Schritt 1: Die vier Stufen sauber trennen
Ohne diese Trennung reden Anbieter und Einkauf aneinander vorbei. Mit ihr wird aus einer Grundsatzdiskussion eine Anforderungsliste.
Was auf welcher Stufe gefordert und geprüft wird
| Stufe | Konkrete Forderung | Woran du sie prüfst |
|---|---|---|
| Datensouveränität | Daten, Sicherungen und Protokolle bleiben in einer definierten Region | Regionsangabe im Vertrag, technisch erzwungene Richtlinie, Nachweis für Supportdaten |
| Betriebssouveränität | Zugriff nur durch überprüftes Personal am definierten Standort | Protokollierte und freigabepflichtige Zugriffe, Nachweis über die Herkunft des Betriebspersonals |
| Technologische Souveränität | Weiterbetrieb ohne den ursprünglichen Anbieter möglich | Offener Quelltext, offene Schnittstellen, Verfügbarkeit von Fachkräften außerhalb des Anbieters |
| Rechtliche Souveränität | Betreiber und Eigentümer unterliegen ausschließlich EU-Recht | Gesellschaftsstruktur, Sitz der Muttergesellschaft, Regelungen zu Anordnungen aus Drittstaaten |
| Schlüsselhoheit | Nur ihr könnt Daten entschlüsseln, der Anbieter nicht | Externer Schlüsselspeicher oder eigenes HSM, geprüft durch bewussten Entzug des Schlüssels |
Die fünfte Zeile ist die einzige, die sich vollständig technisch beweisen lässt. Alle anderen beruhen auf Verträgen, Zertifikaten und Organisationsstrukturen. Deshalb lohnt es sich, die Schlüsselhoheit als Rückfallebene ernst zu nehmen: Wenn der Anbieter Daten technisch nicht lesen kann, verlieren die Stufen zwei bis vier einen Teil ihrer Schärfe. Umgekehrt gilt: Wenn der Anbieter eure Schlüssel verwaltet, ist jede Souveränitätszusage eine organisatorische Zusage und keine technische.