Revit und BIM im Bauprojekt

Revit-Worksharing aufsetzen: Zentraldatei, lokale Kopien und der Ablauf beim Synchronisieren

Damit niemand auf ein Bauteil wartet, das jemand anders vor drei Tagen angefasst und nie wieder freigegeben hat, braucht es weniger Technik als Absprache. Beides steht hier.

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Kurz gesagt

Worksharing in Revit beruht auf einer einfachen Aufteilung. Es gibt genau eine Zentraldatei, die alle Änderungen sammelt und festhält, wem gerade welche Bauteile gehören, und es gibt je Person eine lokale Kopie, in der tatsächlich gearbeitet wird. Der Austausch zwischen beiden läuft über einen einzigen Vorgang: das Synchronisieren mit der Zentraldatei, das die eigenen Änderungen veröffentlicht und die der anderen hereinholt. Alles Weitere, also Worksets, Ausleihen und Freigeben, sind Werkzeuge, um diesen Austausch geordnet zu halten.

Stand dieser Seite: 04.10.2026

01 Worum es geht

Nicht die Technik bremst, sondern der unklare Umgang damit

Der übliche Verlauf sieht so aus: Worksharing wird eingeschaltet, weil zwei Leute gleichzeitig am Modell arbeiten müssen, und danach läuft es ein paar Wochen. Dann meldet jemand, dass er eine Wand nicht ändern kann, weil sie einer Kollegin gehört, die im Urlaub ist. Kurz darauf arbeitet jemand versehentlich in der Zentraldatei selbst statt in einer Kopie. Und irgendwann ist das Modell so groß, dass ein Synchronisiervorgang spürbar dauert und deshalb nur noch abends gemacht wird.

Alle drei Probleme haben dieselbe Wurzel. Worksharing ist kein Schalter, sondern ein Ablauf mit Regeln, und diese Regeln müssen im Team bekannt sein. Wer eine lokale Kopie anlegt und wie oft, wann synchronisiert wird, wann Eigentum wieder abgegeben wird und wie eine Anfrage bearbeitet wird, sind organisatorische Festlegungen, für die Revit die Werkzeuge liefert, aber nicht die Entscheidung. Die Bedienelemente nennen wir unten mit ihren englischen Namen, in der deutschen Oberfläche heißen sie übersetzt, die wichtigsten stehen in Klammern dabei.

Dazu kommt eine Falle bei der Einrichtung. Die Zentraldatei muss dort liegen, wo alle sie erreichen, und sie muss als solche erkennbar sein. Wenn sie in einem persönlichen Ordner liegt oder wie jede andere Projektdatei heißt, öffnet früher oder später jemand das Original statt einer Kopie, und dann sperrt eine einzelne Person das gesamte Team.

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02 Schritt für Schritt

Sechs Schritte bis zum laufenden Betrieb

Die ersten drei Schritte macht eine Person einmal, die letzten drei machen alle jeden Tag. Jeder Schritt hat ein Ergebnis, an dem sich prüfen lässt, ob er wirklich abgeschlossen ist.

  1. 1

    Das Modell und den Ablageort vorbereiten

    Vor dem Einschalten gehört das Modell auf einen Stand, mit dem alle weiterarbeiten sollen, und der Ablageort ist zu klären. Für Worksharing im eigenen Netz muss die Zentraldatei auf einem Netzlaufwerk liegen, auf das alle Beteiligten Zugriff haben. Wird über Revit Server gearbeitet, muss auf dem bereitstellenden Rechner die Serverkomponente installiert und seine Rolle als Host in deren Konfiguration eingetragen sein. Für Cloud-Worksharing startest du über Collaborate auf der Registerkarte Collaborate (deutsch: Zusammenarbeit auf der Registerkarte Zusammenarbeit) und wählst dort zwischen eigenem Netz und Cloud; Voraussetzung ist ein Projekt in Autodesk Docs und eine Lizenz für BIM Collaborate Pro.

    Ergebnis: Ein aufgeräumtes Modell und ein Ordner, den alle Beteiligten erreichen und der für Projektdateien vorgesehen ist.

  2. 2

    Worksharing einschalten und die Zentraldatei erzeugen

    Das Einschalten geschieht über Worksets auf der Registerkarte Collaborate, in der deutschen Oberfläche heißen sie Bearbeitungsbereiche. Revit legt daraufhin zwei Worksets für die Anwender an, Shared Levels and Grids und Workset1, die sich an dieser Stelle umbenennen lassen. Anschließend wird die Datei über Speichern unter an den vorgesehenen Ort geschrieben; in den Speicheroptionen ist „Make this a Central Model after save“ beim ersten Speichern nach dem Einschalten bereits gesetzt und lässt sich nicht abwählen. Der Dateiname sollte nicht auf einen Punkt mit angehängter Ziffernfolge enden, weil sonst kein ordentlicher Sicherungsordner angelegt wird.

    Ergebnis: Eine Zentraldatei am vereinbarten Ort, daneben ein automatisch erzeugter Sicherungsordner, der Sicherungs- und Berechtigungsinformationen enthält.

  3. 3

    Worksets anlegen und die Voreinstellung fürs Öffnen setzen

    Neben den zwei Anwender-Worksets führt Revit weitere für die geladenen Familien, die Projektstandards und die Ansichten. Ergänzend legst du die Worksets an, entlang derer euer Team arbeitet, und ordnest die vorhandenen Bauteile zu. In den Speicheroptionen legst du außerdem unter „Open workset default“ fest, welche Worksets sich beim Erzeugen einer lokalen Kopie öffnen: All, Editable, Last Viewed oder Specify. Laut Dokumentation können die ersten beiden die Leistung in größeren Projekten deutlich beeinträchtigen.

    Ergebnis: Eine überschaubare Zahl benannter Worksets und eine Voreinstellung, mit der eine lokale Kopie in vertretbarer Zeit öffnet.

  4. 4

    Je Person eine lokale Kopie erzeugen

    Gearbeitet wird nie in der Zentraldatei, sondern in einer Kopie auf dem eigenen Rechner. Beim Öffnen der Zentraldatei über den Öffnen-Dialog ist dafür „Create New Local“ (deutsch „Neue lokale Datei erstellen“) ausgewählt. Zwei Nachbarschalter sind zu kennen: Mit „Detach from Central“ („Von Zentraldatei lösen“) entfällt die Verbindung zur Zentraldatei ganz, und wer beide Optionen abwählt, öffnet tatsächlich die Zentraldatei selbst. Der Ablageort für lokale Dateien lässt sich in den Optionen auf der Registerkarte File Locations ändern.

    Ergebnis: Jede Person arbeitet in einer eigenen Datei, und die Zentraldatei ist von niemandem geöffnet.

  5. 5

    Arbeiten, ausleihen und Anfragen beantworten

    Ein Bauteil lässt sich bearbeiten, ohne dass dir das zugehörige Workset gehört: Revit leiht es dir automatisch, solange niemand anders daran arbeitet. Ist es besetzt, stellst du über „Place Request“ eine Anfrage und darfst nach der Freigabe bearbeiten. Offene Anfragen findest du über die Schaltfläche Editing Requests (deutsch Bearbeitungsanforderungen) in der Statusleiste oder auf der Registerkarte Collaborate. Wer die Lage im Modell sehen will, schaltet in der Ansichtssteuerung die Worksharing-Anzeige ein: Sie färbt nach Eigentümer, nach Bearbeitungsstatus, nach Workset oder nach dem Stand gegenüber der Zentraldatei.

    Ergebnis: Ein Team, das weiß, wem was gehört, und in dem Anfragen innerhalb des Arbeitstages beantwortet werden.

  6. 6

    Synchronisieren, freigeben und den Tag beenden

    Synchronisiert wird über Synchronize with Central auf der Registerkarte Collaborate (deutsch „Mit Zentraldatei synchronisieren“). Synchronize Now („Jetzt synchronisieren“) startet sofort, Synchronize and Modify Settings öffnet einen Dialog, in dem du festlegst, welche Worksets und Bauteile du abgibst, ob die Zentraldatei verdichtet wird und welchen Kommentar du hinterlässt. Lass dort „Save local file before and after synchronizing with central“ aktiv. Beim Schließen fragt Revit nach, falls du noch Eigentum hältst, und genau dort gehört am Feierabend die Freigabe hin.

    Ergebnis: Eine Zentraldatei, die den Tagesstand aller enthält, und ein Team, das am nächsten Morgen ohne Wartezeit weiterarbeitet.

03 Was du mitnimmst

Sechs Festlegungen, bevor ihr das erste Mal synchronisiert

Der technische Teil ist schnell erledigt. Was länger trägt, sind die Vereinbarungen darüber, wie mit Eigentum und Synchronisation umgegangen wird. Die technischen Schritte stehen weiter unten, hier geht es um die Absprachen dazu.

Der Weg vom Einzelmodell zum gemeinsam bearbeiteten Modell

  1. 01 Modell vorbereiten und den Ablageort für die Zentraldatei festlegen.
  2. 02 Worksharing einschalten und die Datei als Zentraldatei speichern.
  3. 03 Worksets nach Arbeitsbereichen anlegen und benennen.
  4. 04 Je Person eine lokale Kopie erzeugen, am besten täglich neu.
  5. 05 Arbeiten, ausleihen und bei Bedarf anfragen.
  6. 06 Regelmäßig synchronisieren und beim Feierabend Eigentum freigeben.

Den Ablageort der Zentraldatei festlegen

Sie gehört auf ein Laufwerk, das alle Beteiligten erreichen, oder bei Cloud-Worksharing in einen Projektordner in Autodesk Docs. Arbeitet ihr standortübergreifend über Revit Server, braucht der Rechner, der die Zentraldatei bereitstellt, die Serverkomponente und eine passende Freigabe. Ein persönlicher Ordner oder ein synchronisierter Ordner eines Dateidienstes ist kein Ablageort für eine Zentraldatei.

Der Datei einen Namen geben, der sie als Zentraldatei kennzeichnet

Autodesk empfiehlt eine Benennung, an der man die Zentraldatei sofort erkennt, etwa mit dem Zusatz „ZENTRAL“ oder „CENTRAL“ im Namen. Wer im Öffnen-Dialog eine Datei sieht, die eindeutig das Original ist, denkt an die Kopie. Wer eine Datei sieht, die wie jede andere heißt, tut es nicht. Haltet die Regel schriftlich fest, damit auch das nächste Projekt so heißt.

Worksets nach Arbeitsbereichen schneiden, nicht nach Bauteilarten

Worksets, in der deutschen Oberfläche Bearbeitungsbereiche, sind dafür da, dass mehrere Personen gleichzeitig an verschiedenen Teilen arbeiten. Legt im Team fest, wer welchen Bereich bearbeitet, und schneidet die Worksets danach, etwa nach Innenausbau, Fassade und Außenanlagen. Eine Aufteilung nach Bauteilkategorien erzeugt vor allem Verwaltungsaufwand, und zu viele Worksets machen die Auswahl beim Öffnen unübersichtlich.

Eine Person benennen, die das Modell verantwortet

Jemand muss die Zentraldatei anlegen, Worksets ergänzen, das Verdichten im Blick behalten und entscheiden, was passiert, wenn eine Kollegin mit ausgeliehenen Bauteilen ausfällt. Ohne benannte Verantwortung erledigt das niemand, und die Probleme fallen erst auf, wenn das Team schon blockiert ist. Die Rolle braucht keine Vollzeitstelle, aber einen Namen und eine Vertretung.

Vereinbaren, wann synchronisiert und wann freigegeben wird

Vereinbart feste Zeitpunkte für das Synchronisieren, zum Beispiel vor der Mittagspause und vor Feierabend, statt es dem Zufall zu überlassen, und versetzt sie bei großen Teams, damit nicht alle gleichzeitig synchronisieren. Dazu kommt die Regel, dass am Feierabend alles Eigentum abgegeben wird, außer es gibt einen benannten Grund. Diese zwei Absprachen verhindern den größten Teil der Wartezeiten im Team.

Klären, wer Anfragen zeitnah beantwortet

Wenn jemand ein Bauteil braucht, das dir gehört, bekommst du eine Meldung, die nur kurz eingeblendet wird. Vereinbart deshalb, dass alle den Zähler für Bearbeitungsanfragen in der Statusleiste im Blick haben und offene Anfragen innerhalb des Arbeitstages beantworten. Wer länger abwesend ist, gibt vorher ab.

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Was die Zentraldatei ist und was sie nicht ist

Die Zentraldatei ist das Hauptmodell des Projekts. Sie speichert den aktuellen Stand der Eigentumsverhältnisse für alle Worksets und Bauteile und ist die Verteilstelle für alle Änderungen am Modell. Autodesk beschreibt sie als die Projektdatenbank: Alle Änderungen laufen dort zusammen, und alle Beteiligten können jederzeit die Änderungen der anderen von dort laden. Was sie nicht ist: ein Arbeitsplatz. Der Grundsatz lautet, dass nach dem Erzeugen der Zentraldatei ausschließlich in lokalen Kopien gearbeitet wird.

Beim Erzeugen legt Revit neben der Datei einen Sicherungsordner an, dessen Name sich aus dem Dateinamen ableitet. Darin stehen die Sicherungsinformationen und die Angaben zu den Bearbeitungsrechten. Dazu kommt ein temporärer Ordner, in dem Dateien liegen, die den Fortschritt von Vorgängen wie dem Synchronisieren für die Überwachungsanzeige bereitstellen. Beides gehört zum Modell und wird nicht von Hand aufgeräumt.

Die Benennung ist deshalb kein Schönheitsthema. Ein Name, an dem die Zentraldatei erkennbar ist, verhindert die häufigste Panne im Betrieb, nämlich dass jemand das Original öffnet und damit für alle anderen blockiert. Der zweite Hinweis aus der Dokumentation betrifft die Endung: Endet der Dateiname auf einen Punkt mit angehängter Ziffernfolge, wird kein ordentlicher Sicherungsordner angelegt, weil frühere Revit-Versionen Sicherungsdateien genau so benannt haben.

Bei Cloud-Worksharing liegt das Zentralmodell nicht auf einem Laufwerk, sondern in Autodesk Docs, der Dokumentenablage der Autodesk Construction Cloud. Die lokale Kopie verwaltet Revit dann selbst in einem Zwischenspeicher auf dem Rechner, du legst sie also nicht mehr von Hand an. Ausleihen, Anfragen und Synchronisieren bleiben gleich. Wer zwischen eigenem Netz und Cloud entscheidet, wägt vor allem ab, ob externe Partner ohne VPN mitarbeiten sollen und ob die zusätzlichen Lizenzen für BIM Collaborate Pro im Budget sind.

Worksets: wozu sie gut sind und wozu nicht

Ein Workset ist eine Sammlung von Bauteilen in einem gemeinsam bearbeiteten Projekt. Der Zweck ist die Aufteilung der Arbeit: Verschiedene Personen bearbeiten verschiedene Bereiche, und Autodesk nennt als Beispiele die Aufteilung nach Innenausbau, Außenhülle und Außenanlagen für Architektur und Tragwerk sowie nach Gewerken für die technische Gebäudeausrüstung. Wer nach Bauteilkategorien schneidet, also etwa Wände in ein Workset und Decken in ein anderes, erzeugt Verwaltung statt Arbeitsteilung.

Beim Einschalten des Worksharing legt Revit bereits mehrere Worksets an: zwei für die Anwender sowie weitere für die geladenen Familien, für die Projektstandards und für die Projektansichten. Diese drei letzten Gruppen tauchen im Alltag selten auf und sind trotzdem wichtig, denn sie sind der Grund, warum das Ändern einer Projekteinstellung anderen ebenfalls den Zugriff nehmen kann.

Die zweite Funktion der Worksets ist die Steuerung, was überhaupt geöffnet wird. Beim Erzeugen einer lokalen Kopie legt eine Voreinstellung fest, welche Worksets sich öffnen: alle, nur die bearbeitbaren, die aus der letzten Sitzung oder eine ausdrückliche Auswahl. Die Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, dass die ersten beiden Möglichkeiten die Leistung in größeren Projekten deutlich beeinträchtigen. Für ein großes Modell ist die gezielte Auswahl deshalb nicht Feinschliff, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Datei in vertretbarer Zeit öffnet.

Und ein Punkt, der oft übersehen wird: Worksets sind nicht dasselbe wie Eigentum. Ein Workset kann dir gehören, dann darfst nur du seine Bauteile ändern. Der Normalfall im Alltag ist aber ein anderer, nämlich dass niemandem das Workset gehört und einzelne Bauteile daraus ausgeliehen werden. Wer diese Unterscheidung kennt, versteht auch, warum ein Modell trotz sauber geschnittener Worksets blockieren kann.

Ausleihen statt Sperren: wie der Alltag wirklich läuft

Der Regelfall im Betrieb ist das Ausleihen einzelner Bauteile. Du kannst ein Bauteil bearbeiten, ohne dass dir das Workset gehört, zu dem es zählt; Revit leiht es dir dabei automatisch, solange niemand anders es gerade bearbeitet oder das Workset besitzt. Während du es geliehen hast, hast du das ausschließliche Recht daran, und dein Name erscheint sowohl in der Workset-Verwaltung als Ausleihender als auch in den Eigenschaften des Bauteils.

Ist ein Bauteil besetzt, stellst du eine Anfrage. Die andere Person bekommt eine Meldung und kann sie erteilen oder ablehnen, und du bekommst wiederum eine Meldung über das Ergebnis. Diese Meldungen sind flüchtig, sie werden nur etwa dreißig Sekunden angezeigt. Deshalb gibt es einen zweiten Weg: die Übersicht der Bearbeitungsanfragen, erreichbar über die Statusleiste oder über das Register für die Zusammenarbeit, in der die eigenen offenen Anfragen und die eingegangenen stehen.

Wurde ein angefragtes Bauteil in der Zwischenzeit geändert und veröffentlicht, fordert Revit dich vor dem Bearbeiten zum Nachladen des aktuellen Stands auf. Das ist keine Schikane, sondern verhindert, dass du eine Änderung an einem Zustand vornimmst, den es nicht mehr gibt. Wer ein Bauteil ausgeliehen, aber nicht geändert hat, kann es ohne Umweg wieder freigeben; dafür gibt es eine eigene Funktion, die kein Synchronisieren erfordert.

Um zu sehen, wie die Lage im Modell aussieht, gibt es die Anzeigemodi für das gemeinsame Arbeiten. Sie färben die Bauteile nach Bearbeitungsstatus, nach Eigentümer, nach Workset oder danach, welche Bauteile gegenüber der Zentraldatei nicht mehr aktuell oder dort gelöscht sind. Eingeschaltet wird das in der Ansichtssteuerung, und die betroffene Ansicht bekommt einen farbigen Rahmen mit dem Namen des Modus. Zu wissen ist, dass dabei die Darstellungsart auf verdeckte Linien wechselt und Schatten abgeschaltet werden; beim Ausschalten stellt Revit die vorherigen Einstellungen wieder her.

Synchronisieren: der Vorgang, an dem die meiste Zeit hängt

Synchronisieren ist der einzige Weg, auf dem Änderungen zwischen lokaler Kopie und Zentraldatei wandern. Im Dialog von Synchronize and Modify Settings prüfst du zunächst den Ort der Zentraldatei. Steht dort ein anderer Pfad als erwartet, etwa weil die Zentraldatei verschoben wurde, synchronisierst du gegen die falsche Datei, und genau das ist der Moment, um abzubrechen und zu klären, statt fortzufahren.

Zwei Optionen darin verdienen Aufmerksamkeit. Das Verdichten verkleinert die Datei, verlängert aber den Speichervorgang, gehört also in einen festen Rhythmus und nicht in jede Runde. Und die Häkchen für das Abgeben von Eigentum sind der eigentliche Hebel gegen Wartezeiten: Wer sie stehen lässt, gibt seine Bauteile nach dem Veröffentlichen frei, wer sie entfernt, behält sie und blockiert die anderen weiter. Zusätzlich sollte die Option aktiv bleiben, die die lokale Datei vor und nach dem Vorgang speichert, damit sie mit der Zentraldatei im Gleichklang bleibt.

Der Kommentar wird im Alltag unterschätzt. Er fasst bis zu 1.000 Zeichen, wird in der Zentraldatei gespeichert und ist später über die Verlaufsanzeige einsehbar. Damit ist er die einzige Stelle, an der nachvollziehbar ist, wer wann was veröffentlicht hat. Ein Satz pro Synchronisation, etwa welches Geschoss oder welcher Planungsstand betroffen ist, reicht dafür aus.

Bleibt der Abschluss des Arbeitstages. Wenn du die lokale Datei schließt und noch Bauteile oder Worksets hältst, meldet sich Revit mit einem Dialog, in dem du zwischen Freigeben und Behalten wählst. Die Vereinbarung im Team sollte an dieser Stelle eindeutig sein: Am Feierabend wird freigegeben, außer es gibt einen benannten Grund. Andernfalls beginnt der nächste Arbeitstag der Kollegen mit einer Anfrage, auf die niemand antwortet.

Was im Betrieb schiefgeht und wie ihr vorbeugt

Der häufigste Zwischenfall ist die geöffnete Zentraldatei. Er entsteht dadurch, dass beim Öffnen die Option zum Erzeugen einer lokalen Kopie abgewählt war, oft zusammen mit dem Abtrennen von der Zentraldatei, das diese Option ebenfalls aufhebt. Vorbeugen lässt sich mit zwei Dingen: einem Dateinamen, der die Zentraldatei kenntlich macht, und der Regel, dass niemand aus dem Projektordner heraus doppelklickt, sondern immer über den Öffnen-Dialog geht.

Der zweite Zwischenfall ist die veraltete lokale Kopie. Wer wochenlang mit derselben Datei arbeitet, bekommt zwar beim Synchronisieren die Änderungen der anderen, sammelt aber auch alle lokalen Eigenheiten an. Dazu kommt ein Nebeneffekt der täglichen Kopie: Existiert schon eine lokale Datei, fragt Revit, ob sie überschrieben oder mit Zeitstempel umbenannt werden soll. Wer immer umbenennt, hat nach ein paar Wochen einen Ordner voller alter Kopien, in denen versehentlich weitergearbeitet wird. Vereinbart deshalb, dass überschrieben wird.

Der dritte ist die Dauer. Ein Synchronisiervorgang, der lange braucht, wird nicht mehr regelmäßig gemacht, und damit fällt die Grundlage des ganzen Verfahrens weg. Die Stellschrauben im Worksharing selbst sind die Voreinstellung, welche Worksets sich beim Öffnen laden, ein Rhythmus für das Verdichten und die Frage, ob wirklich alle gleichzeitig synchronisieren müssen. Autodesk weist ausdrücklich darauf hin, dass gleichzeitige Vorgänge den Ablauf verlängern und Konflikte erzeugen können.

Und zuletzt die organisatorische Seite, die keine Einstellung hat. Die Vereinbarungen aus dem oberen Teil, also verantwortliche Person, Synchronisationsrhythmus, Freigabe am Feierabend und Umgang mit Anfragen, passen auf eine halbe Seite. In Projekten mit mehreren Büros gehören sie in den BIM-Abwicklungsplan, damit auch Partner sie kennen, die nicht im selben Team sitzen.

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Weil sich der Umgang mit einem gemeinsam bearbeiteten Modell schlecht allein aneignen lässt, sind Revit-Kurse rund um Koordination und Modellorganisation der schnellste Weg zu einer Vereinbarung, die im Team trägt.

Wenn im Projekt neben dem Modell auch Zeichnungen und Fachplanungen anderer Systeme zusammenkommen, deckt das übrige CAD-Programm von AutoCAD bis Inventor den Rest ab.

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05 Fragen

Häufige Fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Stell sie uns direkt, wir antworten dir persönlich.

Darf man direkt in der Zentraldatei arbeiten?
Nein, und es ist auch nicht dafür gedacht. Nach dem Erzeugen der Zentraldatei wird ausschließlich in lokalen Kopien gearbeitet, die alle Beteiligten von ihr ableiten. Beim Öffnen ist die Option zum Erzeugen einer neuen lokalen Kopie deshalb der Regelfall. Wer sie und das Abtrennen von der Zentraldatei gleichzeitig abwählt, öffnet tatsächlich das Original und blockiert damit das Team.
Wie oft sollte man eine neue lokale Kopie anlegen?
Autodesk nennt einmal täglich als gute Praxis, weil eine frische Kopie auf dem aktuellen Stand der Zentraldatei aufsetzt und keine lokalen Eigenheiten mitschleppt. In Projekten auf Revit Server lässt sich das Anlegen mit dem Kommandozeilenprogramm RevitServerTool und seinem Befehl createLocalRvt automatisieren, sodass die Kopien morgens bereitliegen. Bei Cloud-Worksharing entfällt der Schritt, weil Revit die lokale Kopie selbst verwaltet.
Ein Bauteil gehört jemandem, der nicht da ist. Was jetzt?
Eine Anfrage hilft nur, wenn die Person antworten kann. Deshalb ist die Vereinbarung wichtiger als die Technik: Am Ende des Arbeitstages wird Eigentum abgegeben, entweder beim Synchronisieren über die entsprechenden Häkchen oder beim Schließen der lokalen Datei über den Dialog, der genau danach fragt. Wo diese Regel gilt, tritt der Fall selten auf, und wo sie nicht gilt, tritt er wöchentlich auf.
Wie gebe ich Bauteile ab, ohne zu synchronisieren?
Mit Relinquish All Mine auf der Registerkarte Collaborate. Das gibt alle Worksets und Bauteile frei, die du hältst, aber nicht geändert hast, ohne dass ein Synchronisiervorgang nötig ist. Hast du an einem ausgeliehenen Bauteil etwas geändert, geht die Freigabe nur über das Synchronisieren, weil die Änderung sonst verloren wäre. Der Befehl eignet sich deshalb gut, wenn du nur nachgesehen hast und den Platz für andere frei machen willst.
Das Synchronisieren dauert immer länger. Woran liegt das?
Wenn die Einstellungen beim Worksharing stimmen, liegt es meist am Modell selbst. Bewährt haben sich vier Maßnahmen: beim Öffnen gelegentlich die Option Audit setzen, die die Datei auf Fehler prüft und repariert, nicht verwendete Familien und Typen mit Purge Unused entfernen, importierte CAD-Dateien durch Verknüpfungen ersetzen und die Liste der Warnungen abbauen. Dazu kommt das Verdichten der Zentraldatei in festem Rhythmus. Bei Cloud-Modellen verlängern zudem gleichzeitige Vorgänge mehrerer Personen den Ablauf.
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