Koordination von Fachmodellen

Kollisionen zwischen Gebäudetechnik und Architektur im Revit-Modell finden

Lüftung, Sanitär und Elektro entstehen als zusammenhängende Systeme und stoßen im Modell auf Wände, Decken und Träger, die jemand anderes verantwortet. Diese Seite geht durch, wie die Prüfung gegen das Architekturmodell abläuft, wo ihre dokumentierten Grenzen verlaufen und an welcher Stelle der Wechsel zu einem eigenen Koordinationswerkzeug sich lohnt.

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Worum es geht

Die Prüfung findet Konflikte, das Projekt löst sie nicht

Zwischen Gebäudetechnik und Architektur liegt eine Arbeitsteilung, die im Modell sichtbar wird und in der Realität oft unausgesprochen bleibt. Die Architektur setzt Wände, Decken und Durchbrüche, die Tragwerksplanung setzt Träger und Stützen, die Gebäudetechnik legt Kanäle, Leitungen und Trassen dazwischen. Jede Seite arbeitet in ihrer eigenen Datei, und jede sieht die anderen nur als verknüpftes Modell. Ein Konflikt entsteht dabei nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil zwei Planungsstände zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind.

Die eingebaute Prüfung in Revit macht diese Konflikte sichtbar, und sie tut das gründlicher, als vielen lieb ist. Wer alle Kategorien des eigenen Modells gegen alle Kategorien eines verknüpften Modells prüfen lässt, bekommt in einem größeren Projekt eine Trefferliste, die sich nicht abarbeiten lässt. Autodesk rät von genau diesem Vorgehen ab und weist darauf hin, dass die Rechenzeit stark schwankt und die Prüfung über alle Kategorien in einem großen Modell sehr lange dauern kann.

Der wunde Punkt liegt aber nicht bei der Menge, sondern bei der Zuständigkeit. Eine Durchdringung zwischen einem Lüftungskanal und einem Unterzug ist selten ein Fehler der Gebäudetechnik allein. Sie kann eine fehlende Aussparung sein, eine zu spät geänderte Geschosshöhe, eine falsch angenommene lichte Höhe oder tatsächlich eine ungünstige Trassenführung. Solange nicht festgelegt ist, wer solche Fälle bewertet und in welchem Rhythmus, produziert jede Prüfung dieselbe Liste noch einmal.

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Symptom, Ursache, Lösung

Die Fälle, die in der Koordination tatsächlich auftreten

Sechs Situationen decken den größten Teil dessen ab, was zwischen Gebäudetechnik und Architektur schiefgeht. Zu jeder steht hier, woran du sie erkennst, was dahintersteckt und in welcher Reihenfolge du vorgehst. Auffällig ist, wie viele davon keine Frage der Prüfung sind, sondern eine Frage dessen, was vor der Prüfung vereinbart wurde.

Symptom

Die Prüfung meldet mehrere tausend Konflikte, darunter Dutzende zwischen Bauteilen, die offensichtlich zusammengehören, etwa ein Rohr und seine Halterung.

Ursache

Es wurden alle Kategorien gegen alle geprüft. Die Prüfung bewertet jede geometrische Durchdringung gleich, unabhängig davon, ob sie fachlich ein Problem darstellt. Ein Rohr, das durch seine eigene Halterung läuft, ein Kanal, der in einer Wandaussparung sitzt, und eine Leuchte, die in einer abgehängten Decke steckt, tauchen dabei genauso auf wie eine echte Kollision. Autodesk rät von der Prüfung aller Kategorien gegeneinander in großen Modellen ausdrücklich ab.

Lösung

Stell die Prüfung auf Paarungen um, hinter denen eine konkrete Frage steht: Lüftung gegen Tragwerk, Sanitär gegen Geschossdecken, Elektrotrassen gegen Unterzüge. Nimm im Dialog auf jeder Seite nur die zugehörigen Kategorien, statt die Auswahl auf alle zu setzen. Wenn du vorher im Modell eine Auswahl triffst, zeigt der Dialog nur die Kategorien dieser Auswahl an, was die Zusammenstellung erheblich abkürzt. Halte die Paarungen schriftlich fest, damit die nächste Runde dieselben Prüfungen fährt und die Ergebnisse vergleichbar bleiben.

Symptom

Der Bericht zeigt nach dem Beheben mehrerer Konflikte immer noch dieselbe Anzahl, oder es tauchen keine neuen Konflikte auf, obwohl inzwischen weitergearbeitet wurde.

Ursache

Die Schaltfläche zum Aktualisieren im Berichtsdialog prüft nur die Konflikte erneut, die bereits im aktuellen Bericht stehen. Sie führt die Prüfung nicht noch einmal über das Modell aus. Wer Konflikte behebt und nebenbei neue erzeugt, sieht diese neuen im selben Bericht deshalb nicht. Dieselbe Einschränkung gilt für die Funktion, die den zuletzt erzeugten Bericht wieder anzeigt.

Lösung

Behandle den Bericht als Momentaufnahme und nicht als laufende Liste. Nach einer Runde Korrekturen startest du die Prüfung neu, statt zu aktualisieren. Für die Verfolgung über mehrere Runden hinweg exportierst du den Bericht als HTML-Datei und legst ihn mit Datum ab. Sobald mehr als zwei Beteiligte an derselben Liste arbeiten, ist ein Werkzeug mit Vorgangsverwaltung die tragfähigere Lösung als eine Kette exportierter Dateien.

Symptom

Konflikte an Bauteilen, die im Modell erkennbar ineinanderstehen, tauchen im Bericht überhaupt nicht auf.

Ursache

Autodesk hält dazu fest, dass Fabrication Parts der Gebäudetechnik und Elemente der detaillierten Stahlmodellierung bei der Kollisionsprüfung nicht berücksichtigt werden. Sobald ein Ausführungsmodell mit Fabrication Parts arbeitet, prüft die eingebaute Funktion also nur einen Teil des Bestands, und zwar ohne Hinweis darauf. Der zweite mögliche Grund ist banaler: Die betreffende Kategorie war auf einer der beiden Seiten nicht angehakt.

Lösung

Klär zuerst, ob die betroffenen Bauteile Fabrication Parts oder Detailstahl sind. Trifft das zu, ist der von Autodesk empfohlene Weg die Koordination in Navisworks, wo diese Elemente erfasst werden. Trifft es nicht zu, geh die Kategorieauswahl beider Seiten durch. Unabhängig davon gehört in den Prüfbericht ein Vermerk darüber, welche Kategorien geprüft wurden, weil sonst die Abwesenheit eines Konflikts als Aussage gelesen wird, die sie nicht ist.

Symptom

Das verknüpfte Modell erscheint versetzt, verdreht oder in einer anderen Höhenlage, und die Prüfung liefert entweder gar nichts oder ausschließlich Treffer.

Ursache

Die Modelle benutzen keine gemeinsamen Koordinaten. Jedes Revit-Modell bringt einen internen Ursprung, einen Projektbasispunkt und einen Vermessungspunkt mit, und wenn zwei Büros diese unterschiedlich verwenden, liegen die Modelle im Raum nicht deckungsgleich. Ein häufiger Sonderfall ist die Höhenlage: Die Architektur rechnet in Meter über Normalnull, die Gebäudetechnik in Höhen über Oberkante Fertigfußboden.

Lösung

Leg für das Projekt fest, welches Modell die Koordinaten führt, und übernimm sie in den anderen Modellen entweder durch Abrufen oder durch Veröffentlichen. Prüf danach an einem bekannten Punkt, etwa einem Achsschnittpunkt, ob beide Modelle denselben Wert zeigen. Diese Festlegung ist einer der Punkte, die im BIM-Abwicklungsplan schriftlich stehen, weil sie sich später nur mit erheblichem Aufwand nachholen lässt.

Symptom

Die Gebäudetechnik plant weiter, während die Architektur eine Geschosshöhe oder eine Achse verschoben hat, und der Konflikt fällt erst Wochen später auf.

Ursache

Geschosse und Achsen wurden im Fachmodell nachgebaut statt übernommen. Damit gibt es keine Verbindung zwischen den beiden Modellen, über die eine Änderung gemeldet werden könnte. Das verknüpfte Modell zeigt zwar den neuen Stand an, aber nur, wenn jemand hinsieht, und die eigenen Elemente hängen weiterhin an den alten Geschossen.

Lösung

Übernimm Geschosse und Achsen mit dem Kopieren mit Überwachung aus dem Architekturmodell. Änderungen an diesen Elementen erzeugen dann Warnungen, die du in der Koordinationsprüfung durchgehst. Dort entscheidest du je Meldung zwischen ablehnen, zurückstellen, das eigene Modell anpassen, das Gegenstück löschen und die Abweichung hinnehmen, und kannst einen Kommentar hinterlegen, den die Gegenseite beim nächsten Laden sieht. Damit wird aus einer stillen Abweichung ein Vorgang mit Adressat.

Symptom

Innerhalb des eigenen Fachmodells stoßen Lüftung und Sanitär aneinander, obwohl gegen die Architektur alles sauber ist.

Ursache

Geprüft wurde nur gegen das verknüpfte Modell. In der Dialogspalte lässt sich auf beiden Seiten das aktuelle Projekt auswählen, aber genau diese Paarung wird oft übersehen, weil Koordination gedanklich mit dem Verhältnis zu anderen Büros gleichgesetzt wird. In einem Modell, in dem Lüftung, Sanitär, Heizung und Elektro nebeneinanderliegen, entstehen die meisten Konflikte jedoch intern.

Lösung

Fahr zusätzlich zu den Prüfungen gegen die Architektur einen festen Satz interner Prüfungen, bei denen auf beiden Seiten das aktuelle Projekt steht und die Kategorien der jeweiligen Gewerke gegeneinander laufen. Wenn die Gewerke im Modell über Worksets getrennt sind, lässt sich die Prüfung darüber weiter eingrenzen. Nimm diese internen Prüfungen in denselben Rhythmus wie die externen auf, sonst werden sie zuerst weggelassen.

Vom verknüpften Modell zur zugeordneten Aufgabe

  1. 01 Liegen die Modelle über gemeinsame Koordinaten wirklich übereinander?
  2. 02 Sind Geschosse und Achsen übernommen und überwacht statt nachgebaut?
  3. 03 Welche zwei Kategoriegruppen sollen gegeneinander laufen, und warum diese?
  4. 04 Enthält das Modell Fabrication Parts oder Detailstahl, die die Prüfung nicht erfasst?
  5. 05 Wer bewertet den Treffer, wer löst ihn auf, und wo wird der Stand festgehalten?
Was du mitnimmst

Was zwischen der ersten Prüfung und einem funktionierenden Ablauf liegt

Eine Kollisionsprüfung, die im Projekt etwas bewirkt, besteht aus sechs Bestandteilen. Die ersten beiden sorgen dafür, dass überhaupt sinnvoll geprüft werden kann, die mittleren beiden begrenzen die Trefferliste, die letzten beiden machen aus Treffern Aufgaben.

Zuerst die Lage der Modelle zueinander klären

Bevor die erste Prüfung läuft, müssen die Modelle an derselben Stelle liegen. Revit sieht dafür gemeinsame Koordinaten vor, die ein Modell von einem anderen übernimmt oder an andere weitergibt. Wenn Architektur und Gebäudetechnik unterschiedliche Nullpunkte benutzen, meldet die Prüfung entweder gar nichts oder alles, und beides führt in die Irre. Dieser Schritt gehört an den Anfang des Projekts und nicht in die erste Koordinationsrunde.

Geschosse und Achsen übernehmen statt nachzubauen

Für Bezugselemente wie Geschosse und Achsen gibt es das Kopieren mit Überwachung. Damit werden diese Elemente aus dem verknüpften Modell in das eigene übernommen und gleichzeitig beobachtet. Ändert die Architektur später eine Geschosshöhe, erzeugt Revit eine Warnung, statt dass sie unbemerkt bleibt. Das verhindert die Klasse von Kollisionen, die entsteht, weil zwei Modelle eine unterschiedliche Vorstellung davon haben, wo eine Decke liegt.

Gezielt prüfen statt alles gegen alles

Die Prüfung startest du über die Registerkarte Zusammenarbeit, Gruppe Koordinieren, Auswahl Interference Check und dort den Punkt zum Ausführen. Im Dialog stehen zwei Spalten nebeneinander, jede mit einer Auswahl der Quelle: das aktuelle Projekt, eine Auswahl von Elementen oder ein verknüpftes Modell. Sinnvoll sind Paarungen mit einer Frage dahinter, etwa Lüftungskanäle gegen Tragwerk oder Rohrleitungen gegen Decken. Vorher im Modell etwas auszuwählen begrenzt die angebotenen Kategorien zusätzlich.

Die Grenzen der eingebauten Prüfung kennen

Autodesk hält ausdrücklich fest, dass Fabrication Parts der Gebäudetechnik und Elemente der detaillierten Stahlmodellierung bei der Prüfung nicht berücksichtigt werden, und empfiehlt für diese Fälle den Weg über Navisworks. Wer im Ausführungsmodell mit Fabrication Parts arbeitet, prüft mit dem Interference Check also einen Teil des Modells, ohne dass eine Warnung darauf hinweist. Das ist der wichtigste Grund, den Prüfumfang schriftlich festzuhalten.

Den Fund in eine Aufgabe verwandeln

Im Bericht lässt sich jeder Treffer über die Anzeige im Modell aufsuchen und direkt beheben, danach aktualisiert die Schaltfläche zum Aktualisieren den Bericht. Wichtig ist die Einschränkung, die Autodesk dazu nennt: Diese Aktualisierung prüft nur die Konflikte im aktuellen Bericht erneut, sie führt die Prüfung nicht noch einmal aus. Für alles, was nicht sofort behoben wird, gibt es den Export des Berichts als HTML-Datei, die an die zuständige Stelle geht.

Änderungen im verknüpften Modell nachziehen

Für die überwachten Elemente gibt es die Koordinationsprüfung, erreichbar über dieselbe Gruppe der Registerkarte Zusammenarbeit, wahlweise für das aktuelle Projekt oder für ein ausgewähltes verknüpftes Modell. Zu jeder Meldung wählst du eine Handlung: ablehnen, zurückstellen, das eigene Modell anpassen, das Gegenstück löschen oder die Abweichung bewusst hinnehmen. Dazu lässt sich ein Kommentar hinterlegen, den die andere Seite beim erneuten Laden des Modells sieht.

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Was der Interference Check leistet und was er nicht ist

Die Funktion beantwortet genau eine Frage: Welche Elemente aus Gruppe A durchdringen welche Elemente aus Gruppe B? Sie tut das für das aktuelle Modell, für eine Auswahl darin und für verknüpfte Revit-Modelle, und sie liefert das Ergebnis als Bericht, in dem die Treffer nach den beiden gewählten Kategoriegruppen geordnet sind. Über die Anzeige im Modell springt Revit zum betroffenen Bauteil, der Berichtsdialog bleibt dabei offen, sodass sich mehrere Fälle nacheinander abarbeiten lassen.

Was die Funktion nicht kennt, ist ein Toleranzbereich. Sie meldet die geometrische Durchdringung und nicht die Unterschreitung eines Mindestabstands. Ein Kanal, der einen Zentimeter unter einem Träger verläuft und damit keinen Platz für die Dämmung lässt, ist für die Prüfung unauffällig. Wer solche Fälle finden will, braucht entweder ein Werkzeug mit Abstandsprüfung oder muss den Prüfkörper im Modell größer modellieren, etwa über eine Reservierung des Bauraums.

Ebenso wenig kennt die Funktion einen Vorgangsstand. Es gibt keine Kennzeichnung, dass ein Konflikt bewusst hingenommen wurde, keine Zuweisung an eine Person und keinen Verlauf über mehrere Prüfungen hinweg. Der Bericht lässt sich als HTML-Datei exportieren, und damit endet die Unterstützung. Für ein Projekt mit wenigen Beteiligten reicht das oft aus. Sobald mehrere Büros denselben Konfliktbestand pflegen, ist ein Format für den Austausch von Vorgängen die naheliegende Ergänzung, weil es Ort, Ansicht, Beschreibung und Stand zusammenhält.

Wann der Wechsel zu einem eigenen Koordinationswerkzeug sich lohnt

Autodesk nennt selbst einen Fall, in dem der Wechsel nicht optional ist: Fabrication Parts und Elemente der detaillierten Stahlmodellierung werden vom Interference Check nicht erfasst, und der empfohlene Weg dafür ist Navisworks. Sobald das Ausführungsmodell diese Elemente enthält, ist die eingebaute Prüfung also unvollständig, und zwar ohne Hinweis. Das allein reicht in vielen Ausführungsprojekten als Entscheidungsgrundlage.

Der zweite Anlass ist die Zahl der Beteiligten. Ein Koordinationswerkzeug prüft Modelle aus verschiedenen Systemen gemeinsam, kennt Regelsätze mit Toleranzen, kann Konflikte gruppieren und über mehrere Prüfläufe hinweg verfolgen und markieren, welche Fälle bereits bewertet wurden. Diese Verwaltung ist der eigentliche Unterschied. Die reine Erkennung leistet Revit auch, aber sie beantwortet nicht die Frage, welche der zweihundert Treffer aus der letzten Runde noch offen sind.

Der dritte Anlass ist die Richtung des Datenflusses. Ein Koordinationsmodell aus Navisworks oder aus einer Projektplattform lässt sich in Revit einbinden und dort als Kontext nutzen, mit eigener Sichtbarkeitssteuerung und Transparenz, sodass sich das Fachmodell im Zusammenhang bearbeiten lässt, ohne dass alle Fremdmodelle als Revit-Verknüpfungen mitgeladen werden. In der Kombination arbeitet die Koordination dann zentral und die Bearbeitung im Fachmodell, was in größeren Projekten die übliche Aufteilung ist.

Zu erwähnen bleibt, dass die Entscheidung keine Grundsatzfrage ist. In der Entwurfs- und Genehmigungsphase, in der die Fachmodelle noch grob sind und die Zahl der Beteiligten überschaubar ist, ist die eingebaute Prüfung schnell, ausreichend und ohne zusätzliche Einrichtung verfügbar. Der Wechsel kommt mit dem Detaillierungsgrad, nicht mit dem Projektwert.

Vom Fund zur Zuständigkeit

Der Schritt, an dem die meisten Koordinationsrunden hängen bleiben, ist nicht technisch. Er besteht darin, zu jedem Konflikt festzulegen, wer ihn bewertet und wer ihn auflöst. Diese beiden Rollen fallen selten zusammen: Ob eine Durchdringung durch eine zusätzliche Aussparung, durch eine geänderte Trassenführung oder durch eine angepasste lichte Höhe gelöst wird, entscheidet in der Regel die Koordination, umgesetzt wird es aber im jeweiligen Fachmodell.

Damit das funktioniert, braucht jeder Konflikt drei Angaben: eine eindeutige Stelle im Modell, eine benannte Person und einen Termin. Die Stelle liefert das Werkzeug, die anderen beiden müssen vereinbart werden. Ein Bericht ohne Adressat ist eine Sammlung von Beobachtungen, und Sammlungen von Beobachtungen werden in Projekten zuverlässig abgelegt und nicht abgearbeitet.

Ebenso wichtig ist der Rhythmus. Eine Prüfung, die stattfindet, wenn jemand daran denkt, erzeugt jedes Mal eine neue, unüberschaubare Liste, weil zwischen zwei Läufen zu viel passiert ist. Ein fester Takt, an den auch der Modellstand gebunden ist, hält die Liste klein: Jede Runde bringt die Konflikte seit der letzten. Welcher Takt richtig ist, hängt an der Projektphase, und genau das gehört zu den Punkten, die vorab schriftlich festgelegt werden.

Was die Gebäudetechnik im Modell voraussetzt

Eine Kollisionsprüfung ist nur so gut wie das Modell darunter, und in der Gebäudetechnik hängt daran mehr als bei Wänden und Decken. Kanäle und Leitungen entstehen als Systeme, das heißt als zusammenhängende Netze mit Anschlusspunkten, Formteilen und Fließrichtung. Ein Netz, das aus einzelnen, nicht verbundenen Segmenten besteht, sieht in der Ansicht gleich aus, verhält sich aber anders: Änderungen pflanzen sich nicht fort, und Auswertungen laufen ins Leere.

Der zweite Punkt ist der Bauraum. Ein Kanal im Modell ist der Kanal, nicht der Platz, den er braucht. Dämmung, Aufhängung, Revisionsöffnungen und der Raum zum Einbauen kommen dazu, und keiner dieser Anteile taucht in einer geometrischen Durchdringung auf, solange er nicht modelliert ist. In Projekten, in denen es eng wird, lohnt es sich, für die Haupttrassen einen Bauraum als eigenes Volumen zu führen und diesen gegen die Architektur zu prüfen statt die Kanäle selbst.

Der dritte Punkt betrifft den Detaillierungsgrad. Ein Fachmodell in der Entwurfsphase enthält Trassen, kein Ausführungsmodell. Eine Kollisionsprüfung gegen ein Architekturmodell, das schon Details enthält, während das Fachmodell noch grob ist, liefert Treffer, die niemandem helfen. Der Detaillierungsgrad je Phase gehört deshalb für beide Seiten festgelegt, bevor die erste gemeinsame Prüfung stattfindet, und ist einer der Punkte, für die es in Deutschland mit dem Informationsbedarfsniveau eine eigene Norm gibt.

Dazu passende Kurse

Wenn Architektur und Gebäudetechnik bisher nebeneinander statt miteinander planen, setzen Revit-Schulungen für die Koordination von Fachmodellen genau an dieser Nahtstelle an.

Für Büros, die den gemeinsamen Modellstand erst noch aufbauen, findest du bei cmt CAD-Trainings für Architektur und Fachplanung .

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Häufige Fragen

Muss die Gebäudetechnik im selben Modell liegen wie die Architektur?
Nein, und in der Regel ist das auch nicht sinnvoll. Der übliche Aufbau sind getrennte Fachmodelle, die sich gegenseitig als Verknüpfung einbinden. Die Kollisionsprüfung kann in beiden Spalten wahlweise das aktuelle Projekt oder ein verknüpftes Modell auswerten, arbeitet also mit dieser Trennung problemlos. Voraussetzung ist, dass die Modelle über gemeinsame Koordinaten an derselben Stelle liegen.
Kann Revit einen Mindestabstand prüfen statt nur die Durchdringung?
Die eingebaute Prüfung meldet geometrische Durchdringungen und kennt keinen Toleranzbereich. Wenn ein Mindestabstand die eigentliche Anforderung ist, gibt es zwei Wege: den Abstand im Modell als eigenes Volumen führen und dieses prüfen, oder ein Koordinationswerkzeug einsetzen, das Regelsätze mit Abständen kennt. In der Ausführungsplanung ist der zweite Weg der übliche.
Warum finde ich Konflikte an Bauteilen aus dem Ausführungsmodell nicht?
Weil Fabrication Parts der Gebäudetechnik und Elemente der detaillierten Stahlmodellierung laut Autodesk bei der Kollisionsprüfung nicht berücksichtigt werden. Für diese Elemente empfiehlt Autodesk selbst den Weg über Navisworks. Wichtig ist, dass es dafür keine Warnung gibt, die Prüfung also unauffällig unvollständig bleibt. Halte deshalb im Prüfbericht fest, welche Kategorien einbezogen waren.
Wie halten wir den Stand über mehrere Prüfrunden fest?
Nicht mit der Aktualisierung im Berichtsdialog, denn diese prüft ausschließlich die Konflikte des aktuellen Berichts erneut und führt die Prüfung nicht neu aus. Für den Verlauf brauchst du entweder den exportierten Bericht mit Datum als Ablage oder ein Werkzeug, das Konflikte als Vorgänge führt. Sobald mehr als zwei Beteiligte an derselben Liste arbeiten, ist der zweite Weg der günstigere.
Wer entscheidet, wie ein Konflikt aufgelöst wird?
In der Regel die Koordination, umgesetzt wird es im jeweiligen Fachmodell. Dass diese beiden Rollen getrennt sind, ist der Grund, warum Berichte ohne benannten Adressaten liegen bleiben. In Projekten mit mehreren Büros gehört die Zuordnung schriftlich festgehalten, gemeinsam mit dem Prüfrhythmus und dem Umfang der Prüfung, und der Ort dafür ist der BIM-Abwicklungsplan.
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