung selbst angehängt oder überlagert wird, und genau dafür ist sie gedacht.

Der Anwendungsfall dahinter ist Zusammenarbeit im Netz. Wer an einer Teilzeichnung arbeitet und dabei sehen möchte, was in der Nachbarzeichnung passiert, überlagert sie. Damit bekommt er die Orientierung, ohne dass diese Nachbarzeichnung später im Gesamtplan ein zweites Mal auftaucht, wo sie ohnehin schon direkt eingebunden ist. Ohne die Überlagerung entstünde eine doppelte Darstellung, und die fällt beim Plotten oder spätestens bei einer Mengenauswertung unangenehm auf.

Für die Fehlersuche folgt daraus eine klare Regel: Wenn eine Referenz genau eine Verschachtelungsebene höher fehlt und auf allen anderen Ebenen vorhanden ist, ist sie überlagert. Das ist keine Störung, sondern eine Entscheidung, die jemand einmal getroffen hat. Zu klären ist dann nur, ob diese Entscheidung noch passt. In der Palette lässt sich der Referenztyp umstellen, ohne dass Einfügepunkt, Maßstab oder Zuschnitt verloren gehen.

Ein verwandtes Missverständnis betrifft das Binden. Wer eine Referenz bindet, holt ihren Inhalt dauerhaft in die Wirtszeichnung. Das ist sinnvoll für eine Archivfassung oder für eine Datei, die das Haus verlässt, und es ist der falsche Weg für die laufende Bearbeitung, weil die Verbindung zur Quelle danach fehlt. Änderungen an der Grundlage kommen dann nicht mehr an, und der Fehler ist deutlich schwerer zu bemerken als eine fehlende Referenz.

Damit derselbe Fall nicht jedes Quartal wiederkommt

Die meisten Vorfälle lassen sich mit drei Festlegungen abstellen, und keine davon kostet mehr als eine Besprechung. Die erste ist eine feste Ordnerstruktur je Projekt, in der Referenzen einen eigenen, immer gleich benannten Ordner haben. Die zweite ist die Vorgabe, welche Verweise relativ und welche absolut gespeichert werden, und zwar entlang der Frage, ob der Inhalt mit dem Projekt wandert oder an einer festen Stelle liegt. Die dritte ist die Regel, dass nach außen nur Pakete gehen und keine einzelnen Zeichnungen.

Dazu kommt eine Vereinbarung darüber, wer die Layerhoheit hat. In einem Büro, in dem alle mit derselben Vorlage arbeiten, ist es sinnvoll, die Layereinstellungen aus der Referenz durchzureichen und im Wirt nur das zu übersteuern, was ein bestimmtes Blatt wirklich braucht. Arbeiten mehrere Häuser mit unterschiedlichen Standards zusammen, dreht sich das um, dann gehört die Darstellungshoheit an das Haus, das den Plan herausgibt. Die zugehörigen Systemvariablen sind VISRETAIN, VISRETAINMODE und XREFOVERRIDE, und sie gehören in die Zeichnungsvorlage statt auf jeden Rechner einzeln.

Und ein Hinweis zur Geschwindigkeit, weil er oft mit dem Thema zusammen aufschlägt: Das bedarfsgesteuerte Laden über XLOADCTL entscheidet mit, ob eine referenzierte Datei gesperrt wird, während jemand anders daran arbeiten möchte. Mit dem voreingestellten Wert arbeitet AutoCAD mit einer Kopie der Referenz, sperrt das Original also nicht, und im Netz öffnen Zeichnungen mit vielen Verweisen damit spürbar schneller. Wer stattdessen den Wert 1 einstellt, spart Plattenplatz und handelt sich gesperrte Dateien ein.

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Weil sich der Umgang mit Verweisen schlecht nebenbei aneignen lässt und im Ernstfall sitzen muss, sind AutoCAD-Kurse rund um Blöcke, Attribute und externe Referenzen der schnellere Weg als die nächste Fehlersuche.

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Häufige Fragen

Ich habe die Referenz gelöst und neu angehängt, jetzt sieht der Plan anders aus. Was ist passiert?
Mit dem Lösen ist alles verloren gegangen, was in der Wirtszeichnung an dieser Referenz hing: die Layereinstellungen, ein eventueller Zuschnitt, Einfügepunkt, Maßstab und Drehung. Deshalb ist Neuanhängen der letzte Schritt und nicht der erste. Bei einem kaputten Pfad ist Change Path der richtige Weg, weil dabei nur der Pfad ausgetauscht wird und alles andere stehen bleibt.
Woran erkenne ich, ob eine Referenz überlagert oder angehängt ist?
In der Palette Externe Referenzen steht der Typ je Eintrag, und dort lässt er sich auch umstellen. Der schnellere Test im Alltag ist der Vergleich zwischen den Ebenen: Ist die Referenz in ihrer eigenen Wirtszeichnung zu sehen und fehlt genau dann, wenn diese Zeichnung selbst referenziert wird, dann ist sie überlagert. Ein Anhang bringt dagegen alles mit, was unter ihm hängt.
Warum kommen die Layerfarben aus der Grundlage nach dem Neuladen nicht bei mir an?
Weil VISRETAIN in der Voreinstellung auf 1 steht und damit die Layereinstellungen Vorrang haben, die in deiner Zeichnung an den Referenzlayern gemacht wurden. Wenn du die Einstellungen aus der Grundlage übernehmen willst, setzt du VISRETAIN auf 0. Willst du nur einzelne Eigenschaften übernehmen und die übrigen behalten, ist VISRETAINMODE die passende Stellschraube. Bei Zeichnungen aus älteren Versionen wirkt sie erst, nachdem die Datei einmal neu gespeichert und die Referenz danach neu geladen wurde.
Der Kollege kann die Grundrissdatei nicht speichern, solange ich meinen Plan offen habe. Lässt sich das abstellen?
Ja, über das bedarfsgesteuerte Laden. XLOADCTL steuert, ob AutoCAD die referenzierte Datei selbst offen hält und dabei sperrt oder mit einer Kopie arbeitet. Mit dem voreingestellten Wert 2 wird eine Kopie geöffnet und das Original bleibt frei, mit dem Wert 1 ist das Original gesperrt. Für Teams, die parallel an Grundlage und Plan arbeiten, ist der voreingestellte Wert der richtige.
Lohnt es sich, alle Referenzen vor der Abgabe zu binden?
Für eine Archivfassung und für Dateien, die endgültig außer Haus gehen, ja, weil die Zeichnung dann für sich steht. Für die laufende Bearbeitung nein, weil danach keine Aktualisierung mehr ankommt und niemand bemerkt, dass mit einer veralteten Grundlage weitergezeichnet wird. Für den Versand während des Projekts ist ein Paket über eTransmit die bessere Wahl, weil es die Verbindungen erhält.
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