Zertifizierungen

LPIC-1 Prüfung vorbereiten: So gehst du 101 und 102 sicher an

Zwei Prüfungen, je 60 Fragen in 90 Minuten, bestanden ab 500 von 800 Punkten. Wer täglich an der Shell arbeitet, ist in sechs bis acht Wochen so weit. Ohne tägliche Praxis solltest du das Doppelte einplanen, denn geprüft werden Details, keine Konzepte.

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Worum es geht

Was vor der Anmeldung selten jemand sauber erklärt

LPIC-1 besteht aus zwei getrennten Prüfungen, aktuell 101-500 und 102-500. Erst wenn beide bestanden sind, vergibt das Linux Professional Institute das Zertifikat. Jede Prüfung umfasst 60 Fragen in 90 Minuten, und es sind nicht nur Multiple-Choice-Aufgaben dabei. Ein spürbarer Anteil sind Fill-in-the-Blank-Fragen, bei denen du einen Befehl, eine Option oder einen Dateipfad exakt eintippen musst. Wer /etc/fstab, /proc oder die Optionen von grep und find nur ungefähr im Kopf hat, verliert genau dort Punkte.

Die Bestehensgrenze liegt bei 500 von 800 möglichen Punkten, die Fragen sind nach Themengebiet gewichtet. Daraus entsteht ein typisches Muster: Admins mit mehreren Jahren Betriebserfahrung unterschätzen die Prüfung, weil sie ohnehin täglich Linux administrieren. Im Alltag nutzt man aber nur einen Ausschnitt der Objectives. Paketverwaltung mit dpkg und rpm auf beiden Distributionsfamilien, Partitionierung und LVM, Quotas, SysV-Init neben systemd oder die Regeln des FHS kommen in der eigenen Umgebung oft schlicht nicht vor.

Die zweite Stolperstelle ist die Planung. Die Reihenfolge der beiden Prüfungen ist formal frei, inhaltlich baut 102 aber auf den Grundlagen aus 101 auf, deshalb ist 101 zuerst der ruhigere Weg. Zwischen beiden Terminen sollten keine sechs Monate liegen, sonst lernst du den Stoff aus 101 faktisch zweimal. Und das Zertifikat ist fünf Jahre gültig, danach ist eine Rezertifizierung nötig. Wer das früh weiß, plant den Termin passend zum Projekt und nicht zum Zufall.

Miniatur-Szene: Prüfungstisch mit versiegeltem Zertifikat, Stempel, Handbüchern und einer Medaille

Der Weg zur LPIC-1 Zertifizierung

  1. 01 Objectives abgleichen
  2. 02 Grundlagen und Lab aufbauen
  3. 03 Prüfung 101-500
  4. 04 Vertiefung Shell, Netz, Security
  5. 05 Prüfung 102-500
  6. 06 Rezertifizierung nach fünf Jahren
Was du mitnimmst

So bereitest du dich auf 101 und 102 vor

Die Vorbereitung besteht aus drei Teilen: die Objectives systematisch abdecken, an einem eigenen System üben und die Prüfungsform trainieren. Wie viel Zeit du brauchst, hängt vor allem davon ab, wie viel Linux du bereits im Betrieb machst.

Vorwissen ehrlich einordnen

Gehe die offiziellen Objectives des Linux Professional Institute Punkt für Punkt durch und markiere alles, was du nicht ohne Nachschlagen erklären könntest. Bleiben mehr als ein Drittel offen, ist der komplette Ausbildungspfad sinnvoller als ein reiner Prüfungsworkshop.

101-500 abdecken: Architektur, Pakete, Befehle, Dateisysteme

Hier geht es um Hardware- und Boot-Grundlagen, Runlevel und systemd-Targets, dpkg und apt neben rpm, dnf und zypper, Textwerkzeuge wie grep, sed, sort und awk, Streams und Pipes sowie Partitionierung, Dateisysteme, Berechtigungen und den Filesystem Hierarchy Standard.

102-500 abdecken: Shell, Dienste, Netz, Sicherheit

Der zweite Teil verlangt Shell-Umgebung und Shellskripte, SQL-Basics, X11 und Barrierefreiheit, Benutzer- und Gruppenverwaltung, cron und systemd-Timer, Lokalisierung, Zeit und Logging, Mail Transfer Agents und Drucken, IPv4 und IPv6 samt Namensauflösung sowie Hostsicherheit, sudo, SSH und GnuPG.

An einem eigenen Lab üben statt nur lesen

Zwei virtuelle Maschinen, eine aus der Debian- und eine aus der RHEL-Familie, decken die Distributionsunterschiede ab, die geprüft werden. Nutze konsequent man, apropos und die Dateien unter /usr/share/doc, denn genau diese Handgriffe verankern die Optionen, die in den Fill-in-Fragen abgefragt werden.

Prüfungsform trainieren, nicht nur den Stoff

Übe unter Zeitdruck: 60 Fragen in 90 Minuten bedeuten rund 90 Sekunden pro Frage. Markiere unsichere Fragen und geh sie am Ende erneut an, statt dich festzubeißen. Bei Fill-in-Aufgaben zählt die exakte Schreibweise, also ohne Tippfehler und ohne überflüssige Pfadangaben.

Passenden Kurs wählen und Termine setzen

Bei cmt führen drei Wege zum Ziel: die Linux Komplettausbildung zur LPIC-1 Zertifizierung mit den Bausteinen LPI01 bis LPI04, das Linux BootCamp zum LPIC-1 Linux-Administrator als kompakter Block und der Workshop zur Prüfungsvorbereitung LPI05 für alle, die den Stoff im Grunde beherrschen. Alle Formate gibt es vor Ort und Live-Online.

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Gut zu wissen

Häufige Fragen zu LPIC-1-Prüfungsvorbereitung

Noch etwas offen? Wir sind ohne Warteschleife für dich da.

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Wie viele Prüfungen brauche ich für LPIC-1?
Du brauchst zwei Prüfungen, 101-500 und 102-500. Jede besteht aus 60 Fragen in 90 Minuten, und das Zertifikat wird erst ausgestellt, wenn beide bestanden sind. Zwischen den Terminen darfst du dir Zeit lassen, praktisch bewährt sich aber ein Abstand von wenigen Wochen bis maximal einem halben Jahr.
Wie viele Punkte brauche ich zum Bestehen?
Die Bestehensgrenze liegt bei 500 von 800 Punkten pro Prüfung. Die Fragen sind nach Gewicht der Themengebiete unterschiedlich bepunktet, deshalb lohnt es sich, die Objectives mit hohem Gewicht zuerst zu lernen. Falsche Antworten geben keine Minuspunkte, du solltest also jede Frage beantworten.
Wie viel Lernzeit muss ich für LPIC-1 einplanen?
Das hängt stark vom Vorwissen ab. Wer ohne Linux-Betriebserfahrung startet, sollte mit mehreren Wochen strukturierter Vorbereitung je Prüfung rechnen, verteilt auf Kurs, eigenes Lab und Wiederholung. Wer bereits täglich Linux-Server betreut, kommt oft mit einem kompakten Prüfungsworkshop und gezieltem Nacharbeiten der Lücken aus.
Kann ich die LPIC-1 Prüfung online von zu Hause ablegen?
Ja, die Prüfungen laufen über Pearson VUE und lassen sich sowohl im Testcenter als auch als beaufsichtigte Onlineprüfung von zu Hause ablegen. Für die Onlinevariante brauchst du einen ruhigen, leeren Arbeitsplatz, eine Webcam und eine stabile Verbindung, und der Systemcheck sollte vorab durchlaufen sein.
Wie lange ist LPIC-1 gültig?
Das Zertifikat ist fünf Jahre gültig. Danach kannst du es durch die erneute Prüfung auf dem aktuellen Stand oder durch das Bestehen einer höheren Zertifizierung wie LPIC-2 auffrischen. Der aktive Status ist besonders dann relevant, wenn dein Arbeitgeber Partnerstatus bei Herstellern nachweisen muss.
Ist LPIC-1 oder RHCSA die bessere Wahl?
Beide sind sinnvoll, sie prüfen nur unterschiedlich. LPIC-1 ist distributionsneutral und arbeitet mit Multiple-Choice- und Fill-in-Fragen, RHCSA ist eine reine Praxisprüfung auf Red Hat Enterprise Linux. Wenn deine Umgebung gemischt ist oder du Grundlagen breit nachweisen willst, passt LPIC-1 besser, bei einer reinen RHEL-Landschaft ist der Red-Hat-Pfad näher am Alltag.

Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.

Das sagen Teilnehmer

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