Zwei Wege in die SAP-Beratung, und einer ist kürzer
Prozesswissen aus der eigenen Abteilung wiegt in diesem Feld schwerer als jede Programmiersprache, und genau deshalb ist der Weg aus der Fachabteilung für die meisten der schnellere.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Einstieg scheitert selten am Wissen, meistens am fehlenden System
SAP lernt man nicht durch Lesen. Customizing versteht, wer es ausprobiert, und dafür braucht es einen Mandanten, in dem ein Fehler folgenlos bleibt. Genau daran hängt der Einstieg von außen: Wer nicht in einem Haus arbeitet, das SAP einsetzt, kommt an ein Übungssystem nur über Schulungen oder über Zugänge, die zeitlich begrenzt sind.
Der zweite Stolperstein ist die Erwartung, SAP-Beratung sei eine technische Tätigkeit. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, einen Geschäftsprozess so zu verstehen, dass du ihn im System abbilden kannst, und den Beteiligten zu erklären, warum ihr gewohnter Ablauf im Standard anders aussieht. Wer das nicht mag, wird in der Rolle nicht glücklich, egal wie gut die ABAP-Kenntnisse sind.
Teuer wird der falsche Einstieg dort, wo jemand Jahre in ein Modul steckt, das nicht zu seinem Hintergrund passt. Modulwissen ist tief und wenig übertragbar. Der Wechsel von der Materialwirtschaft ins Controlling ist kein Seitwärtsschritt, sondern fast ein Neuanfang.
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Der Weg in die Beratung, Schritt für Schritt
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Jeder Schritt setzt voraus, dass der vorige einen sichtbaren Zustand erreicht hat, und genau daran erkennst du, ob du weitergehen kannst.
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Im eigenen Haus zum Ansprechpartner werden
Der Einstieg beginnt dort, wo du schon bist. Übernimm die Fragen deiner Abteilung zum System, arbeite in Einführungs- und Testphasen mit und halte Einweisungen für Kolleginnen und Kollegen. Das ist unspektakulär und genau das, was später zählt, weil es zeigt, dass du zwischen Fachsprache und System übersetzen kannst.
Geschafft, wenn: wenn Fragen zum System bei dir landen, bevor jemand ein Ticket schreibt
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Ein Modul festlegen
Entscheide dich für den Bereich, dessen Geschäftsprozess du bereits verstehst, nicht für den, der gerade als aussichtsreich gilt. Wer aus der Buchhaltung kommt, geht Richtung Finanzwesen und Controlling, wer aus dem Vertrieb kommt, Richtung Vertriebsabwicklung, wer aus Einkauf oder Lager kommt, Richtung Materialwirtschaft.
Geschafft, wenn: wenn du benennen kannst, welche Geschäftsprozesse dein Modul abdeckt und welche daneben liegen
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Zugang zu einem Übungssystem organisieren
Ohne System bleibt alles Theorie. Frage im eigenen Haus nach einem Mandanten zum Ausprobieren, nutze die Systeme, die während einer Schulung bereitstehen, oder greife auf zeitlich begrenzte Zugänge zurück. Wichtig ist nur, dass ein Fehler dort niemanden trifft.
Geschafft, wenn: wenn du Einstellungen ändern kannst, ohne vorher um Erlaubnis fragen zu müssen
- 4
Customizing statt Bedienung lernen
Der Unterschied zwischen Anwender und Beratung liegt an dieser Stelle. Nimm ein Verhalten, das dich stört, und suche die Einstellung, die es steuert. Der Einführungsleitfaden ist dabei der zentrale Einstiegspunkt, und der Weg dorthin ist wichtiger als die einzelne Einstellung.
Geschafft, wenn: wenn du zu einem beobachteten Verhalten die zugehörige Einstellung findest
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Technisch so weit gehen, wie es die Beratung braucht
Du musst nicht entwickeln, aber du solltest ABAP lesen, einen Fehler eingrenzen und Schnittstellen einordnen können. Wer eine Erweiterung im Ansatz versteht, formuliert bessere Vorgaben und erkennt, wann eine Anforderung im Standard günstiger zu lösen ist.
Geschafft, wenn: wenn du einer Entwicklerin sagen kannst, wo es klemmt, statt nur dass es klemmt
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Im ersten Projekt mitlaufen
Melde dich für Test, Datenübernahme, Schulung und die Betreuung nach der Produktivsetzung. Diese Phasen sind unbeliebt und lehrreich, weil dort sichtbar wird, was ein Sollprozess im Alltag anrichtet.
Geschafft, wenn: wenn du eine Produktivsetzung erlebt hast und weißt, was in den zwei Wochen danach passiert
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Referenzen sammeln, nicht Kurstitel
Halte nach jedem Projekt fest, welche Rolle du hattest, welches Modul betroffen war, wie groß der Umfang war und was am Ende anders lief als geplant. Danach wird gefragt, und zwar in genau dieser Reihenfolge.
Geschafft, wenn: wenn dein Lebenslauf Projekte mit Rolle und Modul nennt und nicht nur Schulungen
Sechs Stationen vom Key User zur Beratung
- 01 Du beantwortest die SAP-Fragen deiner Abteilung, bevor jemand ein Ticket schreibt.
- 02 Du wählst ein Modul und kannst begründen, warum es zu dir passt.
- 03 Du bekommst Zugang zu einem System, in dem Ausprobieren erlaubt ist.
- 04 Du findest im Einführungsleitfaden die Einstellung hinter einem Verhalten.
- 05 Du begleitest eine Produktivsetzung und die Wochen danach.
- 06 Du sammelst Projektreferenzen mit Rolle und Modul statt Kurstiteln.
Was du mitnimmst
Du bekommst eine Reihenfolge für den Einstieg, die ohne Wunschdenken auskommt, und die Kriterien für die eine Entscheidung, die dich am längsten begleitet: die Modulwahl.
Den eigenen Ausgangspunkt nutzen
Du erkennst, ob dein Prozesswissen oder deine Technik der kürzere Hebel ist, und sparst dir den Umweg über das jeweils andere.
Ein Modul mit Begründung wählen
Du entscheidest anhand deiner Herkunft und der Nachfrage in deiner Region, statt dem Modul zu folgen, über das gerade am meisten geredet wird.
Customizing vom Bedienen trennen
Du führst ein Verhalten des Systems auf die Einstellung zurück, die es steuert, statt nur die Transaktion auswendig zu kennen.
Die technische Grenze kennen
Du kannst ABAP lesen und einen Fehler eingrenzen, ohne selbst zu entwickeln, und schreibst dadurch brauchbare Vorgaben.
Den Umstieg auf S/4HANA einordnen
Du weißt, was sich mit der neuen Generation fachlich geändert hat und warum Erfahrung aus beiden Welten gerade gefragt ist.
Referenzen statt Kurslisten sammeln
Du beschreibst deine Projekte mit Rolle, Modul und Ergebnis, weil danach gefragt wird und nicht nach Zertifikatsnamen.
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Die zwei Wege hinein, und was jeder verlangt
Der Weg aus der Fachabteilung beginnt fast immer mit derselben Beobachtung: Du bist die Person, die gefragt wird, wenn eine Buchung nicht durchgeht. Aus dieser Rolle heraus lässt sich der Übergang vorbereiten, indem du in Einführungsprojekten mitarbeitest, Tests übernimmst und Einweisungen hältst. Der Vorteil ist groß und wird unterschätzt: Prozesswissen entsteht über Jahre, Systemkenntnis in Monaten.
Der zweite Weg führt über die Entwicklung. Wer ABAP beherrscht und mit Objects, Debugger und Schnittstellen umgehen kann, kommt technisch überall hin, muss sich das fachliche Bild aber erst erarbeiten. Der Umweg ist länger, als er aussieht: Einen Bericht kann man programmieren, ohne den dahinterliegenden Prozess zu verstehen, beraten kann man so nicht.
Ein Quereinstieg ohne beides ist möglich, aber selten und meist über ein Beratungshaus mit eigenem Einarbeitungsprogramm. Wer diesen Weg sucht, bewirbt sich sinnvollerweise dort, wo Nachwuchs planmäßig aufgebaut wird, und nicht auf eine Stelle, die fertige Beratung sucht.
Die Modulwahl ist die Entscheidung, die am längsten trägt
Die gängigen Bereiche sind Finanzwesen und Controlling, Vertrieb, Materialwirtschaft und Einkauf, Produktion, Lagerverwaltung und Personal. Wer sich einmal entschieden hat, bleibt meistens dort, weil Kunden nach Modulerfahrung fragen und tiefes Wissen nur begrenzt übertragbar ist. Die Regel dahinter ist einfach: Nimm den Bereich, dessen Geschäftsprozess du schon verstehst, und nicht den, über den gerade am meisten geschrieben wird.
Mit S/4HANA hat sich fachlich mehr geändert als die Oberfläche. Buchhaltung und Controlling teilen sich mit dem Universal Journal eine gemeinsame Belegtabelle, Kunden und Lieferanten werden über den Geschäftspartner gepflegt, und für die Ergebnisrechnung gilt die kontenbasierte Variante als der vorgesehene Weg. Wer aus der alten Welt kommt, muss diese Unterschiede kennen, wer neu einsteigt, lernt gleich die neue.
Diese Umstellung ist keine freiwillige Modernisierung. SAP hat die Wartung für die Kernanwendungen der Business Suite 7 bis Ende 2027 zugesagt, danach ist eine erweiterte Wartung bis Ende 2030 möglich, für S/4HANA nennt der Hersteller eine Zusage bis 2040. Solange diese Projekte laufen, ist Erfahrung aus beiden Welten die gefragteste Kombination, und genau deshalb ist der Einstieg über eine Fachabteilung, die gerade umstellt, so aussichtsreich.
Warum die amtlichen Zahlen hier IT-Anwendungsberatung heißen
Eine SAP-Kategorie gibt es in der amtlichen Berufssystematik nicht. Die beiden Zellen unten heißen IT-Anwendungsberatung und umfassen die Beratung zu betrieblichen Anwendungssystemen insgesamt, also auch zu Systemen, die mit SAP nichts zu tun haben. Sie sind kein SAP-Gehalt, sondern die nächstgelegene belegbare Größe, und eine exakte SAP-Zahl in amtlicher Qualität gibt es schlicht nicht.
Die beiden Zeilen unterscheiden sich nur im Anforderungsniveau, also im Zuschnitt der Stelle. Spezialist und Experte sagen etwas über die Komplexität der Aufgabe aus und nichts über Dienstjahre. Wer sie als Erfahrungsstufen liest, legt der Statistik eine Aussage in den Mund, die sie nicht macht.
Zwei Einschränkungen sind in der Beratung besonders spürbar. Es sind Bruttomonatsverdienste in Vollzeit ohne Sonderzahlungen, also ohne Boni und ohne Weihnachts- oder Urlaubsgeld, und gerade in Beratungshäusern hängt ein merklicher Teil des Einkommens an genau diesen variablen Bestandteilen. Und der Median trägt weiter als der Durchschnitt, weil einzelne sehr hohe Verdienste den Durchschnitt anheben, ohne dass sich für die Mehrheit etwas ändert.
Was der Alltag wirklich ist
Ein typischer Tag besteht aus Abstimmungen, Tests, Dokumentation und dem Beantworten von Fragen zu Dingen, die seit Jahren so eingestellt sind. In Einführungsprojekten kommen Workshops dazu, in denen der Sollprozess entsteht, und die Übersetzung dieses Prozesses in Einstellungen. Programmiert wird eher selten, und wenn, dann von Entwicklerinnen und Entwicklern nach einer Vorgabe, die aus der Beratung kommt.
Die Reisetätigkeit ist der Punkt, an dem sich die Wege trennen. Beratung beim Kunden bedeutet häufig Anwesenheit vor Ort, zumindest in kritischen Phasen. Wer das nicht will, sucht eine Inhouse-Stelle: dieselbe fachliche Arbeit an einem System, das dem eigenen Arbeitgeber gehört, mit weniger Reise und mehr Verantwortung für den laufenden Betrieb.
Bei cmt laufen die Kurse zu den Fachmodulen überwiegend als Firmenschulung, weil Systemstand, Branche und Customizing den Inhalt stark bestimmen. Wer ein Modul für ein eigenes Team aufbauen will, bekommt dort den passenderen Zuschnitt, während Einstieg in ABAP und Überblick über S/4HANA sich gut in offener Form lernen lassen.
Woran du wächst und wohin es führt
Zwei Beratende mit gleicher Berufsdauer unterscheiden sich daran, ob sie im Workshop den Standard verteidigen können. Jede Anpassung, die du zulässt, muss jemand pflegen, und zwar bei jeder Systemänderung wieder. Wer eine Erweiterung durchwinkt, weil das Gespräch dann schneller vorbei ist, hinterlässt eine Rechnung, die erst Jahre später fällig wird.
Der zweite Unterschied liegt in der Fehlersuche. Erfahrene Leute grenzen ein, bevor sie raten: erst Beleg und Buchungslogik, dann Einstellungen, dann Erweiterungen, dann Berechtigungen. Wer diese Reihenfolge im Kopf hat, findet die Ursache in Minuten, wo andere einen Tag brauchen.
Weiter geht es in drei Richtungen: fachlich tiefer bis zur Verantwortung für ein Modul über mehrere Standorte, in die Leitung von Einführungsprojekten oder in die Architektur, wo das Zusammenspiel mehrerer Systeme und Schnittstellen im Vordergrund steht. Wer lange in Projekten unterwegs war, wechselt oft irgendwann auf eine Inhouse-Stelle, weil dort dieselbe Fachlichkeit ohne dauerhafte Reise gefragt ist.
Dazu passende Kurse
Den Überblick über die neue Generation und den Einstieg in einen Fachbereich deckt das Kursprogramm rund um S/4HANA und die Fachmodule ab.
Wenn du den technischen Weg gehen willst, fängst du bei die Kurse zur Entwicklung in ABAP an.
Die amtlichen Zahlen zu dieser Rolle
SAP ist in der amtlichen Systematik keine eigene Kategorie. Die beiden Zellen heißen IT-Anwendungsberatung und enthalten auch die Beratung zu ganz anderen Anwendungssystemen, sie sind also kein SAP-Gehalt, sondern die nächstgelegene belegbare Größe. Sie unterscheiden sich nur im Anforderungsniveau, und das beschreibt den Zuschnitt der Stelle und nicht die Berufserfahrung der Person. Wer in einem Beratungshaus arbeitet, findet einen Teil des eigenen Einkommens in diesen Zahlen ohnehin nicht wieder, weil variable Bestandteile und Sonderzahlungen nicht enthalten sind.
Amtliche Medianverdienste, April 2025
Brutto im MonatStatistisches Bundesamt, Verdiensterhebung. Vollzeit, ohne Sonderzahlungen. Die Hälfte der Beschäftigten verdient weniger als der Median, die andere Hälfte mehr.
KldB 43223, Durchschnitt 5.886 €, gerundet rund 67.000 € im Jahr ohne Sonderzahlungen
KldB 43224, Durchschnitt 6.313 €, gerundet rund 71.000 € im Jahr ohne Sonderzahlungen
- Vollzeitbeschäftigte, Bruttomonatsverdienst ohne Sonderzahlungen. Weihnachts- und Urlaubsgeld, Prämien und Boni sind nicht enthalten, der Jahresverdienst liegt also über dem Zwölffachen.
- Das Anforderungsniveau beschreibt den Zuschnitt der Stelle, nicht die Berufserfahrung. Fachkraft, Spezialist und Experte sagen etwas über die Komplexität der Tätigkeit aus, nicht über Dienstjahre.
- Die Erhebung geht regional nur bis auf die Bundeslandebene. Für einzelne Städte gibt es keine amtlichen Zahlen, weil der Zufallsfehler zu groß wäre.
Quelle: Statistischer Bericht Verdienste , Statistisches Bundesamt (Destatis). Den eigenen Fall prüfst du im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit . Beachte dort: Entgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sind der Statistik nicht bekannt, bei gut bezahlten IT-Rollen steht deshalb nur eine Untergrenze.
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Häufige Fragen
Brauche ich ABAP, um in die SAP-Beratung zu kommen?
Welches Modul hat die besten Aussichten?
Bringt eine Zertifizierung ohne Projekterfahrung etwas?
Wie komme ich als Externer an ein Übungssystem?
Passt thematisch dazu
Viele Umstellungsprojekte verbinden den Wechsel auf S/4HANA mit einem Plattformwechsel, deshalb lohnt ein Blick darauf, was bei einem Umzug der SAP-Landschaft in die Cloud zu klären ist .
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Hilft dir, aus dem IT-Berufe-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
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Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Der Einstieg beginnt am System, nicht am Buch
Wo du ABAP von Grund auf lernst, den Überblick über S/4HANA bekommst oder ein Fachmodul für dein Team aufbaust, zeigt das SAP-Kursprogramm.