Zugriff nachvollziehbar halten

SharePoint-Berechtigungen: drei Quellen, eine Vererbung

Zugriff entsteht über die Microsoft-365-Gruppe, über die Gruppen der Website und über jeden einzelnen Freigabelink, und nur die dritte Quelle steht in keiner sichtbaren Gruppe.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Nach zwei Jahren kann niemand mehr sagen, wer Zugriff hat

Am Anfang ist die Lage klar: Ein Team wird angelegt, die Mitglieder stehen in der Microsoft-365-Gruppe, und die Rechte auf der Teamwebsite folgen daraus. Dann kommt der erste Ordner, den nur ein Teil der Gruppe sehen soll, dann der erste Freigabelink an jemanden aus einer anderen Abteilung, dann der zweite.

Jede dieser Abkürzungen ist für sich harmlos und in zwei Minuten erledigt. In der Summe entsteht ein Zustand, in dem die Antwort auf die Frage nach dem Zugriff nur noch durch Nachsehen an jedem einzelnen Element zu bekommen ist. Beim Ausscheiden einer Person nimmst du sie aus der Gruppe und weißt trotzdem nicht, was sie weiterhin öffnen kann.

Dazu kommt ein Effekt, den man erst spät bemerkt. Viele Stellen mit eigenen Berechtigungen bremsen die Anzeige von Ansichten und Berichten spürbar, weshalb Microsoft ausdrücklich empfiehlt, ihre Zahl klein zu halten. Die Struktur wird also nicht nur unübersichtlich, sondern auch langsam.

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Wer entscheidet was

Wer entscheidet was

Mitgliedschaft in Team und Website

Wer entscheidet
die fachliche Leitung des Bereichs, dem die Website gehört
Wer setzt um
die Besitzer des Teams über die Mitgliedschaft in der Microsoft-365-Gruppe
Stolperfalle
Wer jemanden direkt in eine SharePoint-Gruppe einträgt, macht diese Person nicht zum Teammitglied. Danach gibt es zwei Listen, die auseinanderlaufen.

Berechtigungsstufen und Sonderstufen

Wer entscheidet
die Websitebesitzer gemeinsam mit der IT
Wer setzt um
die Websitebesitzer in den Websiteberechtigungen
Stolperfalle
Die Standardgruppe der Websitemitglieder steht auf Bearbeiten, was auch das Löschen von Bibliotheken einschließt. Eingebaute Stufen werden kopiert und nicht verändert.

Abgeschottete Bereiche

Wer entscheidet
die fachliche Leitung, weil es um Vertraulichkeit und nicht um Technik geht
Wer setzt um
die Websitebesitzer über eine eigene Website oder einen privaten beziehungsweise freigegebenen Kanal
Stolperfalle
Ein Ordner mit unterbrochener Vererbung ist schnell angelegt und danach unsichtbar. Zwei Jahre später prüft jemand die Rechte Ordner für Ordner.

Freigabe nach außen

Wer entscheidet
Informationssicherheit oder Datenschutz, je nach Organisation
Wer setzt um
die IT im SharePoint Admin Center, ergänzt um Vertraulichkeitsbezeichnungen auf Websiteebene
Stolperfalle
OneDrive wird getrennt von SharePoint geregelt. Wer nur die SharePoint-Seite anpasst, lässt die persönlichen Bereiche unverändert offen.

Betrieb und Nachweis

Wer entscheidet
die Websitebesitzer
Wer setzt um
die Websitebesitzer über Websiteberechtigungen und Zugriffsprüfung am einzelnen Element, die Administration über die Berichte zur Datenzugriffs-Governance im SharePoint Admin Center
Stolperfalle
Jede Website braucht mindestens zwei Besitzer, und Zugriffsanforderungen sollten an eine Gruppe gehen. Sonst steht die Verwaltung still, sobald eine Person ausscheidet.

Drei Quellen und zwei Folgen

  1. 01 Die Microsoft-365-Gruppe des Teams füllt Besitzer und Mitglieder der Website.
  2. 02 Die Gruppen der Website tragen zusätzlich die Besucher mit Leserechten.
  3. 03 Jeder Freigabelink bindet Personen direkt an eine Datei oder einen Ordner.
  4. 04 Unterbrochene Vererbung friert den Stand an dieser einen Stelle ein.
  5. 05 Nur die ersten beiden Quellen stehen in einer sichtbaren Liste.
Was du mitnimmst

Was du danach belastbar beantworten kannst

Berechtigungen bleiben beherrschbar, wenn sie an möglichst wenigen Stellen vergeben werden und alle Beteiligten wissen, welche Stelle das ist. Die folgenden Punkte sorgen dafür, dass eine Zugriffsfrage nicht in Handarbeit endet.

Eine führende Quelle

Du vergibst den Zugriff auf Teamwebsites über die Mitgliedschaft im Team und trägst niemanden zusätzlich direkt in eine SharePoint-Gruppe ein.

Bearbeiten gegen Mitwirken

Du weißt, dass Bearbeiten auch das Anlegen und Löschen von Listen und Bibliotheken einschließt, und setzt für die reine Dokumentpflege die Stufe Mitwirken.

Vererbung intakt lassen

Statt die Vererbung an einem Ordner zu unterbrechen, legst du eine eigene Website an oder nutzt einen privaten beziehungsweise freigegebenen Kanal.

Standardlinktyp festlegen

Du stellst im SharePoint Admin Center den voreingestellten Linktyp eng ein und ergänzt ihn um ein Ablaufdatum und eine Standardberechtigung für Links an Externe.

Gruppen statt einzelner Personen

Du trägst Sicherheitsgruppen aus Microsoft Entra ID in die SharePoint-Gruppen ein, damit der Zugriff dem Personalprozess folgt und nicht der Erinnerung.

Regelmäßig nachsehen

Du prüfst Websitezugriff, erweiterte Berechtigungseinstellungen und die Zugriffsprüfung an einzelnen Dateien und denkst dabei an die Websites privater und freigegebener Kanäle.

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Die drei Quellen von Zugriff

Bei einer Teamwebsite hängen die Rechte an der Microsoft-365-Gruppe: Wer die Gruppe besitzt, landet bei den Websitebesitzern mit Vollzugriff, wer Mitglied ist, bei den Websitemitgliedern mit der Stufe Bearbeiten. Daneben gibt es die Websitebesucher mit Leserechten, die nicht automatisch befüllt werden. Nimmst du jemanden ins Team auf, ändern sich die Websiterechte mit. Umgekehrt gilt das nicht: Trägst du jemanden direkt in eine SharePoint-Gruppe ein, ist diese Person deshalb noch lange nicht Mitglied des Teams.

Die dritte Quelle ist die unauffälligste. Jeder Freigabelink auf eine einzelne Datei oder einen Ordner bindet die betreffenden Personen direkt an dieses Element, technisch über eigene Systemgruppen, die in der normalen Ansicht nicht auftauchen. Genau daher stammen die Fälle, in denen jemand eine Datei öffnen kann, obwohl sein Name in keiner sichtbaren Gruppe steht.

Berechtigungsstufen und was Bearbeiten wirklich erlaubt

SharePoint bringt mehrere Stufen mit, darunter Vollzugriff, Entwerfen, Bearbeiten, Mitwirken, Lesen und Anzeigen. Der wichtigste Unterschied im Alltag liegt zwischen Bearbeiten und Mitwirken: Bearbeiten schließt das Anlegen und Löschen von Listen und Bibliotheken ein, Mitwirken beschränkt sich auf Inhalte. Wer nur Dokumente pflegen soll, braucht also Mitwirken, nicht Bearbeiten. Die Standardgruppe der Websitemitglieder ist aber auf Bearbeiten gesetzt, was in vielen Umgebungen unbemerkt bleibt.

Brauchst du eine abweichende Stufe, kopier eine bestehende und pass die Kopie an, statt eine der eingebauten Stufen zu verändern. Und stell dich darauf ein, dass Berechtigungsstufen nicht verhindern, dass Inhalte das Haus verlassen. Wer steuern will, was nach dem Öffnen mit einem Dokument geschieht, ist bei den Vertraulichkeitsbezeichnungen in Microsoft Purview richtig und nicht bei den Websiteberechtigungen.

Vererbung: warum das Unterbrechen auf Ordnerebene teuer wird

Rechte fließen von der Website über die Bibliothek und den Ordner bis zum einzelnen Element. Unterbrichst du die Vererbung, wird der aktuelle Stand einmalig kopiert, und ab diesem Moment wirken Änderungen weiter oben an dieser Stelle nicht mehr. Wer danach jemanden aus der Websitegruppe entfernt, hat den Zugriff auf den abgekoppelten Ordner nicht entfernt.

Das Problem ist weniger der einzelne Fall als die Summe. Nach zwei Jahren weiß niemand mehr, welche Ordner abweichen, und die Prüfung wird zur Handarbeit, Ordner für Ordner. Dazu kommt, dass viele Einzelberechtigungen die Anzeige von Ansichten und Berichten spürbar bremsen, weshalb Microsoft ausdrücklich empfiehlt, die Zahl der Stellen mit eigenen Berechtigungen klein zu halten.

Die bessere Antwort auf den Wunsch nach einem abgeschotteten Bereich ist fast immer eine eigene Website. Innerhalb von Microsoft Teams erreichst du dasselbe über einen privaten oder freigegebenen Kanal, denn beide erzeugen eine separate Website mit eigenen Berechtigungen. Das ist sauberer als ein Ordner mit unterbrochener Vererbung und für die Beteiligten sogar sichtbarer.

Freigabelinks organisationsweit steuern

Im SharePoint Admin Center legst du unter den Freigaberichtlinien die äußere Grenze fest. Einzelne Websites können anschließend restriktiver eingestellt werden, aber niemals weiter als die organisationsweite Vorgabe. OneDrive wird dabei getrennt geregelt, was leicht übersehen wird, wenn nur die SharePoint-Seite angepasst wurde.

Der wirksamste einzelne Schalter ist der Standardlinktyp. Steht er auf einer offenen Variante, entstehen im Alltag laufend Links, die weiter reichen als beabsichtigt, weil niemand die Voreinstellung ändert. Setz ihn auf "Personen in der Organisation" oder auf "Personen mit vorhandenem Zugriff", ergänzt um ein Ablaufdatum und eine Standardberechtigung für Links an Externe. Für den Überblick zeigen die Berichte zur Datenzugriffs-Governance im Admin Center, welche Websites besonders viele weitreichende Freigaben tragen, und das ist ein guter Anfang für eine Aufräumaktion.

Betrieb: was du regelmäßig prüfst

Jede Website braucht mindestens zwei Besitzer, sonst steht die Verwaltung still, sobald eine Person das Unternehmen verlässt. Trag in SharePoint-Gruppen möglichst Sicherheitsgruppen aus Microsoft Entra ID ein statt einzelner Personen, dann folgt der Zugriff automatisch dem Personalprozess. Und aktivier die Zugriffsanforderungen so, dass sie an eine Gruppe gehen und nicht an eine einzelne Person.

Für die Bestandsaufnahme nutzt du auf Websiteebene die erweiterten Berechtigungseinstellungen und die Übersicht über den Websitezugriff, auf Dateiebene die Prüfung des Zugriffs im Kontextmenü. Alle drei zeigen auch die Freigabelinks. Denk bei der Prüfung an die Websites, die zu privaten und freigegebenen Kanälen gehören, denn die tauchen in Übersichten leicht unter, tragen aber eigene Berechtigungen.

Leg zuletzt fest, wer überhaupt Websites anlegen darf und nach welchem Muster sie benannt werden. Vertraulichkeitsbezeichnungen auf Websiteebene sind das passende Werkzeug, um die externe Freigabe und den Zugriff von nicht verwalteten Geräten nach Schutzbedarf zu steuern, statt jede Website einzeln zu konfigurieren.

Dazu passende Kurse

Wie sich ein gewachsenes Rechtekonzept ohne Ausfall zurückbauen lässt, ist genau die Art Fragestellung, für die es Administrationskurse zu SharePoint und Berechtigungen gibt.

Weil private und freigegebene Kanäle eigene Websites erzeugen, gehört die Teamverwaltung mit dazu, und dafür sind die Kurse zur Verwaltung von Microsoft Teams der richtige Einstieg.

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Häufige Fragen

Warum hat jemand Zugriff, obwohl er in keiner Gruppe steht?
Fast immer wegen eines Freigabelinks auf eine einzelne Datei oder einen Ordner. Solche Links erzeugen eine eigenständige Berechtigung am Element und sind in den Gruppenlisten der Website nicht sichtbar. Sichtbar werden sie über die Zugriffsprüfung am jeweiligen Element oder über die Berichte im Admin Center.
Soll ich Berechtigungen lieber in Microsoft Teams oder in SharePoint vergeben?
Bei einer Teamwebsite in Teams, also über die Mitgliedschaft im Team. Dann bleibt eine Quelle führend, und niemand muss zwei Listen abgleichen. Direkt in SharePoint arbeitest du bei Websites ohne Team, etwa Kommunikationswebsites, und bei Leserechten, für die es in Teams keine Entsprechung gibt.
Wann ist eine eigene Website besser als ein Ordner mit eigenen Rechten?
Sobald der abweichende Bereich dauerhaft besteht oder mehr als eine Handvoll Dateien umfasst. Ein Ordner mit unterbrochener Vererbung ist schnell angelegt und danach unsichtbar, eine eigene Website ist für alle Beteiligten erkennbar und lässt sich sauber übergeben, archivieren und auswerten.
Was passiert mit den Rechten, wenn eine Datei verschoben wird?
Am Zielort gelten die Berechtigungen der neuen Bibliothek. Einzelberechtigungen, die an der Datei hingen, überstehen den Umzug nicht, und Links, die vorher verschickt wurden, funktionieren danach nicht mehr. Kündige größere Umzüge deshalb an, statt sie stillschweigend durchzuführen.
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