Ausfüllbares PDF-Formular bauen: Felder, Berechnungen und Rücklauf
Die Felder sind schnell gesetzt. Entschieden wird die Qualität eines Formulars an den Namen der Felder, an der Reihenfolge beim Durchtabben und an der Frage, was mit den Antworten passieren soll.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Das Formular funktioniert beim Bauen und versagt beim Ausfüllen
Der Test des Erstellers verläuft immer gleich und immer erfolgreich: Er klickt in die Felder, tippt etwas ein, sieht die Summe erscheinen und ist zufrieden. Der Test des Ausfüllenden verläuft anders. Der öffnet das Formular im Browser, weil das PDF als Anhang in einer Mail lag, tippt mit der Tabulatortaste durch, landet nach dem Vornamen unerwartet in der Postleitzahl, sieht keine Summe, weil die Berechnung im Browser nicht ausgeführt wird, und schickt am Ende ein leeres Dokument zurück.
Der zweite Bereich sind die Feldnamen. In einem PDF-Formular teilen sich zwei Felder mit demselben Namen zwangsläufig denselben Inhalt. Das ist ein sinnvolles Verhalten, wenn du eine Kundennummer auf fünf Seiten nur einmal abfragen willst, und es ist ein Ärgernis, wenn du zehnmal ein Feld kopiert hast und dich wunderst, warum alle Zeilen der Tabelle denselben Text zeigen. Genau dieser Fehler entsteht beim Kopieren fertiger Felder, also bei der Arbeitsweise, die am naheliegendsten ist.
Der dritte Bereich wird meistens ganz vergessen: der Rücklauf. Ein Formular ist kein Selbstzweck, es soll Antworten liefern. Ob die als ausgefüllte PDF-Dateien im Postfach ankommen, ob sie an eine Adresse im Netz gesendet werden oder ob am Ende jemand die Werte in eine Tabelle überträgt, entscheidet über den gesamten Aufbau. Wer diese Frage erst stellt, wenn das Formular fertig ist, baut regelmäßig zweimal.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Ein Feld von der Anlage bis zum Rücklauf
Jedes Formularfeld durchläuft dieselben sechs Stationen, egal ob es ein Textfeld, ein Kontrollkästchen oder eine Auswahlliste ist. Wer diese Kette einmal komplett gegangen ist, erkennt jede spätere Störung an der Station, an der sie entsteht.
Der Aufbau
Feld anlegen -> Name und QuickInfo vergeben -> Typ, Format und Pflichtangabe festlegen -> Berechnung oder Prüfung hinterlegen -> Reihenfolge beim Tabben ordnen -> Rücklauf festlegen - 01 Automatisch erkennen lassen und danach nachbessern
Feld anlegenAcrobat bringt ein Werkzeug zum Vorbereiten von Formularen mit, das ein vorhandenes Layout durchsucht und Felder dort vorschlägt, wo es Linien, Kästchen und Beschriftungen erkennt. Das spart bei einem sauber gestalteten Dokument den größten Teil der Arbeit. Verlassen darfst du dich nicht darauf: Die Erkennung übersieht Felder ohne Linie, erzeugt gelegentlich zwei Felder übereinander und rät bei den Namen. Die erste Aufgabe nach der Erkennung ist deshalb immer der Durchgang durch die Liste aller Felder.
- 02 Zwei verschiedene Dinge, die beide gebraucht werden
Name und QuickInfo vergebenDer Name ist die technische Kennung. Zwei Felder mit demselben Namen zeigen zwangsläufig denselben Inhalt, und beim Kopieren fertiger Felder passiert genau das aus Versehen. Bei einer Gruppe von Optionsfeldern ist derselbe Name dagegen die Voraussetzung dafür, dass sich die Auswahl gegenseitig ausschließt, unterschieden werden die Einträge dann über ihren jeweiligen Wert. Die QuickInfo ist etwas anderes: Sie ist die Beschriftung, die ein Screenreader vorliest, und sie muss dasselbe aussagen wie der sichtbare Text daneben. Eine Ausnahme gilt für Schaltflächen, deren Aufschrift ohnehin vorgelesen wird und die durch eine zusätzliche QuickInfo überschrieben würde.
- 03 Die Eingabe verengen, bevor du sie prüfst
Typ, Format und Pflichtangabe festlegenZur Auswahl stehen Textfelder, Kontrollkästchen, Optionsfelder, Auswahllisten mit und ohne freie Eingabe, Schaltflächen und Unterschriftsfelder. Der wirksamste Griff gegen falsche Eingaben ist nicht die nachträgliche Prüfung, sondern der passende Typ: Eine Liste mit fünf Vorgaben kann nichts Falsches enthalten, ein freies Textfeld schon. Dazu kommen Formatvorgaben für Zahlen, Datumsangaben und Prozentwerte sowie die Kennzeichnung als Pflichtfeld. Ein Kontrollkästchen für eine Zustimmung braucht in der QuickInfo den vollständigen Text, dem zugestimmt wird, nicht nur das Wort Zustimmung.
- 04 Erst die eingebauten Wege, dann Skript
Berechnung oder Prüfung hinterlegenSumme, Produkt, Durchschnitt, kleinster und größter Wert über eine Auswahl von Feldern lassen sich ohne Programmierung einrichten, ebenso ein zulässiger Zahlenbereich. Alles darüber hinaus, also Bedingungen, Staffelungen und Abhängigkeiten zwischen Feldern, verlangt ein Skript im Dokument. Das funktioniert, hat aber zwei Kosten: Die Pflege hängt an der Person, die es geschrieben hat, und die Ausführung hängt am Leseprogramm. Wenn eine Rechnung geschäftlich wichtig ist, darf sie nicht die einzige Stelle sein, an der gerechnet wird.
- 05 Die Prüfung, die zwei Minuten dauert und niemand macht
Reihenfolge beim Tabben ordnenDie Reihenfolge folgt der Anlage der Felder, und die entspricht bei mehrspaltigen Formularen fast nie dem Leseweg. Speichere das Dokument, öffne es neu und tabb dich einmal von oben nach unten durch. Wenn der Sprung nicht dem entspricht, was jemand erwartet, korrigierst du die Nummerierung im Bedienfeld, in dem die Felder aufgelistet sind. Diese Prüfung ist gleichzeitig die einzige, die zuverlässig aufdeckt, ob ein Feld doppelt liegt oder ob eines gar nicht erreichbar ist.
- 06 Was mit den Antworten passiert
Rücklauf festlegenDer einfachste Weg ist das Zurückschicken der ausgefüllten Datei, und er funktioniert überall, weil das Speichern ausgefüllter Formulare in gängigen Leseprogrammen seit Langem möglich ist. Der zweite Weg ist eine Absende-Schaltfläche, die die Werte an eine Adresse im Netz übergibt, wo sie eine Anwendung entgegennimmt. Der dritte Weg ist das Zusammenführen der zurückgekommenen Dateien zu einer Tabelle, und dabei werden die Feldnamen zu den Spaltenüberschriften. Spätestens hier zahlt sich aus, dass du die Namen nach System vergeben hast.
Wenn es nicht funktioniert
Das siehst du
In einer Tabelle mit zehn Zeilen erscheint in allen Zeilen derselbe Text, sobald in eine Zeile getippt wird.
Warum
Die Felder wurden kopiert und tragen deshalb denselben Namen. Ein PDF-Formular hält alle Felder mit identischem Namen zwangsläufig auf demselben Wert, das ist kein Fehler des Programms, sondern gewolltes Verhalten für wiederkehrende Angaben.
Was hilft
Gib jedem Feld einen eindeutigen Namen, üblicherweise mit einer laufenden Nummer, etwa position1 bis position10. Für Angaben, die auf mehreren Seiten wirklich identisch sein sollen, wie eine Kundennummer, ist das Kopieren dagegen genau richtig, weil sie dann nur einmal eingegeben werden muss.
Das siehst du
In einer Gruppe von Auswahlmöglichkeiten lassen sich mehrere gleichzeitig anwählen, obwohl nur eine gelten soll.
Warum
Es wurden Kontrollkästchen statt Optionsfelder benutzt, oder die Optionsfelder tragen unterschiedliche Namen. Der gegenseitige Ausschluss entsteht erst dadurch, dass alle Felder einer Gruppe denselben Namen und unterschiedliche Werte haben.
Was hilft
Wandle die Elemente in Optionsfelder um, gib allen denselben Feldnamen und jedem einen eigenen Wert, der später in der Auswertung erscheint. In der QuickInfo jedes Feldes gehört sowohl die Frage als auch die jeweilige Antwortmöglichkeit, sonst hört ein Screenreader fünfmal dieselbe Frage ohne die Optionen.
Das siehst du
Die Summe bleibt leer, wenn das Formular im Browser geöffnet wird, im vollwertigen Leseprogramm rechnet sie korrekt.
Warum
Berechnungen in PDF-Formularen werden über eine Skriptausführung im Dokument umgesetzt. Die in Browser eingebauten Betrachter zeigen Formulare an und lassen sie ausfüllen, führen diese Skripte aber häufig nicht aus, und sie melden das nicht.
Was hilft
Wenn du nicht steuern kannst, womit ausgefüllt wird, darf keine geschäftlich wichtige Rechnung ausschließlich im Formular stattfinden. Weise im Formular sichtbar darauf hin, womit es geöffnet werden soll, und rechne die Summe nach dem Rücklauf noch einmal nach. Für Fälle mit hohem Volumen ist ein Formular im Web die ehrlichere Lösung als ein PDF mit Skript.
Das siehst du
Beim Durchtabben springt der Fokus vom Vornamen direkt in ein Feld am rechten Seitenrand.
Warum
Die Reihenfolge folgt der Reihenfolge, in der die Felder angelegt wurden. Nach einer automatischen Erkennung oder nach nachträglich eingefügten Feldern stimmt sie fast nie mit dem Leseweg überein.
Was hilft
Öffne das Bedienfeld mit der Feldliste, lass dir die Reihenfolge anzeigen und sortiere sie entlang des Lesewegs. Danach speicherst du, öffnest neu und tabbst einmal komplett durch. Bei mehrseitigen Formularen prüfst du zusätzlich den Übergang von Seite zu Seite, denn dort entsteht der Sprung besonders oft.
Das siehst du
Ein Screenreader nennt beim Betreten der Felder nur den Typ, etwa Eingabefeld, aber nicht, was einzutragen ist.
Warum
Die QuickInfo ist leer. Die sichtbare Beschriftung neben dem Feld ist im PDF nicht mit dem Feld verbunden, sie steht nur an derselben Stelle auf der Seite.
Was hilft
Trag bei jedem Feld eine QuickInfo ein, die den sichtbaren Text wiederholt. Zusätzlich müssen die Felder in der Tag-Struktur des Dokuments auftauchen, was nicht in jedem Fall von selbst geschieht: Nicht ausgezeichnete Elemente müssen dann in der Struktur als Formularelement nachgetragen werden, und die zugehörige Beschriftung gehört in denselben Strukturbereich.
Das siehst du
Der Ausfüllende meldet, er könne das Formular nur ausdrucken, aber nicht ausgefüllt speichern.
Warum
Entweder ist das Dokument mit einer Berechtigungseinschränkung versehen, die das Speichern verhindert, oder es wird mit einem sehr alten oder sehr eingeschränkten Betrachter geöffnet.
Was hilft
Prüf die Sicherheitseinstellungen des Dokuments und entferne Einschränkungen, die du nicht ausdrücklich brauchst. Häufig steckt auch ein Kennwort für Berechtigungen dahinter, das jemand vor Jahren gesetzt hat und das seither mitkopiert wird. Wenn Einschränkungen gewollt sind, gehört ein Hinweis ins Formular, damit der Ausfüllende nicht suchen muss.
Die fünf Stellen, an denen Formulare kippen
- 01 Feldname: doppelt vergeben heißt gemeinsamer Inhalt, und das fällt erst beim Ausfüllen auf.
- 02 QuickInfo: Ohne sie hört ein Screenreader nur den Feldtyp und nicht, was hier gefragt ist.
- 03 Reihenfolge: Die Tabulatortaste folgt der Anlegereihenfolge, nicht dem Blick über die Seite.
- 04 Berechnung: Was ein Skript braucht, läuft in vielen Browser-Betrachtern stillschweigend nicht.
- 05 Rücklauf: Ohne festgelegten Weg zurück entsteht ein Formular, dessen Antworten niemand auswertet.
Sechs Festlegungen, bevor du das erste Feld setzt
Ein gutes Formular ist zu neunzig Prozent eine Frage von Entscheidungen, die vor dem Bauen fallen. Diese sechs kannst du in einer halben Stunde treffen, und sie ersparen dir die Umbauten, die sonst nach dem ersten Rücklauf fällig werden.
Klär zuerst, wohin die Antworten gehen
Es gibt drei brauchbare Wege: Der Ausfüllende speichert die Datei und schickt sie zurück, eine Schaltfläche sendet die Daten an eine Adresse im Netz, oder du sammelst die zurückgeschickten Dateien ein und führst ihre Werte in einer Tabelle zusammen. Jeder Weg stellt andere Anforderungen an die Feldnamen und daran, wie streng du prüfen musst. Diese Entscheidung gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Vergib Feldnamen nach einem System, nicht nach Zuruf
Der Name ist die Kennung des Feldes und gleichzeitig die Spaltenüberschrift in jeder späteren Auswertung. Nimm sprechende, eindeutige Namen ohne Umlaute und Leerzeichen, und benutze für zusammengehörige Gruppen eine gemeinsame Vorsilbe. Bei Optionsfeldern ist der gleiche Name innerhalb einer Gruppe sogar Pflicht, weil erst er die Felder zu einer Auswahl verbindet, bei allen anderen Feldern ist ein doppelter Name ein Fehler.
Setz die QuickInfo bei jedem Feld, ausnahmslos
Ein PDF kennt keine feste Verbindung zwischen sichtbarer Beschriftung und Feld. Was ein Screenreader vorliest, ist die QuickInfo des Feldes, in der englischen Oberfläche Tooltip genannt. Fehlt sie, hört der Ausfüllende nur den Feldtyp. Weicht sie von der sichtbaren Beschriftung ab, führt sie in die Irre. Deshalb gilt: Jedes Feld bekommt eine QuickInfo, und sie sagt dasselbe wie das, was daneben steht.
Denk die Reihenfolge beim Tabben von Anfang an mit
Die Reihenfolge ergibt sich nicht aus der Position auf der Seite, sondern aus der Reihenfolge, in der die Felder angelegt wurden. Bei einem zweispaltigen Formular führt das zuverlässig zu Sprüngen quer über die Seite. Prüf den Ablauf, indem du das gespeicherte Dokument neu öffnest und dich einmal komplett durchtabbst, und korrigier die Reihenfolge über die Nummerierung im Bedienfeld für die Felder.
Halte Berechnungen so einfach wie möglich
Summen, Produkte und Durchschnittswerte über mehrere Felder lassen sich ohne eine Zeile Code einrichten, und alles, was so geht, sollte auch so gemacht werden. Sobald Bedingungen dazukommen, etwa ein Rabatt ab einer bestimmten Menge, brauchst du ein Skript. Das ist möglich, verlagert aber die Wartung des Formulars zu der einen Person, die das Skript geschrieben hat, und es läuft nicht in jedem Leseprogramm.
Teste dort, wo ausgefüllt wird, nicht dort, wo gebaut wird
Berechnungen und Prüfungen im PDF hängen an einer Skriptausführung, die längst nicht jedes Leseprogramm mitbringt. Die in Browsern eingebauten Betrachter zeigen das Formular an und lassen es ausfüllen, führen die hinterlegten Rechnungen aber häufig nicht aus, und zwar ohne Fehlermeldung. Teste dein Formular deshalb in einem gängigen Browser und in einem vollwertigen Leseprogramm, bevor es an mehr als zwei Leute geht.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Feldname ist die wichtigste Entscheidung im ganzen Formular
In einem PDF-Formular gibt es keine Zeilen und Spalten, sondern nur benannte Felder. Der Name ist gleichzeitig die Kennung, unter der ein Wert gespeichert wird, die Bezeichnung, unter der eine Berechnung darauf zugreift, und die Spaltenüberschrift, unter der der Wert in einer Auswertung landet. Wer die Namen erst vergibt, wenn alles steht, benennt achtzig Felder in einem Rutsch um, und das ist die unangenehmste Stunde beim Bau eines Formulars.
Die Regel, an der die meisten hängenbleiben, ist die Gleichheit: Zwei Felder mit demselben Namen tragen immer denselben Inhalt. Das ist eine sinnvolle Eigenschaft, weil sich damit eine Kundennummer auf allen Seiten eines Antrags einmal eintragen und überall anzeigen lässt. Es wird zum Problem, sobald jemand ein fertiges Feld kopiert, um sich Arbeit zu sparen, denn dann erbt die Kopie den Namen. Bei Optionsfeldern kehrt sich die Regel um: Dort ist derselbe Name innerhalb einer Gruppe zwingend, und unterschieden wird über den Wert des einzelnen Feldes.
Für die Namensvergabe hat sich ein einfaches Schema bewährt: kleingeschrieben, ohne Umlaute und Leerzeichen, mit einer Vorsilbe für den Bereich und einer laufenden Nummer bei Wiederholungen, also etwa antrag_nachname oder position3_menge. Das liest sich in der Feldliste sortiert, es überlebt den Weg in eine Tabelle, und es macht Berechnungen lesbar. Vergib die Namen direkt beim Anlegen, nicht am Ende.
Berechnungen: was ohne Skript geht und wo die Grenze verläuft
Für die häufigsten Fälle brauchst du keine Programmierung. Summe, Produkt, Durchschnitt sowie kleinster und größter Wert über eine Auswahl von Feldern lassen sich als fertige Rechenart auswählen, und ein zulässiger Zahlenbereich lässt sich als Prüfung hinterlegen. Damit deckst du Positionslisten, Zwischensummen, Mehrwertsteuer und Endbeträge ab, also fast alles, was in Bestell-, Reisekosten- und Anmeldeformularen vorkommt.
Die Grenze verläuft dort, wo eine Bedingung ins Spiel kommt: ein Rabatt ab einer bestimmten Menge, ein Feld, das nur bei einer bestimmten Auswahl gefüllt werden muss, eine Prüfung, die zwei Felder gegeneinander abgleicht. Solche Regeln lassen sich nur als Skript im Dokument hinterlegen. Das ist kein Argument dagegen, aber es verändert die Zuständigkeit: Aus einem Formular, das jeder im Team pflegen kann, wird eines, das nur eine Person pflegen kann.
Der zweite und ernstere Punkt ist die Ausführung. Die Skriptausführung im PDF gehört zum vollwertigen Leseprogramm, nicht zu jedem Betrachter. Die in Browser eingebauten Anzeigen und viele Betrachter auf mobilen Geräten stellen das Formular korrekt dar und lassen es ausfüllen, führen die hinterlegten Rechnungen aber nicht aus. Für den Ausfüllenden sieht das nicht nach einem Fehler aus, sondern nach einem Feld, das leer bleibt. Deshalb gehört jede geschäftlich wichtige Rechnung auf die Empfängerseite gespiegelt, statt ihr blind zu vertrauen.
Der Rücklauf entscheidet über den ganzen Aufbau
Der erste Weg ist der einfachste und der robusteste: Der Ausfüllende speichert das Dokument und schickt es zurück, per Mail oder über den Weg, den ihr ohnehin nutzt. Das funktioniert mit jedem gängigen Leseprogramm, weil das Speichern ausgefüllter Formulare seit Langem auch ohne Vollprodukt möglich ist. Der Preis ist, dass jemand die Werte auf der Empfängerseite herausholen muss, und genau dafür lassen sich mehrere zurückgekommene Dateien zu einer Tabelle zusammenführen.
Der zweite Weg ist eine Schaltfläche, die die Daten an eine Adresse im Netz sendet, wo eine Anwendung sie entgegennimmt und weiterverarbeitet. Das ist der Weg für hohe Stückzahlen und für Fälle, in denen die Daten direkt in ein System sollen. Er verlangt aber eine Gegenstelle, die jemand betreibt, und er wirft die üblichen Fragen zu Transportverschlüsselung, Zugriff und Aufbewahrung auf. Diese Fragen gehören vor den Bau des Formulars, nicht danach.
Ein dritter Weg, der oft als Notlösung auftaucht, ist die Schaltfläche, die eine Mail vorbereitet. Sie funktioniert nur, wenn auf dem Rechner des Ausfüllenden ein Mailprogramm eingerichtet ist, das auf solche Aufrufe reagiert. In Browsern und auf mobilen Geräten passiert oft nichts oder etwas Unerwartetes. Als einziger Rücklaufweg ist das zu unzuverlässig, als zusätzliches Angebot neben dem Speichern kann es sinnvoll sein.
Und es gibt die ehrliche Alternative: Wenn hunderte Leute dasselbe Formular ausfüllen sollen und die Daten strukturiert gebraucht werden, ist ein Formular im Web fast immer der bessere Weg. Ein PDF-Formular spielt seine Stärke dort aus, wo das ausgefüllte Dokument selbst das Ergebnis ist, also bei Anträgen, Erklärungen und allem, was unterschrieben, abgelegt und aufbewahrt wird.
Aus InDesign oder direkt in Acrobat
Wenn das Formular gestaltet sein soll, weil es zur Hausgestaltung passt oder weil es gedruckt und am Bildschirm ausgefüllt wird, beginnt die Arbeit im Layoutprogramm. InDesign kann Formularfelder bereits im Layout anlegen, sodass sie beim Export im PDF vorhanden sind, mit Beschriftung, Position und Aussehen an der richtigen Stelle. Das ist der Weg, wenn das Formular Teil eines gestalteten Dokuments ist oder wenn es regelmäßig in neuer Fassung erscheint.
Die Feinarbeit findet danach trotzdem in Acrobat statt, und das ist keine Schwäche des Layoutprogramms, sondern eine Aufgabenteilung. Berechnungen, Prüfungen, Formatvorgaben, die Reihenfolge beim Tabben und der Rücklauf gehören in das PDF-Programm. Wichtig ist dabei die Reihenfolge der Arbeitsschritte: Wenn das Layout danach noch einmal geändert und neu exportiert wird, ist die Feinarbeit im PDF verloren. Deshalb gilt die Regel, das Layout erst abzuschließen und dann die Formularlogik zu ergänzen.
Wenn das Formular schlicht sein darf, ist der direkte Weg in Acrobat schneller. Du erzeugst das PDF aus Word oder einer bestehenden Vorlage, lässt die Felder automatisch erkennen und arbeitest die Liste einmal durch. Für ein internes Anmeldeformular mit zwölf Feldern ist das eine Sache von zwanzig Minuten. Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist nicht die Qualität des Ergebnisses, sondern die Frage, wie oft und wie gestaltet das Formular neu erscheinen muss.
Ein Formular, das nicht alle ausfüllen können, ist kein fertiges Formular
Die Zugänglichkeit eines Formulars hängt an drei Dingen, und alle drei kosten nur Minuten. Erstens die QuickInfo bei jedem Feld, weil sie das Einzige ist, was ein Screenreader als Beschriftung kennt. Zweitens die Reihenfolge beim Tabben, weil sie für alle gilt, die nicht mit der Maus arbeiten. Drittens die Auszeichnung der Felder in der Tag-Struktur des Dokuments, denn Formularfelder tauchen dort nicht in jedem Fall von selbst auf und müssen dann als Formularelement nachgetragen werden.
Dazu kommen die Punkte, die für jedes Dokument gelten: eine gesetzte Dokumentsprache, ein Dokumenttitel, ausreichender Kontrast zwischen Text und Hintergrund und Beschriftungen, die auch ohne Farbe verständlich sind. Ein Pflichtfeld, das ausschließlich durch eine rote Umrandung gekennzeichnet ist, ist für einen Teil der Ausfüllenden nicht als Pflichtfeld erkennbar. Die zuständige Fachstelle nennt Hilfetexte für Formularfelder ausdrücklich als Anforderung an barrierefreie Dokumente.
Wenn dein Formular unter eine formale Anforderung fällt, etwa weil es von einer öffentlichen Stelle herausgegeben wird oder weil es zu einer Dienstleistung gehört, die unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz fällt, reicht das gute Gewissen nicht aus, dann gehört eine Prüfung dazu. Welche Vorgaben in welchem Fall greifen, womit du prüfst und was kein automatischer Test abnimmt, steht auf der Seite zur Prüfung barrierefreier PDF. Diese Seite hier ersetzt keine Rechtsberatung.
Dazu passende Kurse
Weil Feldnamen, Berechnungen und Rücklauf sich schneller an einem echten Formular lernen lassen als an einer Anleitung, sind Acrobat-Kurse für interaktive Formulare der kürzere Weg.
Wenn das Formular zur Hausgestaltung passen und regelmäßig neu erscheinen soll, beginnt die Arbeit im Layout, und dafür gibt es InDesign-Kurse für gestaltete Formularvorlagen .
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.
Wo du genau das übst
Ein sehr guter und verständlicher Überblick über die Grundlagen im Umgang mit BricsCAD.
Alle meine Erwartungen wurden erfüllt und ich habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt, jede Frage wurden Probleme direkt beseitigt.
Toller Coach, perfekt abgestimmte Themen. Sehr viel Freiraum für "unsere" Themen und Fragen. Alles sehr rund und perfekt.
Häufige Fragen
Können Ausfüllende das Formular auch ohne Vollprodukt speichern?
Wie bekomme ich die Antworten aus vielen zurückgeschickten Formularen in eine Tabelle?
Warum funktionieren meine Berechnungen bei manchen Empfängern nicht?
Formular in InDesign oder in Acrobat bauen?
Wie viele Pflichtfelder verträgt ein Formular?
Wann ist ein Formular im Web die bessere Wahl als ein PDF?
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem CAD & Grafik-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Ein eigenes Formular im Kurs vom Layout bis zum Rücklauf bauen
Bei cmt kannst du das interaktive Formular entweder in Acrobat aufbauen oder den Weg vom InDesign-Layout über den Export bis zur Formularlogik gehen. Wer dabei gleich die Anforderungen an barrierefreie Formulare mitnehmen will, findet dafür einen eigenen Kurs, vor Ort und Live-Online.
Passt dazu
- Lesezeichen und Inhaltsverzeichnis im PDF anlegen, damit lange Dokumente navigierbar bleiben
- Barrierefreies PDF aus InDesign erzeugen: Tags, Lesereihenfolge und Alternativtexte
- PDF auf Barrierefreiheit prüfen: welche Anforderungen gelten und womit du testest
- Adobe Acrobat oder Tungsten Power PDF: was die Alternative im Alltag leistet