Struktur statt Ordnerbaum

Eine SharePoint-Ablage, die auch in zwei Jahren noch trägt

Eine Ablage trägt erst, wenn die Ebenen flach bleiben, jede Dokumentart ihre eigene Bibliothek bekommt und Merkmale als Spalten stehen statt als immer neue Unterordner.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Der alte Ordnerbaum zieht mit um und wird dort nicht besser

Beim Umzug vom Netzlaufwerk nach SharePoint ist die naheliegende Entscheidung, die gewachsene Struktur eins zu eins zu kopieren. Sie ist bekannt, und niemand muss etwas Neues lernen. Damit nimmst du aber jede Doppelablage mit, jeden Zwischenstand und jeden Ordner, den vor Jahren jemand für eine einmalige Sache angelegt hat.

Der eigentliche Verlust ist ein anderer. Eine kopierte Ordnerkette nutzt nichts von dem, was die Plattform besser kann. Jahr, Kunde und Dokumentart bleiben Ordner statt Spalten, und damit bleibt jede Frage, die quer zur Ordnerlogik steht, Handarbeit. Alle Angebote eines Kunden über drei Jahre einzusammeln, kostet dann einen Nachmittag.

Dazu kommen die Nebenwirkungen tiefer Bäume. Die vollständige Pfadlänge einer Datei ist begrenzt, und lange Namen in verschachtelten Ordnern führen genau dann zu Fehlern, wenn jemand die Bibliothek synchronisiert. Und je tiefer die Struktur, desto häufiger legt jemand eine Datei eine Ebene daneben ab, weil der richtige Ordner drei Klicks entfernt war.

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Symptom, Ursache, Lösung

Symptom, Ursache, Lösung

Symptom

Jemand fragt nach allen Angeboten eines Kunden aus drei Jahren, und du klickst dich durch zwölf Ordner.

Ursache

Kunde und Jahr sind Ordnerebenen statt Spalten. Ein Ordner beantwortet immer nur die eine Frage, für die er gebaut wurde.

Lösung

Leg für Kunde, Jahr und Dokumentart Spalten mit festem Typ an und gruppiere die Ansicht danach. Die Ordner darüber kannst du anschließend schrittweise auflösen.

Symptom

Beim Synchronisieren bleiben einzelne Dateien mit einer Fehlermeldung hängen.

Ursache

Entweder enthalten die Namen unzulässige Zeichen wie Doppelpunkt, Fragezeichen oder senkrechten Strich, oder der vollständige Pfad ist durch tiefe Ordnerketten zu lang geworden.

Lösung

Kürz Ordner- und Dateinamen, hol die betroffenen Dateien eine Ebene höher und ersetz die entfallene Ebene durch eine Spalte in der Ansicht.

Symptom

In der Bibliothek stehen mehrere Dateien mit Namen wie "Konzept_final_v3_neu".

Ursache

Der Bearbeitungsstand wird im Dateinamen geführt, weil niemand weiß, dass der Versionsverlauf ohnehin mitläuft.

Lösung

Einigt euch auf eine gültige Datei je Vorgang, zeigt einmal gemeinsam den Versionsverlauf und benennt die Datei ohne Versionskennzeichen.

Symptom

Wochen nach dem Umzug arbeiten einige weiter auf dem alten Laufwerk.

Ursache

Der alte Speicherort ist noch beschreibbar. Solange beide Orte offen sind, entscheidet die Gewohnheit und nicht die Absprache.

Lösung

Setz einen Stichtag, stell den alten Ort danach schreibgeschützt und lass dort einen Hinweis auf den neuen Ort stehen, statt den Ordner sofort zu entfernen.

Symptom

Ein halbes Jahr nach dem Aufräumen ist wieder ein Baum gewachsen, den niemand beschlossen hat.

Ursache

Es gibt keine zuständige Person für die Website und keine schriftliche Regel, wo eine neue Dokumentart hingehört.

Lösung

Benenne je Website eine verantwortliche Person und stell drei Absätze zu Bibliotheken, Benennung und Archiv auf die Startseite, nicht in ein PDF in einem Unterordner.

Sechs Schritte vom Laufwerk in die neue Bibliothek

  1. 01 Zuerst wird ausgesortiert, was seit Jahren niemand geöffnet hat.
  2. 02 Die Fachabteilung nennt die Dokumentarten und wonach tatsächlich gesucht wird.
  3. 03 Daraus entstehen die Bibliotheken, nicht aus dem alten Ordnerbaum.
  4. 04 Jahr, Kunde und Dokumentart werden zu Spalten mit festem Typ.
  5. 05 Ein Bereich zieht als Pilot um und liefert die Reibungspunkte.
  6. 06 Am Stichtag wird der alte Ort schreibgeschützt, sonst pflegt das Team beide.
Was du mitnimmst

Was du danach entscheiden kannst, ohne zu raten

Eine tragfähige Ablage entsteht aus vier Entscheidungen: wo die Grenze zwischen Websites verläuft, welche Bibliotheken es gibt, welche Merkmale Spalten werden und wie Dateien heißen. Alles danach ist Betrieb.

Vier Ebenen einhalten

Du bleibst bei Website, Bibliothek, wenigen Ordnern und Datei. Braucht ein Bereich einen anderen Personenkreis, wird daraus eine eigene Website und kein Ordner mit abweichenden Rechten.

Bibliotheken nach Dokumentart

Du bündelst in einer Bibliothek, was dieselben Spalten und dieselbe Aufbewahrung braucht, also etwa Angebote, Protokolle oder Verträge.

Merkmale als Spalten

Du legst Jahr, Kunde, Status und Dokumentart als Spalten mit festem Typ an und filterst darüber, statt für jedes Merkmal eine weitere Ordnerebene zu bauen.

Ansichten je Rolle

Du bestimmst eine sinnvolle Standardansicht und ergänzt weitere für einzelne Rollen, damit nicht für jede Sicht ein neuer Ordner entsteht.

Namen, die sortieren

Du stellst Datumsangaben im Format JJJJ-MM-TT voran, lässt Versionskennzeichen weg und meidest die Zeichen, die in SharePoint nicht zulässig sind.

Migration mit Stichtag

Du sortierst vor dem Umzug aus, startest mit einem Bereich als Pilot und stellst den alten Speicherort schreibgeschützt, sobald der Umzug läuft.

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Vier Ebenen, mehr solltest du nicht brauchen

Die Kette lautet Website, Bibliothek, wenige Ordner, Datei. Eine Website steht für einen Bereich mit einem einheitlichen Personenkreis, also eine Abteilung, ein größeres Projekt oder einen Prozess. Eine Bibliothek bündelt alles, was dieselben Spalten und dieselbe Aufbewahrung braucht, etwa Angebote, Protokolle oder Verträge.

Sobald ein Bereich einen anderen Personenkreis hat als die übrige Website, ist die Antwort eine eigene Website und kein Ordner mit abweichenden Rechten. Das klingt nach mehr Aufwand, erspart aber genau die Diskussionen, die sonst zwei Jahre später anfangen, wenn niemand mehr weiß, welcher Ordner eigene Berechtigungen trägt. Getrennte Bibliotheken innerhalb einer Website sind der zweite Hebel, weil sich damit unterschiedliche Spalten und Ansichten führen lassen, ohne die Struktur zu verschachteln.

Metadaten statt Ordnerketten

Die typische Laufwerksstruktur legt Jahr, Quartal, Kunde und Dokumentart als Ordner übereinander. In SharePoint machst du daraus vier Spalten und filterst oder gruppierst die Ansicht danach. Der Unterschied wird spürbar, sobald jemand eine Frage stellt, die quer zur Ordnerlogik steht, also etwa alle Angebote eines Kunden über mehrere Jahre. Im Ordnerbaum ist das Handarbeit, in einer Ansicht ein Klick.

Damit das funktioniert, brauchen die Spalten feste Typen: eine Auswahlspalte für die Dokumentart, eine Personenspalte für die Zuständigkeit, eine Datumsspalte für das Vorgangsdatum. In ein Freitextfeld schreibt dagegen jede Person das hinein, was ihr gerade einfällt. Leg anschließend eine sinnvolle Ansicht als Standard fest, damit alle beim Öffnen dasselbe sehen, und ergänze weitere Ansichten für einzelne Rollen, statt für jede Sicht einen neuen Ordner zu bauen.

Namen, die auch in zwei Jahren funktionieren

Schreib Datumsangaben im Format JJJJ-MM-TT an den Anfang des Dateinamens, dann stimmt die alphabetische Sortierung automatisch mit der zeitlichen überein. Verzichte auf Versionskennzeichen im Namen, dafür gibt es den Versionsverlauf, der ohnehin mitläuft. Dateien namens "Konzept_final_v3_neu" sind ein Symptom, kein Ordnungssystem.

In Datei- und Ordnernamen sind mehrere Zeichen nicht zulässig, darunter Anführungszeichen, Doppelpunkt, Fragezeichen, Sternchen, Schrägstriche und der senkrechte Strich. Halte Namen außerdem kurz: Die vollständige Pfadlänge einer Datei ist begrenzt, und tief verschachtelte Ordner mit langen Namen führen genau dann zu Fehlern, wenn jemand die Bibliothek synchronisiert. Vermeide zuletzt Personennamen als Ordnernamen, denn die Zuständigkeit wechselt, der Ordner bleibt.

Vom Laufwerk nach SharePoint: erst aussortieren, dann umziehen

Bevor irgendetwas kopiert wird, siehst du den Bestand durch. Was seit Jahren niemand geöffnet hat, kommt in ein Archiv und nicht in die neue Struktur. Doppelte Dateien, Zwischenstände und private Ablagen einzelner Personen fliegen raus. Diese Arbeit lässt sich nicht an das Werkzeug delegieren, sie entscheidet aber darüber, ob die neue Ablage besser wird als die alte.

Leite die neue Struktur aus den Vorgängen ab, nicht aus dem alten Baum. Frag die Fachabteilung, welche Dokumentarten es gibt und wonach gesucht wird, und bau die Bibliotheken danach. Starte mit einem Bereich als Pilot, sammle nach ein paar Wochen die Reibungspunkte ein und nimm erst dann den nächsten Bereich dazu. Wichtig zum Schluss: Stell den alten Speicherort schreibgeschützt. Solange beide Orte beschreibbar sind, pflegt das Team beide, und die Migration ist gescheitert, bevor sie fertig ist.

Damit die Struktur nicht wieder zerfällt

Schreib die Ablageregeln auf eine Seite und stell sie auf die Startseite der Website, nicht in ein PDF in einem Unterordner. Drei Absätze reichen: Was gehört in welche Bibliothek, wie werden Dateien benannt, wann wird etwas archiviert. Ergänze auf der Startseite Verweise auf die Dokumente, die täglich gebraucht werden, dann startet die Suche gar nicht erst im Ordnerbaum.

Benenne außerdem eine Person je Website, die zuständig ist, wenn eine neue Dokumentart auftaucht oder jemand einen Ordner anlegen will. Ohne diese Rolle wächst nach spätestens einem halben Jahr wieder ein Baum, den niemand beschlossen hat. Und schau einmal im Halbjahr in die Bibliothek: Was seither niemand geöffnet hat, ist ein Kandidat fürs Archiv.

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Häufige Fragen

Wie viele Ordnerebenen sind zu viel?
Ab der dritten Ebene unterhalb der Bibliothek wird es unübersichtlich, und meist steckt dahinter eine Eigenschaft, die besser eine Spalte wäre. Frag bei jedem geplanten Unterordner, ob du ihn auch als Filterkriterium einer Ansicht abbilden könntest. Wenn ja, ist die Spalte die bessere Lösung.
Muss ich wirklich alle alten Dateien mitnehmen?
Nein, und du solltest es auch nicht. Trenn zwischen aktivem Bestand und Archiv. Das Archiv kann in einer eigenen Bibliothek liegen, die niemand täglich sieht, und was rechtlich aufbewahrt werden muss, gehört ohnehin dorthin und nicht in die Arbeitsablage.
Ordner oder Metadaten, was ist besser?
Metadaten sind flexibler, weil eine Datei mehrere Merkmale gleichzeitig tragen kann und in mehreren Ansichten auftaucht. Ordner bleiben sinnvoll, wenn eine Gruppe von Dateien als Einheit behandelt wird, etwa ein abgeschlossener Vorgang. Die Mischung aus wenigen Ordnern und guten Spalten funktioniert im Alltag am besten.
Kann ich eine Bibliothek später umbauen?
Spalten und Ansichten lassen sich jederzeit ergänzen, das ist unkritisch. Vorsichtiger solltest du bei Adressen sein: Wird eine Website oder Bibliothek umbenannt oder verschoben, brechen bestehende Links darauf. Plan die Bezeichnungen deshalb einmal sorgfältig, statt sie später zu korrigieren.
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