Die Fähigkeit bleibt, der Stellentitel wackelt
Wer systematisch mit Sprachmodellen arbeitet, wird gebraucht. Ob das auf einer eigenen Stelle steht oder in der bisherigen Rolle mitläuft, ist die entscheidende Frage.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Titel verspricht einen Beruf, den es so selten gibt
Nach dem Erscheinen der ersten großen Sprachmodelle wurden Stellen mit genau diesem Titel ausgeschrieben, oft mit auffälligen Gehaltsangaben in der Berichterstattung. Wenige Jahre später sind viele davon nicht mehr zu finden. Die Aufgaben sind nicht verschwunden, sie sind in andere Rollen gewandert: in die Entwicklung von KI-Anwendungen, in die Fachabteilungen, in die Verantwortung für Abläufe und Nachweise.
Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht. Es gibt keine amtliche Erhebung für diesen Titel, und was in Ratgeberportalen steht, stammt aus Stellenanzeigen und Selbstauskünften, deren Grundgesamtheit niemand kennt. Wer seine berufliche Planung darauf stützt, plant auf Sand.
Der zweite Grund für die Verschiebung liegt in der Sache. Modelle ändern sich, und mit ihnen die Kniffe, die gestern noch Wirkung zeigten. Was bleibt, sind die Fähigkeiten darunter: eine Aufgabe zerlegen, den richtigen Kontext beschaffen, das Ergebnis prüfbar machen. Das ist weniger spektakulär und deutlich haltbarer.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Weg zur Fähigkeit, Schritt für Schritt
Die Reihenfolge ist wichtiger als der Umfang. Jeder Schritt hat ein Ergebnis, an dem du erkennst, ob du weitergehen kannst, und keiner davon verlangt eine eigene Stelle.
- 1
Eine wiederkehrende Aufgabe aussuchen
Nimm etwas, das du oder dein Team mehrmals pro Woche erledigt und das aus Text besteht: Angebote zusammenfassen, Protokolle auswerten, Antworten entwerfen, Daten aus Dokumenten ziehen. Einmalige Aufgaben eignen sich nicht, weil du an ihnen nichts messen kannst.
Geschafft, wenn: wenn du eine Aufgabe nennen kannst, die pro Woche mehrfach anfällt
- 2
Aufschreiben, was ein gutes Ergebnis ausmacht
Bevor du das Modell öffnest, beschreibe in drei bis fünf Punkten, woran du eine brauchbare Antwort erkennst. Genau diese Punkte fehlen in fast allen Anweisungen, und deshalb bewerten am Ende alle Beteiligten das Ergebnis anders.
Geschafft, wenn: wenn eine andere Person mit deiner Liste dieselbe Antwort als brauchbar einstuft
- 3
Den Kontext zusammenstellen
Sammle die Unterlagen, ohne die auch ein Mensch die Aufgabe nicht lösen könnte: Beispiele, Vorlagen, Fachbegriffe, geltende Regeln. Der Unterschied zwischen einer mittelmäßigen und einer guten Antwort liegt fast immer hier und nicht in der Formulierung der Frage.
Geschafft, wenn: wenn die Antwort ohne deine Nachbesserung fachlich stimmt
- 4
Gegen einen kleinen Prüfsatz testen
Leg dir zehn bis zwanzig echte Fälle mit erwartetem Ergebnis beiseite. Jede Änderung an der Anweisung lässt du gegen diesen Satz laufen. Ohne diesen Schritt verbesserst du im Zweifel den Einzelfall und verschlechterst den Rest, ohne es zu merken.
Geschafft, wenn: wenn du sagen kannst, wie viele der Fälle vorher und nachher richtig waren
- 5
Für andere nutzbar machen
Leg die funktionierende Anweisung dorthin, wo dein Team sie findet, mit einer Zeile zum Zweck und einer zur Einschränkung. Sobald mehrere Leute dieselbe Aufgabe unterschiedlich lösen, entstehen Ergebnisse, die niemand vergleichen kann.
Geschafft, wenn: wenn jemand aus dem Team sie ohne Rückfrage benutzt
- 6
Den Nutzen belegen
Halte fest, was der Ablauf vorher gekostet hat und was danach. Zeit, Nacharbeit, Fehlerquote. Diese Zahl ist das, womit du in deinem Haus eine Rolle begründest, nicht der Titel auf einer Visitenkarte.
Geschafft, wenn: wenn du den Unterschied in einem Satz mit einer Zahl sagen kannst
Fünf Bausteine einer belastbaren Anweisung
- 01 Das Ziel ist benannt, nicht nur das Thema.
- 02 Die Rolle und die Zielgruppe der Antwort stehen fest.
- 03 Der nötige Kontext liegt bei, statt vorausgesetzt zu werden.
- 04 Das gewünschte Format ist beschrieben und begrenzt.
- 05 Es ist gesagt, was gelten soll, wenn die Angaben nicht reichen.
Was du mitnimmst
Du bekommst eine ehrliche Einschätzung des Stellenmarkts und den Weg zu der Fähigkeit, die dahinter steckt, samt der Rollen, in denen sie tatsächlich bezahlt wird.
Aufgaben statt Zauberformeln
Du beschreibst Ziel, Zielgruppe, Format und Abbruchbedingung, statt nach Formulierungen zu suchen, die beim nächsten Modellwechsel wirkungslos sind.
Kontext beschaffen
Du lernst, welche Unterlagen ein Modell wirklich braucht, und merkst, dass die Beschaffung meist mehr Arbeit ist als die Anweisung selbst.
Ergebnisse prüfbar machen
Du legst vorher fest, woran du eine brauchbare Antwort erkennst, und baust dir einen kleinen Satz Testfälle mit Sollergebnis.
Wiederholbar arbeiten
Du hältst funktionierende Anweisungen so fest, dass Kolleginnen und Kollegen sie nutzen können, statt sie jedes Mal neu zu erfinden.
Grenzen erkennen
Du merkst, wann eine Aufgabe kein Sprachmodell braucht, sondern eine Regel, eine Abfrage oder einen Menschen.
Die Fähigkeit sichtbar machen
Du belegst deinen Nutzen mit gesparter Zeit oder besserer Qualität in einem konkreten Ablauf, weil ein Titel allein niemanden überzeugt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Wo die Arbeit tatsächlich stattfindet
In den meisten Häusern verteilt sich die Aufgabe auf drei Stellen. In der Fachabteilung sitzt jemand, der die Abläufe kennt und die Anweisungen für das Team pflegt, meist neben der eigentlichen Arbeit. In der Entwicklung baut jemand Anwendungen, in denen die Anweisung nur ein Bauteil neben Kontextbeschaffung, Prüfung und Protokollierung ist. Und in der Steuerung achtet jemand darauf, welche Werkzeuge überhaupt genutzt werden dürfen.
Wer eine Stelle sucht, sollte deshalb weniger nach dem Titel und mehr nach diesen drei Zuschnitten schauen. Ausschreibungen mit dem Wort im Titel verlangen bei genauerem Hinsehen häufig etwas anderes: Entwicklungserfahrung, Datenarbeit oder Verantwortung für Abläufe. Der Titel ist dann Verpackung.
Für die eigene Laufbahn ist das eine gute Nachricht. Die Fähigkeit lässt sich in der bestehenden Rolle aufbauen und dort auch belegen. Wer im eigenen Bereich einen Ablauf messbar verbessert hat, hat ein Argument, das jede Zertifikatsliste schlägt.
Was sich lohnt zu lernen, und was in einem Jahr veraltet ist
Veraltet sind Formulierungstricks, die an ein bestimmtes Modell gebunden sind. Wer eine Sammlung solcher Kniffe pflegt, fängt bei jedem Wechsel neu an. Ebenfalls überschätzt wird die Länge: Eine sehr ausführliche Anweisung ist nicht automatisch besser, oft macht sie das Ergebnis nur unberechenbarer, weil sich Vorgaben widersprechen.
Haltbar ist die Arbeit am Kontext. Welche Unterlagen brauchst du, wie kommen sie zuverlässig in die Anfrage, und was passiert, wenn sie zu umfangreich werden. Haltbar ist außerdem die Bewertung: ein fester Prüfsatz, an dem sich jede Änderung messen lässt, und ein klares Vorgehen für Fälle, in denen das Modell nichts wissen kann. Diese beiden Punkte unterscheiden gelegentliches Ausprobieren von belastbarer Arbeit.
Der dritte haltbare Teil ist die Einschätzung, wann ein Sprachmodell die falsche Wahl ist. Für exakte Berechnungen, für Nachschlagen mit eindeutiger Antwort und für Entscheidungen, die begründet werden müssen, gibt es bessere Werkzeuge. Wer das ausspricht, wird als Fachperson wahrgenommen und nicht als Fürsprecher einer Technik.
Warum auf dieser Seite keine Verdienstzahl steht
Es gibt für diesen Titel keine amtliche Berufsgattung und damit keine Erhebung. Die Klassifikation der Berufe kennt ihn nicht, und eine Zuordnung zu einer bestehenden Zelle wäre unsere Entscheidung und keine Statistik. Hinzu kommt, dass die meisten Personen mit dieser Fähigkeit in der Statistik unter ihrem Grundberuf erscheinen, also als Redaktion, Fachkraft im Marketing, Entwicklung oder Verwaltung.
Die Zahlen, die zu diesem Titel kursieren, stammen fast alle aus einer kurzen Phase mit wenigen, sehr sichtbaren Ausschreibungen. Sie beschreiben Einzelfälle, nicht einen Markt, und sie sind inzwischen mehrere Modellgenerationen alt. Wir nennen sie deshalb nicht, auch nicht als Spanne.
Was den Verdienst hier tatsächlich bestimmt, ist der Grundberuf und die Frage, ob du den Nutzen belegen kannst. Wer in seiner Rolle einen Ablauf messbar verbessert, verhandelt in dieser Rolle, und das ist die realistischere Aussicht als ein Stellenwechsel auf einen wackeligen Titel.
Wohin die Fähigkeit führt
Aus der Fachabteilung führt der Weg oft zur Verantwortung für den KI-Einsatz im eigenen Bereich: Welche Werkzeuge sind freigegeben, welche Daten dürfen hinein, wer wird eingewiesen. Das mündet in Häusern mit Regelungsbedarf in die Rolle des KI-Beauftragten oder in die Steuerung von Vorhaben mit KI-Anteil.
Aus der Technik führt der Weg in die Entwicklung von KI-Anwendungen. Dort ist die Anweisung ein Bauteil neben Kontextbeschaffung, Bewertung, Protokollierung und Kosten, und der Anteil des Formulierens an der Gesamtarbeit ist kleiner, als der Titel vermuten lässt.
Beide Wege haben eine gemeinsame Vorstufe, und die ist unspektakulär: ein Ablauf im eigenen Haus, den du verbessert hast, mit einer Zahl dahinter und einer ehrlichen Aussage darüber, was dabei nicht funktioniert hat.
Dazu passende Kurse
Den Unterschied zwischen Ausprobieren und Vorgehen machen Kurse, in denen du Anweisungen systematisch aufbaust statt sie zu erraten .
Wenn du die Fähigkeit in deiner bestehenden Rolle aufbauen willst, passen Trainings, in denen die Werkzeuge im Büroalltag zum Einsatz kommen .
Warum es zu dieser Rolle keine amtliche Zahl gibt
Für diesen Titel gibt es keine amtliche Berufsgattung und damit keine Erhebung, denn die Klassifikation der Berufe kennt ihn nicht, und die meisten Personen mit dieser Fähigkeit erscheinen in der Statistik unter ihrem Grundberuf. Die kursierenden Zahlen stammen aus einer kurzen Phase mit wenigen, sehr sichtbaren Stellenanzeigen und aus Selbstauskünften, deren Grundgesamtheit niemand kennt, deshalb nennen wir sie nicht, auch nicht als Spanne. Ausschlaggebend ist hier ohnehin der Grundberuf, in dem du arbeitest, und ob du den Nutzen deiner Arbeit an einem konkreten Ablauf belegen kannst.
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.
Wo du genau das übst
Ein sehr gutes, praxisorientiertes und nachhaltiges Seminar. So sollte es immer sein. Vielen Dank.
Ein sehr guter und verständlicher Überblick über die Grundlagen im Umgang mit BricsCAD.
Alle meine Erwartungen wurden erfüllt und ich habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt, jede Frage wurden Probleme direkt beseitigt.
Häufige Fragen
Gibt es Prompt Engineer als Beruf überhaupt?
Braucht man dafür Programmierkenntnisse?
Lohnt sich ein Zertifikat?
Auf Deutsch oder auf Englisch prompten?
Passt thematisch dazu
Für die Einordnung des Begriffs selbst steht im Glossar, was der Begriff fachlich genau bezeichnet .
Der wirksamste Hebel liegt nicht in der Frage, sondern daneben, und dazu passt, warum der mitgegebene Kontext mehr entscheidet als die Formulierung .
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem IT-Berufe-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Die Fähigkeit zahlt sich in der Rolle aus, die du schon hast
Wie du Anweisungen systematisch aufbaust, Ergebnisse vergleichbar bewertest und wiederkehrende Aufgaben übergibst, lässt sich an den Werkzeugen üben, die in deinem Haus ohnehin im Einsatz sind.
Passt dazu
- KI-Engineer werden: der Unterschied zwischen einem Modell und einem Dienst, der läuft
- KI-Beauftragter: eine Rolle, die die europäische Verordnung erst geschaffen hat
- Assistenz der Geschäftsführung: Entlastung ist die eigentliche Leistung
- Chatbot-Entwickler werden: der Dialog ist der einfache Teil