Netzdesign entscheiden

Zwei oder drei Schichten: die Entscheidung vor dem Switch-Kauf

Welche Netzgröße einen eigenen Core braucht, welche Redundanz Stack, StackWise Virtual und vPC liefern und warum Spine-Leaf ins Rechenzentrum gehört.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Kurz gesagt

Ein Collapsed Core reicht, solange alle Etagen- und Gebäudeverteiler sternförmig an ein redundantes Kernpaar passen und es nur einen Distribution-Block gibt. Das ist bei einem Gebäude und bei kleinen Geländen mit einigen hundert bis wenigen tausend Ports die Regel. Drei Schichten brauchst du, wenn mehrere Gebäude eigene Distribution-Paare haben. Cisco empfiehlt einen eigenen Core zu prüfen, sobald mindestens drei Distribution-Blöcke verbunden werden. Spine-Leaf ist kein drittes Campus-Modell, sondern die Antwort auf Ost-West-Verkehr zwischen Servern im Rechenzentrum.

Stand dieser Seite: 25.10.2026

01 Worum es geht

Die Switch-Erneuerung ist die Gelegenheit, das Design zu ändern, und sie kommt selten

Campus-Switches laufen oft acht bis zehn Jahre. Wenn sie ersetzt werden, steht die Frage im Raum, ob das alte Design noch passt. Viele Netze im Mittelstand sind mit dem Unternehmen gewachsen. Erst gab es einen Switch im Serverraum, dann einen Stack und Etagenswitches daran. Später kam ein zweites Gebäude dazu, das per Glasfaser an einem Etagenswitch des ersten Gebäudes hängt. Das Ergebnis ist keine Architektur, sondern eine Kette.

Die Angebote der Hersteller und Systemhäuser zeigen zwei Extreme. Das eine ist ein Kernpaar, an das alles angeschlossen wird, das andere eine Hierarchie aus Access, Distribution und Core mit der doppelten Zahl an Geräten im Verteilerraum. Beides wird mit Ausfallsicherheit begründet. Wer die Entscheidung nicht an Zahlen festmacht, kauft entweder eine Schicht zu viel, die Geld und Betriebsaufwand kostet, oder eine zu wenig, die beim nächsten Gebäude einen Umbau erzwingt.

Hinzu kommen Begriffe aus dem Rechenzentrum. Spine-Leaf, VXLAN und Fabric klingen modern, und manche Ausschreibung verlangt sie für den Campus. Die Frage ist, ob die Verkehrsmuster im Büro das rechtfertigen. Diese Seite liefert die Kriterien, mit denen du das für dein Netz entscheidest.

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02 Der direkte Vergleich

Collapsed Core, drei Schichten und Spine-Leaf im direkten Vergleich

Die Matrix bewertet die drei Modelle für ein Campus-Netz, also Büro, Produktion und Gelände, nicht für ein Rechenzentrum. Gut heißt, das Modell erfüllt die Anforderung ohne Umwege; schlecht heißt, es passt nicht oder kostet unverhältnismäßig.

Collapsed Core

Zwei Schichten: Access-Switches hängen direkt an einem redundanten Kernpaar, das Distribution und Core vereint.

Drei Schichten

Access, Distribution je Gebäude oder Block und ein eigener Core, der die Distribution-Blöcke verbindet.

Spine-Leaf

Zwei Ebenen, jeder Leaf mit jedem Spine verbunden, gleich lange Wege, typisch mit VXLAN EVPN im Rechenzentrum.

Passt es zu einem Gebäude mit einigen hundert Ports?

Collapsed Core Stärke

Das ist der Kernfall. Cisco beschreibt für ein Gebäude ausdrücklich, dass Access und Distribution ausreichen können.

Drei Schichten Schwäche

Ein eigener Core verbindet hier nur einen einzigen Distribution-Block und kostet ein Gerätepaar ohne Aufgabe.

Spine-Leaf Schwäche

Die Fabric bringt bei überwiegend Nord-Süd-Verkehr keinen Vorteil und erhöht den Betriebsaufwand.

Trägt es ein Gelände mit vielen Gebäuden?

Collapsed Core Kommt darauf an

Solange alle Gebäudeverteiler sternförmig mit Glasfaser am Kernpaar hängen, ja. Ab mehreren eigenen Distribution-Paaren wird die Vermaschung unübersichtlich.

Drei Schichten Stärke

Jedes Gebäude bekommt einen Distribution-Block, der Core verbindet sie. Ein neues Gebäude ist ein weiterer Block, kein Umbau.

Spine-Leaf Kommt darauf an

Technisch möglich, aber jeder Leaf braucht eine Verbindung zu jedem Spine, was auf einem Gelände viele Fasern über weite Strecken bedeutet.

Wie groß ist die Fehlerdomäne, wenn das Kernpaar ausfällt oder falsch konfiguriert wird?

Collapsed Core Schwäche

Alles hängt an einem Paar. Cisco weist darauf hin, dass Betriebs- oder Konfigurationsfehler dort das gesamte Netz betreffen können.

Drei Schichten Stärke

Ein Fehler in einem Distribution-Block bleibt in der Regel auf dieses Gebäude begrenzt, der Core routet nur und hat wenig Konfiguration.

Spine-Leaf Kommt darauf an

Ein einzelner Spine fällt kaum ins Gewicht, eine fehlerhafte Fabric-Konfiguration betrifft aber alle Leafs zugleich.

Was kostet die Hardware im Verhältnis?

Collapsed Core Stärke

Ein Gerätepaar weniger als das Drei-Schichten-Modell, dafür müssen die Kernswitches genug Uplink-Ports für alle Access-Stacks haben.

Drei Schichten Kommt darauf an

Je Block ein Distribution-Paar plus das Core-Paar. Das lohnt sich erst, wenn die Blöcke die Ports wirklich brauchen.

Spine-Leaf Schwäche

Die Vollvermaschung braucht viele Hochgeschwindigkeitsports, und für die Overlay-Funktionen fallen meist Lizenzen an.

Wie viel Betriebswissen setzt es voraus?

Collapsed Core Stärke

Das Modell kommt mit wenigen Geräten, einem Routing-Punkt und überschaubaren Spanning-Tree-Domänen aus. Ein kleines Team kann es betreiben.

Drei Schichten Kommt darauf an

Mehr Geräte und ein Routing-Protokoll wie OSPF zwischen Distribution und Core, das gepflegt werden muss.

Spine-Leaf Schwäche

Underlay-Routing, Overlay mit VXLAN und meist BGP EVPN als Steuerprotokoll. Ohne Erfahrung mit diesen Verfahren ist die Fehlersuche langwierig.

Wie gut bedient es Verkehr zwischen Servern im Rechenzentrum?

Collapsed Core Kommt darauf an

Für einen kleinen Serverraum genügt es, Server hängen dann an eigenen Access-Switches am Kernpaar.

Drei Schichten Kommt darauf an

Das Modell stammt aus dem Campus. Ein Serverbereich wird als eigener Block angehängt, Wege zwischen Servern sind nicht gleich lang.

Spine-Leaf Stärke

Dafür ist es gebaut: Zwischen zwei Leafs liegen immer genau ein Spine und gleich viele parallele Wege.

Was passt wann

Ein Gebäude oder ein kleines Gelände mit einem zentralen Verteilerraum und sternförmiger Glasfaser
Collapsed Core mit einem redundanten Kernpaar, etwa per StackWise Virtual, und Access-Stacks mit je zwei Uplinks.
Mehrere Gebäude mit eigenem Verteilerraum, die je mehrere Etagenswitches bündeln, ab drei solchen Blöcken
Drei Schichten mit einem Distribution-Paar je Gebäude und einem Core, der nur routet.
Ein eigenes Rechenzentrum mit vielen Servern und Hypervisoren, die viel untereinander sprechen
Spine-Leaf im Rechenzentrum, angebunden an den Campus über ein Border-Paar, unabhängig davon, welches Modell der Campus nutzt.
Ein Collapsed Core, an den ein zweites Gebäude über einen Etagenswitch des ersten angehängt wurde
Das zweite Gebäude direkt per Glasfaser an das Kernpaar führen, bevor über eine dritte Schicht nachgedacht wird.

03 Was du mitnimmst

Womit du die Designfrage beantwortest

Die Entscheidung hängt an wenigen messbaren Größen. Sechs Punkte machen sie nachvollziehbar, auch für jemanden, der das Budget freigeben muss.

Vom Ein-Gebäude-Netz zum Campus mit Core

  1. 01 Access: Endgeräte anschließen
  2. 02 Distribution: Grenze Layer 2 zu Layer 3
  3. 03 Collapsed Core: Distribution und Core in einem Paar
  4. 04 Ab drei Distribution-Blöcken: eigener Core
  5. 05 Rechenzentrum: Spine-Leaf für Ost-West-Verkehr

Die Aufgabe jeder Schicht benennen

Du unterscheidest Access als Anschluss der Endgeräte, Distribution als Grenze zwischen Layer 2 und Layer 3 und Core als schnelles Rückgrat zwischen Distribution-Blöcken. Wer die Aufgaben kennt, sieht, welche davon in einem Gerät zusammenfallen dürfen.

Die Zahl der Distribution-Blöcke zählen

Ein Gebäude oder ein kleines Gelände mit einem Verteilerzentrum ist ein Block, ein Gelände mit mehreren Gebäudeverteilern sind mehrere. Ab drei Blöcken empfiehlt Cisco, einen Core zu prüfen, weil sonst jeder Block mit jedem verbunden werden muss.

Uplinks und Überbuchung rechnen

Du rechnest die Summe der Access-Ports gegen die Uplink-Bandbreite und die Zahl der Uplink-Ports, die das Kernpaar bereitstellen muss. Daraus folgt, ob zwei Kernswitches physisch reichen.

Redundanzverfahren unterscheiden

Du weißt, was ein Stack, StackWise Virtual und vPC jeweils zusammenlegen und was getrennt bleibt: die Datenebene, die Steuerebene oder beides. Davon hängt ab, was ein Softwarefehler oder ein Update mit dem ganzen Paar macht.

Spine-Leaf richtig einordnen

Du erkennst, dass Spine-Leaf für Verkehr zwischen Servern gebaut ist und im Campus mit seinem Nord-Süd-Verkehr kaum Vorteile bringt. Campus-Fabrics wie Cisco SD-Access lösen andere Probleme, vor allem Segmentierung und Richtlinien.

Eine Begründung schreiben, die in fünf Jahren noch trägt

Du hältst Portzahl, Gebäude, Wachstum, Ausfallanforderung und Betriebskapazität fest und leitest das Design daraus ab. Beim nächsten Gebäude ist klar, ob es als Block angehängt wird oder einen Umbau auslöst.

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Die drei Schichten und was jede leistet

Das Drei-Schichten-Modell trennt Aufgaben, nicht Geräte. Die Access-Schicht schließt Endgeräte an, liefert Strom über PoE für Telefone, Kameras und Access Points und setzt Richtlinien am Port durch, etwa 802.1X, Port-Security oder Storm Control. Die Distribution-Schicht bündelt die Access-Switches eines Bereichs, ist die Grenze zwischen der Layer-2-Welt der VLANs und der Layer-3-Welt des Routings und fasst Routen zusammen, bevor sie weitergegeben werden. Der Core verbindet die Distribution-Blöcke und soll vor allem schnell und stabil sein.

Cisco beschreibt die Distribution ausdrücklich als Grenze zwischen der Layer-2-Domäne des Access und der Layer-3-Domäne des Cores und als logischen Punkt, um Routing-Informationen zusammenzufassen. Genau diese Aufgaben fallen beim Collapsed Core mit denen des Cores zusammen: Das Kernpaar ist dann Gateway der VLANs, Routing-Punkt und Rückgrat zugleich.

SchichtAufgabeTypische FunktionenTypische Geräte
AccessEndgeräte anschließenVLAN-Zuordnung, PoE, 802.1X, BPDU Guard, Storm ControlStacks aus 48-Port-Switches im Etagenverteiler
DistributionAccess-Switches eines Bereichs bündelnGateway der VLANs, Gateway-Redundanz, Routen zusammenfassen, FilterPaar mit vielen 10/25-Gbit-Ports
CoreDistribution-Blöcke verbindenschnelles Routing, wenig Konfiguration, keine EndgerätePaar mit 40/100-Gbit-Ports
Collapsed CoreDistribution und Core in einem PaarGateway, Routing, Rückgrat und Anbindung von Servern, WAN und InternetPaar mit vielen Uplink-Ports

Collapsed Core: wann zwei Schichten reichen

Cisco nennt den Collapsed Core die Alternative für kleinere Standorte und Ein-Gebäude-Campus. Ein Standort, der ein einziges Gebäude belegt, braucht nach dieser Beschreibung womöglich nur Access und Distribution, ein Gelände mit mehreren Gebäuden höchstwahrscheinlich alle drei Schichten. Für die Grenze nennt Cisco eine Zahl: Werden mindestens drei Distribution-Blöcke verbunden, sollte ein Core in Betracht gezogen werden, und bei mehr als drei Blöcken an einem Ort sollte ihn eine Organisation einsetzen.

Der Grund ist die Vermaschung. Ohne Core muss jeder Distribution-Block mit jedem anderen verbunden sein, damit es keinen Umweg gibt. Bei zwei Blöcken ist das ein Leitungspaar, bei drei sind es drei Paare, bei vier sechs, allgemein n mal n minus 1 durch 2. Jede dieser Verbindungen ist eine Routing-Nachbarschaft, die gepflegt werden will. Mit einem Core hat jeder Block genau eine Anbindung, unabhängig davon, wie viele Blöcke es gibt.

Für die meisten Mittelständler mit einem Hauptgebäude, vielleicht einer Halle und einem Nebengebäude ist der Collapsed Core das passende Modell, sofern alle Gebäudeverteiler direkt per Glasfaser am Kernpaar hängen. Die Gebäudeverteiler sind dann Access-Stacks, keine eigenen Distribution-Blöcke. Das Gateway aller VLANs liegt auf dem Kernpaar.

Rechenweg: reichen zwei Kernswitches physisch?

Ob ein Collapsed Core trägt, entscheidet auch die Zahl der Ports. Jeder Access-Stack braucht mindestens zwei Uplinks, einen zu jedem Kernswitch, damit der Ausfall eines Kernswitches oder einer Faser den Stack nicht abschneidet. Cisco nennt in seinem Campus-Design als Beispiel zwei 10-Gbit-Uplinks je 48-Port-Switch und vier 10-Gbit-Uplinks für einen Stack aus zwei Switches.

Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen: 1200 Arbeitsplatzports in 48-Port-Switches ergeben 25 Switches, gebündelt in 9 Stacks zu meist drei Switches. Mit vier Uplinks je Stack braucht das Kernpaar 36 Ports für Access, also 18 je Switch, plus Ports für Server, Firewall, WLAN-Controller und Reserve. Ein Kernpaar mit je 48 Ports im 10/25-Gbit-Bereich hat damit genug Luft.

Die Überbuchung rechnest du je Stack. Drei 48-Port-Switches mit 1 Gbit/s ergeben 144 Gbit/s am Rand, vier Uplinks mit 10 Gbit/s ergeben 40 Gbit/s Richtung Kern, das Verhältnis ist 3,6 zu 1. Cisco berichtet von Designs mit Verhältnissen bis 20 zu 1 zwischen Access und Distribution. Büroverkehr erreicht fast nie gleichzeitig Leitungsrate auf allen Ports. Kritisch wird es bei Access Points mit Multigigabit-Ports und bei Bereichen mit großen Dateien, etwa CAD oder Video.

GrößeRechnungErgebnis
Access-Bandbreite je Stack3 Switches × 48 Ports × 1 Gbit/s144 Gbit/s
Uplink-Bandbreite je Stack4 Uplinks × 10 Gbit/s40 Gbit/s
Überbuchung144 : 403,6 zu 1
Uplink-Ports am Kernpaar9 Stacks × 4 Uplinks36 Ports, 18 je Kernswitch
Verbindungen ohne Core bei 4 Blöcken4 × 3 : 26 Leitungspaare

Redundanz: Stack, StackWise Virtual und vPC

Ein Kernpaar soll für die angeschlossenen Switches wie ein einziges Gerät wirken, damit die Uplinks eines Access-Stacks als ein EtherChannel zu beiden Kernswitches laufen können. Dann blockiert Spanning Tree keinen der Uplinks, und beide tragen Last. Cisco nennt das Multichassis EtherChannel und empfiehlt, statt fest eingeschalteter Bündel ein dynamisches Protokoll wie LACP zu nutzen.

Die drei verbreiteten Verfahren unterscheiden sich darin, was sie zusammenlegen. Ein Stack aus Catalyst 9300 verbindet bis zu acht Switches über Stack-Kabel zu einem Gerät mit einer gemeinsamen Steuerebene, einem aktiven und einem Standby-Switch. StackWise Virtual macht dasselbe mit zwei Switches über normale Ethernet-Ports. Es läuft auf Catalyst 9400, 9500 und 9600, laut Cisco nur mit Network-Advantage-Lizenz, und Cisco empfiehlt mindestens zwei physische Ports für die Verbindung. vPC auf Nexus-Switches mit NX-OS lässt zwei getrennte Steuerebenen bestehen und verbindet die Geräte über einen Peer-Link und einen separaten Keepalive.

Der Unterschied zeigt sich bei Updates und Softwarefehlern. Bei einem Stack und bei StackWise Virtual läuft auf beiden Geräten dieselbe Software unter einer Steuerebene, ein Fehler dort trifft beide. Bei vPC sind die Geräte unabhängig, jedes wird einzeln konfiguriert und aktualisiert, die Konfiguration muss aber auf beiden Seiten passen.

VerfahrenGeräteSteuerebeneTypischer Einsatz
Stack (StackWise-480)bis 8 Catalyst 9300eine, aktiver und Standby-SwitchAccess, kleiner Collapsed Core
StackWise Virtual2 Catalyst 9400, 9500 oder 9600eine, über Ethernet-VerbindungCollapsed Core, Distribution, Core
vPC2 Nexus mit NX-OSzwei getrennte, Peer-Link und KeepaliveRechenzentrum, Server-Access
Zwei Einzelgeräte mit HSRP oder VRRP2 beliebige Layer-3-Switcheszwei getrennteeinfaches Gateway-Paar, Spanning Tree blockiert einen Uplink
Kernpaar mit StackWise Virtual und MEC zu einem Access-Stack (IOS XE, Ausschnitt)
! auf beiden Catalyst 9500, danach write memory und reload
stackwise-virtual
 domain 10
interface HundredGigE1/0/49
 stackwise-virtual link 1
interface HundredGigE1/0/50
 stackwise-virtual link 1
!
! nach dem Zusammenschluss: EtherChannel zu Access-Stack 3
interface range TwentyFiveGigE1/0/3 , TwentyFiveGigE2/0/3
 channel-group 3 mode active
interface Port-channel3
 switchport mode trunk
 switchport nonegotiate
 switchport trunk allowed vlan 10,30,40,999

Routed Access: Layer 3 bis in den Etagenverteiler

Eine Variante beider Modelle verlegt die Grenze zwischen Layer 2 und Layer 3 in die Access-Schicht. Jeder Access-Stack ist dann selbst Gateway seiner VLANs und routet über seine Uplinks per OSPF oder einem anderen Routing-Protokoll zum Kern. Zwischen Access und Kern gibt es keine Trunks und kein Spanning Tree mehr, sondern geroutete Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit gleich teuren Wegen.

Cisco empfiehlt grundsätzlich, ein VLAN auf einen Verteilerraum oder ein Uplink-Paar zu beschränken, weil VLANs, die sich über mehrere Access-Switches ziehen, Schleifen ermöglichen und Spanning Tree Bandbreite blockieren lässt. Routed Access setzt das konsequent um. Der Preis ist, dass ein VLAN nicht mehr über mehrere Etagen reicht. Für Geräte, die beim Umzug ihre Adresse behalten sollen, oder für drahtlose Clients, die zwischen Etagen roamen, brauchst du dann eine andere Lösung, etwa ein zentrales WLAN-Gateway oder ein Overlay.

Spine-Leaf gehört ins Rechenzentrum, nicht in den Campus

Spine-Leaf wurde für Verkehr zwischen Servern entwickelt. Virtualisierung, verteilte Datenbanken und Speichercluster erzeugen viel Ost-West-Verkehr, also Verkehr zwischen Systemen im selben Rechenzentrum. In einer Spine-Leaf-Fabric ist jeder Leaf mit jedem Spine verbunden, und zwischen zwei Servern an verschiedenen Leafs liegen immer genau drei Geräte: Leaf, Spine, Leaf. Mehr Kapazität bekommst du, indem du einen Spine hinzufügst, und alle Wege werden gleichmäßig genutzt.

Im Campus fließt der meiste Verkehr in Nord-Süd-Richtung, von Clients zu Servern im Rechenzentrum, zu Cloud-Diensten oder ins Internet. Clients sprechen selten direkt miteinander. Die Stärke von Spine-Leaf, gleich lange Wege zwischen beliebigen Endpunkten, bringt dort wenig. Dafür kostet die Vollvermaschung über ein Gelände viele Fasern, und das Overlay mit VXLAN und BGP EVPN verlangt ein Betriebswissen, das viele Campus-Teams nicht haben.

Davon zu unterscheiden sind Campus-Fabrics wie Cisco SD-Access. Sie nutzen ebenfalls ein Overlay mit VXLAN, aber nicht wegen gleich langer Wege, sondern um Segmentierung und Zugriffsrichtlinien unabhängig von VLANs und IP-Adressen durchzusetzen. Das Underlay bleibt dabei ein geroutetes Netz in einer Campus-Hierarchie. Ob sich das lohnt, ist eine Frage der Richtlinien und der Betriebswerkzeuge, nicht der Schichtenzahl.

Drei Beispielbetriebe und ihr passendes Design

Die folgenden Betriebe sind konstruierte Beispiele mit typischen Größen, keine Kundenfälle. Sie zeigen, wie die Kriterien aus der Matrix zu einer Entscheidung führen.

  • Steuerkanzlei, ein Gebäude, 120 Ports, Serverraum im Keller

    Ein Stack aus drei Catalyst 9300 im Serverraum dient als Collapsed Core und Access zugleich, die zwei Etagenverteiler hängen mit je zwei Uplinks daran. Eine eigene Distribution oder ein Core hätten hier keine Aufgabe. Die Firewall stellt Gateways für Gäste und Gebäudetechnik, der Stack routet die internen VLANs.

  • Maschinenbauer, drei Gebäude auf einem Gelände, 1200 Ports

    Ein Kernpaar mit StackWise Virtual im Hauptgebäude bildet den Collapsed Core. Alle neun Access-Stacks, auch die in Halle und Verwaltungsbau, hängen sternförmig per Glasfaser direkt daran. Es gibt einen einzigen Distribution-Block, ein Core wäre überflüssig. Wichtig ist eine zweite, räumlich getrennte Faserstrecke zu jedem Gebäude.

  • Klinikum mit acht Gebäuden und eigenem Rechenzentrum, 6000 Ports

    Jedes Gebäude hat einen eigenen Verteilerraum mit einem Distribution-Paar, an dem die Access-Stacks der Etagen hängen. Acht Blöcke liegen weit über der Schwelle, ab der Cisco einen Core empfiehlt, also verbindet ein Core-Paar die Blöcke per OSPF. Das Rechenzentrum ist als Spine-Leaf aufgebaut und über ein Border-Paar an den Core angebunden.

Dazu passende Kurse

Wer die Redundanzverfahren und Fabric-Modelle an echter Hardware vergleichen will, findet Kurse zu Catalyst, SD-Access und Nexus im Katalog.

Bevor es um Hersteller geht, hilft ein Kurs zu den Grundlagen der Netzwerkarchitektur, der Schichtenmodell, Routing und Redundanz im Zusammenhang erklärt.

Stimmen aus den Kursen

Was Teilnehmende über die Kurse in diesem Bereich sagen

Hervorragender Referent, der kurzweilig und sehr strukturiert durch den Kurs geführt hat und keine Fragen offen gelassen hat.
TCP/IP Grundkurs
Vielen Dank, Seminar war informationsreich, verständlich, persönlich sehr angenehm.
Netzwerktechnik Grundkurs
Durch den 1 zu 1 Kurs konnten meine Fragen und Ziele optimal bearbeitet werden.
Hardware Grundkurs: Installieren und Konfigurieren

05 Fragen

Häufige Fragen

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Ab wie vielen Ports brauche ich einen eigenen Core?
Die Portzahl ist nicht das Kriterium, sondern die Zahl der Distribution-Blöcke. Cisco empfiehlt, einen Core zu prüfen, sobald mindestens drei Distribution-Blöcke verbunden werden. Ein großes Gebäude mit 2000 Ports und einem zentralen Verteilerraum kann ein Collapsed Core bleiben, ein Gelände mit vier Gebäudeverteilern zu je 300 Ports eher nicht.
Ist ein Collapsed Core ein Single Point of Failure?
Nicht, wenn er als Paar gebaut ist und jeder Access-Stack zu beiden Geräten verbunden ist. Ein einzelnes Gerät oder eine einzelne Faser darf ausfallen. Die verbleibende Schwachstelle ist die gemeinsame Konfiguration und bei StackWise Virtual die gemeinsame Software. Ein Fehler beim Update oder in der Konfiguration trifft beide Geräte, und damit den ganzen Standort.
Kann ich später von zwei auf drei Schichten wechseln?
Ja, wenn die Glasfaser sternförmig zum Kern verlegt ist. Das bisherige Kernpaar wird dann zum Distribution-Paar des Hauptgebäudes, neue Gebäude bekommen eigene Distribution-Paare, und ein neues Core-Paar verbindet alle. Planst du heute die Faserwege so, dass jedes Gebäude zwei getrennte Strecken zum zentralen Raum hat, bleibt dieser Weg offen.
Brauche ich für einen Collapsed Core StackWise Virtual?
Nein. Zwei einzelne Layer-3-Switches mit HSRP oder VRRP als Gateway-Redundanz funktionieren ebenfalls, dann blockiert Spanning Tree aber je Access-Stack einen der beiden Uplinks. StackWise Virtual oder ein Stack erlauben einen EtherChannel über beide Kernswitches, sodass beide Uplinks Last tragen und kein Spanning Tree umschalten muss.
Was ist der Unterschied zwischen StackWise Virtual und vPC?
StackWise Virtual auf Catalyst-Switches macht aus zwei Geräten eines mit gemeinsamer Steuerebene und einer Konfiguration. vPC auf Nexus-Switches lässt zwei unabhängige Geräte mit eigener Konfiguration bestehen, die sich über Peer-Link und Keepalive abstimmen. vPC ist im Rechenzentrum verbreitet, StackWise Virtual im Campus.
Gehört die Firewall in den Core?
Nein, die Firewall hängt neben dem Kern, nicht in seinem Datenpfad zwischen den Access-Blöcken. Der Kern routet interne Netze mit Leitungsrate, Netze mit strengen Regeln enden direkt an der Firewall. So verhinderst du, dass jedes Paket zwischen zwei Etagen den Durchsatz der Firewall begrenzt.
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