Was ist ein Keyframe?
Schlüsselbild
Ein Keyframe ist ein markierter Zeitpunkt, an dem du für eine Eigenschaft wie Position, Skalierung oder Deckkraft einen festen Wert hinterlegst. Alle Bilder zwischen zwei Keyframes berechnet das Programm selbst, das nennt sich Interpolation.
Ein Logo soll einfliegen und stehen bleiben, und du legst dafür nur die beiden Zeitpunkte mit ihren Werten fest, alles dazwischen rechnet das Programm nach deinen Vorgaben.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Zu Hause in
- After Effects, Premiere Pro, DaVinci Resolve, Blender
- Setzt du auf
- Einzelne Eigenschaften, nicht auf ganze Ebenen
- Dazwischen
- Interpolation berechnet die Zwischenbilder
- Verwechselt mit
- Frame, dem bloßen Einzelbild
Zwei Werte ergeben eine Bewegung
Eine Animation braucht mindestens zwei Keyframes: einen Anfangs- und einen Endwert. Setzt du bei Sekunde null die Position links und bei Sekunde zwei die Position rechts, füllt das Programm alle Bilder dazwischen mit berechneten Zwischenwerten, bei 25 Bildern pro Sekunde also fünfzig Stück. Genau deshalb heißt es Schlüsselbild, denn du gibst nur die Schlüsselstellen vor.
In After Effects unterscheidest du dabei zwei Ebenen der Interpolation. Die zeitliche steuert, wie schnell sich ein Wert ändert, die räumliche legt bei Positionen fest, auf welcher Bahn sich das Objekt bewegt. Ein Bogen im Kompositionsfenster statt einer geraden Linie kommt fast immer aus der räumlichen Interpolation, nicht aus einem falschen Wert.
Easing entscheidet über die Wirkung
Lineare Interpolation lässt Bewegungen billig aussehen, weil in der Realität nichts schlagartig auf volle Geschwindigkeit springt und dann abrupt stoppt. Mit Easing gibst du dem Wert eine Beschleunigung und eine Bremsung, die Bewegung bekommt Gewicht.
Wirklich kontrollierbar wird das erst im Diagrammeditor. Dort schaltest du zwischen Wertekurve und Geschwindigkeitskurve um. Die Geschwindigkeitskurve zeigt dir Pixel pro Sekunde und macht sichtbar, was der Blick nur ahnt: eine Spitze in der Mitte bedeutet einen Ruck, ein flacher Auslauf ein weiches Ankommen.
Typische Fehler in der Zeitleiste
Der häufigste ist zu viel Handarbeit. Wer eine wiederkehrende Bewegung mit dreißig Keyframes baut, kann sie später nicht mehr im Timing ändern. Für Wiederholungen, Verzögerungen und Reaktionen auf andere Ebenen sind Expressions und Verknüpfungen zwischen Ebenen der kürzere Weg.
Der zweite ist das Verschieben einzelner Keyframes ohne Blick auf den Rest. Ziehst du nur den letzten weiter nach hinten, ändert sich die Geschwindigkeit der gesamten Bewegung, nicht nur ihr Ende. Wenn du das komplette Timing strecken willst, markierst du alle Keyframes und ziehst mit gedrückter Alt-Taste am äußeren Rand der Auswahl.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Keyframe und was oft damit gleichgesetzt wird
Ein Frame ist ein Einzelbild der Sequenz, davon gibt es je nach Bildrate 24, 25 oder mehr pro Sekunde. Ein Keyframe ist kein eigenes Bild, sondern eine Wertmarke auf der Zeitleiste, die auf einem dieser Frames sitzt.
Eine Expression berechnet den Wert einer Eigenschaft über eine kleine Formel, statt ihn festzuschreiben. Keyframes setzen Werte, Expressions leiten sie ab, etwa aus der Zeit oder aus einer anderen Ebene.
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Zwischen zwei Keyframes entscheidet sich, ob die Bewegung billig aussieht
Zwei Werte ergeben zwar schon eine Bewegung, aber lineare Interpolation wirkt mechanisch, weil nichts in der echten Welt schlagartig auf volle Geschwindigkeit geht. Deshalb arbeitest du mit Beschleunigung und Abbremsen. In After Effects ist „Easy Ease“ dabei nur der Einstieg, die eigentliche Arbeit steckt im Geschwindigkeitsdiagramm, wo du die Kurve zwischen den Marken selbst ziehst.
Der zweite Klassiker sind Keyframes auf Drehung und Skalierung, während der Ankerpunkt der Ebene noch in der Ecke sitzt. Das Objekt dreht sich dann um einen Punkt außerhalb seiner selbst. Verschieb den Ankerpunkt, bevor du die erste Marke setzt, sonst korrigierst du hinterher jeden einzelnen Wert.
Änderst du später die Bildrate oder die Länge der Komposition, verschieben sich gesetzte Marken gegenüber Ton und Schnitt, und ein sauber getimter Wechsel sitzt plötzlich einen Tick daneben. Leg Format, Bildrate und Länge deshalb fest, bevor du mit dem Feintiming anfängst.
Keyframe lernen
Den Umgang mit dem Diagrammeditor und sauberen Geschwindigkeitskurven übst du in den Trainings zu Adobe After Effects an eigenen Projekten.
Dasselbe Prinzip trägt auch Kamerafahrten und Animationen im Sequencer einer Echtzeit-Engine, wie sie die Kurse rund um die Unreal Engine behandeln.
Häufige Fragen
Wie viele Keyframes braucht eine einfache Bewegung?
Was ist der Unterschied zwischen räumlicher und zeitlicher Interpolation?
Kann ich Keyframes in ein anderes Programm übernehmen?
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Keyframe im Kurs statt im Lexikon
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