Migration & Strategie

Server in die Cloud migrieren: Vorgehen für AWS und Azure

Der Transfer der virtuellen Maschinen ist der einfachste Teil einer Migration, beide großen Anbieter erledigen ihn mit fortlaufender Replikation im laufenden Betrieb. Zeit und Geld kosten Bestandsaufnahme, Netzanbindung, Lizenzen und der Betrieb danach. Wer ohne Zielarchitektur startet, verschiebt das Rechenzentrum eins zu eins in die Cloud und zahlt anschließend dauerhaft mehr als vorher.

5 Kapitel mit allen Befehlen
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Worum es geht

Warum Migrationsprojekte teurer werden als geplant

Der Auslöser ist selten technisch. Meistens läuft ein Wartungsvertrag für die Hardware aus, ein Rechenzentrumsvertrag steht zur Verlängerung an oder der Serverraum im eigenen Haus soll weg. Damit steht ein Termin fest, bevor irgendjemand den Bestand kennt. Genau in dieser Reihenfolge entstehen die teuren Migrationen: Erst wird der Umzugstermin zugesagt, dann stellt sich heraus, dass zwölf Fachanwendungen an feste IP-Adressen gebunden sind, drei an Hardware-Dongles hängen und für zwei niemand mehr den Hersteller erreicht.

Der zweite Kostentreiber ist das reine Verschieben ohne Größenanpassung. Ein Server, der seit sechs Jahren mit vier Prozent Auslastung läuft, wird in der Cloud eins zu eins nachgebaut und kostet dort jeden Monat Geld, während er im eigenen Rack längst abgeschrieben war. Dazu kommen Posten, die es vorher nicht gab: ausgehender Datenverkehr, NAT-Gateways, öffentliche IP-Adressen, Sicherungen mit Aufbewahrungsfristen und die Anbindung ans eigene Netz. Ohne Größenanpassung vor der Migration liegt die Rechnung oft dreißig bis fünfzig Prozent über der Schätzung.

Der dritte Punkt ist der Rückweg. Fortlaufende Replikation funktioniert in eine Richtung, und zwar von deinem Rechenzentrum in die Cloud. Sobald die migrierte Maschine produktiv Daten schreibt, ist der Weg zurück kein Klick mehr, sondern ein eigenes Projekt. Deshalb entscheidet sich der Erfolg eines Umschaltwochenendes an zwei Vorbereitungen: einer Testumschaltung in ein isoliertes Netz und einem klar definierten Zeitpunkt, ab dem nicht mehr zurückgeschaltet, sondern nur noch nachgebessert wird.

Miniatur-Szene: alter Serverschrank links, leuchtende Cloud rechts, dazwischen eine Brücke mit Kisten

Sechs Schritte einer Servermigration

  1. 01 Bestand messen: Auslastung, Abhängigkeiten, Lizenzen, Verträge
  2. 02 Zuordnen: ausmustern, ersetzen, verschieben oder anpassen
  3. 03 Zielumgebung bauen: Konten, Netz, Rechte, Sicherung
  4. 04 Replizieren und in ein isoliertes Netz testumschalten
  5. 05 Umschalten in Wellen, mit Rückweg und festem Endzeitpunkt
  6. 06 Nachsteuern: Größe anpassen, Kosten binden, Betrieb übergeben
Was du mitnimmst

Ein Vorgehen, das den Termin hält

Migrationen scheitern nicht an Werkzeugen, sondern an fehlender Vorarbeit. Die Reihenfolge unten hat sich in Projekten beider Anbieter bewährt.

Bestand messen, nicht schätzen

Anzahl und Größe der Maschinen, tatsächliche Auslastung über mindestens vier Wochen, offene Netzverbindungen, Abhängigkeiten untereinander, Lizenzen und Supportmatrizen. AWS bietet dafür den Application Discovery Service, Microsoft die Azure-Migrate-Appliance. Beide erzeugen Abhängigkeitskarten, und genau die brauchst du, um Maschinen zu Wellen zu bündeln, die gemeinsam umziehen müssen.

Die sieben Wege sauber zuordnen

Ausmustern, Behalten, Verschieben, Verlagern, Ersetzen, Anpassen, Neubauen. In fast jedem Bestand lassen sich zwanzig bis dreißig Prozent der Maschinen ausmustern oder durch fertige Dienste ersetzen, bevor überhaupt etwas umzieht. Das ist der größte Hebel im ganzen Projekt und kostet nur Gespräche mit den Fachbereichen, keine Technik.

Zielumgebung vor der ersten Maschine

Konten- oder Abonnementstruktur, Netzsegmente und Adressplan, Berechtigungen, Protokollierung, Sicherung und Kennzeichnung stehen vor der ersten migrierten Maschine. Wer das nachträglich einführt, muss alles ein zweites Mal anfassen. Diese Grundlage heißt Landing Zone und ist bei beiden Anbietern als Referenzarchitektur beschrieben.

Replikation und Testumschaltung

AWS Application Migration Service und Azure Migrate replizieren blockweise im laufenden Betrieb und erzeugen aus dem Replikat Testmaschinen in einem isolierten Netz. Diese Testumschaltung ist nicht optional. Sie ist der einzige Zeitpunkt, an dem Treiberprobleme, fehlende Agenten und falsche Adressen auffallen, ohne dass Nutzer betroffen sind.

Umschaltung mit definierter Rückfallebene

Vor dem Wochenende werden die Gültigkeitsdauern im Namensdienst gesenkt, die Reihenfolge je Anwendung festgeschrieben und ein Zeitpunkt festgelegt, ab dem nicht mehr zurückgeschaltet wird. Die alten Maschinen bleiben ausgeschaltet stehen, mindestens zwei Wochen. Sie sind der Rückweg, solange noch keine neuen Daten geschrieben wurden.

Nach der Umschaltung Größe und Kosten nachziehen

Wer eine Maschine unverändert übernimmt, bezahlt die Reserve aus dem eigenen Rechenzentrum in der Cloud jeden Monat weiter. In der Woche nach der Umschaltung gehören deshalb gemessene Auslastung und Rechnung nebeneinander, danach werden Maschinengrößen, Datenträgerklassen und Sicherungspläne angepasst. Erst diese Nacharbeit entscheidet, ob sich die Migration rechnet.

Tutorial

Von der Bestandsaufnahme bis zum Umschaltwochenende

Der Transfer der virtuellen Maschinen ist der einfachste Teil, Zeit und Geld kosten Bestandsaufnahme, Netzanbindung, Lizenzen und der Betrieb danach. Wer ohne Zielarchitektur startet, verschiebt das Rechenzentrum eins zu eins und zahlt anschließend dauerhaft mehr als vorher. Deshalb läuft der Weg hier so: Bestand messen, Strategie je Maschine festlegen, Zielumgebung vorbereiten, replizieren und testumschalten, produktiv umschalten und danach Größe und Kosten nachziehen, mit AWS und Azure nebeneinander.

01

Schritt 1: Bestand messen statt schätzen

Die Inventarliste aus der Buchhaltung stimmt nie. Was zählt, sind gemessene Auslastung, offene Verbindungen und die Frage, welche Maschine ohne welche andere nicht funktioniert.

Bestand und Abhängigkeiten im eigenen Rechenzentrum erfassen
# vSphere-Inventar mit den Werten, die spaeter die Zielgroesse bestimmen
govc find / -type m | wc -l
govc ls -l /DC/vm
govc vm.info -json app01 | jq '.virtualMachines[].config | {cpu:.hardware.numCPU,ram:.hardware.memoryMB,firmware:.firmware}'

# Auf jedem Linux-Gast: wer redet mit wem?
ss -tulpen | awk '{print $5, $6, $7}' | sort -u
systemctl list-units --type=service --state=running --no-pager
lsblk -o NAME,SIZE,FSTYPE,MOUNTPOINT

# Auf jedem Windows-Gast
# Get-NetTCPConnection -State Established | Select-Object LocalPort,RemoteAddress,RemotePort,OwningProcess
# Get-Service | Where-Object Status -eq Running | Select-Object Name,DisplayName

Vier Werte je Maschine entscheiden über den Aufwand: Firmware, also BIOS oder UEFI, der Plattencontroller, die Betriebssystemversion samt Supportstatus und offene eingehende Verbindungen. Die Auslastung misst du über mindestens vier Wochen, sonst erwischst du den Monatsabschluss nicht.

Erfassung über die Werkzeuge der Anbieter
# AWS Application Discovery Service: Agenten und erfasste Server
aws discovery describe-agents --region eu-central-1 --output table
aws discovery describe-configurations --configuration-ids <id>
aws discovery start-export-task --export-data-format CSV

# Azure Migrate wird ueber Portal, ARM-Vorlagen und PowerShell gesteuert,
# eine vollstaendige az-CLI-Abdeckung gibt es dafuer nicht.
# Nach der Erfassung: Bewertungsergebnis exportieren und pruefen, welche
# Maschinen als "bereit mit Bedingungen" oder "nicht bereit" markiert sind.

Beide Werkzeuge liefern eine Abhängigkeitskarte. Sie ist der eigentliche Grund, sie einzusetzen, denn daraus ergeben sich die Migrationswellen: Maschinen, die miteinander sprechen, ziehen gemeinsam um, sonst läuft der Verkehr nach der Umschaltung quer durch die Standleitung.

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Schritt 2: Jeder Maschine eine Strategie zuordnen

Vor dem ersten Umzug wird sortiert. Der größte Gewinn liegt in den Maschinen, die gar nicht mitkommen.

Die sieben Wege und wann welcher gilt

WegWann er passtWas er kostet
AusmusternNiemand kennt den Dienst, keine Zugriffe seit MonatenNur ein Abstimmungsgespräch, spart dauerhaft
BehaltenHardwarebindung, Latenzanforderung, Auslaufdatum in SichtNichts, aber der Serverraum bleibt bestehen
VerschiebenStandardanwendung ohne ModernisierungsbedarfAm schnellsten, spart am wenigsten laufende Kosten
VerlagernGanze VMware-Landschaft, Umbau soll später kommenZwischenschritt, verschiebt den eigentlichen Umbau
ErsetzenStandardsoftware, für die es einen fertigen Dienst gibtProjektaufwand, spart Betrieb dauerhaft
AnpassenDatenbank oder Anwendungsserver wird zum verwalteten DienstMittlerer Aufwand, größter Hebel bei den Betriebskosten
NeubauenAnwendung ist ohnehin am Ende, Fachbereich zieht mitTeuerster Weg, gehört nicht in ein Migrationsprojekt mit Termin

Die häufigste Fehlentscheidung ist der Neubau mitten im Migrationsprojekt. Wenn ein Rechenzentrumsvertrag ausläuft, ist der Termin nicht verhandelbar, und eine Anwendungsmodernisierung ist es sehr wohl. Verschiebe zuerst, modernisiere danach, dann steht der Termin. Welche Anwendungen den Umbau überhaupt lohnen und woran du das erkennst, behandeln wir unter Lift and Shift oder Neubau.

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Schritt 3: Zielumgebung vor der ersten Maschine

Konten, Netz, Rechte, Protokollierung und Sicherung stehen vorher. Sonst migrierst du zweimal, einmal in die Cloud und einmal in die richtige Struktur.

Grundgerüst prüfen, AWS und Azure
# AWS: Organisation, Konten, Regionen
aws organizations list-accounts --query 'Accounts[].{name:Name,id:Id,status:Status}' --output table
aws ec2 describe-regions --query 'Regions[].RegionName' --output text

# AWS: laeuft die Protokollierung ueber alle Regionen und ist sie manipulationssicher?
aws cloudtrail describe-trails \
  --query 'trailList[].{name:Name,multiRegion:IsMultiRegionTrail,validierung:LogFileValidationEnabled}' --output table

# Azure: Verwaltungsgruppen, Abonnements, Adressraeume
az account management-group list --output table
az account list --query "[].{name:name,id:id,state:state}" --output table
az network vnet list --query "[].{name:name,rg:resourceGroup,praefix:addressSpace.addressPrefixes[0]}" --output table

Der Adressplan ist der Punkt, an dem am häufigsten nachgearbeitet wird. Überschneidungen zwischen deinem Rechenzentrumsnetz und den neuen virtuellen Netzen lassen sich später nur noch mit Adressumsetzung reparieren. Wie du beide Seiten sauber verbindest, steht unter Rechenzentrum an die Cloud anbinden.

Was vor der ersten migrierten Maschine stehen muss

  • Konten- oder Abonnementstruktur mit getrennten Umgebungen für Produktion und Test.Eine gemeinsame Umgebung lässt sich später nur mit einer zweiten Migration trennen. Getrennte Konten sind außerdem die einzige wirklich harte Grenze bei den Berechtigungen.
  • Adressplan ohne Überschneidung mit dem eigenen Rechenzentrum, mit Reserve.Überschneidende Bereiche verhindern das Weiterleiten über die Standleitung. Die Reparatur kostet Adressumsetzung an jeder Verbindung und macht die Fehlersuche dauerhaft schwer.
  • Kennzeichnung verbindlich festgelegt und über eine Richtlinie erzwungen.Ohne einheitliche Kennzeichnung lassen sich Kosten später keiner Abteilung zuordnen. Nachträgliches Kennzeichnen von tausend Ressourcen macht niemand.
  • Protokollierung über alle Regionen und Konten, mit geschütztem Ablageort.Wer erst nach einem Vorfall protokolliert, hat für den Vorfall selbst keine Daten. Für NIS2-pflichtige Häuser ist der lückenlose Nachweis ohnehin verpflichtend.
  • Sicherungskonzept mit Aufbewahrungsfrist und einem geprüften Rückspielen.Eine Sicherung ohne getestetes Rückspielen ist eine Vermutung. Nach der Migration ist niemand mehr da, der die alte Bandsicherung bedienen kann.
  • Kostenwarnung je Konto und Abonnement, bevor die erste Maschine läuft.Migrationsphasen erzeugen doppelte Kosten, weil alt und neu parallel laufen. Ohne Warnschwelle merkt das niemand vor der Monatsrechnung.
04

Schritt 4: Replizieren und in ein isoliertes Netz testumschalten

Die Replikation läuft im laufenden Betrieb über Tage. Die Testumschaltung danach ist der wichtigste Termin des ganzen Projekts.

AWS Application Migration Service steuern
REG=eu-central-1

# Replikationsstand aller erfassten Server
aws mgn describe-source-servers --region $REG \
  --query 'items[].{id:sourceServerID,host:sourceProperties.identificationHints.hostname,stand:dataReplicationInfo.dataReplicationState,rest:dataReplicationInfo.lagDuration}' \
  --output table

# Testumschaltung in ein isoliertes Netz, ohne Wirkung auf die Quelle
aws mgn start-test --region $REG --source-server-ids s-11111111111111111

# Fortschritt und Fehler des Auftrags mitlesen
aws mgn describe-job-log-items --region $REG --job-id <job-id> --output table

# Erst nach erfolgreichem Test: produktive Umschaltung
aws mgn start-cutover --region $REG --source-server-ids s-11111111111111111

Die Replikation läuft weiter, solange der Agent aktiv ist, die Quelle bleibt dabei unberührt in Betrieb. Achte auf lagDuration: Ein Rückstand von mehreren Stunden bedeutet, dass die Leitung nicht reicht, und das musst du vor dem Umschaltwochenende wissen, nicht während.

Nach der Testumschaltung prüfen, bevor irgendetwas produktiv geht
# Erreicht die Maschine ihre Abhaengigkeiten ueberhaupt?
for ziel in db01.intern:5432 ldap.intern:636 smtp.intern:25; do
  host=${ziel%%:*}; port=${ziel##*:}
  timeout 3 bash -c "</dev/tcp/$host/$port" && echo "ok   $ziel" || echo "FEHL $ziel"
done

# Namensaufloesung aus Sicht der neuen Maschine
dig +short db01.intern
resolvectl status | sed -n '1,20p'

# Azure: laeuft die migrierte Maschine dort, wo sie soll?
az vm list -d -g rg-migration-welle1 \
  --query "[].{name:name,ort:location,ip:privateIps,status:powerState}" --output table

Die häufigsten Befunde in der Testumschaltung sind immer dieselben: fehlende Namensauflösung ins eigene Netz, Anwendungen mit fest verdrahteten IP-Adressen, abgelaufene Zertifikate und Agenten für Sicherung oder Überwachung, die im Abbild fehlen. Alle vier sind vor dem Wochenende in Ruhe zu reparieren, während des Wochenendes nicht.

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Schritt 5: Umschalten mit Rückweg, danach Kosten nachziehen

Das Wochenende gehört der Reihenfolge und dem Namensdienst. Die Woche danach gehört den Zahlen, denn erst dort entscheidet sich, ob die Migration sich rechnet.

Namensdienst umstellen und den Rückweg offenhalten
# Tage vorher: Gueltigkeitsdauer senken, damit die Umstellung schnell greift
aws route53 change-resource-record-sets --hosted-zone-id Z123456789ABC \
  --change-batch file://ttl-60.json

# Wirkt die neue Gueltigkeitsdauer schon ueberall?
dig +noall +answer app.example.de
dig +noall +answer app.example.de @8.8.8.8

# Am Umschalttag: Ziel wechseln
aws route53 change-resource-record-sets --hosted-zone-id Z123456789ABC \
  --change-batch file://cutover.json

# Azure: privater Namensbereich fuer interne Namen
az network private-dns record-set a update -g rg-netz \
  -z intern.example.de -n app --set aRecords[0].ipv4Address=10.30.1.14

Senke die Gültigkeitsdauer mindestens 48 Stunden vor dem Termin auf 60 Sekunden und setze sie erst eine Woche nach der Umschaltung wieder hoch. Sonst hängen Zwischenspeicher bei Anwendern und Partnern noch stundenlang am alten Ziel, und du hältst das Wochenende nicht.

Erste Woche nach der Umschaltung: Größe und Kosten prüfen
# AWS: Kosten nach Dienst, gegen die Schaetzung halten
aws ce get-cost-and-usage \
  --time-period Start=2026-08-01,End=2026-09-01 \
  --granularity MONTHLY --metrics UnblendedCost \
  --group-by Type=DIMENSION,Key=SERVICE --output table

# AWS: Empfehlungen zur Groessenanpassung
aws compute-optimizer get-ec2-instance-recommendations \
  --query 'instanceRecommendations[].{id:instanceArn,jetzt:currentInstanceType,besser:recommendationOptions[0].instanceType}' \
  --output table

# Azure: Verbrauch und Empfehlungen
az consumption usage list --start-date 2026-08-01 --end-date 2026-08-31 \
  --query "[].{dienst:consumedService,kosten:pretaxCost}" --output tsv
az advisor recommendation list --category Cost --output table

Passe die Größen erst nach zwei bis vier Wochen echter Last an, dann binde Kapazität über Sparpläne oder reservierte Instanzen. In dieser Reihenfolge, denn wer zuerst für drei Jahre bindet und danach verkleinert, zahlt die Reservierung für Maschinen, die es nicht mehr gibt. Das systematische Vorgehen dazu steht unter Cloud-Kosten analysieren.

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Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Servermigration in AWS und Azure

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Wie lange dauert die Migration von hundert Servern?
Rechne mit sechs bis zwölf Monaten, und der Löwenanteil liegt nicht im Kopiervorgang. Bestandsaufnahme und Abhängigkeitsanalyse brauchen sechs bis acht Wochen, der Aufbau der Zielumgebung vier bis sechs, danach ziehen Wellen von zehn bis zwanzig Maschinen im Abstand von zwei bis drei Wochen um. Die Replikation selbst läuft im Hintergrund und ist selten der Engpass. Zeit kosten die Sonderfälle: Anwendungen mit Hardwarebindung, fehlende Herstellerunterstützung und Fachbereiche, die kein Wartungsfenster hergeben.
Welche Server gehören nicht in die Cloud?
Vier Gruppen. Erstens alles mit physischer Bindung, also Dongles, Messkarten, Steuerungen an Maschinen. Zweitens Systeme mit harten Latenzanforderungen zu Geräten vor Ort, etwa in der Fertigung. Drittens Anwendungen, deren Hersteller den Betrieb in der Cloud nicht unterstützt, was bei älterer Branchensoftware häufig vorkommt. Viertens sehr konstante, große Lasten mit viel ausgehendem Datenverkehr, die im eigenen Rechenzentrum schlicht günstiger bleiben. Alles davon erkennst du in der Bestandsaufnahme, nicht im Umschaltwochenende.
Reicht die Leitung ins eigene Rechenzentrum für die Replikation?
Das lässt sich ausrechnen und sollte auch ausgerechnet werden. Übertragen wird zuerst der belegte Speicherplatz vollständig, danach nur noch die Änderungen. Eine 200-Mbit-Leitung schafft unter guten Bedingungen etwa 2 Terabyte am Tag, und sie wird währenddessen für den normalen Betrieb knapp. Bei großen Datenmengen sind physische Transportgeräte wie AWS Snowball Edge oder Azure Data Box der schnellere Weg. Miss den Rückstand der Replikation täglich, denn ein wachsender Rückstand bedeutet, dass die Umschaltung nicht halten wird.
Was ändert sich nach der Migration im Betrieb?
Drei Dinge. Die Sicherung läuft nicht mehr über eine zentrale Software mit Bandbibliothek, sondern über Dienste mit eigenen Aufbewahrungsregeln, und die Rückspielprobe muss neu etabliert werden. Die Überwachung wechselt von Agenten auf Metriken und Protokolle der Plattform, mit anderen Alarmschwellen. Und Berechtigungen laufen über Rollen der Plattform statt über lokale Gruppen, was ein neues Berechtigungskonzept erfordert. Plane für diese Umstellung Schulungszeit ein, sonst betreibt das Team die neue Umgebung mit alten Handgriffen.
Wie halten wir die DSGVO-Anforderungen bei einer Migration ein?
Wähle Regionen in Deutschland oder der EU, schließe einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab und dokumentiere die Bewertung möglicher Drittlandtransfers, bevor Daten fließen. Aktualisiere das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, denn der Ort der Verarbeitung ändert sich. Technisch gehören Verschlüsselung ruhender Daten mit eigenen Schlüsseln, ein Berechtigungskonzept nach dem Grundsatz der geringsten Rechte und lückenlose Protokollierung dazu. Fordert eine Aufsicht zusätzlich einen Sicherheitsnachweis des Anbieters, führt der Weg über ein C5-Testat.

Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.

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Nächster Schritt

Migration planen, Team vorher qualifizieren

Eine Migration gelingt mit einem Team, das die Zielplattform kennt, bevor die erste Maschine umzieht. Für die AWS-Seite bereiten Migrating to AWS und AWS Migration Essentials genau darauf vor, für Einsteiger gibt es die technischen Grundlagen. Auf der Microsoft-Seite passen AZ-305 für den Entwurf der Zielarchitektur sowie AZ-800 und AZ-801 für hybride Windows-Server-Umgebungen. Sprich uns an, dann schauen wir gemeinsam auf deinen Bestand und den passenden Einstieg.