Migration & Strategie

SAP auf Azure: Was du vor der Migration planen musst

Bei SAP entscheidet nicht der Migrationsweg über den Erfolg, sondern die Zielarchitektur. Maschinengrößen, Speicherklassen und Betriebssystemstände sind von SAP einzeln zertifiziert, und außerhalb dieser Liste hilft dir im Störungsfall niemand. Die zweite harte Randbedingung ist Latenz: Anwendungs- und Datenbankschicht müssen nah beieinander liegen, sonst bricht der Durchsatz ein, obwohl jede einzelne Maschine ausreichend groß aussieht.

5 Kapitel mit allen Befehlen
Team plant eine Infrastruktur-Migration vor Notizwand und Architekturdiagramm
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Worum es geht

Warum SAP-Projekte anders laufen als normale Serverumzüge

Ein SAP-System ist kein Server, sondern eine Landschaft. Zu einem produktiven System gehören Entwicklung und Qualitätssicherung mit Transportwegen dazwischen, dazu Schnittstellen in Fachverfahren, Ausgabegeräte, Archive, Auswertungssysteme und häufig ein SAProuter für den Herstellerzugang. Wer nur das Produktivsystem plant, entdeckt die restlichen Abhängigkeiten im Testlauf, und dann fehlt Zeit. Die erste Aufgabe ist deshalb keine technische, sondern eine vollständige Abhängigkeitskarte, inklusive der Systeme, die niemand mehr auf dem Schirm hat.

Die zweite Besonderheit ist der Support. SAP unterstützt den Betrieb auf Azure nur auf zertifizierten Kombinationen aus Maschinentyp, Betriebssystem, Datenbank und Speicher. Diese Angaben stehen in SAP-Hinweisen, allen voran Hinweis 1928533 für unterstützte Produkte und Maschinentypen sowie Hinweis 2015553 für die Voraussetzungen auf Azure. Eine Maschine, die technisch problemlos läuft, kann außerhalb dieser Liste liegen, und im Störungsfall verweist der Hersteller dann auf die fehlende Zertifizierung. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern der häufigste Prüfbefund in Migrationsprojekten.

Der dritte Punkt ist die Ausfallzeit. Eine große Datenbank lässt sich nicht über ein Wochenende exportieren und importieren, ohne dass jemand vorher gemessen hat, wie lange die einzelnen Phasen dauern. Belastbar wird die Planung erst nach mindestens einem vollständigen Testlauf mit Produktionsdaten und Stoppuhr, besser nach zweien. Erst dieser Wert entscheidet, ob eine klassische Migration über das Wochenende reicht oder ob die Datenbankreplikation als Weg mit sehr kurzer Umschaltzeit nötig ist.

Miniatur-Szene: alter Serverschrank links, leuchtende Cloud rechts, dazwischen eine Brücke mit Kisten

Der Weg von der Bestandsaufnahme bis zum Betrieb

  1. 01 Landschaft und Abhängigkeiten vollständig aufnehmen
  2. 02 Ist-Last messen und Zielgrößen in SAPS bestimmen
  3. 03 Zielarchitektur streng nach den SAP-Hinweisen festlegen
  4. 04 Netz, Identität und Latenz vor dem ersten System aufbauen
  5. 05 Testmigration mit Produktionsdaten und Stoppuhr fahren
  6. 06 Hochverfügbarkeit schwenken, dann Cutover und Betrieb
Was du mitnimmst

Die Bausteine der Zielarchitektur

Die Architektur für SAP auf Azure folgt einem festen Muster. Sechs Bausteine entscheiden über Verfügbarkeit, Leistung und Betreibbarkeit, und alle sechs gehören vor der ersten Maschine festgelegt.

Rechenleistung nach Zertifizierungsliste

Für die Datenbankschicht kommen die speicheroptimierten M-Serien in Frage, für Anwendungsserver in der Regel Maschinen der E- oder D-Serie. Maßgeblich ist nicht der Datenblattwert, sondern die von SAP zertifizierte Kombination samt SAPS-Wert. Prüfe zusätzlich, welche Größen in deiner Wunschregion mit Verfügbarkeitszonen angeboten werden, denn nicht jede Serie ist überall verfügbar.

Speicher mit garantierter Leistung

Für HANA-Daten und -Protokolle brauchst du Speicher, der die von SAP geforderten Durchsatz- und Latenzwerte hält. In Frage kommen Premium SSD v2 mit eigens gesetzten IOPS- und Durchsatzwerten, Ultra Disk für die höchsten Anforderungen und Azure NetApp Files, wenn zusätzlich Dateifreigaben und Momentaufnahmen gebraucht werden. Die Aufteilung auf getrennte Datenträger für Daten, Protokoll und Sicherung ist Pflicht.

Nähe zwischen Anwendung und Datenbank

SAP-Dialogschritte erzeugen sehr viele kleine Anfragen an die Datenbank, deshalb entscheidet die Latenz zwischen den Schichten über den Durchsatz. Näherungsgruppen halten Anwendungs- und Datenbankserver im selben Rechenzentrumsbereich. Miss die Latenz vor dem Rollout mit dem SAP-Werkzeug niping und dokumentiere den Wert, sonst diskutierst du später über gefühlte Langsamkeit.

Hochverfügbarkeit auf drei Ebenen

Die Datenbank sichert HANA-Systemreplikation ab, die zentralen Dienste ASCS und ERS ein Pacemaker-Cluster mit Azure-Fencing, die Anwendungsserver schlicht Mehrfachauslegung über Zonen. Jede Ebene braucht ihren eigenen Nachweis durch einen echten Schwenktest. Ein Cluster, dessen Umschaltung nie unter Last geprüft wurde, ist eine Annahme und keine Verfügbarkeit.

Netz, Identität und Zugang

Die Anbindung läuft über ExpressRoute, ergänzt um ein VPN als Rückfallebene. Dazu kommen ein Hub-und-Speiche-Aufbau mit Firewall, klare Netzsicherheitsgruppen je Schicht, DNS-Auflösung in beide Richtungen und der SAProuter für den Herstellerzugang. Die Anmeldung an den Betriebssystemen gehört an das zentrale Verzeichnis, nicht an lokale Konten je Maschine.

Sicherung, Überwachung und Kosten

Azure Backup sichert HANA über die zertifizierte Backint-Schnittstelle, für Azure NetApp Files übernimmt das Werkzeug azacsnap anwendungskonsistente Momentaufnahmen. Für die Überwachung liefert Azure Monitor für SAP-Lösungen die passenden Kennzahlen. Kalkuliere die Maschinen der M-Serie mit Reservierungen, denn zum vollen Preis ist eine SAP-Landschaft im Dauerbetrieb spürbar teuer.

Tutorial

Von der Bestandsaufnahme bis zum ersten Betriebstag

Über den Erfolg entscheidet bei SAP nicht der Migrationsweg, sondern die Zielarchitektur: Maschinengrößen und Speicherklassen sind von SAP einzeln zertifiziert, und die Latenz zwischen Anwendungs- und Datenbankschicht bestimmt den Durchsatz. Deshalb wird hier zuerst die Ist-Last gemessen, dann die Zielarchitektur nach den SAP-Vorgaben festgelegt, danach Netz und Latenz aufgebaut und zum Schluss Hochverfügbarkeit, Testmigration und Cutover abgesichert. Die Beispiele nutzen die Azure CLI und die üblichen Werkzeuge auf SLES und RHEL.

01

Schritt 1: Ist-Last messen und Zielgröße bestimmen

Die Zielgröße kommt aus Messwerten des laufenden Systems, nicht aus der Ausstattung der alten Hardware. Alte Server sind fast immer großzügig ausgelegt, und diese Reserve willst du nicht mitnehmen.

Die Grundlage liefert das System selbst. Der EarlyWatch-Alert-Bericht enthält Auslastung, Antwortzeiten und Datenbankwachstum über Monate, die Transaktion ST03N zeigt die Verteilung der Dialogschritte und ST06 die Betriebssystemwerte. Daraus ergeben sich drei Zahlen, die du für die Auslegung brauchst: der benötigte SAPS-Wert für Anwendungs- und Datenbankschicht, der Arbeitsspeicherbedarf der Datenbank und das erwartete Wachstum über die geplante Laufzeit. Für neue Systeme oder größere Umbauten tritt an diese Stelle der SAP Quick Sizer.

Laufende Instanzen und Speicherbedarf auf dem Quellsystem prüfen
# Zustand aller Prozesse einer Instanz
sapcontrol -nr 00 -function GetProcessList
sapcontrol -nr 00 -function GetSystemInstanceList

# HANA: Speicherbelegung und Größe der größten Tabellen
hdbsql -i 00 -u SYSTEM -p '<kennwort>' \
  "SELECT HOST, ROUND(USED_PHYSICAL_MEMORY/1024/1024/1024) AS GB_GENUTZT, \
          ROUND(ALLOCATION_LIMIT/1024/1024/1024) AS GB_LIMIT \
   FROM M_HOST_RESOURCE_UTILIZATION"

# Belegung der Dateisysteme, getrennt nach Daten, Protokoll und Sicherung
df -h /hana/data /hana/log /hana/shared /usr/sap

Der Arbeitsspeicherbedarf der Datenbank bestimmt die Maschinengröße stärker als die Prozessorlast, denn HANA hält die Daten im Speicher. Rechne das erwartete Wachstum von zwei bis drei Jahren auf, sonst steht kurz nach der Migration der nächste Größenwechsel an.

Was aus welcher Quelle in die Auslegung einfließt

GrößeQuelle im BestandWirkung auf die Zielarchitektur
SAPS-BedarfEarlyWatch Alert, ST03N über mehrere MonateBestimmt Maschinenfamilie und Anzahl der Anwendungsserver
Arbeitsspeicher der DatenbankSpeicherbelegung der HANA-Instanz plus WachstumBestimmt die Größe der M-Serie und damit den größten Kostenblock
IOPS und DurchsatzBetriebssystemwerte aus ST06, SpeicherstatistikBestimmt Speicherklasse und ob Ultra Disk nötig ist
Dialogschritte je StundeST03N, Verteilung über den TagBestimmt Zonenaufteilung und die zulässige Latenz
DatenbankgrößeBelegung der DatendateienBestimmt die Dauer der Migration und damit den Cutover-Weg
SchnittstellenSystemlandschaftsverzeichnis, FirewallregelnBestimmt Netzplanung, Namensauflösung und Testumfang
02

Schritt 2: Zielarchitektur streng nach den SAP-Vorgaben bauen

Bei SAP ist die Auswahl der Bausteine keine freie Entscheidung. Was zertifiziert ist, steht in den SAP-Hinweisen, und alles daneben kostet im Störungsfall den Support.

Verfügbare Maschinengrößen und Zonen in der Zielregion prüfen
# Welche Größen der M-Serie gibt es in der Region, und in welchen Zonen?
az vm list-skus --location germanywestcentral \
  --resource-type virtualMachines \
  --query "[?starts_with(name,'Standard_M')].{name:name,zonen:locationInfo[0].zones}" \
  -o table

# Näherungsgruppe für kurze Wege zwischen Anwendung und Datenbank
az ppg create --name ppg-sap-prod \
  --resource-group rg-sap-prod --location germanywestcentral

# Datenträger mit eigens gesetzten Leistungswerten
az disk create --resource-group rg-sap-prod --name hana-data-01 \
  --size-gb 512 --sku PremiumV2_LRS \
  --disk-iops-read-write 8000 --disk-mbps-read-write 400 \
  --zone 1

Premium SSD v2 erlaubt es, IOPS und Durchsatz unabhängig von der Größe zu setzen, was die klassische Praxis überflüssig macht, Datenträger nur wegen der Leistungsstufe zu groß zu wählen. Prüfe die geforderten Werte je Dateisystem in den Speicherleitfäden von Microsoft, sie unterscheiden sich für Daten, Protokoll und gemeinsam genutzte Bereiche.

03

Schritt 3: Netz, Latenz und Identität

Bevor das erste SAP-System entsteht, muss das Fundament stehen. Ein nachträglicher Umbau der Netzstruktur ist bei einer laufenden SAP-Landschaft unangenehm teuer.

Netzstruktur und Anbindung anlegen
# Speiche für SAP mit getrennten Teilnetzen je Schicht
az network vnet create --resource-group rg-sap-prod \
  --name vnet-sap-prod --address-prefixes 10.42.0.0/16 \
  --location germanywestcentral

az network vnet subnet create --resource-group rg-sap-prod \
  --vnet-name vnet-sap-prod --name snet-sap-db --address-prefixes 10.42.1.0/24
az network vnet subnet create --resource-group rg-sap-prod \
  --vnet-name vnet-sap-prod --name snet-sap-app --address-prefixes 10.42.2.0/24

# Kopplung an den Hub mit der ExpressRoute-Verbindung
az network vnet peering create --resource-group rg-sap-prod \
  --name sap-zu-hub --vnet-name vnet-sap-prod \
  --remote-vnet /subscriptions/$ABO/resourceGroups/rg-hub/providers/Microsoft.Network/virtualNetworks/vnet-hub \
  --allow-vnet-access --allow-forwarded-traffic --use-remote-gateways

Die Option --use-remote-gateways ist der Punkt, an dem SAP-Speichen häufig scheitern: Ohne sie nutzt das Netz das ExpressRoute-Gateway im Hub nicht, und die Anbindung ans eigene Rechenzentrum bleibt aus. Wie dieser Hub grundsätzlich aufgebaut wird, beschreibt die Anbindung des eigenen Rechenzentrums.

Latenz zwischen Anwendungs- und Datenbankschicht messen
# Auf dem Datenbankserver: niping als Server starten
niping -s -I 0

# Auf dem Anwendungsserver: 100 Durchläufe mit 1000 Byte Nutzlast
niping -c -H db-prod-01 -B 1000 -L 100

# Gegenprobe auf Paketebene
ping -c 100 db-prod-01 | tail -2

Für die Umlaufzeit zwischen Anwendungs- und Datenbankschicht nennt Microsoft in den Leitfäden zu Näherungsgruppen eine Größenordnung unterhalb von etwa 0,7 Millisekunden. Miss diesen Wert vor dem Rollout und schreibe ihn in die Projektakte, damit spätere Leistungsdiskussionen einen Bezugspunkt haben.

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Schritt 4: Hochverfügbarkeit und Notfallwiederherstellung

Verfügbarkeit entsteht bei SAP auf drei Ebenen mit drei unterschiedlichen Mechanismen. Jede Ebene braucht einen eigenen, tatsächlich durchgeführten Schwenktest.

Zustand von Cluster und Datenbankreplikation prüfen
# Pacemaker-Cluster für ASCS und ERS, hier auf SLES
sudo crm status
sudo crm configure show | grep -A5 stonith

# Auf RHEL heißt das Werkzeug anders
# sudo pcs status

# HANA-Systemreplikation: Zustand aus Sicht der primären Instanz
sudo -u hdbadm hdbnsutil -sr_state
sudo -u hdbadm /usr/sap/HDB/HDB00/HDBSettings.sh systemReplicationStatus.py

Der Rückgabewert von systemReplicationStatus.py ist entscheidend: 15 bedeutet aktiv und im Gleichlauf, alles andere ist ein Befund. Diese Prüfung gehört in die Überwachung, nicht in eine wöchentliche Sichtkontrolle, denn eine unterbrochene Replikation fällt sonst erst im Notfall auf.

Für die Ebene der zentralen Dienste ist die Fencing-Konfiguration der kritische Punkt. Der Cluster braucht ein zuverlässiges Verfahren, um einen hängenden Knoten abzuschalten, in Azure entweder über den Fence-Agenten, der die Maschine per Verwaltungsschnittstelle stoppt, oder über ein SBD-Gerät. Ohne funktionierendes Fencing entsteht im Fehlerfall genau die Situation, die ein Cluster verhindern soll, nämlich zwei Knoten, die gleichzeitig dieselben Ressourcen beanspruchen. Für die Notfallwiederherstellung in eine zweite Region ist bei HANA die asynchrone Systemreplikation der übliche Weg, nicht eine allgemeine Maschinenreplikation. Lege dabei Wiederherstellungszeit und zulässigen Datenverlust vorher schriftlich fest, denn diese beiden Zahlen bestimmen, wie viel die zweite Region kostet.

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Schritt 5: Testmigration, Cutover und Betrieb

Der Umzug selbst ist der am besten planbare Teil, sofern mindestens ein vollständiger Testlauf mit Produktionsdaten stattgefunden hat. Ohne diesen Testlauf ist jede Zeitangabe geraten.

Der Weg zum Cutover, in dieser Reihenfolge

  • Vollständige Abhängigkeitskarte einschließlich Schnittstellen und AusgabegerätenNach der Umschaltung fallen zuerst die Verbindungen aus, an die niemand gedacht hat, etwa Zahlungsträgerdateien oder Etikettendrucker in der Fertigung.
  • Mindestens ein vollständiger Testlauf mit Produktionsdatenmenge und Zeitmessung je PhaseNur so weißt du, ob das geplante Wochenende reicht. Hochrechnungen aus dem Qualitätssicherungssystem liegen regelmäßig um Faktoren daneben.
  • Rückweg schriftlich festlegen, mit Entscheidungszeitpunkt und benannter PersonDer Abbruch muss zu einem Zeitpunkt entschieden werden, an dem das Altsystem noch startbar ist. Danach gibt es keinen Rückweg mehr, nur noch Vorwärtsarbeit.
  • Fachlichen Abnahmetest vorbereiten und mit den Fachbereichen abstimmenEin System, das technisch läuft, ist noch nicht freigegeben. Ohne vorbereitete Testfälle dauert die Abnahme länger als die Migration.
  • Sicherung im Zielsystem einrichten und eine Wiederherstellung testen, vor dem CutoverEine nie zurückgespielte Sicherung ist keine Sicherung. Der Test zeigt außerdem, wie lange eine Wiederherstellung tatsächlich dauert.
  • Überwachung und Alarmierung am Tag des Umzugs bereits scharfDie ersten Betriebstage entscheiden über den Eindruck im Haus. Ohne Überwachung merkst du Engpässe erst, wenn Anwender anrufen.
Sicherung im Zielsystem prüfen
# Azure Backup für HANA: gesicherte Elemente auflisten
az backup item list --resource-group rg-sap-prod \
  --vault-name rsv-sap-prod --output table

# Wiederherstellungspunkte eines Elements ansehen
az backup recoverypoint list --resource-group rg-sap-prod \
  --vault-name rsv-sap-prod --container-name <container> \
  --item-name <element> --output table

# Bei Azure NetApp Files: anwendungskonsistente Momentaufnahmen
azacsnap -c backup --volume data --prefix taeglich --retention 30

Für HANA zählt nur eine über die Backint-Schnittstelle zertifizierte Sicherung als unterstützt. Eine Momentaufnahme des Datenträgers ohne Abstimmung mit der Datenbank ist im besten Fall unbrauchbar und im schlechtesten trügerisch, weil sie sich anstandslos anlegen lässt.

Nach dem Cutover beginnt der Teil, der über die Gesamtkosten entscheidet. Maschinen der M-Serie zum vollen Preis rund um die Uhr sind der größte Posten einer SAP-Landschaft in Azure, deshalb gehören Reservierungen für die produktive Grundlast und Abschaltzeitpläne für Entwicklungs- und Qualitätssicherungssysteme früh eingerichtet. Wie du die Rechnung danach systematisch auseinandernimmst, steht in Cloud-Rechnung zu hoch. Und wenn neben SAP weitere Systeme umziehen sollen, lohnt sich der allgemeine Ablauf aus Cloud-Migration planen, weil SAP darin ein Sonderfall mit eigenen Regeln bleibt.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu SAP-Migration nach Azure

Noch etwas offen? Wir sind ohne Warteschleife für dich da.

Frag uns direkt
Welche Maschinengrößen sind für SAP auf Azure überhaupt zugelassen?
Verbindlich ist immer die aktuelle Fassung von SAP-Hinweis 1928533. Dort stehen die unterstützten Produkte, die freigegebenen Maschinentypen und die zugehörigen SAPS-Werte, ergänzt um Hinweis 2015553 mit den Voraussetzungen auf Azure. Grob gilt: Für HANA-Datenbanken kommen die speicheroptimierten M-Serien in Frage, für Anwendungsserver Maschinen der E- und D-Serie. Verlass dich nicht auf ältere Architekturbilder oder Blogbeiträge, denn die Listen werden laufend fortgeschrieben, und einzelne Größen fallen auch wieder heraus. Prüfe zusätzlich, ob die gewünschte Größe in deiner Zielregion und dort in den benötigten Verfügbarkeitszonen angeboten wird.
Wie lange dauert die eigentliche Migration?
Das entscheidet die Datenbankgröße und der gewählte Weg, nicht die Anzahl der Systeme. Eine klassische Migration mit Export und Import über das Wochenende funktioniert bis zu einer bestimmten Größe, darüber wird die Ausfallzeit unzumutbar. Dann kommen Verfahren mit sehr kurzer Umschaltzeit in Frage, etwa die Datenbankreplikation in die Zielumgebung mit anschließendem Schwenk. Belastbar wird die Aussage erst nach einem vollständigen Testlauf mit Produktionsdatenmenge, bei dem jede Phase einzeln gestoppt wird. Rechne für ein mittleres Projekt mit mehreren Monaten Vorlauf und mindestens einem, besser zwei Testläufen vor dem echten Termin.
Brauchen wir wirklich einen Pacemaker-Cluster?
Für die zentralen Dienste ASCS und ERS ja, wenn ein Ausfall des Systems nicht mehrere Stunden dauern darf. Diese Dienste gibt es nur einmal je System, sie sind also der Punkt, an dem die gesamte Landschaft steht. Die Anwendungsserver brauchen keinen Cluster, sondern schlicht mehrere Instanzen über Zonen verteilt, und die Datenbank sichert die HANA-Systemreplikation ab. Wichtig ist bei allen drei Ebenen, dass die Umschaltung mindestens einmal unter Last geprüft wurde. Ein Cluster, dessen Schwenk nie getestet wurde, erzeugt im Ernstfall zusätzliche Probleme statt Verfügbarkeit.
Können wir Azure Site Recovery für die SAP-Datenbank nutzen?
Für die Datenbank ist das nicht der vorgesehene Weg. Datenbanken werden über ihre eigenen Verfahren repliziert, bei HANA also über die Systemreplikation in eine zweite Region, weil nur so ein anwendungskonsistenter Stand entsteht. Für Anwendungsserver, die keinen eigenen Zustand halten, ist eine Maschinenreplikation dagegen vertretbar, in vielen Fällen ist eine Neubereitstellung aus Automatisierung aber der sauberere Weg. Entscheide das anhand der beiden Kennzahlen, die ohnehin schriftlich vorliegen sollten: zulässiger Datenverlust und geforderte Wiederherstellungszeit. Daraus ergibt sich das Verfahren, nicht umgekehrt.
Welches Wissen braucht das Team nach der Migration?
Drei Bereiche. Erstens Azure-Grundlagen für alle Beteiligten, also Ressourcenmodell, Rollen, Netz und Kostensteuerung, üblicherweise über AZ-104. Zweitens die SAP-spezifische Seite mit zertifizierten Größen, Speicherauslegung, Hochverfügbarkeit und Sicherung, die AZ-120 abdeckt. Drittens Netzwerkwissen für ExpressRoute, Namensauflösung und Firewallregeln, das in AZ-700 steckt, sowie die Architekturperspektive aus AZ-305 für alle, die die Zielarchitektur verantworten. Plane die Schulungen vor der Migration, nicht danach: Entscheidungen zur Architektur fallen am Anfang, und genau dort ist fehlendes Wissen am teuersten.

Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.

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