Kosten vor dem Start

Was eine KI-Einführung wirklich kostet

Das Angebot beschreibt einen Bruchteil der Summe. Die vier Posten, die fehlen, entstehen im eigenen Haus und tauchen deshalb auf keiner Rechnung auf.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Das Angebot beschreibt den kleinsten Teil der Rechnung

Ein Angebot für ein KI-Werkzeug ist übersichtlich: eine Zahl je Nutzerkonto und Monat, dazu vielleicht eine Einrichtungspauschale. Diese Zahl lässt sich vergleichen, sie lässt sich in eine Vorlage eintragen und sie beruhigt. Genau deshalb wird sie zur Grundlage der Entscheidung, obwohl der größere Teil der Kosten im eigenen Haus entsteht und dort niemand rechnet.

Die fehlenden Posten sind bekannt und immer dieselben: Unterlagen finden und aufräumen, Rechte klären, Schnittstellen bauen, Leute befähigen und danach dauerhaft jemanden abstellen, der hinschaut, ob die Qualität hält. Keiner davon steht im Angebot, weil keiner davon vom Anbieter erbracht wird.

Der Schaden ist selten das Geld selbst, sondern der Zeitpunkt, an dem es auffällt. Wenn nach acht Monaten klar wird, dass die Datenarbeit noch nicht begonnen hat, ist das Budget für das Jahr verplant und der Rückhalt in der Geschäftsführung verbraucht. Ein Vorhaben, das von Anfang an die vollständige Summe genannt hat, wird seltener bewilligt, aber deutlich häufiger fertig.

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Symptom, Ursache, Lösung

Symptom, Ursache, Lösung

Symptom

Die Jahresrechnung liegt deutlich über dem, was im Angebot stand.

Ursache

Abgerechnet wird nach tatsächlicher Nutzung, kalkuliert wurde nach Nutzerzahl, und der Verbrauch je Person war eine Schätzung

Lösung

Die Abrechnungseinheit im Vertrag festhalten, ein Nutzungsbudget mit Warnschwelle einrichten und den Verbrauch im Pilotbetrieb messen, statt ihn anzunehmen

Symptom

Der Pilot war in sechs Wochen fertig, das Rollout läuft seit einem Jahr

Ursache

Der Pilot lief mit Freiwilligen, improvisierten Rechten und ohne Sonderfälle, das Rollout braucht Rollenkonzept, Abstimmungen und Schulung

Lösung

Das Rollout als eigenes Vorhaben mit eigenem Budget planen und aus dem Pilot nur den gemessenen Verbrauch übernehmen, keine Aufwände

Symptom

Die Lizenzen laufen, aber kaum jemand nutzt das Werkzeug

Ursache

Es gab keine Zeit zum Lernen und keine Beispiele für die eigene Rolle, also fällt jede Person nach zwei Versuchen in die alte Arbeitsweise zurück

Lösung

Qualifizierung als eigene Position mit Stunden je Rolle einplanen und je Abteilung drei konkrete Anwendungsfälle vorbereiten, an denen sofort gearbeitet wird

Symptom

Das Team arbeitet seit Monaten an Daten, das Werkzeug wartet

Ursache

Die Unterlagen lagen verteilt, ohne Eigentümer und mit ungeklärten Zugriffsrechten, und niemand hatte diese Arbeit im Plan

Lösung

Die Datenarbeit vor dem Start als eigenes Arbeitspaket schneiden, mit einer Person, die über Zugriff und Qualität entscheiden darf

Symptom

Am Ende streiten alle darüber, ob sich das Ganze gelohnt hat

Ursache

Vor dem Start wurde kein Ausgangswert erhoben, es gibt nur widersprüchliche Eindrücke

Lösung

Drei Wochen den Ist-Zustand zählen, dieselben Größen nach dem Rollout erneut erheben und vorher aufschreiben, welcher Wert als Erfolg gilt

Sechs Kostenblöcke, von denen einer im Angebot steht

  1. 01 Lizenz und Nutzung stehen im Angebot und sind der kleinste Block.
  2. 02 Die Datenarbeit passiert im eigenen Haus und taucht nirgends auf.
  3. 03 Die Anbindung an bestehende Systeme kostet Entwicklungszeit.
  4. 04 Qualifizierung entscheidet, ob die Lizenzen überhaupt genutzt werden.
  5. 05 Der laufende Betrieb bindet Zeit, solange die Lösung läuft.
  6. 06 Die internen Stunden aller Beteiligten stehen auf keiner Rechnung.
Was du mitnimmst

Was du danach entscheiden kannst

Ziel ist keine exakte Zahl, die es vor dem Start ohnehin nicht gibt, sondern eine vollständige Liste. Eine Kalkulation mit allen fünf Blöcken und ehrlichen Stunden hält der Nachfrage stand, eine mit Lizenzpreisen nicht.

Abrechnungseinheit klären

Du fragst, wonach abgerechnet wird und was bei doppelter Nutzung passiert. Ein Preis je Nutzerkonto verhält sich völlig anders als eine Abrechnung je Durchlauf.

Datenarbeit vorher schneiden

Du planst das Zusammensuchen, Aufräumen und Freigeben der Unterlagen als eigenes Arbeitspaket mit eigener Verantwortung. In den meisten Häusern ist das der größte Block.

Interne Stunden mitführen

Du erfasst Sitzungs- und Abstimmungszeit in derselben Liste wie die Lizenzen. Nur so wird sichtbar, welche Schlüsselpersonen das Vorhaben tatsächlich bindet.

Rollout getrennt planen

Du budgetierst die breite Einführung unabhängig vom Pilot. Übernimm aus dem Pilot den gemessenen Verbrauch, aber keine Aufwandszahlen.

Ausgangswert erheben

Du misst den heutigen Prozess drei Wochen lang, bevor irgendetwas eingeführt wird. Ohne diesen Wert bleibt jede spätere Bewertung Meinung.

Abbruchkriterium festlegen

Du schreibst vorher auf, bei welchem Ergebnis das Vorhaben endet. Damit nimmst du der späteren Entscheidung die persönliche Note.

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Fünf Posten, von denen im Angebot meist einer steht

Lizenzen und Nutzung: Entscheidend ist nicht der Betrag, sondern die Abrechnungseinheit. Ein Preis je Nutzerkonto und Monat ist planbar. Eine Abrechnung je Durchlauf oder je verarbeiteter Textmenge ist es erst, wenn du den Verbrauch in einem Pilotbetrieb tatsächlich gemessen hast. Frag außerdem, was passiert, wenn sich die Nutzung verdoppelt, denn das ist bei erfolgreichen Einführungen der Normalfall.

Datenarbeit: Unterlagen zusammensuchen, Dubletten entfernen, Zuständigkeiten und Zugriffsrechte klären, veraltete Stände aussortieren. Das ist in den meisten Häusern der größte Einzelblock, und er steht in keinem Angebot, weil er im eigenen Haus stattfindet. Wer hier nichts einplant, plant den Verzug bereits mit ein.

Anbindung, Qualifizierung und Betrieb bilden die restlichen drei. Die Anbindung kostet Entwicklungszeit für Schnittstellen, Anmeldeverfahren und eine Testumgebung. Die Qualifizierung kostet Arbeitsstunden derer, die das Werkzeug nutzen sollen. Der Betrieb kostet dauerhaft, weil jemand Rückmeldungen aufnehmen, Qualität beobachten und nach einem Modellwechsel nachjustieren muss.

Der teuerste Posten steht auf keiner Rechnung

Die interne Zeit ist in fast jedem Vorhaben der größte Block und der einzige, der nirgends erfasst wird. Abstimmungsrunden, Arbeitstermine, Tests, die Person aus dem Fachbereich, die ihren Prozess zum dritten Mal erklärt, die Führungskraft, die im Lenkungskreis sitzt. Nichts davon erzeugt eine Rechnung, alles davon fehlt an anderer Stelle.

Es gibt dafür eine unbequeme, aber wirksame Methode: Zähl in jeder Sitzung die Anwesenden mal die Dauer und trag diese Stunden in dieselbe Liste ein wie die Lizenzen. Nicht, um die Sitzung zu sparen, sondern damit die Gesamtzahl ehrlich ist. Nach vier Wochen sieht dieselbe Einführung ganz anders aus als in der ersten Präsentation.

Diese Zahl hilft auch bei der Priorisierung. Ein Vorhaben, das viel interne Zeit von wenigen Schlüsselpersonen verlangt, ist teurer und riskanter als eines, das mehr Lizenzkosten verursacht, aber ohne diese Personen auskommt.

Warum der Pilot nichts über die breite Einführung sagt

Ein Pilot läuft mit Freiwilligen, in einem Bereich, mit improvisierten Rechten und ohne Sonderfälle. Genau deshalb ist er schnell fertig, und genau deshalb taugt er nicht als Grundlage für die Hochrechnung. Was im Rollout dazukommt, hat mit dem Pilot fast nichts zu tun.

Dazu gehören ein Rollenkonzept, Dokumentation, eine Anlaufstelle für Fragen, Schulung für Leute, die sich nicht freiwillig gemeldet haben, und die Klärung von Sonderfällen, die im Pilot einfach übersprungen wurden. In vielen Unternehmen kommt eine Abstimmung mit dem Betriebsrat dazu, die Zeit kostet, bevor eine einzige Lizenz produktiv genutzt wird.

Behandle das Rollout deshalb als eigenes Vorhaben mit eigenem Budget und eigener Planung. Die einzige Zahl, die du aus dem Pilot sinnvoll übernehmen kannst, ist der gemessene Verbrauch je Person, und auch die nur mit Aufschlag.

Was du messen musst, bevor du anfängst

Ohne einen Ausgangswert gibt es später keine Auswertung, sondern nur Eindrücke. Miss den heutigen Zustand des Prozesses, den du verändern willst: wie lange ein Vorgang dauert, wie viele es im Monat sind, wie hoch der Anteil der Nacharbeit ist. Drei Wochen Zählen vor dem Start ersparen dir die gesamte spätere Diskussion darüber, ob sich etwas verbessert hat.

Leg dazu fest, welcher Wert Erfolg bedeutet, und zwar bevor die ersten Ergebnisse da sind. Danach ist die Versuchung zu groß, die Zielmarke an das Erreichte anzupassen.

Und definier ein Abbruchkriterium. Ein Vorhaben ohne Abbruchkriterium läuft, bis das Geld alle ist, und niemand traut sich, es zu beenden, weil schon so viel investiert wurde. Ein vorher aufgeschriebener Satz nimmt dieser Entscheidung die persönliche Note.

Dazu passende Kurse

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Wer vorher noch den Zuschnitt des ersten Vorhabens sucht, findet ihn in den Formate für den geordneten Einstieg in KI .

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Häufige Fragen

Gibt es eine Faustzahl, mit der man rechnen kann?
Eine belastbare allgemeine Zahl gibt es nicht, weil die Spannweite zwischen einem eingekauften Werkzeug für eine Abteilung und einer Anbindung an ein führendes System zu groß ist. Was du stattdessen tun kannst: alle fünf Blöcke einzeln schätzen, die internen Stunden mit euren tatsächlichen Sätzen bewerten und die Summe mit einem Aufschlag für Unbekanntes versehen. Diese Rechnung ist unbequemer, hält aber der ersten Nachfrage stand.
Wo lässt sich am ehesten sparen, ohne dass es scheitert?
Am Umfang, nicht an der Qualifizierung und nicht an der Datenarbeit. Ein enger geschnittener Anwendungsfall mit einer Abteilung und einem Dokumenttyp ist deutlich billiger und liefert eine belastbare Zahl für alles Weitere. Wer dagegen an der Schulung spart, zahlt die Lizenzen und bekommt keine Nutzung dafür.
Wie erkennen wir früh, dass ein Vorhaben aus dem Ruder läuft?
An zwei Anzeichen. Erstens: Die Datenarbeit hat nach vier Wochen noch keinen Eigentümer, dann wird sie auch später keinen bekommen. Zweitens: Der Verbrauch je Person weicht deutlich von der Annahme ab und niemand kann erklären, warum. Beides lässt sich früh sehen, wenn jemand wöchentlich hinschaut, und beides ist später nur noch teuer zu korrigieren.
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