Zertifizierungen

Welche Linux-Zertifizierung passt zu dir?

Willst du distributionsunabhängig belegen, dass du Linux beherrschst, nimm LPIC. Arbeitest du in einer Red-Hat-Umgebung, ist der RHCSA mehr wert, weil du an einem echten System geprüft wirst. CompTIA lohnt vor allem dann, wenn dein Arbeitgeber es ausdrücklich verlangt.

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Worum es geht

Vier Anbieter, ähnliche Themen, sehr unterschiedliche Prüfungen

Auf dem Papier decken alle großen Linux-Zertifizierungen ähnliche Themen ab: Installation und Paketverwaltung, Benutzer und Rechte, systemd, Storage und LVM, Netzwerkkonfiguration, Logging und Grundlagen der Absicherung. Der Unterschied liegt im Prüfungsformat und im Bezug zur Distribution. LPI prüft distributionsneutral über Multiple Choice und Lückentext, Red Hat prüft ausschließlich hands-on an einem echten RHEL-System, die Linux Foundation prüft LFCS ebenfalls praktisch in einer Browser-Terminalumgebung, und CompTIA Linux+ kombiniert Multiple Choice mit performance-based Aufgaben.

Genau deshalb geht die Wahl regelmäßig schief. Wer im Betrieb ausschließlich RHEL, Rocky oder AlmaLinux fährt und trotzdem mit LPIC-1 startet, lernt viel über Debian-Paketwerkzeuge, das im Alltag kaum vorkommt. Umgekehrt bringt ein RHCSA wenig, wenn die Systemlandschaft aus Debian, Ubuntu und SLES besteht und der Personalbereich ein herstellerneutrales Zertifikat für Ausschreibungen braucht. Ebenso häufig ist der Sprung auf ein zu hohes Level: RHCE oder LPIC-2 setzen voraus, dass Routine-Administration bereits sitzt.

Dazu kommen die formalen Details, die erst nach der Buchung auffallen. LPI-Zertifikate sind fünf Jahre aktiv, danach musst du erneut prüfen oder ein höheres Level erreichen. Red Hat rechnet mit drei Jahren und einer Verlängerung über eine weitere Prüfung. Die Linux Foundation setzt bei LFCS auf drei Jahre. Auch die Reihenfolge ist relevant, weil LPIC-1 aus zwei Prüfungen besteht und RHCE erst nach bestandenem RHCSA vergeben wird.

Miniatur-Szene: Prüfungstisch mit versiegeltem Zertifikat, Stempel, Handbüchern und einer Medaille

Fünf Kriterien für die Wahl deiner Linux-Zertifizierung

  1. 01 Distribution im Betrieb: RHEL-nah oder gemischt
  2. 02 Prüfungsformat: Multiple Choice oder Hands-on
  3. 03 Level: erster Admin-Job oder mehrjährige Praxis
  4. 04 Gültigkeit: drei bis fünf Jahre bis zur Rezertifizierung
  5. 05 Anschluss: LPIC-2, RHCE, DevOps oder Kubernetes
Was du mitnimmst

So findest du die passende Schiene

Die Entscheidung lässt sich auf wenige Kriterien reduzieren. Wenn du sie der Reihe nach durchgehst, bleibt in der Regel genau eine sinnvolle Option übrig, und die folgenden Punkte zeigen dir, welche cmt-Ausbildung dazu gehört.

Zuerst die Distribution im Betrieb prüfen

Läuft eure Produktion auf RHEL, Rocky oder AlmaLinux, ist die Red-Hat-Schiene der kürzeste Weg, weil Werkzeuge wie dnf, firewalld, SELinux im Enforcing-Modus und Stratis genau so geprüft werden, wie ihr sie einsetzt. Bei gemischten Landschaften aus Debian, Ubuntu und SUSE fährst du mit LPI oder der Linux Foundation besser.

Einstieg mit LPIC-1, wenn du breit aufgestellt sein willst

LPIC-1 besteht aus den Prüfungen 101 und 102 und deckt Shell, Paketverwaltung über dpkg und rpm, Dateisysteme, systemd-Units, Netzwerkgrundlagen und einfache Absicherung ab. Bei cmt führen die Linux Komplettausbildung zur LPIC-1 Zertifizierung und das Linux BootCamp zum LPIC-1 Linux-Administrator dorthin, für den letzten Schliff gibt es den Workshop zur Prüfungsvorbereitung LPIC-1.

RHCSA, wenn die Prüfung an der Konsole stattfindet

Die RHCSA-Prüfung EX200 ist rein praktisch, du löst Aufgaben an laufenden Systemen unter Zeitdruck. Der klassische Weg führt über RH124 Red Hat System Administration I und RH134 Red Hat System Administration II, wer schon administriert, nimmt stattdessen den Rapid Track RH199. Darauf setzt RH294 mit Ansible auf, die Grundlage für RHCE.

LFCS und LFCA für den herstellernahen Cloud-Kontext

Die Linux Foundation prüft LFCS praktisch und aufgabenorientiert, mit deutlichem Gewicht auf Betrieb, Storage und Netzwerk. Bei cmt bereiten LFS207 Linux System Administration Essentials und der LFCS-Kurs darauf vor, LFCA und LFS300 Fundamentals of Linux sind der Einstieg für Quereinsteiger und IT-Nachwuchs.

CompTIA Linux+ für Ausschreibungen und Behördenumfeld

Linux+ ist herstellerneutral, in einer Prüfung abgeschlossen und in Ausschreibungen sowie im öffentlichen Sektor gut bekannt. Inhaltlich liegt es ungefähr auf LPIC-1-Niveau, legt aber mehr Gewicht auf Scripting, Container und Security-Grundlagen. Die CompTIA Linux+ Schulung bei cmt deckt den aktuellen Prüfungsstand ab.

Danach das nächste Level oder die Spezialisierung planen

Nach LPIC-1 folgt LPIC-2 mit den Prüfungen 201 und 202, dafür gibt es bei cmt die Komplettausbildung in zwei Teilen sowie eigene Prüfungsvorbereitungs-Workshops. Wer stattdessen in Richtung Automatisierung und Plattform geht, findet in der LPIC-OT DevOps Tools Engineer Komplettausbildung oder in den Kubernetes-Zertifizierungen CKA und CKS den logischen Anschluss.

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Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Linux-Zertifizierungen

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Ist LPIC-1 oder RHCSA die bessere erste Linux-Zertifizierung?
Das hängt an eurer Systemlandschaft. LPIC-1 ist distributionsneutral und bildet Debian- wie RPM-Welten ab, was in gemischten Umgebungen und bei herstellerneutralen Anforderungen hilft. RHCSA ist die bessere Wahl, wenn ihr überwiegend RHEL, Rocky oder AlmaLinux betreibt, weil die Prüfung rein praktisch am System stattfindet und genau die Werkzeuge abfragt, die dort im Einsatz sind.
Wie lange ist eine Linux-Zertifizierung gültig?
LPI-Zertifikate bleiben fünf Jahre aktiv und lassen sich durch eine erneute Prüfung oder durch das Erreichen des nächsthöheren Levels verlängern. Red Hat arbeitet mit drei Jahren, die Linux Foundation ebenfalls mit drei Jahren, die Kubernetes-Zertifikate CKA, CKAD und CKS gelten zwei Jahre, wobei eine bestandene weiterführende Prüfung bei Red Hat die vorhandenen Zertifizierungen mit verlängert. Prüfe die Fristen vor der Buchung, weil die Anbieter ihre Richtlinien gelegentlich anpassen.
Brauche ich Vorkenntnisse für eine Linux-Zertifizierung?
Für LPIC-1, LFCS und Linux+ solltest du sicher in der Shell arbeiten, Dateirechte verstehen und ein System selbst installiert haben. Wer damit noch nicht vertraut ist, startet besser mit einem Grundkurs oder mit LFCA beziehungsweise LFS300. LPIC-2 und RHCE setzen echte Betriebserfahrung voraus, dort werden Themen wie Kernel-Parameter, Storage-Layouts, Clustering und Automatisierung erwartet.
Welche Linux-Zertifizierung ist bei Arbeitgebern am gefragtesten?
In deutschen Stellenanzeigen tauchen vor allem LPIC-1 und LPIC-2 sowie RHCSA und RHCE auf, wobei die Red-Hat-Zertifikate stark mit RHEL-lastigen Umgebungen und Enterprise-Kunden korrelieren. LFCS gewinnt im Cloud- und Kubernetes-Umfeld an Bedeutung, Linux+ ist vor allem dort verbreitet, wo herstellerneutrale Nachweise gefordert werden. Eine allgemeingültige Rangfolge gibt es nicht, entscheidend bleibt das Umfeld, in dem du arbeiten willst.
In welcher Reihenfolge sollte ich Linux-Zertifizierungen ablegen?
Sinnvoll ist immer von unten nach oben: erst die Admin-Grundlagen mit LPIC-1, LFCS, Linux+ oder RHCSA, danach die Vertiefung mit LPIC-2 oder RHCE. Ein Wechsel der Schiene ist unproblematisch, weil sich die Inhalte stark überschneiden. Erst nach dem zweiten Level lohnt sich die Spezialisierung, etwa in Richtung Automatisierung mit Ansible, Container und Kubernetes oder Security.

Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.

Das sagen Teilnehmer

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Rückmeldung aus dem Kurs „Monitoring mit Prometheus und Grafana - Grundkurs“
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Rückmeldung aus dem Kurs „Kubernetes Grundkurs“
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cmt ist Schulungspartner von LPI, Red Hat, der Linux Foundation und CompTIA und bildet für alle vier Programme aus. Sag uns, welche Distributionen ihr betreibt und wo du beruflich hinwillst, dann ordnen wir dir den passenden Kurs samt Prüfungsvorbereitung zu. Alle Ausbildungen laufen wahlweise Live-Online oder in Präsenz, auch als Firmenschulung für dein Team.