Navigation in langen PDF

Lesezeichen und Inhaltsverzeichnis im PDF anlegen, damit lange Dokumente navigierbar bleiben

Die Gliederung ist kein Nachbearbeitungsschritt, sondern ein Nebenprodukt sauberer Formatvorlagen. Wer das einmal richtig aufsetzt, bekommt die Navigation bei jeder neuen Fassung geschenkt.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Kurz gesagt

Ein PDF mit hundertzwanzig Seiten und ohne Gliederung zwingt jeden Leser zum Scrollen. Die Abhilfe besteht aus zwei Dingen, die oft verwechselt werden: dem sichtbaren Inhaltsverzeichnis auf den ersten Seiten und dem Lesezeichenbaum in der Seitenleiste des Leseprogramms. Beide entstehen zuverlässig nur aus einer Quelle, nämlich aus sauber vergebenen Überschriftenformaten im Ursprungsdokument. Alles, was du stattdessen von Hand im PDF setzt, musst du bei der nächsten Auflage wieder von Hand setzen.

Stand dieser Seite: 04.10.2026

01 Worum es geht

Die Navigation wird von Hand gebaut und beim nächsten Stand weggeworfen

Der übliche Ablauf sieht so aus: Das Dokument ist fertig, das PDF liegt vor, jemand fällt auf, dass die Seitenleiste leer ist. Also werden die Lesezeichen im PDF nachträglich einzeln angelegt, Kapitel für Kapitel, mit der jeweiligen Seite als Ziel. Das kostet bei einem Handbuch spürbar Zeit und sieht danach ordentlich aus. Wenige Wochen später kommt der nächste Stand mit zwei neuen Abschnitten, das PDF wird neu erzeugt, und die ganze Arbeit ist weg.

Der zweite Fehler ist die Verwechslung der beiden Ebenen. Ein Inhaltsverzeichnis auf Seite drei ist eine gedruckte Liste im Dokument. Der Lesezeichenbaum ist eine Struktur neben dem Dokument, die das Leseprogramm in der Seitenleiste anzeigt. Beide können vorhanden sein, beide können fehlen, und beide können einzeln kaputt sein. Ein Dokument mit hübschem Inhaltsverzeichnis, dessen Einträge nicht verknüpft sind, ist auf dem Bildschirm genauso mühsam wie eines ohne Verzeichnis.

Der dritte Punkt fällt erst auf, wenn jemand das Dokument nicht mit der Maus liest. Wer mit der Tastatur navigiert oder einen Screenreader benutzt, ist auf die Gliederung angewiesen, weil sie der einzige schnelle Weg durch ein langes Dokument ist. Lesezeichen sind genau dafür da, und deshalb gehören sie in jedes Dokument, das länger ist als ein paar Seiten, unabhängig davon, ob eine formale Anforderung dahintersteht.

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02 Der Aufbau im Detail

Die Kette vom Format bis zum Sprung, Glied für Glied

Die folgende Kette beschreibt, wie aus einer Formatvorlage eine anklickbare Navigation wird. Jedes Glied kann einzeln fehlen, und jedes fehlende Glied erzeugt ein anderes Fehlerbild. Wer die Kette kennt, findet die Ursache gezielt statt durch Ausprobieren.

Der Aufbau

Überschriftenformate im Quelldokument -> Inhaltsverzeichnis aus diesen Formaten -> Export mit Lesezeichen -> Lesezeichenbaum im PDF -> je Eintrag ein Ziel aus Seite und Zoomstufe
  1. 01 Hier entsteht alles Weitere Überschriftenformate im Quelldokument

    Die Ebene der Überschrift steckt im Absatzformat, nicht in Schriftgröße und Fettung. Word arbeitet dafür mit den eingebauten Formatvorlagen für Überschriften, InDesign mit eigenen Absatzformaten, denen du im Inhaltsverzeichnisformat eine Ebene zuweist. Wichtig ist die Lückenlosigkeit der Hierarchie: Auf eine erste Ebene folgt eine zweite und nicht direkt eine dritte, sonst rutscht der Baum später sichtbar auseinander. Diese Formate sind gleichzeitig die Grundlage für getaggte, barrierefreie PDF, weshalb sich die Arbeit doppelt lohnt.

  2. 02 Die sichtbare Liste im Dokument Inhaltsverzeichnis aus diesen Formaten

    Beide Programme sammeln alle Absätze mit den ausgewählten Formaten ein und setzen daraus eine Liste mit Seitenzahlen. Du legst dabei fest, welche Formate in welcher Ebene erscheinen und wie die Einträge selbst formatiert werden. Der entscheidende Punkt ist, dass diese Liste erzeugt und nicht getippt ist: Sie lässt sich aktualisieren, sie bleibt bei Umbrüchen korrekt, und ihre Einträge werden beim Export zu Verknüpfungen.

  3. 03 Der Schritt, der am häufigsten vergessen wird Export mit Lesezeichen

    Die Gliederung wandert nur dann ins PDF, wenn du es beim Erzeugen verlangst. Dieselbe Stelle entscheidet auch über die Strukturtags für Barrierefreiheit. Wer das PDF über einen Druckertreiber erzeugt, statt zu exportieren, verliert beides, denn ein PDF-Drucker kennt keine Überschriften, sondern nur Seiten.

  4. 04 Die Struktur neben dem Dokument Lesezeichenbaum im PDF

    Der Baum liegt neben dem Seiteninhalt und wird vom Leseprogramm in der Seitenleiste angezeigt. Er ist unabhängig vom gedruckten Verzeichnis, lässt sich nachträglich umsortieren, umbenennen und ergänzen, und er ist für Tastatur und Screenreader der schnellste Weg durch ein langes Dokument. Aus einem bereits getaggten PDF lässt sich der Baum in Acrobat auch nachträglich aus der Struktur erzeugen, indem du im Lesezeichen-Bedienfeld neue Lesezeichen aus der Struktur anlegst und dabei die Tag-Typen der Überschriften auswählst.

  5. 05 Warum Sprünge manchmal unruhig wirken je Eintrag ein Ziel aus Seite und Zoomstufe

    Zu jedem Eintrag gehört eine Zielangabe, und die besteht nicht nur aus einer Seitennummer. Sie kann zusätzlich eine Zoomstufe und einen Bildausschnitt festhalten. Wenn diese Werte mitgespeichert sind, ändert jeder Sprung die Ansicht, mal größer, mal kleiner, und das Lesen wird anstrengend. Die ruhigere Variante ist ein Ziel, das die eingestellte Vergrößerung des Lesers beibehält. Das gehört einmal für alle Einträge festgelegt, bevor das Dokument herausgeht.

Wenn es nicht funktioniert

Das siehst du

Das Inhaltsverzeichnis auf Seite drei sieht richtig aus, die Seitenleiste im Leseprogramm bleibt aber leer.

Warum

Beim Erzeugen des PDF wurde die Option für Lesezeichen nicht gesetzt. Das gedruckte Verzeichnis ist Teil des Seiteninhalts und kommt deshalb mit, der Lesezeichenbaum ist es nicht und wird nur auf ausdrückliche Anforderung geschrieben.

Was hilft

Erzeuge das PDF erneut und aktiviere dabei die Übernahme der Lesezeichen aus den Überschriften beziehungsweise das Einschließen der Lesezeichen. Wenn das Ursprungsdokument nicht mehr verfügbar ist und das PDF bereits getaggt ist, kannst du den Baum in Acrobat aus der vorhandenen Struktur erzeugen lassen. Ohne Tags bleibt nur das Anlegen von Hand.

Das siehst du

Die Einträge im gedruckten Inhaltsverzeichnis lassen sich nicht anklicken, obwohl die Seitenzahlen stimmen.

Warum

Das Verzeichnis wurde von Hand getippt oder als Grafik eingesetzt. Dann sind es einfache Textzeilen ohne Verknüpfung, und die Seitenzahlen stimmen nur so lange, bis sich der Umbruch das nächste Mal verschiebt.

Was hilft

Ersetze die getippte Liste durch ein erzeugtes Verzeichnis auf Basis der Überschriftenformate. Falls im Dokument tatsächlich keine Formate vergeben sind, ist das der eigentliche Befund: Vergib zuerst die Formate, danach ist das Verzeichnis schnell erzeugt, und die Lesezeichen kommen ohne Mehraufwand dazu.

Das siehst du

Der Lesezeichenbaum ist da, aber alle Einträge stehen auf derselben Ebene nebeneinander.

Warum

Die Überschriften tragen zwar Formate, diese Formate sind aber keiner Gliederungsebene zugeordnet, oder es wurde durchgehend dasselbe Format für alle Ebenen verwendet und nur die Optik variiert.

Was hilft

Ordne jedem Überschriftenformat eine eigene Ebene zu, in Word über die Formatvorlagen Überschrift 1, 2 und 3, in InDesign über die Ebenen im Inhaltsverzeichnisformat, und prüfe die Verschachtelung im Navigationsbereich von Word beziehungsweise im Lesezeichenbedienfeld von InDesign. Danach neu exportieren. Ein bereits ausgeliefertes PDF lässt sich in Acrobat auch von Hand umsortieren, das ist aber Handarbeit, die beim nächsten Stand erneut anfällt.

Das siehst du

Jeder Klick auf ein Lesezeichen ändert die Vergrößerung, mal wird herangezoomt, mal herausgezoomt.

Warum

In den Zielen der Lesezeichen ist eine feste Zoomstufe gespeichert, meist weil sie beim Anlegen von Hand aus der gerade aktiven Ansicht übernommen wurde.

Was hilft

Stelle die Ziele so um, dass die Vergrößerung des Lesers unverändert bleibt. Wenn die Einträge aus dem Ursprungsdokument stammen, prüfe die Exporteinstellung, statt jeden Eintrag einzeln anzufassen. Bei von Hand angelegten Bäumen lohnt sich der Neuaufbau aus der Quelle fast immer mehr als die Korrektur.

Das siehst du

Die Lesezeichen tragen abgeschnittene oder unverständliche Bezeichnungen wie eine Nummer ohne Text.

Warum

Die Beschriftung stammt aus dem Absatz, und der enthält neben der Überschrift noch die automatisch erzeugte Nummerierung oder einen Umbruch, der den Text zerlegt. Manchmal steckt die eigentliche Überschrift auch in einem separaten Rahmen und nur die Nummer im formatierten Absatz.

Was hilft

Zieh die vollständige Überschrift in einen Absatz zusammen und lass die Nummerierung als Teil des Formats erzeugen. In InDesign ist zusätzlich zu prüfen, ob die Überschrift in einem Textrahmen liegt, der zur Haupterzählung gehört, denn losgelöste Rahmen tauchen weder im Verzeichnis noch in den Lesezeichen zuverlässig auf.

03 Was du mitnimmst

Was du dafür einmal richtig aufsetzt

Die Arbeit steckt fast vollständig im Ursprungsdokument. Wenn dort die Struktur stimmt, ist der PDF-Export eine Sache von zwei Häkchen, und die Navigation entsteht bei jeder weiteren Fassung ohne dein Zutun neu.

Von der Überschrift zur Seitenleiste

  1. 01 Absatzformat: Jede Überschrift trägt ein Format mit einer eindeutigen Ebene.
  2. 02 Verzeichnis: Das Programm baut daraus die sichtbare Liste mit Seitenzahlen und Verknüpfungen.
  3. 03 Export: Die Lesezeichen werden beim Erzeugen des PDF ausdrücklich mitgegeben.
  4. 04 Ziel: Jeder Eintrag springt an eine Position, ohne die Zoomstufe des Lesers zu verstellen.
  5. 05 Öffnungsansicht: Das Dokument startet mit sichtbarer Seitenleiste, damit die Navigation gefunden wird.

Überschriften als Formate vergeben, nicht als Optik

Eine Überschrift ist nicht dadurch eine Überschrift, dass sie größer und fett ist. Sie muss ein Absatzformat tragen, und die Formate müssen eine Hierarchie bilden, also erste Ebene, zweite Ebene, dritte Ebene, ohne Sprünge. Genau daraus zieht das Programm später sowohl das Inhaltsverzeichnis als auch die Lesezeichen. Handformatierte Überschriften erzeugen beides nicht, und kein Häkchen beim Export kann das nachholen.

Das Inhaltsverzeichnis erzeugen lassen, statt es zu tippen

Word und InDesign bauen das Verzeichnis aus den Überschriftenformaten zusammen, mit Seitenzahlen und aktualisierbar. Ein getipptes Verzeichnis ist am Tag der Erstellung korrekt und danach nie wieder, weil sich die Seitenumbrüche mit jeder Änderung verschieben. Zusätzlich verknüpft das erzeugte Verzeichnis seine Einträge, sodass im PDF ein Klick auf eine Zeile an die richtige Stelle springt.

In InDesign entstehen die Lesezeichen aus dem Inhaltsverzeichnis

InDesign erzeugt Lesezeichen nicht direkt aus den Absatzformaten, sondern aus einem generierten Inhaltsverzeichnis. Im Dialog „Layout“ > „Inhaltsverzeichnis“ muss dafür die Option „PDF-Lesezeichen erstellen“ aktiv sein. Soll die Seitenleiste eine andere Tiefe haben als das gedruckte Verzeichnis, oder willst du gar kein sichtbares Verzeichnis, beschreibt Adobe einen einfachen Weg: ein eigenes Verzeichnis auf der letzten Seite anlegen und diese Seite beim Export auslassen.

Beim Export die Lesezeichen ausdrücklich mitgeben

Der Export überträgt die Gliederung nicht von selbst, sondern nur, wenn du es verlangst. In Word steht dafür in den Optionen beim Speichern als PDF „Textmarken erstellen mithilfe von: Überschriften“, Word nennt PDF-Lesezeichen an dieser Stelle Textmarken. In InDesign aktivierst du im Exportdialog im Bereich „Allgemein“ die Option „Lesezeichen“. Ohne diesen Schritt entsteht ein PDF mit korrektem Inhaltsverzeichnis auf Seite drei und leerer Seitenleiste, und der Fehler wird erfahrungsgemäß erst nach dem Versand bemerkt.

Die Zielangabe je Eintrag prüfen, nicht nur die Seite

In Acrobat legst du die Zielansicht über die Eigenschaften des Lesezeichens fest. Markierst du vorher alle Einträge im Lesezeichen-Bedienfeld, änderst du die Eigenschaften in einem Zug, statt jeden Eintrag einzeln zu öffnen. Geprüft wird stichprobenartig: Spring mit einer ungewohnten Vergrößerung durch zehn Einträge und achte darauf, ob die Ansicht stabil bleibt.

Festlegen, was der Leser beim Öffnen sieht

In Acrobat findest du die Einstellung unter „Datei“ > „Eigenschaften“ im Register „Ansicht beim Öffnen“. Dort wählst du als Navigationsregisterkarte das Lesezeichenfenster zusammen mit der Seite und stellst unter den Fensteroptionen ein, dass der Dokumenttitel statt des Dateinamens angezeigt wird. Danach einmal speichern, schließen und neu öffnen, denn erst dann siehst du, was dein Leser sieht.

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Inhaltsverzeichnis und Lesezeichen sind zwei verschiedene Dinge

Das Inhaltsverzeichnis ist Teil des Dokuments. Es wird gedruckt, es hat Seitenzahlen, es steht meistens vorne, und es folgt der Gestaltung des Dokuments. Wenn es aus den Überschriftenformaten erzeugt wurde, sind seine Zeilen im PDF gleichzeitig Verknüpfungen, und ein Klick springt an die richtige Stelle. Wenn es getippt wurde, ist es eine Liste, die zufällig wie ein Verzeichnis aussieht.

Der Lesezeichenbaum gehört dagegen nicht zum Seiteninhalt. Er liegt daneben, wird nicht gedruckt und erscheint in der Seitenleiste des Leseprogramms. Er kann tiefer oder flacher gegliedert sein als das gedruckte Verzeichnis, er kann Einträge enthalten, die im Dokument gar keine Überschrift sind, etwa Anhänge oder Formulare, und er lässt sich nachträglich umbauen, ohne dass sich am Layout etwas ändert.

In der Praxis brauchst du beides, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Das gedruckte Verzeichnis bedient alle, die das Dokument ausdrucken oder überfliegen wollen. Der Lesezeichenbaum bedient alle, die am Bildschirm arbeiten, und er ist der einzige schnelle Navigationsweg für Leute, die mit der Tastatur oder mit einem Screenreader unterwegs sind. Fachstellen und Fachorganisationen führen Lesezeichen genau aus diesem Grund als Hilfsmittel für die Navigation.

Warum der Weg über das Ursprungsprogramm der einzige ist, der sich wiederholt

Jede Navigation, die du im PDF von Hand baust, ist an genau diese eine Datei gebunden. Kommt eine neue Fassung, entsteht ein neues PDF, und die Handarbeit ist verloren. Das klingt banal, ist aber der häufigste Grund dafür, dass Dokumente in der zweiten Auflage schlechter sind als in der ersten: Beim ersten Mal hatte jemand Zeit, beim zweiten Mal nicht.

Der Weg über das Ursprungsdokument dreht das um. Dort steckt die Arbeit in den Formatvorlagen, und Formatvorlagen überleben jede Fassung. Ein Handbuch, dessen Überschriften konsequent formatiert sind, liefert bei jedem Export dieselbe Gliederung, egal wie viele Kapitel dazugekommen sind. Der Aufwand fällt einmal an, meistens beim Aufräumen eines gewachsenen Dokuments, und danach nie wieder.

Das gilt besonders dann, wenn mehrere Leute an derselben Vorlage arbeiten. Eine gemeinsame Vorlage mit festgelegten Überschriftenformaten sorgt dafür, dass Navigation entsteht, ohne dass jemand daran denken muss. Wie du so eine Vorlage für ein Team aufsetzt und durchsetzt, ohne dass sie nach drei Monaten wieder umgangen wird, ist ein Thema für sich und steht auf der Seite zur InDesign-Vorlage für das Team.

Zielangaben und Öffnungsansicht: die zwei Einstellungen, die den Unterschied machen

Zu jedem Lesezeichen gehört eine Zielangabe. Sie kann schlicht eine Seite bezeichnen, eine Position auf dieser Seite festhalten oder zusätzlich eine Vergrößerung mitspeichern. Wie die Ziele aussehen, hängt am Weg, auf dem die Lesezeichen entstanden sind: Aus Word und InDesign exportierte Einträge springen an die Stelle der Überschrift, von Hand in Acrobat angelegte übernehmen die Ansicht, die beim Anlegen gerade eingestellt war.

Genau deshalb wirken von Hand gebaute Bäume oft unruhig: Wer beim Anlegen zwischendurch hineingezoomt hat, speichert diese Vergrößerung in einzelnen Zielen mit. Die ruhigere Variante lässt die eingestellte Vergrößerung unangetastet und springt nur an die richtige Stelle, und das zählt vor allem bei Dokumenten, die auf sehr unterschiedlichen Bildschirmen gelesen werden.

Die zweite Einstellung betrifft den Moment des Öffnens. Ein PDF kann so gespeichert werden, dass die Seitenleiste bereits ausgeklappt ist und der Lesezeichenbaum sofort sichtbar wird. Bei einem Katalog oder einem Handbuch ist das der Unterschied zwischen einer Navigation, die benutzt wird, und einer, die technisch vorhanden ist und trotzdem niemandem hilft. Diese Öffnungsansicht lässt sich übrigens nicht aus Word oder InDesign mitgeben, sie ist einer der wenigen Schritte, die regelmäßig im PDF bleiben.

Wenn das PDF von außen kommt und keine Quelle mehr existiert

Manchmal liegt nur das PDF vor, etwa weil es von einem Dienstleister kam oder weil die Quelldatei nicht mehr auffindbar ist. Dann hängt alles davon ab, ob das Dokument getaggt ist. Ein getaggtes PDF enthält eine Struktur, in der Überschriften als solche ausgezeichnet sind, und aus dieser Struktur lässt sich der Lesezeichenbaum in Acrobat erzeugen. Wie gut das Ergebnis wird, hängt an der Qualität der Tags: Sind Überschriften als H1 bis H3 sauber ausgezeichnet, entsteht ein brauchbarer Baum, sind sie nur als Absätze getaggt, findet Acrobat nichts, was es übernehmen könnte.

Ist das Dokument nicht getaggt, bleibt nur das Anlegen von Hand. Für ein Dokument mit zwanzig Kapiteln ist das eine überschaubare Aufgabe, für einen Katalog mit dreihundert Positionen nicht. In diesem Fall lohnt sich fast immer der Umweg über die Quelle: Frag den Dienstleister nach der Layoutdatei oder nach einer neuen Ausgabe mit Lesezeichen, statt die Arbeit im PDF zu erledigen, die bei der nächsten Auflage wieder anfällt.

Der zweite Fall, der in der Nacharbeit häufig auftaucht, sind Verknüpfungen im Text. In vielen PDF sehen Internetadressen wie Links aus, sind aber nur Text. Acrobat kann Verknüpfungen aus solchen Adressen automatisch erzeugen, und für einzelne Stellen gibt es ein eigenes Werkzeug zum Setzen von Verknüpfungen. Beides gehört zur selben Aufräumrunde wie die Lesezeichen, weil beides denselben Zweck erfüllt: das Dokument benutzbar zu machen, statt es nur ansehnlich zu halten.

Was Gliederung mit Barrierefreiheit zu tun hat

Die Formatvorlagen, aus denen Verzeichnis und Lesezeichen entstehen, sind dieselben, aus denen beim Export die Strukturtags entstehen. Deshalb ist ein Dokument, dessen Navigation sauber erzeugt wurde, fast immer auch der bessere Ausgangspunkt für ein barrierefreies PDF. Umgekehrt gilt genauso: Wer die Überschriften von Hand formatiert, verliert nicht nur die Gliederung, sondern auch die Struktur, und muss beides später im PDF nachbauen.

Beim Export aus Word nennt die Bundesfachstelle Barrierefreiheit die nötigen Optionen ausdrücklich: „Dokumenteneigenschaften“ und „Dokumentenstrukturtags für Barrierefreiheit“ aktivieren, „Text als Bitmap speichern, wenn Schriftarten nicht eingebettet werden können“ abschalten. Diese Häkchen stehen im selben Dialog wie die Textmarken, und es lohnt sich, sie in einem Zug zu setzen.

Wichtig ist die Abgrenzung: Lesezeichen allein machen ein Dokument nicht barrierefrei. Sie sind ein Navigationsangebot, das für Tastatur und Screenreader wertvoll ist, aber sie ersetzen weder Tags noch Alternativtexte noch eine geprüfte Lesereihenfolge. Was ein Dokument tatsächlich zugänglich macht und wie du das nachweist, steht auf den Seiten zum barrierefreien Export aus InDesign und zur Prüfung barrierefreier PDF.

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Weil die Gliederung im Layoutprogramm entsteht und nicht im PDF, sind InDesign-Kurse für erzeugte Verzeichnisse und Formatvorlagen der Ort, an dem die Arbeit tatsächlich anfällt.

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05 Fragen

Häufige Fragen

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Muss ich beides haben, oder reicht eines von beiden?
Das hängt davon ab, wie das Dokument gelesen wird. Ein PDF, das nur am Bildschirm genutzt wird, kommt notfalls ohne gedrucktes Verzeichnis aus, aber nie ohne Lesezeichen, denn die Seitenleiste ist dort die eigentliche Navigation. Für alles, was auch ausgedruckt wird, brauchst du beides. Der Mehraufwand ist gering, wenn das Verzeichnis ohnehin aus Formatvorlagen erzeugt wird, weil beide aus derselben Quelle entstehen.
Wie tief sollte der Lesezeichenbaum gegliedert sein?
Zwei oder drei Ebenen sind in den meisten Fällen richtig. Ab der vierten Ebene wird der Baum selbst so lang, dass er gescrollt werden muss, und dann verliert er seinen Zweck. In InDesign steuerst du die Tiefe über das Inhaltsverzeichnisformat, aus dem die Lesezeichen entstehen. Word übernimmt die Überschriftenebenen, die im Dokument vorkommen, und eine flachere Seitenleiste bekommst du dort am ehesten, indem du tiefe Ebenen sparsam einsetzt.
Kann ich Lesezeichen anlegen, die nicht aus Überschriften stammen?
Ja, der Baum ist unabhängig vom Seiteninhalt und kann Einträge enthalten, die es als Überschrift im Dokument gar nicht gibt, etwa Sprungmarken auf Anhänge, Formulare oder einzelne Tabellen. In InDesign legst du sie am besten im Lesezeichenbedienfeld des Layoutdokuments an, denn dort bleiben sie gespeichert und entstehen bei jedem Export neu. Einträge, die du erst im PDF ergänzt, gehen dagegen beim nächsten Export aus der Quelle verloren.
Warum springen die Einträge auf die falsche Seite, obwohl das Verzeichnis stimmt?
Das passiert typischerweise bei nachträglich eingefügten oder gelöschten Seiten im PDF. Ein von Hand angelegtes Lesezeichen zeigt auf eine bestimmte Seite, und wenn davor eine Seite eingeschoben wird, verschiebt sich das Ziel nicht mit. Aus der Quelle erzeugte Einträge haben dieses Problem nicht, weil sie beim Export neu berechnet werden. Wenn du im PDF Seiten einfügst, prüf die Ziele danach stichprobenartig.
Gibt es einen Grund, die Lesezeichen im PDF von Hand zu bauen?
Ja, aber nur zwei. Erstens, wenn keine Quelldatei mehr existiert und das Dokument nicht getaggt ist. Zweitens, wenn du im PDF eine Navigation brauchst, die es im Dokument bewusst nicht gibt, etwa eine Zusammenstellung mehrerer Einzeldokumente zu einer Mappe. In allen anderen Fällen ist Handarbeit im PDF ein Zeichen dafür, dass im Ursprungsdokument etwas fehlt, und dort ist die Korrektur billiger.
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