Fehlersuche im Funknetz

Warum das Firmen-WLAN immer wieder abreißt

Sticky Clients, Gleichkanalstörung, 802.11r mit alten Treibern oder ein langsamer RADIUS-Server: wie du das Muster liest und die Ursache belegst.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Seit 1997 am Markt Kleine Gruppen Präsenz und Live-Online Zertifizierte Trainer

Kurz gesagt

Verbindungsabbrüche im Firmen-WLAN haben fast immer eine von vier Ursachen. Clients hängen zu lange an einem fernen Access Point, Funkzellen stören sich auf demselben Kanal, ein Treiber verträgt eine Roaming-Funktion nicht, oder die Anmeldung beim RADIUS-Server dauert beim Zellwechsel zu lange. Welche es ist, verrät das Muster: Betrifft es ein Gerätemodell, eine Zone oder alle? Passiert es beim Gehen, in vollen Räumen oder zu festen Zeiten? Mit dieser Einordnung, dem Debug-Log des Controllers und einem Funkmitschnitt lässt sich die Ursache meist in einem Tag eingrenzen.

Stand dieser Seite: 25.10.2026

01 Worum es geht

Jeder meldet etwas anderes, und alle meinen dasselbe Netz

Die Meldungen klingen ähnlich und haben verschiedene Ursachen. Das Telefonat bricht auf dem Weg zur Kantine ab. Das Notebook verliert im Konferenzraum die Verbindung, sobald alle drin sitzen. Der Handscanner im Lager meldet sich alle paar Minuten neu an. Ein einzelnes Notebook-Modell fällt nach dem letzten Treiber-Update ständig aus dem Netz.

Wer dann an der falschen Stelle dreht, macht es schlimmer. Mehr Sendeleistung verlängert die Zeit, die ein Client an einem fernen Access Point klebt. Fast Roaming für alle einzuschalten kann ältere Geräte ganz aussperren. Eine breitere Kanalbreite für mehr Durchsatz verdoppelt die Zahl der Zellen, die sich gegenseitig stören.

Dazu kommt, dass die Ursache selten an einer Stelle allein liegt. Der Client entscheidet, wann er wechselt. Der Access Point bestimmt, wie weit seine Zelle reicht. Der Controller und der RADIUS-Server bestimmen, wie lange die Anmeldung an der neuen Zelle dauert. Eine Fehlersuche, die nur eine dieser Stellen betrachtet, findet die Ursache oft nicht.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

02 Symptom, Ursache, Lösung

Neun Fehlerbilder mit Ursache und Abhilfe

Die Tabelle ordnet die häufigsten Meldungen der wahrscheinlichsten Ursache zu. Sie ersetzt nicht die Messung, aber sie sagt dir, wo du zuerst nachsehen solltest.

Symptom

Nur ein Gerätemodell verliert die Verbindung, andere am selben Ort nicht.

Ursache

Treiber oder Firmware, aggressive Energiesparfunktionen oder ein Treiber, der Fast Transition oder Protected Management Frames falsch umsetzt.

Lösung

Treiber- und Firmwarestand der betroffenen Geräte vergleichen, Energiesparmodus des WLAN-Adapters testweise abschalten und das Gerät an einer Test-SSID ohne 802.11r prüfen.

Symptom

Beim Gehen durchs Gebäude bricht die Verbindung ab oder wird minutenlang langsam, danach läuft es wieder.

Ursache

Sticky Client: Das Gerät bleibt an einem fernen Access Point, weil dessen Signal durch hohe Sendeleistung lange gut aussieht und niedrige Datenraten erlaubt sind.

Lösung

Höchstleistung der Access Points begrenzen, die niedrigsten Datenraten abschalten und 802.11k und 802.11v anbieten, damit der Client früher und gezielter wechselt.

Symptom

Im vollen Besprechungsraum fallen Notebooks aus dem Netz oder werden extrem langsam.

Ursache

Zu viele Clients in einer Zelle, zu breite Kanäle und Gleichkanalstörung durch Nachbarzellen, die dieselbe Sendezeit teilen.

Lösung

Kanalbreite auf 20 oder 40 MHz senken, 6 GHz für fähige Clients anbieten, 2,4-GHz-Radios in der Umgebung reduzieren und mehr Access Points mit kleineren Zellen einsetzen, statt die Leistung zu erhöhen.

Symptom

Alle Clients einer Zone verlieren gleichzeitig für etwa eine Minute die Verbindung, mehrmals am Tag.

Ursache

Der Access Point hat auf einem DFS-Kanal ein Radarsignal erkannt, musste den Kanal räumen und prüft den neuen Kanal vor der Nutzung.

Lösung

Im Controller die Kanalwechsel mit Grund prüfen und betroffene DFS-Kanäle aus der automatischen Kanalwahl dieser Zone nehmen.

Symptom

Daten laufen nach dem Zellwechsel weiter, aber Telefonate haben Aussetzer oder brechen ab.

Ursache

Bei jedem Wechsel läuft eine vollständige 802.1X-Anmeldung zum RADIUS-Server. Liegt dieser weit entfernt oder ist ausgelastet, dauert der Wechsel zu lange für Sprache.

Lösung

802.11r oder PMK-Caching aktivieren, Antwortzeiten des RADIUS-Servers messen und einen Server nahe am Controller einsetzen.

Symptom

Nach dem Einschalten von 802.11r verbinden sich einzelne ältere Geräte gar nicht mehr.

Ursache

Der Treiber kommt mit dem zusätzlichen Fast-Transition-Eintrag im RSN-Element nicht zurecht und verwirft die SSID.

Lösung

Für diese Geräte eine eigene SSID ohne 802.11r anbieten oder beim Catalyst 9800 die adaptive Fast Transition prüfen, die FT nur für geeignete Clients ausspielt.

Symptom

Die Verbindung bricht in festen Abständen ab, etwa alle acht Stunden oder morgens nach der Pause.

Ursache

Session-Timeout oder Reauthentifizierung der WLAN-Konfiguration, kurze DHCP-Leases oder ein Client, der im Ruhezustand die Verbindung abbaut.

Lösung

Session-Timeout, Reauthentifizierungsintervall und DHCP-Lease-Zeit vergleichen und im Controller-Log den Grund für das Löschen des Clients nachlesen.

Symptom

Nach dem Wechsel ist der Client verbunden, aber ohne Netzwerkzugriff.

Ursache

Die Zielzelle hängt an einem anderen Controller oder VLAN, der Client behält seine alte IP-Adresse, und der Datenverkehr erreicht ihn nicht.

Lösung

VLAN-Zuordnung der SSID auf allen Access Points und Controllern vergleichen, Mobility-Gruppe und Tunnel zwischen Controllern prüfen.

Symptom

Alle Clients am Standort fallen gleichzeitig heraus und verbinden sich nach Minuten wieder.

Ursache

RADIUS-Server nicht erreichbar, Uplink des Controllers gestört oder ein Neustart von Controller oder Switch.

Lösung

Erreichbarkeit und Status der RADIUS-Server am Controller prüfen, Uplink-Fehlerzähler und Systemlog des Controllers für den Zeitraum lesen.

03 Was du mitnimmst

Wie du die Ursache eingrenzt

Die Fehlersuche folgt einer festen Reihenfolge: erst das Muster, dann die Messung, dann die Änderung, und zwar immer nur eine zur gleichen Zeit.

Vom Symptom zur Ursache

  1. 01 Ein Gerät, eine Zone oder alle?
  2. 02 Beim Gehen, im Meeting, zur festen Zeit?
  3. 03 Client-Log und Controller-Trace
  4. 04 Funkmitschnitt mit Reason Code
  5. 05 Eine Änderung, dann neu messen

Das Muster festhalten

Du sammelst für jede Meldung Gerätemodell, Treiberversion, Ort, Uhrzeit und Tätigkeit. Daraus ergibt sich, ob ein Gerät, eine Zone oder das ganze Netz betroffen ist, und ob Bewegung, Dichte oder Zeit der Auslöser ist.

Den Client sprechen lassen

Du liest auf dem Gerät nach, mit welchem Access Point, auf welchem Kanal und mit welchem Pegel es verbunden war und warum es die Verbindung beendet hat. Windows, macOS und Linux liefern das mit Bordmitteln.

Den Controller mitschreiben lassen

Du startest auf dem Catalyst 9800 eine Radioactive Trace für die MAC-Adresse des Clients und siehst jeden Schritt von Assoziation, Authentifizierung, Schlüsselaustausch und Roaming mit Zeitstempel.

Die Luft mitschneiden

Du zeichnest mit einem zweiten Gerät im Monitor-Modus die Funkrahmen auf und liest Deauthentication-Rahmen, Reason Codes und die Dauer des Wechsels direkt ab.

Gezielt eine Einstellung ändern

Du änderst Sendeleistung, Datenraten, Kanalbreite oder Roaming-Funktionen in einer Test-SSID oder einer Zone und misst danach dasselbe Szenario erneut.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Symptome sortieren: ein Gerät, eine Zone oder alle

Bevor du ein Werkzeug startest, sortiere die Meldungen nach Reichweite. Betrifft es nur ein Gerätemodell, liegt die Ursache meist beim Client: Treiber, Firmware oder Energiesparfunktionen. Betrifft es alle Geräte in einer Zone, liegt sie in der Funkplanung oder bei einer Störquelle dort. Betrifft es alle am Standort zur gleichen Zeit, liegt sie selten in der Luft, sondern bei Controller, RADIUS-Server, DHCP oder Uplink.

Die zweite Achse ist der Auslöser. Abbrüche beim Gehen deuten auf Roaming. Abbrüche in vollen Räumen deuten auf Dichte und Kanalbreite. Abbrüche zu festen Zeiten deuten auf Timer, Radar auf DFS-Kanälen oder eine Störquelle mit Tagesrhythmus wie eine Mikrowelle im 2,4-GHz-Band. Lass dir deshalb von den Nutzern Uhrzeit, Ort und Tätigkeit nennen, nicht nur ein „geht nicht“.

  • Gerätemodell, Betriebssystem, WLAN-Adapter und Treiberversion

  • Ort mit Raumnummer oder Planposition und Uhrzeit auf die Minute

  • Tätigkeit im Moment des Abbruchs: Gehen, Telefonat, Besprechung, Rückkehr aus dem Ruhezustand

  • Anzahl der betroffenen Personen und ob deren Geräte gleich sind

  • Dauer des Abbruchs und ob er sich von selbst behebt

Sticky Clients und zu hohe Sendeleistung

Im WLAN entscheidet der Client, wann er die Zelle wechselt. Viele Geräte suchen erst nach einem neuen Access Point, wenn das Signal des alten deutlich nachlässt. Sendet der Access Point mit hoher Leistung, sieht der Client ihn noch in großer Entfernung als brauchbar an. Der Access Point hört den Client dort aber schlecht, weil ein Smartphone mit deutlich weniger Leistung sendet. Die Verbindung wird einseitig, die Datenrate fällt, Rahmen werden wiederholt, und irgendwann reißt sie ab.

Zwei Stellschrauben verkleinern die Zelle auf das Maß, in dem beide Richtungen funktionieren. Die erste ist eine Obergrenze für die automatische Leistungsregelung. Die zweite ist das Abschalten der niedrigsten Datenraten. Ein Client, der 6 und 9 Mbit/s nicht mehr verwenden darf, muss früher wechseln, statt am Rand der Zelle festzuhalten. Ändere beides zuerst in einem RF-Profil für eine Zone und vergleiche die Roaming-Zeiten vorher und nachher.

Der Catalyst 9800 bietet zusätzlich Optimized Roaming, das Clients unterhalb eines Pegels oder einer Datenrate aktiv trennt. Cisco weist selbst darauf hin, dass das nicht für jedes Netz passt und eine gute Überlappung der Zellen voraussetzt. Ohne diese Überlappung schickt es Clients in eine Lücke.

Gleichkanalstörung und Kanalbreite

Zwei Access Points auf demselben Kanal, die sich gegenseitig hören, teilen sich die Sendezeit wie eine einzige Zelle. Mit 80 MHz stehen im deutschen 5-GHz-Band nur vier Kanäle zur Verfügung, mit 40 MHz neun, mit 20 MHz neunzehn. In einem Gebäude mit vielen Access Points führen breite Kanäle deshalb fast zwangsläufig zu Gleichkanalstörung, und jeder zusätzliche Access Point verschlechtert die Lage, statt sie zu verbessern.

Im 2,4-GHz-Band ist das Problem noch ausgeprägter. Es gibt nur die Kanäle 1, 6 und 11, die Zellen sind größer als bei 5 GHz, und fremde Netze aus der Nachbarschaft belegen dieselben Kanäle. Ein Teil der 2,4-GHz-Radios gehört deshalb abgeschaltet oder in den Monitor-Modus, wenn die Access Points für 5 GHz dicht gesetzt sind.

Auf DFS-Kanälen kommt ein zweiter Effekt hinzu. Erkennt ein Access Point ein Radarsignal, muss er den Kanal verlassen, und alle Clients verlieren kurz die Verbindung. Häufen sich solche Ereignisse in einer Zone, etwa in der Nähe eines Flughafens oder einer Wetterradaranlage, nimmst du die betroffenen Kanäle dort aus der automatischen Kanalwahl.

Roaming-Standards 802.11r, 802.11k und 802.11v und ihre Tücken

Die drei Erweiterungen stammen aus den Jahren 2008 bis 2011 und sind heute Teil des Grundstandards IEEE 802.11. 802.11k liefert dem Client auf Anfrage eine Nachbarliste mit Access Points, die für ihn in Frage kommen, damit er nicht alle Kanäle absuchen muss. 802.11v erlaubt dem Netz, einem Client einen Wechsel zu empfehlen, bis hin zur Ankündigung, dass er getrennt wird. 802.11r, Fast Transition, berechnet die Schlüssel für die neue Zelle schon vor dem Wechsel, sodass keine vollständige Anmeldung nötig ist.

Cisco zeigt in einer Analyse für den Catalyst 9800 den Unterschied: Mit 802.11r findet der Controller beim Wechsel den passenden Schlüssel, ohne 802.11r folgt eine vollständige EAP-Anmeldung mit anschließendem Vier-Wege-Handshake. Eine Empfehlung nach 802.11v bleibt dagegen nur eine Empfehlung, und der Client darf sie ignorieren.

Die Tücke liegt bei älteren Treibern. Eine SSID mit 802.11r kündigt im RSN-Element eine zusätzliche Schlüsselverwaltung an. Manche Geräte kommen damit nicht zurecht und verbinden sich gar nicht mehr. Der sichere Weg ist eine Test-SSID mit 802.11r, an der du alle Gerätetypen prüfst, bevor du die produktive SSID umstellst.

Catalyst 9800: WLAN mit 802.1X, Fast Transition, 802.11k und 802.11v (Test-SSID)
wlan CORP-FT-TEST 30 CORP-FT-TEST
 shutdown
 security wpa akm dot1x
 security wpa akm ft dot1x
 security ft
 no security ft over-the-ds
 security dot1x authentication-list ISE-AUTH
 assisted-roaming neighbor-list
 assisted-roaming dual-list
 bss-transition
 no shutdown
!
show wlan name CORP-FT-TEST

Authentifizierung beim Roaming: wenn der RADIUS-Server bremst

In einem WLAN mit 802.1X meldet sich der Client beim ersten Verbinden über EAP am RADIUS-Server an. Das dauert mehrere Hin- und Rückwege zwischen Client, Controller und Server, bei EAP-TLS zusätzlich mit Zertifikatsprüfung. Ohne 802.11r oder PMK-Caching wiederholt sich das bei jedem Zellwechsel. Für Daten fällt das kaum auf, für ein Telefonat ist es eine hörbare Lücke.

Liegt der RADIUS-Server in einem anderen Rechenzentrum, addiert sich die Laufzeit der WAN-Strecke zu jedem dieser Wege. Ist er ausgelastet oder fragt er selbst ein entferntes Verzeichnis ab, verlängert sich jede Anmeldung zusätzlich. Miss deshalb die Antwortzeiten auf dem Server und am Controller, bevor du an der Funkplanung drehst.

Ein abgelaufenes Server- oder Clientzertifikat zeigt sich nicht als Abbruch beim Roaming, sondern als Anmeldefehler bei allen betroffenen Geräten zugleich. Im Mitschnitt endet die Anmeldung dann mit dem Reason Code 23 für eine fehlgeschlagene 802.1X-Authentifizierung, und im Log des RADIUS-Servers steht die Ablehnung mit Grund.

Messen: Client-Logs, Controller-Trace und Funkmitschnitt

Auf dem Client beginnt die Messung mit Bordmitteln. Windows erzeugt mit netsh einen HTML-Bericht über Sitzungen und Trennungsgründe der letzten Tage. Unter Linux zeigt iw die aktuelle Verbindung und die Ereignisse mit Zeitstempel. Notiere BSSID, Kanal und Pegel unmittelbar vor dem Abbruch, das grenzt die betroffene Zelle ein.

Auf dem Catalyst 9800 ist die Radioactive Trace das wichtigste Werkzeug. Sie schreibt für eine MAC-Adresse alle Schritte über alle Prozesse mit, von der Assoziation bis zur Löschung des Clients. Über die Weboberfläche liegt sie unter Troubleshooting, in der Kommandozeile startest du sie mit debug wireless. Für ein Ticket beim Hersteller fasst das Debug Bundle die Ausgaben ausgewählter Befehle in einer Datei zusammen.

Was der Controller nicht sieht, zeigt der Funkmitschnitt: Rahmen, die der Access Point nie empfangen hat, Deauthentication-Rahmen von fremden Geräten und die tatsächliche Dauer eines Wechsels. Ein zweites Gerät im Monitor-Modus auf dem Kanal der betroffenen Zelle reicht dafür. Für Störquellen außerhalb von WLAN, etwa Funkkameras oder defekte Vorschaltgeräte, brauchst du eine Spektrumanalyse, bei Cisco über CleanAir in den Access Points.

CodeBedeutung nach IEEE 802.11Typischer Anlass im Firmennetz
1Unbestimmter GrundTreiber oder Access Point ohne genauere Angabe
3Station verlässt das NetzClient trennt bewusst, etwa beim Wechsel in den Ruhezustand
4InaktivitätIdle-Timeout des Access Points nach Funkstille
5Access Point kann keine weiteren Stationen bedienenZelle voll, Lastverteilung
8Station verlässt die ZelleRoaming zum nächsten Access Point
15Zeitüberschreitung im Vier-Wege-Handshakefalscher Schlüssel, PMF-Konflikt, Paketverlust beim Schlüsselaustausch
23802.1X-Authentifizierung fehlgeschlagenZertifikat abgelaufen, falsche Anmeldedaten, RADIUS lehnt ab
Client, Controller und Mitschnitt
# Windows: Bericht unter C:\ProgramData\Microsoft\Windows\WlanReport\
netsh wlan show wlanreport
netsh wlan show interfaces

# Linux: Verbindung und Ereignisse mit Zeitstempel
iw dev wlan0 link
iw event -t

! Catalyst 9800: Zustand und Löschgründe
show wireless client mac-address aaaa.bbbb.cccc detail
show wireless stats client delete reasons
! Radioactive Trace für 30 Minuten, Fehler nachstellen
debug wireless mac aaaa.bbbb.cccc monitor-time 1800
no debug wireless mac aaaa.bbbb.cccc
show logging profile wireless filter mac aaaa.bbbb.cccc to-file bootflash:ra-client.txt

# Wireshark-Anzeigefilter: Trennungen, Reassoziationen, EAPOL
wlan.fc.type_subtype == 0x000c || wlan.fc.type_subtype == 0x000a
wlan.fc.type_subtype == 0x0002 || wlan.fc.type_subtype == 0x0003
eapol

Prüfreihenfolge für die nächste Meldung

Die Reihenfolge spart Zeit, weil sie mit den Fragen beginnt, die sich ohne Werkzeug beantworten lassen, und erst danach in die Tiefe geht. Ändere bei jedem Schritt höchstens eine Einstellung und miss dasselbe Szenario erneut, sonst weißt du am Ende nicht, was geholfen hat.

  • Bestimme das Muster: Betrifft es ein Gerät, eine Zone oder alle, und ist der Auslöser Bewegung, Dichte oder Zeit?

  • Vergleiche Treiber und Firmware der betroffenen Geräte mit einer Version, die funktioniert.

  • Lies im Client-Log BSSID, Kanal und Pegel vor dem Abbruch ab.

  • Sieh am Controller nach, mit welchem Grund der Client gelöscht wurde und ob die Access Points im Zeitraum den Kanal gewechselt haben.

  • Starte eine Radioactive Trace für einen betroffenen Client und stelle den Fehler nach.

  • Schneide an der Stelle des Abbruchs im Funk mit und lies Reason Code und Dauer des Wechsels ab.

  • Ändere erst dann etwas, ob Leistung, Datenraten, Kanalbreite, Roaming-Funktionen oder RADIUS.

Dazu passende Kurse

Wer Catalyst-9800-Netze betreut, vertieft die Diagnose in Cisco-Workshops zu Controller-Betrieb und WLAN-Fehlersuche.

Die Grundlagen hinter Kanälen, Roaming und Rahmenanalyse vermitteln Netzwerktechnik-Kurse zu Funk, Roaming und Mitschnittanalyse.

Stimmen aus den Kursen

Was Teilnehmende über die Kurse in diesem Bereich sagen

Durch den 1 zu 1 Kurs konnten meine Fragen und Ziele optimal bearbeitet werden.
Hardware Grundkurs: Installieren und Konfigurieren
Hervorragender Referent, der kurzweilig und sehr strukturiert durch den Kurs geführt hat und keine Fragen offen gelassen hat.
TCP/IP Grundkurs
Vielen Dank, Seminar war informationsreich, verständlich, persönlich sehr angenehm.
Netzwerktechnik Grundkurs

05 Fragen

Häufige Fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Stell sie uns direkt, wir antworten dir persönlich.

Warum verbindet sich mein Notebook nicht mit dem näheren Access Point?
Weil der Client entscheidet, wann er wechselt, nicht das Netz. Solange das Signal des alten Access Points über der Schwelle des Treibers liegt, bleibt er dort. Hohe Sendeleistung und erlaubte niedrige Datenraten verstärken das. 802.11k und 802.11v helfen, indem sie Nachbarn nennen und einen Wechsel empfehlen, zwingen kann das Netz den Client damit nicht.
Sollte ich 802.11r grundsätzlich einschalten?
Für Netze mit Telefonie und 802.1X lohnt es sich, weil der Wechsel ohne vollständige Anmeldung beim RADIUS-Server auskommt. Teste es aber zuerst an einer eigenen SSID mit allen Gerätetypen. Ältere Treiber verbinden sich mit einer SSID, die Fast Transition ankündigt, teilweise gar nicht mehr.
Woran erkenne ich, dass Radar auf einem DFS-Kanal die Ursache ist?
Alle Clients einer Zelle verlieren gleichzeitig die Verbindung, und der Access Point taucht danach auf einem anderen Kanal auf. Im Controller-Log und in der Kanalhistorie des Access Points steht der Wechsel mit dem Grund Radar. Häuft sich das, nimmst du die betroffenen Kanäle in dieser Zone aus der automatischen Kanalwahl.
Was ist eine Radioactive Trace?
Eine bedingte Protokollierung auf dem Catalyst 9800, die für eine bestimmte MAC- oder IP-Adresse alle Schritte über alle beteiligten Prozesse mitschreibt. Du startest sie vor dem Nachstellen des Fehlers und erhältst danach eine Datei mit Assoziation, Authentifizierung, Schlüsselaustausch, Roaming und Löschgrund in zeitlicher Reihenfolge.
Hilft es, die Sendeleistung zu erhöhen?
Selten. Mehr Leistung vergrößert die Zelle in Senderichtung des Access Points, nicht in Richtung des Clients. Das Ergebnis sind Clients, die länger an einem fernen Access Point hängen, und mehr Gleichkanalstörung. Wenn ein Bereich wirklich zu schwach versorgt ist, löst das ein zusätzlicher oder versetzter Access Point besser.
Brauche ich für die Fehlersuche teure Messtechnik?
Für die meisten Fälle nicht. Client-Logs, die Radioactive Trace und ein Mitschnitt mit Wireshark auf einem Notebook mit Monitor-Modus reichen aus. Eine Spektrumanalyse brauchst du, wenn Störungen von Geräten kommen, die kein WLAN sprechen. Cisco-Access-Points mit CleanAir liefern dafür bereits Daten im Controller.
Persönlich für dich da

Deine Ansprechpartner

Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.

Yves Hoppe

Yves Hoppe

Weiterbildung & Beratung

Hilft dir, aus dem Netzwerktechnik-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.

Norbert Jansen

Norbert Jansen

Beratung & Inhouse

Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.